Aller Anfang: Halt, um dich zu halten

Shownotes

Felsenfest wollen wir als Eltern für unser Kind da sein: beständig, verlässlich, klar. Doch wie wird man so ein Fels? Was gibt Kindern Halt? Und wie können wir lernen, uns selbst Halt zu geben?

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Nora Imlau, Felsenfest, Dressler illustro http://www.oetinger.de/buch/felsenfest/9783690380065

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00:00:09: Aller Anfang.

00:00:10: Es ist manchmal schwer, manchmal leichter aber immer interessant.

00:00:15: Und womit fangen wir heute an?

00:00:16: Heute lieber Nora würde ich gerne mit dir über Halt geben sprechen.

00:00:20: Na dann legen wir los!

00:00:22: Diese Folge wird unterstützt von Farbflausen.

00:00:24: Hier findet ihr Kunst die euch und eure Kinder im Alltag begleitet und verbindet.

00:00:29: Und mehr erfahrt ihr am Ende dieser Folge.

00:00:32: Hallo Nora

00:00:33: Hi Oliver

00:00:34: Ich zitiere Du darfst groß sein und klein Doch du bist nie allein.

00:00:41: Hier ist dein Nest felsenfest, deine

00:00:44: Nora.".

00:00:45: Ja!

00:00:47: Dies Zitat stammt aus dem aktuellen Buch Felsenfests weil Du mir Halt gibst und wir wollten das zum Anlass nehmen heute mal ein bisschen über das Thema Halt geben zu sprechen aber erstmal verspätet.

00:01:02: herzlichen Glückwunsch.

00:01:03: zum neuen Buch.

00:01:05: gibt's Zeit?

00:01:05: ich glaube zwei Monaten haben es schon gell ungefähr Dressler Illustro.

00:01:10: Ja, vielen Dank!

00:01:11: Das ist immer so ein schöner Moment wenn so ein neues Buch auf die Welt kommt und spezifisch dieses Buch ist da tatsächlich so ein bisschen ich will nicht sagen untergegangen aber das kam so fast zeitgleich auf die welt mit unserem baby deswegen war noch gar nicht so viel raum darüber zu sprechen.

00:01:28: Aber es ist ein ganz schönes und besonderes buch.

00:01:32: Ich erinnere mich noch gut daran, wie wir das gemeinsam entwickelt haben.

00:01:35: Und es ist dann so schön, wenn's vor einem liegt und es hat eben dieses große Thema Halt geben.

00:01:41: Wir hatten ja schon eine Podcastfolge gemacht zum Thema Gold richtig.

00:01:45: Das war ja das erste Buch dieser Reihe.

00:01:47: Die Idee der ganzen Buchreihe ist, dass wir drei zentrale Themen für ein gelingendes Familienleben in den Fokus nehmen wollen Texteschreibe auch Gedichte teilweise die diesem diesen Themen sich weniger so über den Kopf nähern im Sinne von ich erkläre, die jetzt mal ganz genau wie Bindung auf psychologischer Ebene funktioniert.

00:02:09: Sondern wirklich direkt ins Herz gehen die uns ins fühlen bringen ins mitfühlen mit uns und unseren Kindern.

00:02:15: und das erste buch da ging es um goldrichtigkeit da ging's um die dieses gefühl selbst richtig zu sein und die eigenen Kinder anzunehmen in ihrer Goldrichtigkeit.

00:02:26: Und sie nicht, die ganze Zeit Formen verändern zu wollen.

00:02:29: Das zweite Buch Felsenfest ist eben das Buch über's Halt geben.

00:02:34: Auch hier wieder wie gebe ich mir selber Halt- und Stabilität auf dieser wackeligen Reise des Elternseins?

00:02:39: Die wir ja alle zum ersten Mal machen!

00:02:43: Wie gebe ich aber auch meinem Kind oder meinen Kindern ... Halt.

00:02:47: Das ist ja ein großer Wunsch und eine große Aufgabe auch von uns Eltern, und gleichzeitig haben wir ja schon öfter darüber gesprochen – auch hier in diesem Podcast – ist das auch eine echt große und schwere Aufgabe diese Sicherheit, diesen Halt zu geben gerade in der Zeit wo wir als Eltern uns eben nicht als die unanfechtbaren Autoritätsfiguren verstehen sondern selbst oft noch zweifeln suchen fragen stolpern nicht weiter wissen.

00:03:15: Das ist genau das, was ich mir auch jetzt aufgeschrieben hatte weil ich das Buch so verstanden habe in seinem emotionalen Angang, was sich total angenehm finde wenn ich es lese dass sagt auch das Beste wäre du hast Halt dann kannst du dein Kind halt geben und ich finde das ist so ein Das ist so ein Spannungsfeld, in dem ich also voll drin landen drinnen lande.

00:03:41: Wenn ich das so wenn ich es lese und deswegen wollte ich dich fragen siehst du das als Als direkte Kausalität oder als sagen wir mal dass wäre gut wenn es das gäbe.

00:03:51: also

00:03:52: Halt haben

00:03:54: für Dich um Ein Kind einem kind halt geben zu können?

00:03:58: Also Es Ist Natürlich Immer Schwierig Eltern Irgendwelche Du Muss Sätze mit auf Den Weg Zu Geben Und Man Kann Jemandem Ja auch halt nicht verschreiben wie ein Nasenspray oder irgendwas.

00:04:10: Also, hat mal mehr Halt so!

00:04:14: Wie gehalten wir uns fühlen?

00:04:15: Wie gut wir uns auch selbst halten können?

00:04:18: Wie leicht es uns fällt halt zu finden in dieser Welt hat ganz viel mit unserer Persönlichkeitsstruktur zu tun und unseren eigenen biografischen Erfahrungen.

00:04:27: sehr viele Menschen tun sich schwer damit sich gehalten und sicher zu fühlen.

00:04:33: Trotzdem kann es ihnen gelingen, ihrem Kindern Halt zu geben.

00:04:37: Aber wir wissen entwicklungspsychologe schon, dass es auf Dauer sehr schwer ist, Kindern ein Gefühl von Halt- und Geborgenheit zu vermitteln, wenn mir als erwachsener Person dieses Gefühl völlig abgeht.

00:04:49: Und wenn in einem Familiensystem eine erwachsene Person sehr viel Halt braucht?

00:04:55: Eine große Bedürftigkeit hat in dieser Hinsicht ... Rutschen Kinder oft intuitiv in die Rolle, ihren Eltern oder ihrem Elternteil diesen Halt geben zu wollen.

00:05:06: Also das Kind wird dann zum Stabilisator.

00:05:09: Das Kind ist dann die Person, die sagt alles gut Mama keine Angstpapa ich bin da so und das kann in einer einzelnen Situation total Süß sein und da muss man sich auch keine Gedanken machen, wenn das eigene Kind einmal tröstet.

00:05:23: Das ist ein Zeichen von Empathie.

00:05:24: Da ist überhaupt nichts verkehrt daran.

00:05:26: aber wenn natürlich die gesamte Familiendynamik irgendwann in der Richtung kippt dass das kind halt gibt und die Eltern halt empfangen Dann dreht sich was auf eine weise die auch ungünstig sein kann stichwort Parantifizierung.

00:05:40: also das kind nimmt ne eltern Rolle und Aufgabe ein, gibt bevor es selbst gelernt hat zu nehmen was es braucht.

00:05:48: Und das kann tatsächlich ungünstig sein und insofern ist es schon so dass es unsere Aufgabe als Eltern ist selbst Halt zu finden in uns und anderen damit unserem Kind nicht die Aufgabe zufällt der haltgebende Part in unserem Leben zu sein.

00:06:12: Ja, weil du eben schreibst ich glaube das gelingt am besten wenn wir selbst wissen wo wir stehen.

00:06:18: Wenn wir Erwachsenen halt und Sicherheit haben einen festen Stand auf einem großen Fels.

00:06:27: Das ist ja kein kleines Bild ne?

00:06:29: Das sind jetzt keine schaukelnde Nussschale im Ozean Hauptsache Drogen sondern es ist ja schon ein bisschen gleich Richtung Fels gegangen so vom Bild.

00:06:38: Vielleicht Richtung Bergpredigt gegangen.

00:06:41: Was hast du jetzt gesagt?

00:06:46: Also, du misst dem schon eine hohe Bedeutung bei.

00:06:50: Und was mache ich jetzt in meinen Fels... Gott, Geologen hier!

00:06:56: Heute etwas nicht aus Granit sondern aus Muschelkalk.

00:07:00: Ich hab keine Ahnung.

00:07:01: Besteht weiß ich nicht mehr.

00:07:04: Sandstein.

00:07:08: Das ist natürlich die große Frage.

00:07:09: Und das Wichtigste ist, wenn ich das Gefühl habe ... Ich hab nicht so festen Halt über diese Haltlosigkeit nicht in Schuldgefühle oder in Selbstvorwürfe zu trifft, im Sinne von oh Gott, ich bin wackelig!

00:07:22: Das macht mich zu einer schlechten Mutter und einem schlechten Vater.

00:07:24: Damit grabe ich mir den Halt, den ich habe immer weiter ab, indem ich mich selber fertig mache.

00:07:32: Sondern es ist total wichtig da ... wertschätzend und lösungsorientiert sozusagen auf meine eigene Situation zu gucken.

00:07:40: Also erst mal auch mir klarzumachen, dieses Bild von so einem Felsen ist sehr groß.

00:07:45: das kann sich vielleicht auch überwältigend anfühlen.

00:07:47: was bedeutet es denn wirklich für mich halt zu haben?

00:07:50: Und ich erlebe das oft dass Familien zum Beispiel mehr erzählen wir haben ganz ganz wenig Halt voraus in unserem Leben Wir sind ganz auf uns allein gestellt wir haben keine Familie vor Ort wir sind einfach nur Wir zwei oder wir drei, vier.

00:08:04: Aber es gibt da wenig ... Netz um uns rum!

00:08:08: Und das ist ein valides Gefühl.

00:08:10: und trotzdem ist es oft, wenn der Netzgespräch kommt, dass sich dann herausstellt, da gibts schon Netz?

00:08:15: Das sieht vielleicht nur nicht genau so aus wie man sich das mal ausgemalt hat.

00:08:18: Es gibt keine riesen unterstützende Großfamilie drumherum aber es gibt eine total nette Nachbarin, es gibt ne tolle Tagesmutter, alle mögliche Leute geben uns auch halt.

00:08:29: Aber wir müssen uns dessen erst wieder bewusst sein, dass das auch halt ist zu sagen.

00:08:33: Ich hab meinen Sportkurs ... Das ist total nett!

00:08:36: Es ist für mich ein wichtiger Anker in meinem Leben.

00:08:38: oder ich habe eine gute Freundin die wohnt in Berlin aber wir schicken uns immer Sprachnachrichten und das gibt mir Halt im Alltag.

00:08:44: weißt du was ich meine?

00:08:46: Manchmal müssen wir erstmal so eine Art Bestandsaufnahme machen und gucken bei allem was uns vielleicht auch manchmal fehlt.

00:08:53: Was sind denn Anker in unserem Leben, wer oder was gibt uns denn halt?

00:08:58: Welche Routinen und Rituale welche Dinge vielleicht auch in meiner Partnerschaft.

00:09:03: Welche Dinge vielleicht in meinem Beruf oder in einem Hobby gibt mir halt?

00:09:08: Und wir sollten versuchen da total wertfrei drauf zu gucken.

00:09:11: wenn ich zum Beispiel Einem Instagram-Kanalfolge, der immer wieder tolle Impulse für mich hat.

00:09:21: Dann kann das ein Anker sein, der mir halt gibt?

00:09:23: Nicht der Einzige auf der Welt!

00:09:24: Aber dann muss ich nicht.

00:09:25: Für mich ist Gefühl habe ich Schäme mit mich, weil ich hänge ja nur am Handy.

00:09:28: Das ist kein echter Halt.

00:09:29: Sondern Halt ist alles was erst mal mir Stabilität und Sicherheit.

00:09:35: und mir das Gefühl gibt, auf einem Felsen zu stehen.

00:09:38: Und dann kann ich natürlich ... Wenn ich die Kapazitäten habe, so ein bisschen schauen, wie kann ich diesen Fels quasi so etwas erweitern?

00:09:46: Was könnte ich vielleicht mir selber gutestun, welche Entscheidungen könnte ich treffen für mehr Halt?

00:09:53: Das kann bedeuten, dass ich mehr schaue.

00:09:58: in Richtung Selbstfürsorge.

00:09:59: Wo kann ich mir selbst was Gutes tun?

00:10:01: Wie kann ich mich selbst stabilisieren?

00:10:04: mit Pausen, mit Sanftmut mir gegenüber, mit Essen ... Mit

00:10:11: Sport,

00:10:12: mit Hobbys, mit sozialem Kontakten, mit Rückzug, was auch immer.

00:10:17: Dann kann man natürlich schauen, wer man in ein paar Beziehungen lebt.

00:10:20: Was brauchen wir vielleicht gegenseitig um uns gehalten zu fühlen, gerade auch in herausfordernden Situationen.

00:10:27: kommt der Halt, den ich dir geben will bei dir eigentlich an oder bräuchtest du was ganz anderes?

00:10:31: Kommt bei mir an.

00:10:33: Wie sehr du mein Sein wertschätzt oder rauscht es an mir vorbei solche Dinge?

00:10:41: Ich find's ja ganz wertvoll dass du ja den Halt zum... ...zum Aktivum machst.

00:10:48: Das kann nicht ob man das so sagen kann aber das fällt mir immer wieder auf auch in anderen unserer Gespräche.

00:10:54: also Einer deiner... Ratschläge eben sei ist, wenn ich dich jetzt auch heute richtig verstehe.

00:11:03: Du, wenn du dich so ein Büschen halt los, halt arm fühlst dann versuch irgendwie in eine Außenvogelperspektive zu kommen und überleg doch mal was tut dir gut?

00:11:16: Also du kannst halt auch versuchen zu erzeugen oder zu kreieren, oder herzustellen.

00:11:24: Oder schlicht auch einfach dir zu wünschen von dem Schwimmbad oder deiner Partnerin je nachdem was halt zur Verfügung steht.

00:11:35: und das war mir neu.

00:11:37: also mir fällt es leichter einen ist Zustand glas halb voll halb leer leider ein bisschen leer heute alles bei mir feststellen.

00:11:46: aber das fällt mir noch lange nicht leicht zu sagen So what are we going to do about this now?

00:11:53: Was hilft jetzt ein bisschen weiter, was kann ich tun.

00:11:57: Ich glaube das ist eine ganz wichtige Lektion die wir als Erwachsene insgesamt lernen dürfen.

00:12:03: Wir sind oft es gibt so einen psychologischen Fachbegriff der nennt sich erlernte Hilflosigkeit in so einer erlernten Hilflossigkeit gefangen dass viele von uns als Kinder die Erfahrung gemacht haben ganz viele Dinge passieren in unserem Leben so schicksalhaft und wir können damit gar nichts tun.

00:12:20: Wir müssen uns einfach mit dem Ist-Zustand arrangieren, das war in unserer Kindheit oft die beste Überlebensstrategie.

00:12:28: Klar kommen mit dem was ist!

00:12:31: Und diese erlernte Hilflosigkeit flüstert uns oft ein bisschen ein.

00:12:37: du kannst eh nix machen.

00:12:39: es ist wie es ist kann auch in diesem annehmen, was ist ja eine große Stärke stecken.

00:12:46: Wir haben eine Folge gemacht über radikale Akzeptanz.

00:12:49: Da geht es genau darum aus so einer erlernten Hilflosigkeit insofern etwas Neues zu schnitzen, dass man sagt manchmal ist das auch eine Qualität und eine selbstbestimmte Entscheidung Dinge anzunehmen und die Unveränderlichkeit einer Situation siehe Einschlafbegleitung oder was noch immer einfach zu akzeptieren.

00:13:06: Manchmal führt uns diese erlernte Hilflossigkeit aber auch in die Falle zu denken Wir könnten nichts tun in Situationen, in denen wir durchaus Handlungsspielraum haben.

00:13:16: In denen wir in die Selbstwirksamkeit kommen können und ... Selbstwirksamkeit ist ein unglaublich unterschätztes Tool für mentale Gesundheit, für Halt.

00:13:26: Wenn ich das Gefühl hab, ich kann was machen, selbst im kleinen Rahmen!

00:13:30: Ich kann was verändern?

00:13:32: Dann löst es auch in mir selbst ganz viel aus, was mir dann wiederum Halt gibt.

00:13:39: Ich bin nicht ein Opfer meiner Umstände, ich bin nicht einen Opfer meines eigenen Lebens.

00:13:44: Ich bin Gestalterin oder Gestalter meines eigenem Lebens.

00:13:47: Nicht auf so einer esoterischen ... Du kannst alles haben, du musst das nur manifestierenweise, sondern auf einer ganz konkreten praktischen Weise.

00:13:56: Ich kann nicht alles ändern aber immer einen kleinen Unterschied machen.

00:13:59: und das ist was glaube ich du meintest auch in all meinen Büchern immer wieder durchklingt an unterschiedlichen Stellen was für mich eine ganz wichtige Form von Empowerment ist.

00:14:10: Und zwar gerade auch für Menschen, Eltern die ziemlich krasse Rahmenbedingungen auft haben, wo sie eben keine Selbstwirksamkeit erfahren und erleben.

00:14:19: Wenn man an pflegende Eltern denkt, wenn man an Eltern denkt ... Es gibt Einschränkungen, die sind und die existieren.

00:14:29: Die kann man nicht wegmeditieren aber... Man kann trotzdem in seinem Leben sich diese kleinen Mutausbrüche erlauben.

00:14:39: Diese kleinen ... Orte finden, wo man sagt und hier mach ich was anderes und hier brech' ich auch mit einem gewissen Glaubenssatz dass sich immer demütig schlucken muss oder das die Mutter sich selbst immer zuletzt nennt oder so.

00:14:53: Und baue mir selber aktiv was auf!

00:14:57: Genau und diese kleinen Veränderungen können sich ja dann wahnsinnig gut anfühlen wenn man's irgendwie doch... Die können ganz klein sein aber sie Beweisen ja, heute habe ich das mal anders gemacht.

00:15:09: Heute hab' ich das weg gelassen.

00:15:13: Die Brotzeitbox was auch immer.

00:15:14: Also es gibt ja sozusagen... Ich will jetzt nicht so sagen es verniedlichen oder schön reden diese starken Zwänge die nun Elternschaft oft sind.

00:15:26: aber auch da können wir Dinge finden die mehr Halt geben als halt nehmen.

00:15:32: weil ist es ja letztlich... die Frage, um die ich da immer wieder kreise.

00:15:39: Mir ist ja noch jetzt im Gespräch etwas anderes aufgefallen, dass ich vielleicht auch durch die

00:15:46: sehr

00:15:47: wohlfühlige Anmutung des Buches bei einem Felsen eigentlich immer an so einen Stein, also so ein Art großen Frundenfindling, heißen sie Tissot Gott gedacht habe?

00:15:59: Und dann, während ich es dir zuhört, dachte ich so vielleicht ist das für manche Leute eher eine Toblerone.

00:16:04: Also ein fieses zackiges Ding auf das man eh nie hochkommt.

00:16:09: Also war ich das lustigerweise bis heute nie verstanden dem Begriff.

00:16:16: Wie ist das?

00:16:16: Was ist für dich ein Felsen eigentlich?

00:16:18: Ja, das ist total spannend!

00:16:22: Ich mag dieses Felsenbild deshalb, weil es einerseits ein sehr starkes Bild ist und andererseits eben auch sehr unterschiedliche Assoziationen zulässt.

00:16:29: Also als ich dieses felsenfest Bild im Inneren meines Kopfes entworfen habe, hatte ich tatsächlich eher so eine Felswand an so ner Steilküste in Erinnerung.

00:16:40: Oha!

00:16:40: Weißt du also wirklich?

00:16:42: So'n Fels quasi am Meer?

00:16:45: ja und die Wellen peitschen da so hoch und man steht oben dran ab und zu wird man nass.

00:16:50: Der Fels gibt Halt und Schützt.

00:16:53: Aber man steht trotzdem auch im Wind, ne?

00:16:56: Also wenn du so in der Felskante stehst am Meer ... Ist schon ein Ort, der gibt Haltungssicherheit.

00:17:03: Du bist froh, dass der Fells da ist aber es ist auch ein Ort der manchmal ein bisschen unheimlich ist.

00:17:07: Voll voll!

00:17:09: Und ich fand es aber wertvoll, dass eben dieses Bild des Felsens einerseits sehr kraftvoll ist und andererseits sehr unterschiedliche Assoziationen zulässt.

00:17:17: Also du kannst so eine runden Findling auf ner schönen Wiese liegen sehen und sagen, da kann ich mich drauf ausstrecken?

00:17:24: So ja!

00:17:24: Auf dem Fels mach' ich ein Picnic.

00:17:26: oder du kannst dir so einen ganz rauen Felsen vorstellen oder eben auch nen Fels der zerklüftet ist wo du die Hände aufschürfen kannst wenn du da versuchst hochzuklettern.

00:17:37: Das sind natürlich alles... Momente, die in Elternschaft vorkommen können.

00:17:44: Insofern ist dieses Felsenbild schon auch bewusst gewählt als eines das ... Schon seit Uhrzeiten und natürlich nicht von mir erdacht eine Gesicherheit und eine gewisse Stabilität ausstrahlt und gleichzeitig eben sehr unterschiedliche Gedanken zulässt.

00:18:02: Mir ist noch ein Gedanke gekommen, als wir gerade gesprochen haben der mir wichtig erscheint.

00:18:08: Wir Menschen haben eine Sehnsucht nach Halt.

00:18:11: Das ist ein Urbedürfnis, dass wir Nachhalt und Sicherheit streben.

00:18:15: Also wenn wir sozusagen der Rosenbergschen gewaltfreien Kommunikationen nach den Universal-Bedürfnissen schauen, dann ist da auch das Bedürfnes nach Haltung, Sicherheit und Geborgenheit in zentrales unverhandelbares menschliches Grundbedürfenis.

00:18:28: Und gleichzeitig ist es auch menschlich, dass gerade ... Menschen die ... in ihrem Leben auf der Suche nach Halt sind, manchmal dazu neigen sich Halt zu suchen.

00:18:41: In so einer ganz großen Rigidität.

00:18:44: also wenn ich das Gefühl habe Ich schwimme!

00:18:46: Ich weiß nicht so richtig wo oben und wo unten ist in meinem Leben.

00:18:49: Und dann kommt jemand zu mir und sagt Ich hab ein Regelwerk für dich alles ist schwarz und weiß Das es erlaubt dass es verboten.

00:18:56: das ist richtig das ist falsch das bringt dich in den himmel das bringt Dich in die Hölle.

00:19:01: So Dann kann sich das Gerade für unsichere Menschen unglaublich haltgebend anfühlen.

00:19:07: Das kann sich anfüheln, als würde mir jemand sagen ich schieb dir einen Felsen unter.

00:19:12: der ist wie so ein Betonblock.

00:19:15: Du kannst dich da draufsetzen und er ist unverbrüchlich.

00:19:18: Der hat ganz klare Kanten Und du musst nie wieder dich unsicher oder haltlos fühlen Denn ab jetzt gibt es ein Unverbrüchtliches Regelwerk für dein Leben.

00:19:29: Daran kannst du dich halten.

00:19:31: So, und das ... Jetzt muss ich in den Sprung machen.

00:19:34: Aber ich komme wieder zurück!

00:19:37: Macht teilweise faschistische Ideologien anschlussfähig?

00:19:41: Die geben nämlich genau diesen Fake-Halt über so ganz, ganz strenge Vorgaben.

00:19:48: Das macht auch viele fundamentalistische Glaubensgemeinschaften und Kirchen attraktiv.

00:19:54: Und da musste ich jetzt gerade an einen Vortrag denken, den ich vor Kurzem ... auf YouTube mehr angeschaut habe, von einem Autor.

00:20:05: Der heißt Joshua Harris und ich muss kurz die Geschichte erzählen weil ich diese so spannend finde.

00:20:10: zum Thema Halt.

00:20:10: Ich bin gleich wieder bei unserem Buch.

00:20:13: Joshua Harris ist mir zum ersten Mal begegnet als junger Autor, als ich selber noch Teenagerin war.

00:20:20: Der steht für mich exemplarisch über das Thema, was ich sprechen will.

00:20:23: Ich hab den zum ersten Mal wahrgenommen als Autor, als junge Teenagerin und zwar war der so voll der Star in einer gewissen freikirchlich fundamentalistisch christlichen Community Und hat ein Buch geschrieben, es hieß im deutschen Übersetzung Ungeküsst und doch kein Frosch.

00:20:41: Da hat er als junger Typ Für sehr fundamentalistische Bibeltreue Glaubenssätze geworben sich selbst als Paradebeispiel genommen für einen guten jungen Christen.

00:20:53: Und das eben auch sehr stark festgemacht an seiner, sozusagen Absinenz von jeder Form sexueller Erfahrung als Jugendlicher und sein ... Das große Thema dieses Ungeküsst- und doch kein Froschthema war wie sehr er sich darauf freut zum allerersten Mal in seinem Leben eine Frau zu küssen am Traualtar.

00:21:14: Ne?

00:21:14: Und dann unberührt die Ehe zu gehen.

00:21:16: Und dass ganze Buch hat unglaublich stark diese Sehnsucht vieler Jugendlicher nach einem Vorbild und B nach unfassbar klaren Regeln.

00:21:26: Das ist richtig, dass es falsch bedient.

00:21:28: Also das war natürlich in so einer Nische beliebt.

00:21:32: Das war jetzt nicht das beliebteste Jugendbuch aber das war in dieser kirchlichen christlichen Welt ein totaler Bestseller weil dann halt da sich ein junger durchaus net aussehender Mann hinstellt und eine Million Mädchen vor allem auch erzählt Was er von ihnen erwartet in Sachen Jungfreulichkeit, Gottgefälligkeit.

00:21:53: So sind die Regeln für ein gutes Leben so.

00:21:56: und dieser Typ ist dann älter geworden, ist Pastor geworden hat geheiratet usw.

00:22:02: Und hat dann im Laufe seines Lebens gemerkt was für eine krassen Ideologie der Äther im Prinzip von klein aufaufgesessen ist und hat diesen ganzen fundamentalistischen Glauben komplett dekonstruiert sich kritisch mit moderner, kritischer Theologie befasst.

00:22:24: Hat mit dieser Freikirche gebrochen, hat sich von seiner Frau scheiden lassen, hat für sich reflektiert wie toxisch und gefährlich und schlimm diese Glaubenssätze waren die er selber für sich angenommen hatte und die dann auch euer weiter verbreitet hatte in seinen Büchern und seine Arbeit.

00:22:43: Und heute schreibt der Bücher plädiert dafür auszuhalten, dass wir manchmal in unserem Leben nicht exakt diesen Halt bekommen können.

00:22:54: Den wir brauchen weil ein freies selbstbestimmtes Leben immer auch mit einer gewissen Unsicherheit und einer gewisse Haltlosigkeit anhergehen muss wenn wir nicht solchen Dukmen an Heim fallen wollen.

00:23:09: Verstehst du was ich meine?

00:23:11: Ich verstehe komplett was du sagst ja.

00:23:13: Und

00:23:13: jetzt bin ich wieder bei uns beim Thema...

00:23:15: Ja ja ja weil jetzt ist natürlich die große Frage Eine der großen Fragen.

00:23:22: Warum zur Hölle machst du ein Buch, das heißt Felsenfest?

00:23:26: Wenn da nicht ein Disclaimer draufklebt ... Ein bisschen brüchig ist gesund und normal oder meist du so ungefähr?

00:23:35: Und ich habe eben versucht in meinem Buch und das wird einem glaube ich auch deutlich wenn man die Texte und Gedichte liest genau dieses Spannungsfeld ein Stück weit Einzurahmen, dass wir uns alle nach Halt und Sicherheit sehnen.

00:23:52: Dass halt und Sicherheit ein menschliches Bedürfnis ist.

00:23:55: Aber das Gleichzeitig auch dieser Schwebezustand dieses Nichtwissen-Fragenstellen-Zweifeln.

00:24:02: Ein ganz wichtiger Teil des Umgangs mit unserer Sehnsuchtnachhalt.

00:24:07: Wir werden nicht glücklich in unserem Leben ... In jeder Hinsicht den perfekten Halt haben, sondern zu einem guten Leben gehört immer dieses Spannungsfeld aus.

00:24:20: Wir haben Boden unter den Füßen aber manchmal wackelt es auch und wir haben die Flexibilität damit umzugehen und wir brauchen nicht das alles sozusagen zimentiert ist, um uns sicher fühlen zu

00:24:29: können.".

00:24:31: Ja also weil eins der Gegengesetze natürlich die Autonomie ist und ohne die können wir glaube ich auch nicht atmen.

00:24:40: Und du machst ja auch im Buch einen großen Ja fast, ich hab's fast so als break empfunden wo du dann sagst.

00:24:47: Verbindung braucht nicht nur Nähe verbinden braucht manchmal auch Distanz.

00:24:50: Raum zwischen dir und mir Raum zum Durchatmen Raum um mich selbst wieder zu spüren Meine Bedürfnisse wahrzunehmen meine Grenzen.

00:24:59: also das ist ja Ganz klare Antwort auf dieses Ballon suchen.

00:25:04: so habe ich es zumindest gelesen.

00:25:08: Und ich habe einen Text in dem Buch drin, der heißt worauf du dich verlassen kannst.

00:25:11: und das ist so ein bisschen quasi eine Ansprache an mein Kind.

00:25:16: Aber auch jetzt nicht an eines speziell meiner Kinder sondern einfach dieser grundsätzliche Gedanke was möchte ich als Eltern teilne meinem Kind mitgeben?

00:25:24: worauf kann mein Kind sich verlassen und worauf nicht?

00:25:26: denn wir haben ja manchmal den Wunsch unseren Kindern zu versprechen Ich werde immer für dich da sein, ich werde dich nie verletzen.

00:25:34: Also diese Absolute rauszugeben an denen wir nur scheitern können und in diesem Text ... Ich lese nur einen kurzen Auszug vor weil es seltsam ist die eigene Texte vorzulesen.

00:25:44: aber da kommt eben vor ... Kann ich auch machen.

00:25:47: Magst du das vorlesen?

00:25:49: Nein!

00:25:50: Da kommt eben ein Brief an das eigene Kind.

00:25:59: Ich werde Fehler machen und Worte sagen, die ich hinterher bereue.

00:26:03: Und manchmal Entscheidungen treffen, die sich im Nachhinein als falsch herausstellen – das weiß ich schon jetzt!

00:26:08: Doch was auch weiß ist, dass wir darüber sprechen können, dass ich dir zuhören und dir glauben werde wenn du mir eines Tages sagst, was nicht gut für dich war.

00:26:25: und dass wir darüber im Austausch sein können, uns gegenseitig vergeben für das was uns verletzt hat.

00:26:32: Und das ist zum Beispiel ein Text zu dem ich sehr viele Rückmeldungen bekomme weil sehr viele Menschen mir schreiben.

00:26:38: Ich wünschte das hätten meine Eltern mal zu mir gesagt.

00:26:42: Also diese Ambivalenz aushalten zu können von dir meiner Mutter oder dir meinem Vater sagen, das war schwer für mich.

00:26:51: Das gegenüber wird nicht defensiv und sagt aber wir haben doch unser Bestes getan!

00:26:54: Oder denkt doch mal an die schönen Urlaube, ja?

00:26:58: Sondern sagt ... Danke dass du mir das sagst.

00:27:02: Das war schwer.

00:27:03: Das kann ich anerkennen.

00:27:06: Das tut mir leid was noch immer,

00:27:07: ja?!

00:27:09: Ohne das zu sagen.

00:27:09: Dann war ich wohl eine ganz schlechte Mutter.

00:27:12: Und das ist was, was glaube ich, die große ... Lernaufgabe, aber auch die große Stärke unserer Elterngeneration ist immer mehr zu lernen diese Ambivalenz.

00:27:25: Zuzulassen eben rauszukommen aus dieser Idee.

00:27:28: von wegen entweder hat man halt oder man is völlig verloren sondern Man kann durchaus auch mal ins stolpern kommen so ein bisschen der tritt verlieren.

00:27:36: Aber wenn die beziehung Die darunter liegt Sicher ist dann haben wir trotzdem halt auch in der unsicherheit.

00:27:45: das ist so.

00:27:46: der gedanke

00:27:47: Und für mich ist halt immer dieses Ringen um, wie viel Ritual braucht das?

00:27:55: Wie viele Nahrung braucht die Bindung

00:27:58: also

00:27:59: wie viel Selbstverständlichkeit.

00:28:01: Ist da erlaubt oder auch wieviel Unsicherheit darf sein?

00:28:06: Ja dass es vielleicht ist es auch nochmal keine Ahnung ob es auch noch mal sozusagen so die Die bei mir die Väter Perspektive ist.

00:28:15: es könnte sein bin ich nicht sicher Aber das bleibt ja immer so ein Pendeln, in meiner Wahrnehmung zumindest.

00:28:23: Ich weiß nicht wie es bei dir ist.

00:28:25: Könntest du sagen womit du deinen Kindern Halt gibst?

00:28:31: Hast du das Gefühl dass es Dinge gibt wo du sagst das speziell sind so Dinge die ich tue oder dies bei uns im Familienleben gibt die wirklich spezifisch Halt geben?

00:28:45: Ich glaube schon.

00:28:46: Gleichzeitig denke ich schon an das was du gerade gesagt hast.

00:28:50: Aber werden sie das später so als das erinnern bewerten oder wahrnehmen?

00:28:56: weißt du, dass weiß ich nicht.

00:28:58: also deswegen... Ich finde das ist es was du da so schön ausdrückst keine ahnung.

00:29:02: wenn ich jetzt sage bei dem und dem kann man sich auf Oliver verlassen oder bei dem dem ist Oliver irgendwie präsent oder da oder so Kann es ja trotzdem sein, dass es im Nachhinein kriegst.

00:29:15: Es ist eher so was wahr wie immer wenn dieser Schlüsselbund klapperte wusste ich cool Papa ist da oder so weißt du?

00:29:25: Also deswegen... Ich glaube schon das sich Sachen benennen kann und sage gleichzeitig Das sind die Dinge aus meiner Sicht Und sie werden mich nicht davor schützen Irgendwann auch so ein Gespräch mit meinen Kindern hoffentlich zu führen, also im Sinne von dass ich die Ehre habe, dass sie irgendwann kommen und sagen du das oder das hat mir eigentlich immer gefehlt.

00:29:45: Und ich hätte gerne gehabt, dass du oder so weil ich ihren Haltwunsch nicht kenne.

00:29:54: Ja!

00:29:55: Ich hab genau über dieses was du gerade gesagt hast.

00:29:58: diese Frage ist das was ich reingebe?

00:30:03: um meinen Kindern heil zu geben.

00:30:04: Auch das, woran sie sich später erinnern?

00:30:06: Ja auch ein Gedicht in dem Buch drin!

00:30:08: Ich wusste das jetzt einmal noch mal vorlesen weil es gerade so perfekt passt zu dem was du gesagt hast.

00:30:11: Das war nicht abgesprochen.

00:30:13: wir haben das nicht so vorher geplant aber ich muss dir das jetzt vorlese.

00:30:16: Weil das Gedicht heißt Was bleibt.

00:30:19: Es hat nur vier Strophen.

00:30:32: Manchmal wünschte ich, ich könnte entscheiden was dir so in Erinnerung bleibt.

00:30:36: Welcher Traum schöne Tag von uns beiden für dich mal deine Kindheit beschreibt.

00:30:40: doch Ich weiß ich kann weder bestimmen Was du behältst noch vergisst Von dem schönen genau wie dem schlimmen das Teil deines Lebens ist.

00:30:49: Doch wohin deine Träume Dich leiten und wohin Deine Sehnsucht Dich treibt?

00:30:53: Ich werde Dich immer begleiten Und lieben.

00:30:55: Das ist es.

00:30:56: was bleibt

00:31:01: Ist schon sehr schön.

00:31:03: Zwei bis drei

00:31:06: Dankeschön.

00:31:07: Bisschen kitschig am Ende ansonsten!

00:31:10: Nee, ist wirklich... man kann es nur sofort mit Ironie brechen weil sonst wir sind.

00:31:16: ja das ist es.

00:31:17: Das ist die Frage

00:31:19: und dieses Gedicht ist natürlich auch aus dem eigenen Auseinandersetzen entstanden mit diesem.

00:31:25: ich würde schon total gerne die Kindheit meiner Kinder oder die Kindheitserinnerung meiner Kinder quasi kuratieren Und sagen, daran erinnerst du dich bitte und das vergisst du bitte.

00:31:35: Ich glaube, dass manchmal wenn wir Eltern eben auch so zum Beispiel Fotoalben für unsere Kinder machen oder so, dass da oft unbewusst dieser Wunsch dahinter steht einer der jetzt natürliche Erinnerungen festzuhalten aber auch ein bisschen mit zu bestimmen was in Erinnerung bleibt wofür es Beweistücke gibt und woför nicht?

00:31:54: Ja ja

00:31:54: Und das ist natürlich total legitim.

00:31:56: Ich liebe Fotos, und natürlich mache ich keine Bilder von meinen Kindern, wenn sie gerade mitten im Wutanfall sind oder so ... Aber ich habe eben auch öfter mal von Erwachsenen gehört, dass Sie quasi mit Ihren Eltern versucht haben in ein Gespräch zu gehen, wo sie sagten hier hat mir Halt gefehlt.

00:32:12: Die Antwort war quasi, komm wir ziehen mal das Fotoalbum raus!

00:32:15: Guck mal, hier siehst du ganz glücklich aus.

00:32:17: Das ist dann eine verpasste Chance, ne?

00:32:20: In Austausch zu gehen.

00:32:22: Genau, du sagst ja immer, also... In dem Fall ganz große Ohren und zuhören und ja nicht abwiegeln, aber ich hatte auch neulich die Erzählung von der befreundeten Familie.

00:32:33: Da war sie sehr sauer dass er immer das auch des wütende Kind fotografiert hat oder das weinende kind

00:32:41: oder so

00:32:41: und es hat sie ihm als Emotionslose tat sag ich jetzt mal vorgeworfen also ungefähr dein Kind weint und das erste was du machst ist ungefähr machst ein Foto Und ihm war wichtig, dass es auch davon halt mal irgendwas gibt.

00:32:58: Weil das stimmt schon wenn du an die... Ich glaube jetzt auch zum Beispiel mein Handy machtes deins auch.

00:33:03: Das sucht wild Fotos aus den Fotos, die ich da habe.

00:33:07: Da wird glaube ich auch sicher auch irgendwie auf Grinsen geachtet oder so weißt du?

00:33:11: Also sich sagen will ist klar die Kalender Memory-Apps oder was auch immer wieder alle betreiben.

00:33:19: Also ein weinendes Kind hast du da glaube ich wirklich selten drin, höchstens.

00:33:22: also was man mal macht ist so bei mir gibt's Fotos von das kranke kind schläft.

00:33:27: sowas mache ich schon aber Ich habe einen wütenden Schnappschuss von einem meiner Kinder.

00:33:34: ich glaube dass es in der Erinnerung gerade das einzige was ich hab war zufällig vor die Kamera gelarzt

00:33:43: Ja ja.

00:33:43: Und schon da, ne?

00:33:44: Da kuratieren wir die ganze Zeit und das kleben wir ihnen dann irgendwann ins Album und sagen farewell wenn du ausziehst.

00:33:53: Also es ist ganz lustig.

00:33:55: Ich selber hab ganz schöne Fotoalben aus meiner Kindheit, die ich auch immer wieder gerne anschaue... Das sind wirklich aber natürlich auch so Highlight-Fotoalben, wo man ganz viel glückliche Kinder und glücklichen Gesichter sieht.

00:34:11: Es ist total schön sich daran zu erinnern.

00:34:13: Und es gibt ein Foto an das ich mich sehr spezifisch erinnere, da bin ich vielleicht vier oder fünf, wo ich wirklich schlecht gelaut und missmutig und unfreundlich aussehe.

00:34:25: Ich erinnare mich tatsächlich noch an die Situation, in der dieses Foto gemacht wurde.

00:34:29: Wo praktisch eine Art Gruppenfoto war ... halt schlechte Laune aus irgendeinem Grund.

00:34:35: Und dann weiß ich noch, wie praktisch die Person, die das Foto gemacht hat ... ähm, es ist so gesagt, ey, Nora, wenn du jetzt nicht lächelst, fotografier ich das auch und dann seht alle Welt quasi, weißt du?

00:34:46: Wie missmutig du bist ungefähr!

00:34:49: Ich weiß oft, wie ich in dem Moment dachte, dass es so ist.

00:34:52: Dann bin ich schlecht gelaunt.

00:34:54: Das ist ein Gruppenfoto, ja?

00:34:56: Alle lächeln.

00:34:57: Und ich sehe einfach richtig mies gelaund aus.

00:35:00: Und dieses ... eine Bild von mir.

00:35:03: Das bedeutet mir total viel, weil das wirklich das einzige bildliche Dokument ist, dass ich so habe, das halt zeigt ... Ja, ich glaube, ich war ein total sonniges und fröhliches Kind in vieler Hinsicht.

00:35:15: Aber auch in der Lage zu Wut- und Nichtkooperationen und Widerständigkeit und so.

00:35:23: Ich lächel jetzt nicht vor eurer Scheißfote!

00:35:26: Da steckt für mich ne ganz große ... Kraft auch drin.

00:35:30: Und es war damals, glaube ich, durchaus ein bisschen so ... Wenn du jetzt nicht lächelst ist das für immer festgehalten wie wütend du aussiehst.

00:35:37: und ich sag so ein bisschen innerlich Chapeau zum, weiß ich nicht, vierjährigen Ich dass ich mich davon nicht habe unter Druck setzen lassen quasi dann zu lächeln für die Kamera weißt Du?

00:35:47: Und schön, dass einer.

00:35:48: dieses Foto damals hat man wahrscheinlich noch entwickelt.

00:35:50: Ja

00:35:50: ja, da klärt

00:35:52: es und

00:35:52: auch eingeklebt hat ins Album.

00:35:53: Wo eingeklebt hatte ganz genau.

00:35:55: Aber lustig!

00:35:56: Jedes Mal wenn ich dieses spezifische Bild sehe ist das als wäre ich nochmal in der Situation.

00:36:00: Also ich erinnere mich wirklich so genau an diesen Moment und an diese Wut und alles so.

00:36:04: Das ist dann wie eine Zeitreise...

00:36:08: Bei mir weiß ich das gar nicht.

00:36:09: Ich muss mal meine Eltern fragen.

00:36:11: Da gibt's natürlich auch die entsprechenden Alben.

00:36:13: Ja, ich gehe mal suchen.

00:36:14: Wenn schickigst du dir, ob es auch einen wütenden Oliver gibt irgendwo?

00:36:19: Naja und das ist natürlich aber auch so.

00:36:22: manchmal denke ich im Nachhinein auch um so was machen zu können brauchst du einen gewissen Halt oder eine gewisse emotionale Sicherheit.

00:36:31: also Das ist ja auch etwas worüber ich immer wieder spreche bei meinen Vorträgen zum Thema Bindung.

00:36:37: Wir hatten auch ein bisschen Podcast darüber gesprochen.

00:36:39: So ein Kind dass sehr haltlos ist, dass die ganze Zeit Angst hat, ganz basale Sicherheiten in seinem Leben zu verlieren.

00:36:47: Das Angst vor Liebesvolos, das Angst vor Zuwendungsentzug ... Ja?

00:36:52: Das würde sich in so einem Moment nicht trauen, die eigene Wut quasi aufs Foto zu tragen.

00:37:00: Dann wäre dann allen Gefühlen zum Trotz dieser Kooperationszwangen dieses Ich darf jetzt mir da keine Blöße geben sonst verliere ich potenziell etwas, was ich unbedingt brauche.

00:37:12: Größer und das ist ja das ganz große Problem psychologisch gesehen bei Kindern die zu wenig Emotionalen halt bekommen, weil Kinder die zu wenige emotionale Sicherheit haben dass die oft so lange so unglaublich unauffällig sind, dass sie überall lächeln und kooperieren und keinen Ärger machen fast verschwinden oft in sozialen Settings und von außen betrachtet man oft denkt, ach was ein unkompliziertes Kind.

00:37:40: oder man denkt gar nichts über das Kind weil es einfach einem nicht auffällt.

00:37:45: Und genau in dieser Unsichtbarkeit diesem so leicht übersehen werden steckt natürlich auch eine ganz große Gefahr drin.

00:37:53: und deswegen denke ich immer so egal wie wir unseren Kindern Halt geben, das ist ja auch individuell verschieden.

00:37:59: Je nach Persönlichkeit, nach Alter was in unserer Familienstruktur so passt... Es ist ganz wichtig dass dieses Haltgeben nicht an Brav sein geknüpft ist.

00:38:11: Dass wir gerade Dinge die in unserem Familienleben haltgebende Funktion haben für unser Kind Nicht einbehalten weil wir grade sauer sind.

00:38:19: Deswegen finde ich das auch so Ganz schwierig, wenn Eltern

00:38:23: z.B.,

00:38:24: in ihrer verständlichen Wut über so was wie vertrödeltes Szene putzen und so an solche Sachen rangehen ... Dann lese ich dir jetzt keine Geschichte mehr vor oder so?

00:38:33: Ich kann das voll verstehen, dass man irgendwann auch müde ist, dass sagt, ich leh's heute Abend nicht mehr so lang oder irgendwas.

00:38:39: Aber grade diese Inspektbring-Sachen sind oft die Dinge, an denen Kinder sich festhalten im Wort sind.

00:38:46: Der Tag geht gut zu Ende, wenn Papa oder Mama Wer auch immer noch einen Moment bei mir in der Bettkante sitzt.

00:38:53: Und wenn man dann sagt, das ist gestrichen!

00:38:56: Weil du bist weggerannt als ich mit der Zahnbürste kam.

00:38:58: So ... Dann ist das eben nicht eine logische Konsequenz aus dem Kind was lernen, sondern es ist erst mal einfach wirklich, als würde man jemand den Teppich unter den Boden ... Also, als würden wir jemand den Füßen wegziehen so dieses Ich entziehe dir halt, ich entzieh dir etwas, was du brauchst und dass es genauso, wenn im Mann einem Kind ein Kuscheltier wegnimmt oder irgendwas, was für dieses Kind eine emotionelle Bedeutung hat.

00:39:25: Ich kann sofort den inneren Widerspruch hören ... Ja aber wenn das mit dem Kuscheltier die ganze Zeit auf andere Leute einschlägt?

00:39:31: Natürlich müssen wir teilweise Situation befrieden!

00:39:34: Aber wir haben leider gesellschaftlich immer wieder den Impuls zu denken, bestimmte Dinge sein sozusagen Privilegien, die unsere Kinder mögen.

00:39:44: und diese Privileggien können wir auch erziehen, wenn das Kind nicht gut tut.

00:39:48: Und ich halte es für absolut essentiell, zu sagen ... Halt zu bekommen.

00:39:53: Emotionssicherheit zu erleben muss man sich nicht verdienen und kann auch nicht verwirken.

00:39:59: Egal wie daneben man sich benommen hat.

00:40:02: Ich bin selbst ultimativ genervt von solchen... Ich will mir aber die Zähne putzen!

00:40:06: Ich wasch mich aber nicht!

00:40:07: Ich hab mal Schlafverzüge!

00:40:09: Das ist echt für mich sehr schwer.

00:40:13: Und trotzdem gibt es ein paar Dinge in diesem Familienhaushalt hier, die sind unverbrüchlich.

00:40:18: Die können nicht weggenommen werden und das ist für mich ein ganz wichtiger Aspekt von Halt

00:40:23: geben.".

00:40:25: Ich würde's gerne nur noch um eine Sache erweitern – und zwar dass auch andere Menschen diesen Halt gehen können!

00:40:33: Also gerade wenns ... Zuhause gerade irgendwie nicht so läuft.

00:40:38: es ist scheiße oder der wind kommt von vorne oder so dann kann eine pädagogische fachkraft oder auch einfach irgendjemand andere mit einem offenen herz glaube ich unglaublich wertvolle hilfe und unterstützung und auch einfach diesen halt darstellen.

00:40:57: also absolut.

00:40:59: Ich wollte das jetzt nicht sozusagen nur aufs noch dazu biologische Eltern raus irgendwie reduziert haben.

00:41:06: Nein,

00:41:07: und es ist auch völlig klar.

00:41:08: also wieder Halt geben heißt nicht auf Dokumen beharren.

00:41:13: wenn ich sage bei uns ist sowas wie eine gute Nachtgeschichte unverbrüchlich heißt das nicht dass es nicht auch schon abende gab wo unsere Kinder oder eins unserer Kinder keine gute Nachtgeschichte bekommen hat.

00:41:26: Aber nicht weil wir sozusagen dieses Kind dann irgendwie bestraft haben, das hast du dir nicht verdient, sondern weil manchmal das Leben einfach so ist wie es ist.

00:41:36: und was ich wieder meine Dinge die uns halt geben Wir können auch damit leben wenn sie mal nicht verfügbar sind Wenn wir grundsätzlich in einer Sicherheit aufwachsen zu sagen Grundsätzlich wollen hier alle das Beste für uns und niemand tut mir jetzt mit Absicht weh, weil ich nicht gehorcht habe oder irgendwas.

00:41:57: Sondern manchmal ist halt Chaos.

00:42:00: Da bin ich die Erste, die das zugeben kann.

00:42:02: Habe ich auch schon haltgebende Dinge schlicht verplant vergessen?

00:42:05: Ja, ich sollte dir das Kuscheltier mitbringen beim Abholen aus der Kita.

00:42:09: Es liegt aber noch zu Hause.

00:42:10: Ich hab nicht dran gedacht Ja stimmt wir hatten besprochen dass Aber ich habe es echt nicht mehr Kraft Oder ich schaff's nicht mehr Ich hab' die Kraft nicht mehr Was auch immer Ähm... Ich glaube es gibt da ganz ganz viel Raum Dafür auch Dinge Nicht gut zu schaffen Solange die Grundhaltung bin emotional für dich verfügbar, wir wollen einander halt geben so gut es eben geht und gleichzeitig sind wir alle auch nur menschen.

00:42:38: So lange das eben.

00:42:42: Ich wollte da schon noch eins weitergehen weil... Auch Eltern sind mal traurig, auch Eltern sind immer tief erschöpft und das sind sie auch nicht nur mal irgendwie einen Abend lang.

00:42:53: ja.

00:42:54: ich glaube aber nicht dass daraus eine Haltlose unhaltbare Situation entstehen muss.

00:43:02: Wir hatten ja jetzt wirklich vor ganz kurzer Zeit diese Situation, dass ich im Wochenbett mit unserem fünften Kind zwei Wochen lang quasi nur im Bett lag und für ganz viele alltägliche Dinge nicht verfügbar war.

00:43:14: Und natürlich hat das auch ganz viele... Abläufe und Rituale verändert in unserer Familie.

00:43:19: Und ich habe in vieler Hinsicht nicht so eine aktive, präsente Rolle einnehmen können im Leben unserer älteren Kinder wie ich das normalerweise tue.

00:43:28: Das hat durchaus dieses ganze Familiensystem erschüttert.

00:43:32: Es war ein bisschen Arbeit dann zu schauen ... Wie gibt man trotzdem Sicherheit?

00:43:37: Und ich hab da durchaus auch gemerkt, weil ich dann eben auch etwas geschwächt logischerweise nach dieser Geburt im Bett lag.

00:43:45: Teilweise unsere Kinder in solche Impulse reingesprungen sind quasi zu sagen wir müssen jetzt die Mama versorgen Wir müssen gucken dass der Mama wieder gut geht.

00:43:54: Da fand ich das auch ein sehr schmalen Grad, einerseits diese Impulse zuzulassen.

00:43:58: Das ist ja ein total liebevoller menschlicher Impuls, zu sagen wir kochen der Mama jetzt mal einen Tee, wir machen jetzt mal ruhig damit die Mama schlafen kann, die Mama hat ein Kind geboren und muss sich ausruhen.

00:44:08: wie können wir es ihr leichter machen?

00:44:10: Und gleichzeitig aber eben auch immer wieder zu sagen das ist nicht eure Aufgabe sondern hier gibt's eine Hebamme Euren Papa, hier gibt's Menschen, die sich um uns kümmern und ihr dürft Kinder sein.

00:44:23: Und wenn ihr auch im Wochenbett einen Wutausbruch habt oder irgendwas, dann dürft ihr den haben und müsst nicht jedes Gefühl runter schlücken weil die Mama muss gerade geschont werden so ne?

00:44:35: Gleichzeitig legt man natürlich da manchmal da und denkt, what the fuck warum hast du jetzt ein Wudausbruch ... gerade hier noch so erholungsbedürftig bin, kannst du es nicht einfach unterschlucken?

00:44:44: Und genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich das oft.

00:44:49: Ich bin die Letzte, die da irgendwelche Absolute aufstellen will!

00:44:52: Ich will eher umgekehrt Eltern bestärken, die manchmal das Gefühl haben... Sie seien zu weich, sie müssten da manchmal klagere Kante zeigen.

00:45:00: Sie müssten vielleicht auch ihr Kind einfach manchmal Dinge wegnehmen, verbieten und entziehen weil so kann man doch nicht mit sich umspringen lassen.

00:45:08: Und da dann sich zu sagen das ist kein ... Einknicken, dass es kein Zu sanft sein wenn man dem kind mit dem man sich den ganzen Tag gestritten hat trotzdem noch seinen Gute Nachtkuss gibt und sein Lied vorsinkt oder was noch immer man halt macht abends Sondern das ist ein ganz, ganz wertvoller Bindungsmoment.

00:45:30: Der ganz viel emotionale Sicherheit gibt und der mit dazugehört, dass dieses Kind sich sozusagen so einen Felsengefühl in seinem Leben mitnehmen kann aus der Kindheit, aus der Jugend ... Ja, das ist mir wichtig!

00:45:49: Okay, die Infos zu Noras Buch packe ich euch in die Shownauts.

00:45:53: Mir ist mal aufgefallen, Nora dass sich immer von den Shownautes reden und dann hat mich neulich mal jemand gefragt sag mal was zur Hölle sind eigentlich

00:46:00: Shownaut?

00:46:00: Ja sehr gut erklärt.

00:46:01: doch noch einmal lieber Oliver!

00:46:03: Also jeder Podcast hat irgendwo in eurer App oder an eurem Computer oder irgendwo so ein Ding wo man sagt hier klicken vor mehr Infos.

00:46:11: das sind die Notizen zum show also die Erklärungen die Hinweise.

00:46:16: Normalerweise steht da zumindestens drin, wie unsere E-Mail Adresse heißt.

00:46:19: Manchmal wenn wir Bücher oder andere Menschen erwähnen packen wir noch einen kleinen Link rein.

00:46:24: Da passiert jetzt nicht so viel.

00:46:25: also ihr müsst jetzt nicht schnell die Show Notes der letzten dreißig Folgen nachlesen außer in der Musikfolge.

00:46:32: Da gibt es ganz viele Tipps von HörerInnen über gute Kindermusik.

00:46:38: das könnte man fast irgendwie die beste Play Level ist aller Zeiten nennen So!

00:46:42: In den Show Notes findet ihr alle Infos zu Felsenfest Und auch unser E-Mail Adresse.

00:46:47: Podcast hat Nora mit uns imla.de, wenn ihr uns schreiben wollt wie es ihr so habt mit dem Halt geben und dem Felsen fest sein!

00:46:55: Und damit liebe Nora kommen wir zur Sponsorin unserer aktuellen Folge und das folgt etwas Werbung.

00:47:01: Genau, die Sponsoren unserer aktuellen Folge heißt Yasmin Sturm.

00:47:06: Sie ist die Gründerin und Künstlerin hinter Farbflausen.

00:47:10: Und das ist ein Label, dass ich schon unglaublich oft empfohlen habe und wo ich sozusagen regelmäßig auch selbst Kundin bin.

00:47:16: Yasmin ist Künstlerin und sie hat ein unglaublich vielfältiges Portfolio mit dem sie euch als Familien auf ganz unterschiedliche Weisen begleiten und stärken kann.

00:47:27: Zunächst einmal macht sie einfach wunderschöne Postkarten und Poster, die ihr für euch selbst bestellen könnt.

00:47:33: Die ihr aber auch wunderbar verschenken könnt!

00:47:36: Da gibt es auch Sticker-Mahlbücher also so alle möglichen Produkte von denen ich es immer empfehle, einfach ein paar da zu haben.

00:47:43: Weil man die ständig braucht um irgendwie mal jemandem eine kleine Freude zum Geburtstag zu gratulieren oder jemandem einfach zu signalisieren.

00:47:51: Ich denke an dich, ich bin für dich

00:47:52: da.".

00:47:53: Sie hat außerdem mehrere Bücher geschrieben und auch selbst illustriert.

00:47:58: Die schätze ich sehr und verschenke sie ganz oft.

00:48:01: Hoffnung, die leuchtet ist ein Mutmachbuch das ich sehr mag Buch, in dem es um die Gleichzeitigkeiten im Leben geht.

00:48:10: Das ist ja auch ein ganz wichtiges Thema für mich.

00:48:13: Sie ziziert da auch dich und mich in den Buch, Oliver.

00:48:15: Wusstest du das?

00:48:16: Wir kommen davor!

00:48:19: Sie hat ganz neu was ich großartig finde... Auch eine Art Kunst-Abo, das nennt sich Kunstverbunden.

00:48:26: Da könnt ihr sozusagen euch jeden Monat aufs Neue beschenken lassen mit Kunst, die dann sowohl digital als auch per Post sozusagen bei euch ankommt und euch im Alltag stärkt.

00:48:36: Und was ich an Jasmin's Arbeit so besonders schätze ist dass sie nicht nur eine ganz besondere künstlerische zeichnerische Handschrift hat.

00:48:43: Ich finde ihre Bilder einfach unglaublich schön sondern sie hat eben auch ne ganz klare Haltung dahinter.

00:48:50: Sie is selbst pflegende Mutter und denkt die Wirklichkeit pflegen der Eltern in allem was sie tut ist selbst Neurodivergenz und arbeitet in dieser Hinsicht unglaublich neurodivergenssensibel.

00:49:03: Das merkt man jeder ihrer Arbeiten an, sie hat klare politische Wertungen eine klare Haltung für Demokratie Menschenfreundlichkeit Queerfreundigkeit all diesen Werten die mir persönlich uns auch so wichtig sind Und das strahlt durch ihre Arbeit in euer Familienleben in euren Alltag hinein.

00:49:21: er unterstützt also nicht einfach irgendeinen Random Unternehmen, ja das auch auf den Zug aufgesprungen ist, Eltern Affirmationskarten schicken zu wollen.

00:49:30: Sondern ihr unterstützt eine Person die auf unglaublich vielfältige Weise euch und eure Lebenswirklichkeiten

00:49:37: mitdenken.

00:49:37: Und auf ne sehr ansprechende Weise.

00:49:39: also ich hab auch selten ne Website gesehen wo so... Also es gibt zum Beispiel so ein Geschenke Guide wo dann muss ich die Situationen vorweg nimmt?

00:49:46: für welchen Menschen sucht so einen geschenkte?

00:49:48: hätt ich was für dich?

00:49:49: und das ist irgendwie nie aufträglich sondern es ist einfach immer sehr wahrhaftig auf der Gefisse.

00:49:55: Schaut euch an ihr findet alles unter farbflausendee und jasmin hat auch einen Code für euch freigeschaltet.

00:50:04: er heißt Hoffnungs trotz.

00:50:06: Ihr könnt das schreiben, wie ihr wollt nur zusammen.

00:50:08: also ob groß oder klein Buchstaben ist egal.

00:50:11: Das Wort packe ich euch auch in die Show Notes.

00:50:13: Damit wird ihr zehn Prozent erhalten auf alles außer Bücher.

00:50:16: Die sind natürlich preisgebunden und der Code gilt bis zum elften Mai.

00:50:20: zwanzig sechsundzwanzig farbflausen.de.

00:50:23: Vielen Dank.

00:50:24: Und damit Nora schauen wir unser Postfach her.

00:50:27: Genau!

00:50:29: Nora heute wollte ich dir eine Mail von Nicole vorlesen.

00:50:32: bisschen länger Kriegen wir aber natürlich hin.

00:50:34: Liebe Nora, lieber Oliver, danke für euren tollen Podcast!

00:50:37: Ich schöpfe so viel Kraft aus euren schönen Zwiegesprächen.

00:50:40: Ihr begleitet mich jeden Montag in der Arbeit und ich lerne stets viel dazu und hinter Frage altergebrachte Elternmodelle immer mehr.

00:50:48: Ha!

00:50:48: Meine Tochter ist eineinhalb und ich arbeite wieder Vollzeit als Chirurgien.

00:50:53: Mein Mann is den Karenz.

00:50:54: Diese Mail kommt aus Österreich, und bemüht sich sehr um eine liebevolle und zugewandte Erziehung.

00:50:59: Er ist ein Grund.

00:51:00: entspannter und sehr anwesender Vater – sie holen mich jeden Tag von der Arbeit ab und meine Tochter freut sich wie verrückt!

00:51:06: Kaum sind wir aber zu Hause angekommen, kommt das große Drama.

00:51:10: Ein Stift geht nicht leicht aus Verpackungen?

00:51:12: Truppsuchts-Anfall.

00:51:14: Ich muss auf die Toilette gehen, schrei Krampf vor der Tür.

00:51:17: Ich trinke meinen Kaffee – sie möchte auch aus meiner Kaffeetasse trinken!

00:51:20: Ich gebe ihr als Ersatz eine ähnliche Taste mit Wasser, brüllen, heulen und

00:51:24: tränen.".

00:51:25: Auch wenn ich frei habe und ein Wochenende von früh bis spät intensiv mit ihr verbringe, ist die Zündschnur oft sehr, sehr kurz.

00:51:32: Ich nehme sie auf den Arm, versuche sich zu begleiten und ihre Gefühle ernstzunehmen – aber nach einer Achtzigstunden Arbeitswoche mit Teil zwölf Stunden Operationen bin ich einfach ausgelaugt und habe dann nicht immer die Kraft ruhig zu bleiben sondern ignoriere immer wieder das Drama!

00:51:48: Wenn ich nicht zu Hause bin hat mein Mann dasselbe Thema nicht?

00:51:52: Ich habe stets versucht, viel Nähe zu geben sie in meiner Karrenz immer viel getragen, liebevoll begleitet.

00:52:00: jede freie Minute verbringe ich mit ihr und versuche nach Kräften mein Bestes zu geben und das gleichzeitig an allen Fronten.

00:52:08: Und mittlerweile hab' ich oft wirklich das Gefühl vollkommen als Mutter versagt zu

00:52:12: haben.".

00:52:13: »Wieso hat meine Tochter immer bei mir diese Aushänger?

00:52:16: Wie kann ich die ihnen begegnen?

00:52:18: – und warum bekommt es beim Mann nicht

00:52:20: vor?".

00:52:21: Er ist selbst oft auch irritiert von den großen Gefühlen, die unsere Tochter mir gegenüber nach außen trägt.

00:52:27: Oder ist genau das diese berühmte tiefe Bindung?

00:52:29: Hat sie die dann nicht zu ihrem Vater bin ich einfach zu wenig anwesend?

00:52:34: Bindungspsychologie ist wohl eine der komplexesten Teilbereiche und lässt mich staunen zurück!

00:52:40: Danke Euch in jedem Fall für Euren wunderbaren Podcast und noch herzlichen Glückwunsch an Nora zu dem neuesten Familienzuwachs.

00:52:46: Liebe Grüße aus Österreich Nicole.

00:52:50: Das ist eine Mail, da steckt viel drin.

00:52:51: Danke für das Lob erst mal und ich habe so viele Gedanken dazu.

00:52:57: aber zunächst einmal möchte ich diese Frage beantworten die ja auch in dieser Melderin steckte.

00:53:02: in diesem bin ich vielleicht einfach eine schlechte Mutter und das ist leider fast schon ein Reflex dass wenn unsere Kinder Verhaltensweisen zeigen die uns irritieren überraschen die wir uns nicht erklären können so sozialisiert sind, gerade als Frauen.

00:53:18: Dass wir oft als Allererstes quasi die Schuldfrage stellen und sagen, bin ich schuld?

00:53:22: Was hab ich falsch gemacht?

00:53:24: Anstatt erst mal anzuerkennen, so ist es jetzt grade.

00:53:29: Unser Kind zeigt dieses Verhalten.

00:53:31: höchstwahrscheinlich ist niemand schuld.

00:53:32: Es hat ein bestimmtes Verhalten und das verhält nicht immer einen Grund.

00:53:36: Diesen Grund muss sich aber auch nicht verstehen.

00:53:39: Und was wir uns einfach klarmachen müssen, ist ... Wir haben ja so gelernt, es gibt sichere und unsichere Bindung.

00:53:48: Und wir stellen das oft wie Schubladen vor im Sinne von.

00:53:51: jedes Elternteil kriegt sein individuelles Arbeitszeugnis ... Ich als Mutter krieg jetzt dieses schwierige Arbeitszeugniss, dass man Kind in meiner Gegend was so viele große oder traurige Gefühle zeigt.

00:54:03: Mein Mann kriegt irgendwie das andere Arbeitszeugenniss, bei dem sie total kooperativ ist.

00:54:07: Hat er etwas besser gemacht?

00:54:09: Ist die Bindung besser oder schlechter?

00:54:11: So!

00:54:13: Die wahrscheinlichste Antwort ist, das Kind ist an euch beide gebunden und hat in den Beziehungen mit euch unterschiedliche Alltagserfahrung.

00:54:22: Du als diejenige, die arbeiten geht und viel weg ist, wirst mehr vermisst weil es mehr zu vermissen gibt.

00:54:29: Weil du einfach ... weniger präsent bist.

00:54:32: Und es ist ganz häufig so, dass entgegenwahrt des Elternteils das mehr vermisst wird auch heftigere Emotionen dann auftreten beim Wiedersehen weil da sich einfach viel angestaut hat über den Tag.

00:54:44: also Es gibt sowas wie eine Alltagsverbindung die oft ruhiger beständige.

00:54:50: Das Elternteil ist immer da.

00:54:53: Ich sag das nicht despektierlich, aber wie ein Möbelstück.

00:54:56: Es ist Teil der täglichen Ausstattung und an diesem Elterenteil muss man sich weniger reiben.

00:55:02: Man hat weniger Themen mit Verlustängsten oder ... Mit dieser Übergangssituation warst du noch weg.

00:55:09: Jetzt bist du wieder da, wie organisiere ich meine Gefühle?

00:55:12: Sondern es ist so ein langer ruhiger Fluss.

00:55:14: Papa ist immer da und das kann ganz viel Bindungssicherheit bedeuten aber eben auf eine sehr ruhige beständige Art.

00:55:22: Und die Bindung zu dir als der Mama, die berufsichtig ist, kann genauso sicher sein Aber trotzdem von einer anderen Intensität und Qualität darüber, dass euer Alltag miteinander anders ist.

00:55:35: Dass sie eben mit dir Abschiede vermissen wiedersehen.

00:55:40: Deine Erschöpfung, ihre Erschöfffung wie kriegt man die unter einen Hut?

00:55:43: Welche Rolle hat denn jetzt noch der Papa wenn du auch noch da bist?

00:55:48: Das muss sie ja alles managen und das ist für so ein kleines Kind sehr viel anspruchsvoller und komplexer letztlich als zu sagen Papa und ich machen hier unser Ding.

00:55:59: Das heißt nicht, dass irgendjemand irgendwas falsch macht.

00:56:01: Sondern das klingt nach einem sehr liebevollen Familienalltag, den ihr damit so lebt.

00:56:07: Es ist total süß, dass die sich dann immer zusammen abholen und freut dich zu sehen.

00:56:11: Da geht mir das Herz auf, wenn ich das höre!

00:56:14: Aber es sollte für euch beide einfach ... möglich sein.

00:56:20: Und es ist nicht leicht, dieses kindliche Verhalten, diese großen Gefühle weniger zu analysieren.

00:56:26: Was sagt das über uns?

00:56:28: anzunehmen und zu begleiten.

00:56:31: Das ist ganz normal, dass ein kleines Kind das jetzt eine andere Bindungssituation am Nachmittag erlebt mit zwei Elternteilen dann statt einem.

00:56:41: Und es hat auch schon einen ganzen Tag hinter sich.

00:56:43: Es fährt auch schon ein bisschen erschöpfter, ein bisschen überreizt.

00:56:45: Jetzt kommen ganz viele Bedürfnisse auf einmal zusammen.

00:56:48: Dann eben ... sich anders verhält.

00:56:51: Je weniger wir das bewerten, diese Topsuchsanfälle, dieses Schreien, je mehr wir da die Normalität drin sehen.

00:56:59: So ist das, wenn viele Gefühle zusammenkommen.

00:57:02: Bei mir kommen um siebzehn Uhr oft auch viele Gefüle zusammen so weißt du?

00:57:06: Desto entspannter können wir damit auch umgehen.

00:57:10: Es ging ihr damit erstens etwas besser.

00:57:12: Sie könnte damit vielleicht ein bisschen besser umgehen und das wäre so meinst du Das Schlüsselloch um diese Situation vielleicht ein bißchen leichter dann zu machen.

00:57:20: für die Familie

00:57:21: Es ist nicht so, dass ich sage, entspannt euch nur.

00:57:24: Dann hört euer Kind auf, Topsuchsanfalle zu haben.

00:57:26: Aber was schon ist, ist natürlich, dass unsere Kinder auch spüren, auf was für eine Resonanz sie mit solchen Emotionen stoßen.

00:57:33: und wenn ein Kind große Gefühle hat ... Und dann bei uns die ganze Zeit diese Kaskade losgeht.

00:57:39: Oh Gott!

00:57:39: Was ist jetzt schon wieder?

00:57:40: Warum rastet mein Kind so aus?

00:57:42: Bin ich vielleicht zu viel arbeiten?

00:57:44: Hat das ne sichere Birne im Zoo?

00:57:45: Papa oder zu mir?

00:57:46: Oder wie?

00:57:47: Oder was?

00:57:48: So... entsteht oft innerlich sehr viel Stress und Unsicherheit, die spürt dann auch wiederum unser Kind.

00:57:54: Wenn ein Kind einen Tubsuchsanfall hat oder schreit, weil es nicht aus der gleichen Kaffee-Tasse trinken darf oder was auch immer ist das im Prinzip eine zu erwartende natürliche Reaktion so wie's im Sommer ab und zu mal'n Gewitter gibt.

00:58:08: Und wenn wir da mit der großen Gelassenheit darauf reagieren im Sinne von ... Das is jetzt einfach so!

00:58:15: Da muss gar nicht viel dahinter stecken.

00:58:17: wahrscheinlich sind wir jetzt einfach alle gerade ein bisschen durch vom Tag.

00:58:21: Dann können wir damit viel mehr Gelassenheit und Sanftmut darauf reagieren, entweder die Influtausbruch aushalten oder versuchen einzudämmen.

00:58:31: aber das ist auch normales Autonomiefasenverhalten und meistens ist es so dass die Kinder leichter wieder in die Ruhe finden, leichter in die Regulation finden.

00:58:43: Das ist ja letztlich auch ein Regulationsthema wenn sie uns Eltern als möglichst reguliert erleben sowohl miteinander als auch im Umgang dann eben mit dem Kind.

00:58:54: Super!

00:58:56: Es ist echt immer herrlich dir zuzuhören viel Dank.

00:58:58: Wo rüber laßt du?

00:59:00: Es ist halt so dieses ... Kennt es noch so Situation wo jemand von außen sagt Das might help, oder das könnte es sein.

00:59:10: Oder hat's wahrscheinlich schon ziemlich so mit der Blick von außen selber steckst du aber gerade in so einer Situation und denkst das darf wie bin ich armer Wurst hier reingeraten?

00:59:22: Also vielen Dank!

00:59:23: Genau das war's schon wieder.

00:59:25: dann würde ich sagen bis zum nächsten Mal.

00:59:27: Genau und denkt immer daran alle Anfang ist manchmal schwer manchmal leichter aber immer interessant.

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