Aller Anfang: Wie erziehst du denn unser Kind?
Shownotes
Wenn Eltern unterschiedliche Vorstellung vom richtigen Umgang mit dem gemeinsamen Kind haben, sind Konflikte vorprogrammiert. Oliver und Nora sprechen darüber, wie wir konstruktiv mit solchen Unterschieden umgehen können, warum Kinder von verschiedenen Erziehungsstilen sogar manchmal profitieren, und wie Familien sich auf einen gemeinsamen Weg verständigen können.
David Schnarch, https://www.klett-cotta.de/personen/david-schnarch-p-10243
Nora Imlau, Mein Familienkompass, Ullstein https://www.ullstein.de/werke/mein-familienkompass/hardcover/9783550200861
Unser Postfach für Lob und Kritik, Anregungen und Themenwünsche: podcast@nora-imlau.de
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Transkript anzeigen
00:00:09: Alleranfang ist manchmal schwer, manchmal leichter aber immer interessant.
00:00:14: Und womit fangen wir heute an?
00:00:16: Heute würde ich gerne mit die unterschiedliche Vorstellungen von Erziehung sprechen!
00:00:20: Na dann legen wir los...
00:00:22: Diese Folge wird unterstützt von der Alltagsgold App Die Journaling und Foto Buch verbindet und mehr erfahrt ihr am Ende dieser Folge.
00:00:30: Hallo Nora Hallo
00:00:31: Oliver
00:00:32: Wir müssen schon dauernd so kichern nur für euch da draußen Falls es im Hintergrund seltsam Geräusche macht, dass ist nicht noch was Baby.
00:00:40: Sondern ein Hund, der gerade seinen Frauchen vermisst und nur das ihr Bescheid wisst... Ja
00:00:45: genau!
00:00:46: Ich hüte grade den Hund meiner Eltern.
00:00:48: Ich bin eine Hundebabysitterin Und ist sehr, sehr anhänglich seinen Eltern gegenüber.
00:00:54: Also meinen Eltern, wir teilen uns sozusagen die Eltern und deswegen hört man das teilweise ein bisschen im Hintergrund.
00:01:00: Aber das soll uns nicht davon abhalten heute über Erziehung und unterschiedliche Erziehungsvorstellungen von Eltern zu sprechen.
00:01:10: Das ist ja so ein Thema, dass seit wir diesen Podcast haben immer und immer wieder angetragen wurde, ne?
00:01:16: Genau!
00:01:18: So ganz grob ist halt der Tenor oft.
00:01:21: Ich gehe erste Schritte in den Umgang, in die Erziehung meiner Kinder und mein Partner.
00:01:26: Meine Partnerin hat davon andere Vorstellungen oder nochmal noch prototypischer ist Hallo Nora ich habe alle deine Bücher gelesen oder viele deine Büchern gelesen Und ich versuche jetzt zum Beispiel bindungsorientierter meine kinder zu begleiten und mein partner sagt aber das funktioniert nicht und es wird dann so in andere verhaltensweisen um wieder mit umgehen wie mit diesem spannungsfeld.
00:01:48: umgehend sind so die fragen.
00:01:50: Ja, ich krieg ganz oft Nachrichten von Müttern.
00:01:53: Die sich intensiv damit befasst haben wie sie ihre Kinder begleiten wollen und die mich jetzt quasi fragen welches Buch, welchen Podcast kann ich sozusagen meinem Mann geben?
00:02:05: Damit er es kapiert und dass wir endlich an einem Strang ziehen?
00:02:08: also gibt's so eine Männerversion wirklich kurz und knapp mit vielen Studien und mit vielen Fußnoten sodass er es einfach kapiert.
00:02:17: Und da spricht natürlich auch so eine Sehnsucht dann heraus, zu sagen ... Ich hab mich jetzt so intensiv mitgefasst.
00:02:25: Ich will nicht die ganze Zeit noch Diskussionen haben.
00:02:29: Wie kann ich das mein Mann ins Hirn bringen?
00:02:34: Das ist etwas ... Natürlich kann ich Bücher empfehlen und Podcasts empfehle.
00:02:38: Natürlich kann auf Studien verweisen.
00:02:40: aber diese Frage ... So verständlich sie ist, lässt natürlich außer Acht das die wenigsten Menschen Lust haben durch ein Buch oder einen Podcast quasi so auf Linie gebracht zu werden.
00:02:53: Weißt du was ich meine?
00:02:54: Das da ja auch eine Beziehungsdynamik irgendwie ne Rolle spielt dass Leute sagen Ich bringe meiner eigenen Vorstellungen Werte Gedanken mit.
00:03:04: ich möchte authentisch sein und ich möchte nicht jetzt nach irgendeinem Buch oder irgendeinen Podcast mich gezwungen fühlen in einer bestimmten Weise mit meinem Kind oder meinen Kindern umzugehen, die sich für mich vielleicht gar nicht authentisch sinnvoll richtig anfühlt.
00:03:22: Und ich wollte es noch ein bisschen erweitern dass wir auch natürlich auch andere Erziehungsziele... Es gibt ja nicht den Nora Imlau-Erziehungstil!
00:03:29: Es gibt hier nicht das bedürfnisorientierte Erziehen sondern es ist letztlich jetzt mal sehr leihenhaft gesprochen immer ne Sammermal eine Mischung aus Erfahrungen An gelesenem Glaubenssätzen und so weiter.
00:03:45: Und trifft dann aufeinander in einem Paar, das ein Kind gemeinsam erzieht... ...und da entstehen dann Konflikte.
00:03:51: Also das wollte ich nur noch einmal so ein bisschen größer machen, dass wir jetzt sozusagen hier sagen.. Das ist heute der Podcast.
00:03:57: Den müsst ihr euren Männern empfehlen.
00:03:59: im Kurzgesagt.
00:04:02: Eure Frau hat recht!
00:04:03: So müsst ihr es machen.
00:04:04: Punkt weil.... Das würde auch zu kurz greifen, denke ich.
00:04:09: Ja und ich will noch ganz kurz an dieser Stelle auch erwähnen dass natürlich dieses Thema wir sind gemeinsam Eltern und haben teilweise unterschiedliche Vorstellungen davon wie wir mit unserem Kind oder unseren Kindern umgehen wollen nochmal eine besondere Schärfe bekommt bei Eltern die eben kein Paar mehr sind aber trotzdem ja noch gemeinsam Eltern sind.
00:04:28: also wenn echt so ne paar Beziehungsebene kann das manche Dinge komplizierter machen, weil sich die Ebenen manchmal auch mischen.
00:04:35: Manche Eltern sagen es fällt ihnen leichter über Erziehung zu reden seit sie sozusagen nur noch Eltern sind und gar nicht mehr diese Beziehungs- paar-Beziehungsebene mitdenken müssen.
00:04:45: aber bei sehr vielen Eltern ist es auch so dass mit der Trennung ... Auch diese unterschiedlichen Vorstellungen zum Umgang mit dem Kind oder den Kindern noch mal krasser aufeinander prallen.
00:04:59: Weil man natürlich auch nicht so die gemeinsame verbindende Ebene hat, hey wir meinen es doch im Grunde alle gut miteinander sondern manchmal werden dann eben diese großen Unterschiede zwischen Menschen, die oft ja auch zu einer Trennung geführt haben letztlich fortgeführt.
00:05:13: in den Unterschieden im Umgang und das können sehr erbitterte Streits auch.
00:05:18: natürlich werden ... Wer jetzt sozusagen es richtig macht, wer wem was vorschreiben darf oder nicht und so.
00:05:26: Und manchmal setzt sich da wirklich auch eine Form von struktureller Beziehungsgewalt letztlich in der Ebene wie gehen wir mit dem Kind um fort?
00:05:35: Das will ich einfach auch mit erwähnen dass natürlich nicht alle Eltern das als Paar händeln diesen Austausch.
00:05:43: Okay fangen wir an noch den uns typischen Disclaimern und Abgrenzen, wenn und ein wer noch auch mitgedacht ist.
00:05:54: Ich glaube dass es immer eine Sache von Schritt für Schritt ist.
00:06:00: ich glaube das Veränderung gerade dann wenn's um den Umgang mit einem Kind geht.
00:06:05: Wer verändert dem fällt Veränderungen immer leichter als dem der wo verändert wird.
00:06:11: Also das finde ich erstmal so eine ganz generelle Beobachtung und die trifft mich da auch zu,
00:06:16: ja
00:06:17: also wenn ich jetzt etwas anders mache ab heute mit meinem Kind und du bist jetzt sozusagen meine Partnerin oder meine Ex-Partnerin oder was auch immer würde dich das glaube ich tendenziell eher zumindestens überraschen.
00:06:30: aber die Chance dass du auch sozusagen sagst Es ist ja super, was der Oliver jetzt dafür einen neuen Move da irgendwie reinbringt.
00:06:37: Die Chance ist nicht so hoch als dass du sagst, wir sind hier los?
00:06:39: Das ist ja mit mir nicht abgeschlossen.
00:06:40: Also das ist ja irgendwie auch begrenztes Jahr wahrscheinlich auf eine gewisse Art auch sozusagen deinen Handlungsspielraum oder deine Autonomie.
00:06:47: Und eine große Herausforderung, glaube ich beim Kinderbegleiten generell ist ja, dass man die Art und Weise wie man sein Kind erziehen möchte oder seine Kinder erziehen möchten nicht vorher wirklich am Reisbrett planen kann.
00:07:00: Also wenn ich mit meinem Partner oder meiner Partnerin ... unser gemeinsames Leben ausmalen und wir sprechen drüber und treffen Vereinbarungen.
00:07:09: Und sagen so was wie, wo wollen wir wohnen?
00:07:12: Wie wollen wir arbeiten?
00:07:14: Wie sollen wir unseren Beziehungsalter gestalten?
00:07:16: Dann trifft man ja das, was in der Partherapie manchmal ein unausgesprochener Beziehungsvertrag genannt wird.
00:07:24: Also man trifft eine Absprache und die fühlt sich nach dem Rahmen an den man gemeinsam abgesteckt hat.
00:07:30: So wollen wir unsere Beziehungen und solche Beziehungsverträge können von Zeit zu Zeit geupdatet werden.
00:07:36: Das werden sie entweder bewusst oder geapdatet durch das Leben, das passiert.
00:07:41: Und letztlich kann man sozusagen ... Gehen wir mal jetzt aus der Paar?
00:07:46: therapeutischen Perspektive drauf guckt, sagen ein paar dem es gut miteinander geht hat einen Beziehungsvertrag ja der für beide Seiten funktioniert.
00:07:55: wo sozusagen dieser Rahmen die man miteinander abgesteckt hat so ist dass beide sagen ich kann hier atmen Ich kann mich wiederfinden.
00:08:01: Ich bekomme was ich brauche und wenn wir ein Kind bekommen Gehen wir natürlich auch einen unauflöslichen Vertrag in gewisser Weise miteinander ein.
00:08:11: Also, wir werden für immer und egal was passiert beide die Eltern dieses Kindes sein.
00:08:17: Und oft geht das mit relativ wenig Absprachen einher, was das in der Konkretion bedeutet?
00:08:23: Es gibt ja so Untersuchungen drüber dass die wenigsten Eltern vor der ersten Schwangerschaft mal besprochen haben wie wollen sie zum Beispiel Berufshütigkeit Wirklich exakt verteilen.
00:08:33: Da sind viele, das wird sich dann finden.
00:08:35: Modus aber auch jetzt und weiße wie wir mit unseren Kindern wirklich umgehen wollen wird oft entweder wenig besprochen oder sie wird besprochen Und im Alltag mit Kind oder Kinder zeigt sich sehr schnell diese Absprachen sind sehr wenig wert weil wir können wenn wir noch keine Eltern sind, uns ja viele Dinge nicht vorstellen.
00:08:58: Und ich hab ganz regelmäßig Gespräche gerade auch mit Müttern die sagen, oh, ich schüttle so den Kopf im Nachhinein über mein Kinderloses.
00:09:06: Ich also für mich war total klar, mein Kind schlägt von Anfang an im eigenen Bett und ich stille das maximal sechs Monate und natürlich kommt das mit eins in die Krippe und natürlich gehe ich abends mit Freundinnen weg und natürlich beanspruchen wir unsere Paarzeit und es wird kein Fernsehen oder keinen Zucker und diese ganzen Themen selbstverständlich.
00:09:24: Und die Eltern sagen dann so, wir haben's raus.
00:09:27: Ja, wir werden nicht wie die anderen Eltern in unserem Umfeld.
00:09:31: Die manchmal vielleicht auch ein bisschen abschreckendes Beispiel sind.
00:09:34: Sondern wo?
00:09:34: die geben sich völlig auf oder was noch immer.
00:09:37: und dann kommt ein Kind...
00:09:39: ...die Arroganz der Ersteltern.
00:09:41: So, weißt
00:09:41: du?
00:09:42: Genau!
00:09:42: Und je nachdem, was man für einen Kind bekommt, welches Temperament das hat, wie die Geburt war, wie es die erste Zeit war Erweisen sich dann manche dieser Vorstellungen als tragfähig und viele halt auch nicht.
00:09:54: Und viele werden relativ schnell über Bord geschmissen, wenn natürlich beide Eltern sozusagen gemeinsam an so einen Punkt kommen zu sagen, das haben wir uns anders vorgestellt, klappt aber nicht, machen wir was anderes?
00:10:07: Dann kann das ja auch sehr zusammenschweißen, dass man als Eltern gemeinsam sagt ... Wir merken gerade, Eltern scharf ist anders als wir dachten, wir finden dann einen neuen Weg.
00:10:18: Aber was eben auch relativ häufig passiert, ist das ein Elternteil.
00:10:22: Und das sind häufig die Mütter, die einfach den größeren Anteil der Kehrarbeit übernehmen quasi ihr Bild von sich als Mutter permanent updaten und sagen, dass klappt so nicht!
00:10:31: Das sehe ich nicht mehr ein!
00:10:32: Das seh' ich mittlerweile einfach auch anders.
00:10:33: da habe ich mehr Wissen, mehr Erfahrung eine andere Beziehung zu meinem Kind auch, als ich mir das vorher abstrakt vorstellen konnte.
00:10:40: Das will ich jetzt so nicht mehr oder das will ich unbedingt.
00:10:44: Und das kann sich natürlich für den Partner auch schnell so anfühlen, als würde er denken okay meine Frau ist jetzt irgendwie immer Leingang unterwegs.
00:10:52: Ja die schreibt jetzt all unsere Erziehungsvorsätze und Regeln neu.
00:10:55: alles was wir besprochen hatten oder was wir uns vorgestellt haben gilt nicht mehr und ich werde hier gar nicht mehr gefragt und gar nicht mitgenommen.
00:11:05: Oder es kann eben wirklich auch zu so einem Konflikt dann kommen, zu sagen ich will das immer noch.
00:11:10: Und der andere Person sagt aber nicht mehr.
00:11:12: Ich finde das nicht fair unserem Kind gegenüber oder was auch immer.
00:11:16: und dann haben ja viele Paare die Sehnsucht nach so einem Schiedsrichter, der dann praktisch kommt und sagt du hast recht?
00:11:23: Du hast Unrecht!
00:11:24: Das ist für viele sehr schwer auszuhalten dass es so ein Schiedsträchter in dem Sinne bei vielen... Themen zum Umgang mit Kindern nicht gibt.
00:11:32: Weil es nicht diesen einen objektiv richtigen Weg gibt bei vielen Fragen, sondern oft ist die Antwort der Wissenschaft kommt darauf an.
00:11:41: Ja ich zoome quasi noch näherein und möchte auch ergänzen dass es einfach auch um was geht das dir unglaublich wichtig ist also diese kinderlosen Menschen die da irgendwie aufeinander trafen egal welche Beziehungs- ebel mir total egal.
00:11:54: die konnten ja noch viel besser Kompromisse verhandeln weil sie ja nur um sich selbst gehen.
00:12:00: Gehen wir heute Frühstücken, gehen wir nicht frühstücken?
00:12:03: Die haben natürlich auch essenziellere Konflikte als das.
00:12:05: Aber die können immer für sich selbst verhandeln.
00:12:07: aber wenn du mit meinem Kind ohne Mütze rausgehst dann ist das gefühlte Körperverletzung mit Todesfolge.
00:12:15: so ungefähr ist er sozusagen bei.
00:12:16: jetzt wenn man bei den kleineren ist können die Gefühle schon sein und die Emotionalität ist ja dann oft so hoch so schnell weil man einfach Weil man ja auch oft gar nicht anders kann.
00:12:27: Ja, und da passieren halt wirklich krasse Dinge auf dieser emotionalen Ebene ... Ich hab mal als Stillbegleiterin mit einer Mutter zu tun gehabt.
00:12:36: Die war selber mit einer alleinerziehenden Mutter groß geworden und hatte sozusagen für sich mitgenommen, als Mutter allein für alles zuständig zu sein ist echt Mist!
00:12:44: Es geht gar nicht.
00:12:45: Und deswegen war ihr ein ganz wichtiges Anliegen in der Schwangerschaft mit dem ersten Kind, Gleichberechtigung ist unser höchstes Ziel.
00:12:54: Wir wollen uns alles ganz gerecht aufteilen und nicht in diese Falle rutschen, dass ich als Mutter quasi automatisch immer die Person ist, die sich mehr um unser Kind
00:13:05: kümmert.".
00:13:06: Und im Zunge dieser Überlegungen haben dann die beiden miteinander erörtert, ob für so eine gleichberechtigte Partnerschaft das Stillen des Kindes förderlich sei und kam zu dem Schluss nein.
00:13:17: Es ist deutlich leichter sich gleich berechtigt um ein Kind zu kümmern wenn man von Anfang an die Flasche gibt weil man eben auch wirklich Fifty-Fifty die Mahlzeiten sich aufteilen kann.
00:13:25: also war der Plan zu sagen dieses Baby, das dann da auf die Welt kommen soll.
00:13:31: Das soll von Anfang an die Flasche bekommen.
00:13:34: Die Mutter wollte sozusagen gar nicht anstillen, sondern wollte praktisch direkt eine Abstell-Tablette nehmen im Kreissaal und diese Flaschennahrung sofort beginnen.
00:13:43: Und war da so ganz überzeugt davon, dass das ist was sie beide wollen!
00:13:47: Dann kam dieses Kind auf die Welten und sozusagen ihm völligen... Hi, der Hormone hat die Mama ihr Baby an die Brust gelegt direkt nach der Geburt.
00:13:57: Einfach als wirklich so ein intuitiven Akt.
00:14:00: Das Baby hat getrunken und die Mutter hat gesagt okay das war ein scheiß Plan.
00:14:05: ich stille ja?
00:14:07: Und es war wirklich so eine ... Sie sagt es später im Nachhinein beschrieben gar nicht als eine Entscheidung, sondern das war einfach was passiert ist und was dann so war.
00:14:14: Und was aber für den Partner echt so eine Irritation war im Sinne von wir haben da jetzt die ganze Schwangerschaft drüber gesprochen.
00:14:19: Wir haben Flaschen gekauft, wir haben die Gerätschaften da, wir hatten unser ganzer Plan basierte darauf dass du nicht stillst und jetzt sagst du einfach doch nicht?
00:14:30: So!
00:14:31: Und die Mutter so ja...so ist's jetzt
00:14:33: ne?!
00:14:34: Ich finde das nachvollziehbar Aus beiden Seiten.
00:14:38: Die Mutter sagt, ich hatte mir das theoretisch vorgestellt aber da kannte ich ja mein Baby noch nicht.
00:14:42: und ich kann auch verstehen dass der Partner dann so steht und sagt Moment mal was ist jetzt alles was wir besprochen hatten obsolät?
00:14:52: Das ist echt eine starke Geschichte.
00:14:55: Also auf der Paar Ebene ist es wahrscheinlich ein Crucial Point nach schnarch David Schnaach.
00:15:01: die konnten ja nicht mehr verhandeln
00:15:02: und das war auch
00:15:03: relativ klar.
00:15:05: Und jetzt müssen wir beide darüber sprechen.
00:15:08: Was bedeutet das für dich und was bedeutet es für mich?
00:15:12: Als du es erzählt hast, fielen mir viele so ähnliches Zähnen ein.
00:15:16: Elternschaft ist ja oft ad hoc oder im Moment.
00:15:20: Gleich wird einer von uns beiden das Wort Glaubenssätze sagen, dass man im Moment in der Überforderung, in der Euphorie zurückgreift auf Erfahrungen die man selber gemacht hat.
00:15:31: Wir haben doch gesagt, am Sonntag gibt's kein Eis und das Kind kommt um die Ecke mit dem Eis.
00:15:35: Ich muss dir mal eins kaufen weil du weißt nicht, da war ein Junge und der hat ja auch einen Eis und er hat mich mit großen Augen angeschaut.
00:15:40: Und ich wollte nie die Mutter sein, die im Schwimmbad nicht das zweite Eis war, aber weißt du so?
00:15:45: Also wir alle sind da ja relativ oft und relativ regelmäßig in solchen Situationen, die man nicht planen und besprechen kann sondern dann geht es irgendwie um eine Mischung aus Gut Feeling und Werte zu denen wir sagen... Das wäre gut, wenn die hier überwiegend mitschwappen
00:16:02: würden.
00:16:04: Ich wusste gerade, als du das erzählt hast, lustigerweise kurz an Cem Öztemir denken.
00:16:09: Der Ministerpräsident ist der Neufer und man merkt er im Wahlkampf gesagt hat ich mache diesen Spitzenkandidatur aber ich brauche dafür maximale Beinfreiheit.
00:16:17: Und was er damit meinte war ... Er kann sozusagen nicht bei allem, was er tut ganz exakt immer erst mal mit der Parteierücksprache halten.
00:16:25: darf ich das jetzt so sagen?
00:16:27: Sondern als allererstes will er Mensch, der ist Kandidieren und er hat die Partei im Rücken.
00:16:32: Aber er will vielleicht auch mal was sagen, was nicht Parteilin hier ist?
00:16:35: Und daran musste ich grade denken als du das beschrieben hast mit diesem Moment in der Elternschaft.
00:16:40: Ich glaube, ich als Mutter brauche auch in meiner Rolle maximale Beinfreiheit.
00:16:45: also ich brauche die Möglichkeit zu sagen... Eigentlich hatten wir dies besprochen, aber die Situation erfordert was anderes.
00:16:52: Ich glaube, dass Elternschaft total profitiert, wenn man sich gegenseitig diese Beinfreiheit lässt zu sagen ich traue dir zu in Situationen zu handeln wie es in dem Moment sich richtig anfühlt und das ist wichtiger als unser gemeinsames Erziehungslehrwerk, was wir uns mal so besprochen
00:17:13: haben.
00:17:14: Und gleichzeitig funktioniert das ... sich gegenseitig, diese maximale Beinfreiheit zu gewähren und zuzugestehen.
00:17:21: Aber natürlich auch nur wenn man trotzdem das Gefühl hat wir stehen so auf einem gemeinsamen Grund.
00:17:27: Wir haben sowas wie eine gemeinsame Basis.
00:17:30: weißt du?
00:17:31: Wenn
00:17:32: mein Mann mit unseren Kindern unterwegs ist und er entscheidet spontan die kriegen jetzt ein Eis oder die kriegen kein Eis Oder wir machen jetzt dies oder wir machen Jetzt dass dann kann ich da sehr entspannt mit sein solange Ich weiß.
00:17:46: Das bedeutet nicht, dass er anfängt, sie anzubrüllen.
00:17:49: Sie zu bestrafen und beschämen.
00:17:51: Sie gegeneinander auszuspielen ... So was irgendwie.
00:17:56: Und umgekehrt genauso so, ne?
00:17:59: Also ... Gleichzeitig sind die Vorstellungen davon... Wo fängt du das mit der Mütze überschwitz gesagt?
00:18:09: Die Kids-Wohlgefährdung an ist natürlich auch verschieden.
00:18:13: Mein früheres Ich Nach der Geburt von meinem ersten Kind war es super skeptisch und streng beim Thema Bildschirmedien.
00:18:21: Und wenn ich da nach Hause gekommen wäre, nach einem Nachmittag und hätte erfahren mein zweijähriges Kind hat jetzt drei Stunden vor dem Fernseher gesessen weil mein Partner im Moment seiner maximalen Beifreiheit überlegt hat das wär jetzt gerade die einfachste Lösung.
00:18:38: alles andere fühlt sich überfordert an wäre ich sauber gewesen und hätt das Gefühl gehabt ihr das kannst du doch nicht machen So.
00:18:45: Heute, ja?
00:18:46: Wenn ich nach einem stressigen Nachmittag oder wie auch immer nach Hause komme und mein Mann sagt zu mir heute haben die Kinder echt deutlich mehr Medienzeit gehabt als wir das eigentlich vereinbart haben ist mein erster Impuls nicht Wut- oder Vorwurf machen oder so sondern große Empathie im Sinne von ah okay scheint ein harter Tag gewesen zu sein.
00:19:07: gut dass du eine Lösung gefunden hast gut dass Du einen Weg gefunden hast aber kann ich auch nur deswegen so fühlen, weil ich gleichzeitig weiß ... mein Mann macht es nicht einfach aus.
00:19:18: Gleichgültigkeit, Bequemlichkeit, kein Boxig mit den Kindern zu befassen, sondern die Situation hat das in dem Moment für ihn erfordert und ist dann okay.
00:19:28: Weißt du was ich meine?
00:19:30: Wir haben sozusagen diese Ebene miteinander gehabt zu sagen wir haben ein paar Werte, die sind für uns klar und wir ziehen grundsätzlich in einem Strang Eltern auch gegenseitig, da viel Freiheiten zu lassen.
00:19:42: Dann ist das für Kinder überhaupt nicht schlimm, wenn Eltern sich unterschiedlich verhalten, wenn da nicht immer eine total stringente Logik dahinter ist.
00:19:50: Wenn Mama eher hier vielleicht ein bisschen strenger ist und Papa da ein bisschen lockerer ... Das kann sogar sehr förderlich sein!
00:19:57: Weil Kinder so eben auch lernen eine gewisse Flexibilität und die Tatsache dass Menschen verschieden sind.
00:20:03: Aber wenn natürlich diese Basis fehlt, wenn man wirklich fundamental unterschiedlich auf Kinder und ihre Rechte und ihre Bedürfnisse blickt.
00:20:13: Wenn man unterschiedlich definiert wo Gewalt beginnt zum Beispiel dann können das halt wirklich sehr existenzielle Themen sein wo man auch nicht mehr einfach sagen kann naja macht halt jeder wie er meint wird schon nicht schaden.
00:20:27: Und wenn man ein Paar ist wird es ja noch komplizierter weil Es ist ja nicht nur in Anführungsstrichen der Erziehungsverhandlung, sondern es auch immer eine Paar Eben hat.
00:20:39: So wie du mit meinem Kind umgehst gehst du ja irgendwo oder in einem anderen Kontext auch mit mir um.
00:20:46: das ist ja so Das schwingt ja da auch mit.
00:20:49: Ja ich hatte vor kurzem Kontakt mit einer Mutter.
00:20:52: die hat mir erzählt dass sie zu einem Kongress fahren wollte der für sie beruflich wichtig war und Kinder dafür, also ihr hattet zwei relativ kleine Kinder für einen Wochenende mit ihrem Papa.
00:21:06: Allein zu Hause gelassen hat und der Vater ...
00:21:08: Mit dem Papa der Kinder?
00:21:10: Genau!
00:21:12: Und der Vater der Kinder fand das nicht gut.
00:21:14: Der hatte vorher gesagt ich möchte nicht dass du zu diesem Kongress fährst.
00:21:18: Ich möchte dass du Zuhause bleibst und dich um die kinder kümmerst.
00:21:21: und Die frau hat es trotzdem so ein bisschen durchgesetzt und sagt nee Das ist für meinen beruf einfach wichtig.
00:21:26: ich muss dahin diese zwei tage mit den Kindern das schaffst Du.
00:21:30: Und dann kam sie nach diesen zwei Tagen zurück und die... Kinder hatten noch die gleichen Klamotten an, die sie ihnen angezogen hatte sozusagen zwei Tage vorher und haben gesagt wir mussten überhaupt nicht zähne putzen.
00:21:44: Wir wurden überhaupt nicht gewaschen und wir haben die ganze Zeit von Keksen gelebt und so.
00:21:49: Und die Kinder denen ging es körperlich gut also die waren nicht vernachlässigt oder traumatisiert.
00:21:54: aber die Mutter hat mir dann eine Nachricht geschrieben und hat gesagt für mich fühlte sich die Art und Weise wie mein Mann mit unseren Kindern an diesem Wochenende umgegangen ist bisschen an wie ein persönlicher Racherakt, also er wollte nicht dass ich fahre.
00:22:08: Ich wurde quasi bestraft dadurch das dann die Kinder eben nicht die Zähne geputzt bekommen haben und so weil er weiß dass mir das wichtig ist und weil er mir quasi vermitteln will ja wenn du nicht da bist dann läuft es halt nicht so wie du es gerne hättest Ja?
00:22:23: Wenn du willst dass deine Kinder mit geputzten Zehnerspätgen bleibt halt hier Und da hat sie dann mich gefragt, ob sie dazu streng sei mit ihrem Mann und ob das nicht in meinen Worten moralisch neutral sei wie ihr Mann da mit den Kindern umgegangen sei.
00:22:37: Vielleicht hätte er einfach einen spannteren Erziehungsstil als Sie?
00:22:40: Da hab ich sofort gesagt, nee darum geht es nicht bei moralisch-neutral.
00:22:44: Ich empfinde das als krass respektlos und wirklich gewaltvoll dir gegenüber quasi zu sagen so Basics unserer Elternschaft halte ich nicht hoch Während du nicht da bist, so ein bisschen schon auch mit diesem Impetus.
00:22:59: So lese ich das zumindest damit du mal siehst ja dass es halt nicht geht
00:23:04: und damit du mir halt auch ja nie wieder auf sowas fährst.
00:23:07: vor allem wird sehr unter Druck gesetzt wie man sich in Beziehungen bitte schön gefährlich ist nicht unter druck setzt
00:23:13: Ja weißt du gleichzeitig?
00:23:15: Ist wirklich immer eine frage von kontext.
00:23:18: also es gab durchaus schon situationen in unserer familie wo Sowohl mein Mann als auch ich nach Hause kamen und die Kinder lagen im Bett.
00:23:27: Und hatten an dem Abend nicht die Zähne geputzt, das kann tausend Gründe gehabt haben.
00:23:31: Man kam super spät nach Hause alle waren schon total drüber man hatte keine Kraft mehr die Kinder waren im Auto eingeschlafen whatever.
00:23:38: Das ist nicht der Punkt.
00:23:39: also ich find's dann eben wichtig grundsätzlich als Eltern miteinander sozusagen diese Großzügigkeit zu haben dieses Vertrauen so ein bisschen.
00:23:46: wir machen alle das Beste was geht und wir reiben aneinander nicht rein Was jetzt halt gerade nicht ging.
00:23:52: Wir waren auch nicht dabei, ja?
00:23:54: Aber es ist eben ein großer Unterschied ob ich weiß mein Partner, meine Partnerin tut was er oder sie kann und irgendwann stößt man halt auf an Grenzen ... Oder ist es praktisch so wie du sagst dass man da praktisch ein konflikt auf paar Ebene letztlich auch mit überso ganz teilweise subtil toxische Muster löst in dem man eben auch grade so Wunde Punkte benutzt.
00:24:18: Ich weiß, dass dir das wichtig ist und deswegen mach ich das jetzt nicht ... um dich da auch zu verletzen letztlich oder um dir eine Lektion zu erteilen?
00:24:29: Oder wie auch immer!
00:24:31: Und das ist eben das Ding, was leider oft in diese Frage von ... Ist es schlimm, wenn Eltern unterschiedlich erziehen mit rein spielt?
00:24:39: Grundsätzlich ist das überhaupt nicht schlimm, aber es ist schon schlimm, einander so wenig liebevoll zugewandt sind und so wenig respektieren, dass sie praktisch bewusst mit Absicht die Vorstellungen des anderen untergraben oder genau was extra nicht machen.
00:24:59: Was der andere Person wichtig ist.
00:25:03: Naja ich überleg's so ein bisschen sollen wir jetzt eher die Paar-Ebene vertiefen weil das ist super spannend?
00:25:08: Oder wollen wir jetzt hypothetisch mal eher sagen ... Jetzt lassen wir mal die paar Ebene beiseite, weil ich kenne für beide so viele Beispiele.
00:25:15: Ich kenne sozusagen einerseits irgendwie ist es fast immer auch Paarebene oder ganz viel spielt dann eine Rolle und ich kenn aber auch Beispiele wo das Paar augenscheinlich von außen betrachtet okay da steht Aber die beiden einfach sehr unterschiedlich mit den Kindern oben gehen ja auch so dass man sagt so Echt jetzt?
00:25:34: Also das passt ja überhaupt vorne und hinten nicht zusammen.
00:25:37: Und ich finde beides
00:25:38: spannend, deswegen
00:25:39: wenn wir noch mal auf die Paar-Ebene gucken wie dieses Kongressbeispiel dass sagen wir mal so wenn die keine Kinder gehabt hätten dann hätte ihre Bahncard aufgegessen oder was weiß du...
00:25:51: Oder eben einfach die Wohnung in einem totalen Chaos hinterlassen nimmt sondern wenn du hier nicht aufräumst dann kommst du innen völlig...
00:25:57: Ich fütterdann hab's da nicht.
00:26:00: Das klingt mir so völlig von außen herum psychologisierend.
00:26:03: Als wollte er halt nicht, dass sich da letztlich ihre Autonomie auslebt.
00:26:07: und ich glaube halt solange man auf der Parkkonfliktebene läuft lohnt es sich glaub ich schon möglichst gut hin zu gucken und zu sagen streiten wir jetzt über Erziehungsdiele oder verhandeln wie hier eigentlich Dein Frauenbild, mein Mutterbild.
00:26:25: Deine Vaterrollen, Zuschreibungen oder einfach das Gefühl von klassischen Beziehungsbildern?
00:26:34: Oder was auch immer bis hin zu uralten Ängsten nach.
00:26:37: ich will nicht verlassen, ich will gesehen werden also drücke mich umständlich aus.
00:26:42: ja also ich weiß so meins.
00:26:44: manchmal sind die Konflikte rund ums Thema Erziehung oder Umgang mit Kindern lässt sich stellvertreter Konflikte für Beziehungskonflikte.
00:26:53: Und manchmal aber eben auch nicht, manchmal ist es wirklich einfach so, dass man unterschiedliche Meinungen und Ansichten hat die ja oft aus der eigenen Biografie kommen.
00:27:04: Dass man sagt das war gut für mich, das hat mir auch nicht geschadet.
00:27:08: wie immer sehr oft erlebe ich das auch, dass Eltern sich dann so beide gegenseitig hochrüsten.
00:27:15: Also jeder sucht sich seinen Kronzeugen für die eigenen Überzeugungen.
00:27:19: Einer holt ein Zeitungsartikel raus und sagt hier steht's doch!
00:27:23: Das ist schädlich für Kinder.
00:27:25: Und andere sagen aber, ich hab hier einen Podcast, da wird das Gegenteil gesagt.
00:27:29: Dann schickt man praktisch auf einmal die verschiedene selbstgewählten Experten wie in einem stellvertretenden Ringkampf.
00:27:36: Anstatt eben auch miteinander wirklich in Austausch zu gehen.
00:27:39: von dieser Ebene, warum ist mir das so wichtig?
00:27:42: Warum bedeutet mit dass so viel.
00:27:44: Ich erlebe das oft, dass Paare wenn sie unterschiedliche Einstellungen haben zum Thema Erziehung wirklich gewinnen wollen.
00:27:51: also die haben wirkliches Gefühl.
00:27:52: es gibt hier so ein Kampf der Philosophien und dann ist immer so die Sehnsucht da nach der einen Studie dem einen Buch dem einen Beweis dass man den anderen so hinknallen kann und sagen ich habe recht du hast so ein Recht Praktisch nie, weil die Art und Weise wie wir mit unserem Kind unseren Kindern umgehen wollen was sehr Persönliches ist.
00:28:12: Und wenn wir darüber in Austausch kommen wollen auch Konflikte austragen wollen müssen wir erst mal anerkennen dass die andere Person es ja auch in den allermeisten Fällen gut mit uns und unseren Kindern meint.
00:28:24: also ich erlebe das zum Beispiel ganz oft ums mal so ein bisschen konkret zu machen dass viele Mütter oft eher so einen starken Fokus auf Sanftheit legen, ihre Kinder vor vielen Dingen schützen wollen.
00:28:37: Auch eher so die Tendenz haben zu sagen wenn mein Kind vor was Angst hat muss es das nicht machen.
00:28:41: Wenn es wohl nicht hin will hole ich es ab.
00:28:44: Ich will dass mein Kind sich immer sicher und geborgen fühlt Und sehr viele Väter auch aufgrund ihrer männlichen Sozialisation sind ein bisschen vordernder Die sagen hey kinder müssen auch mal lernen sich irgendwo durchzubeißen.
00:28:57: Manchmal ist es auch wichtig Aus der Situation, nicht sofort gerettet zu werden.
00:29:01: Da baut man auch Resilienz auf, Widerstandskraft auf.
00:29:04: Wie stolz wird unser Sohn sein?
00:29:06: Wenn er die Klassenfahrt geschafft hat und nicht abgeholt wurde ... solche Sachen!
00:29:11: Ähm... Und wenn man da natürlich draufblickt und dann so ein bisschen als Mutter so denkt, mein Mann das Monster will unser armes Kind nicht retten, ist es sehr schwer.
00:29:22: auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.
00:29:24: und oft hilft es in solchen Momenten trotzdem jeweils gegenseitig sich sozusagen erklären zu lassen, warum glaubst du das gut für unser Kind ist?
00:29:32: Also was wünschst du unserem Kind damit.
00:29:34: Und es ist ja nicht verkehrt dass tatsächlich Kinder Schutz brauchen und ein gewisses gefordert werden auch brauchen.
00:29:44: Wenn wir da so anfangen uns aufeinander zu bewegen.
00:29:49: Ich bin ganz bei dir, dass Kinder auch Resilienz entwickeln müssen.
00:29:52: Aber ich habe das Gefühl hier in diesem speziellen Fall geht das über die Belastungsgrenze unseres Kindes.
00:29:58: Ich würde deswegen gerne Folgendes vorschlagen.
00:30:00: Das heißt aber nicht, dass wir in jeder Situation es exakt so machen.
00:30:04: Dann kann man natürlich einen wertschätzenden Austausch kommen wo man praktisch sieht ... Dass wo mein Partner und meine Partnerin herkommt ist nicht irgendeinen völlig verdrehter Unsinn sondern sie haben auch ähm was wichtig ist im Blick, aber vielleicht gerade einen anderen Blick als ich.
00:30:22: Ich gucke nur so ein bisschen wie ich gucke weil das mir noch ein bisschen nach dem Labor klingt.
00:30:27: Das heißt in der Praxis ... ähm... ich hoffe das meinte ich überhaupt nicht als Kredite noch raus.
00:30:32: Ich finde sozusagen es brennt Glas is Kind will Schuhe nicht anziehen.
00:30:39: Stereotypisch er sagt wenn dann Medienzeitsüßigkeiten verboten.
00:30:45: Sie steht dahinter und denkt Was ist das für ein Monster?
00:30:49: und überhaupt völlig kontraproduktive Aussage?
00:30:52: Ich wohne hier neben dem Kindergarten.
00:30:53: Und heute wird ich heute morgen Mutter aufm Lastenfahrrad, diktierte so vorne in den Kopf und Emilia wir sind eh spät dran und wenn wir jetzt ankommen dann machst du kein Theater.
00:31:03: Dann überlege ich mir ob du heute Nachmittag Medienzeit bekommst eins zu eins heute Morgen vor unserer Tür.
00:31:08: ja wie wir hier immer sagen Wir kennen den gesamten Kontext nicht.
00:31:11: deswegen soll es solltest du sein wie's ist.
00:31:14: aber Wer ist halt mein Kind, würde ich sagen Oha.
00:31:18: Zumindest.
00:31:19: Ich sage hey was geht bei euch ab?
00:31:22: Ich wollte noch einmal runterbrechen auf dieses klar kann man ruhig in Geistes miteinander sich darüber austauschen... ...was man unbedingt natürlich tun sollte.
00:31:32: Ja ja aber in der akuten Situation muss halt eine Entscheidung her ne?
00:31:36: Genau und der Akutten-Situation passiert ja der kleine Vulkan aus Bruch in meiner Wahrnehmung.
00:31:41: What the fuck do I do now?
00:31:45: Ich spiele die Frage jetzt zu dir.
00:31:46: Wie macht ihr das denn als Eltern?
00:31:48: Also wir haben uns halt irgendwann mal sukzessive, spielerisch, unspielerisch und auch manchmal einfach in Konflikten ja letztlich zugestanden einzugreifen.
00:32:00: also wir sind uns beiderseits schon sozusagen verbal in die Hand gefallee.
00:32:05: also hier herrscht nicht bedingungslose Elternloyalität so Das fand ich irgendwie, das ist auch ein Learning sage ich mal.
00:32:15: Also ihr habt quasi einen anderen gegenseitig gesagt es ist okay wenn du für unser Kind in die Bresche springst, wenn ich gerade irgendwas mache was du nicht gut findest?
00:32:25: Wenn meine Frau mir da widerspricht höre ich auch einen dringenden Rat und nicht nur einen... jetzt kommst du auch noch dorthin widerspruch!
00:32:39: Und umgekehrt genauso.
00:32:41: Also, wir haben das auch mit dieser Absprache zu sagen.
00:32:45: Wir sind beide auch immer Anwälte unserer Kinder sozusagen.
00:32:50: und das kann eben auch bedeuten, dass man dem Elternteil, das gerade irgendwas sagt, tut in die Parade fährt quasi und sagt so stopp!
00:33:00: Das stimmt natürlich nicht.
00:33:01: oder jetzt übernehme ich oder was der Papa grade gesagt hat wird natürlich nicht passieren oder sowas.
00:33:08: Und ich finde aber da ... muss man schon auch als Paar echt ... Ja, gut und immer zu stabil dastehen.
00:33:16: Ich kenne das von mir selber teilweise auch.
00:33:19: Also ich find's total richtig!
00:33:21: Und manchmal nervt es mich trotzdem total.
00:33:24: Weil ich bin ja in dem Moment dann vielleicht wütend oder sauber oder von irgendwas sehr überzeugt.
00:33:29: Dann quasi so, ich sag mal so ein bisschen vor Publikum, demontiert zu werden.
00:33:33: Das löst immer noch einen Impuls aus von Hallo?
00:33:37: Ich bin deine Frau, steh hier mal zu mir.
00:33:40: Gleichzeitig find ich es total wichtig und richtig ... dass eben auch die Kinder nicht so die Erfahrung machen.
00:33:46: Die Eltern stehen da wie eine Wand immer zu zweit und halten immer zusammen.
00:33:52: Man selber als Kind ist ja oft nur eins.
00:33:54: Und dann allein schon deswegen im Nachteil lohnt man das kleiner und schwächer und abhängiger.
00:34:01: Und gleichzeitig ist auch da natürlich so ein Ding... Ich finde es total richtig und wichtig, darf.
00:34:08: Und gleichzeitig musste ich zum Beispiel für mich schon auch lernen, zu sagen manchmal ist das gut und manchmal ist es auch wichtig dass ein Elternteil mit einem Kind einfach einen Konflikt aushandeln darf ohne dass sich das andere Elternteil immer gleich eingischt.
00:34:23: Das ist jetzt grad so deren Ding irgendwie ne?
00:34:29: Das stimmt.
00:34:30: Das kenne ich auch, dass der andere sagt du musst dich jetzt hier nicht permanent einmischen das kriegen wir schon auch mal hin oder das zählt sie auch mal aus und es gehört auch dazu Stimmt er da ist so recht.
00:34:40: Ich finde überhaupt so flieren so ein bisschen schwierig.
00:34:43: also wenn Jetzt ich mit dem kind anders spreche als Du Dann du mir immer sagen würdest nein aber du musst da irgendwie die Sprache verwenden Und muss dem Kind so und so und So sagen dann ja auch so.
00:34:53: dieses ganze authentische Wo bin ich denn hier eigentlich noch auf der strecke bleibt.
00:34:59: Das ist echt Nord-Take.
00:35:01: Und ich hab zum Beispiel schon den Take, dass ich grundsätzlich finde ... Man kann sich als Eltern absprechen und bestimmte Dinge übereinander überlegen.
00:35:09: Man kann gemeinsam überlegen, was unsere Regeln sind als Familie?
00:35:13: Zum Thema Medien, Süßigkeiten ... Hygiene you name it so.
00:35:18: Gleichzeitig find ich trotzdem ... Da sind wir wieder bei der Beinfreiheit.
00:35:22: Letztlich muss es die Person authentisch vertreten können, die dann halt auch da ist in dem Moment.
00:35:27: Also was ich schon manchmal auch erlebe, dass Väter auf den Anspruch haben, bestimmte Regeln quasi mitzubestimmen, die sie aber nie durchsetzen müssen, weil sie so wenig da sind und ...
00:35:45: Weißt du?
00:35:46: Ich hab vor einiger Zeit meine Nachricht bekommen, die ist mir noch total deutlich.
00:35:50: Vor Augen und zwar ein Vater, der sehr viel gearbeitet hat.
00:35:54: Er war wirklich unter der Woche teilweise auch tagelang gar nicht zu Hause.
00:35:58: Und ich spiel jetzt nicht auf meinen Mann an.
00:35:59: Das war wirklich ein anderer Vater muss ich dazu sagen.
00:36:02: Der war in so einem Business-Kontext unterwegs wo er sehr viel auf Englisch sprechen musste.
00:36:08: Und er hatte sozusagen für sich selbst biografisch das Gefühl gehabt... Dass es für ihn immer so ein bisschen nachteilig war, dass er nicht so fließend Englisch sprechen kann wie andere Leute in dieser Business-Welt.
00:36:19: Er hatte immer das Gefühl ich wünschte, ich wär zweisprachig erzogen worden und dann würde mir das jetzt leichter fallen.
00:36:23: also hatte er die fixe Idee Das wäre doch super wenn seine Kinder von klein auf Englische lernen würden.
00:36:30: Dann hat er sich überlegt meine Frau und ich spreche beide nicht muttersprachlich englisch Aber die Kinder gucken ja gerne Fernsehen.
00:36:37: Das ist mir sowieso ein bisschen im Dornen Auge, weil nicht so gut für die Sprachentwicklung und für alles ... Dann verbinden wir das Loch und sagen, die Kinder dürfen Fernsehen aber nur auf Englisch!
00:36:47: Und hat dann praktisch so ein pädagogisches Verdikt erlassen zu sagen also Frau während ich weg bin und arbeite machst du den Kindern in der Medienzeit nur noch englische Kinderserien an?
00:37:01: Und dann kam der Vater irgendwann mal von der Arbeit und die Kinder saßen vor dem Kinderkanal, haben was auf Deutsch geguckt.
00:37:06: Der Vater ist total ausgerastet und hat eine Frau angemacht.
00:37:10: Wir hatten doch abgesprochen, die gucken auf Englisch!
00:37:13: Wie sollen sie Englische lernen?
00:37:14: Wenn die jetzt wieder deutsches Kinderfernsehen gucken?
00:37:17: Dann hat der Vater mir geschrieben ...
00:37:19: ohne Witz ...
00:37:20: und gefragt, wo er sozusagen falsch abgebogen sei, dass seine Frau ihm jetzt vorwirft mit ihr ... Und solidarisch umzugehen, er hätte gute Gründe dafür, dass seine Kinder Englisch lernen sollen.
00:37:31: Er hätte sich ein gutes Programm überlegt wie das klappen soll.
00:37:34: Seine Frau muss es nur umsetzen...
00:37:36: Er hat's abgesprochen denkt er?
00:37:39: Und ist ja wohl nur recht und billig, dass er sauer wird wenn sie das dann nicht macht!
00:37:43: Und nicht mal mehr einen guten Grund anweifügen kann.
00:37:46: nur die Kinder haben halt auch rebelliert gegen das Fernsehen bei dem sie nix verstanden haben So.
00:37:52: Und das erzähl ich jetzt auch durchaus natürlich mit ein bisschen Humor in der Stimme, weil ich das irgendwie auch eine skurrile Nachricht einfach fand.
00:38:00: Ähm ... Ich hab mich mit dem Vater ganz nett nachher noch ausgetauscht.
00:38:03: Aber der Punkt war, dass ich schon damals zu ihm sagte, ich finde nicht, dass man das machen kann so einen Erlass quasi seiner Familie hinterlassen und sich dann aus dem Staub machen und sich ärgern, dass er nicht umgesetzt wird.
00:38:17: Sondern wenn es dir ein wichtiges Anliegen ist, früh mit englischen kontakt kommt dann keine ahnung.
00:38:24: sprich mit ihnen machen mit ihnen englisch kurs macht irgendwas damit aber du kannst nicht deine frau da so quasi verhaften.
00:38:31: Mit was das gar nicht ihr thema ist und dann sauer sein wenn sie es nicht macht.
00:38:35: und dass jetzt nur ein beispiel von vielen wo ich eben immer wieder erlebe, Oft wirklich auch Väter, die einfach durch ihre Berufstätigkeiten sehr häufig sehr viel weniger Zeit mit den Kindern verbringen.
00:38:49: Dann super streng sind mit den Müttern im Sinne von Warum hast du darauf nicht geachtet und warum hast du das nicht durchgesetzt?
00:38:55: Und warum ist das nicht passiert?
00:38:56: Das kann doch nicht so schwer sein!
00:38:57: Aber ich selber mache es halt nicht weil ich habe ja keine Zeit.
00:39:01: Da bin ich dann schon bei Vorträgen oft sehr parteilisch und sage... Wer gleichberechtigte Erziehung wirklich will, muss sich auch gleich berechtigt kümmern.
00:39:10: Aber wenn eine Person oder neunzig Prozent der Kehrarbeit macht ... Dann hat die auch die ... Leichtige Kompetenz, wenn du so willst!
00:39:22: Wie gibt da die Richtung vor?
00:39:24: Ich find das nur recht und billig.
00:39:26: Weil ich mir das schrecklich vorstelle, die Personen zu sein, durchführen muss, die nicht die eigene ist in Abwesenheit von jemandem der sich das theoretisch überlegt hat aber es dann nicht machen muss.
00:39:39: Mir fällt jetzt auch noch mal einen Unterschied auf zwischen Erziehung und Umgang oder hinter ein besseres Wort.
00:39:47: also weil du hast sie vorhin schon so ein bisschen genannt diese miesen Verhaltensweisen wenn du ein Kind mit dem wir hier leben erniedrigst lächerlich machst oder ironie verwendest, wo ist das kind nicht versteht?
00:40:03: Oder es haust.
00:40:04: Oder es im weh tust oder is Ja in die zähne nicht putzt dann ist es ja nicht erziehung.
00:40:10: Und ich glaube den denkfehler habe ich vorhin so ein bisschen gemacht dass das war nie oft nicht so ganz trennschaft zu sagen Das ist kein erziehungsstil.
00:40:20: Also
00:40:20: das Ja aber darüber sozusagen da müssen wir immer eigentlich auf die paar ebene gehen.
00:40:26: also was mache ich wenn mein mann dass das Kind immer runtermacht und fertig macht, ist eine ganz andere Frage als was mache ich wenn mein Mann das Kind keine Mütze aufsetzt.
00:40:37: Genau also es ist deswegen so vielschichtig weil eben im Umgang mit Kindern so viele Dinge zusammenkommen.
00:40:42: ne?
00:40:42: Es gibt diese Ebene von Fürsorgepflichten und Verantwortung Und da gibt es leider manchmal auch das Element von Weaponized Incompetence.
00:40:52: Sagt ihr der Begriff was?
00:40:54: Nee, nicht wirklich.
00:40:56: Das haben wir vorhin ein
00:40:57: bisschen gestreift schon bei dieser Beispiel mit der Frau, die zu dem Kongress gefahren ist.
00:41:01: also es gibt einfach manchmal diesen aggressiven Akt des quasi bewusst Dinge Scheiße machen ja dass du sie danach nicht wiedermachen musst und so dieses oh ja sorry ich konnte das Kind nicht richtig wickeln dann ist alles ausgelaufen.
00:41:13: oh ja Sorry Ich konnte das nicht und das nicht Und jetzt habe ich leider mehr Arbeit gemacht.
00:41:17: naja hättest es halt besser selbst gemacht.
00:41:18: so Ja und es gibt relativ viele paar Dynamiken wo diese Weaponize-Incompetence auch in Umgang mit Kindern eine Rolle spielt.
00:41:26: Dass quasi viele Mütter sagen, wenn ich mein Kind mit meinem Partner zwei Stunden alleine lasse, ist das danach so dysreguliert und gestresst und möglicherweise emotional verletzt von seinen Verhaltensweisen?
00:41:42: Dann mach' ich's halt lieber selber!
00:41:43: Und dann kann das natürlich auch für den Partner eine bequeme Nummer sein zu sagen cool muss ich mich nicht kümmern.
00:41:50: Gleichzeitig gibt es aber ja auch ganz viele sehr engagierte Eltern, wo beide Eltern wirklich Bock haben auf die Kinder und Bock haben sich mit diesen Ausländer zu setzen.
00:41:59: Wo trotzdem einfach sehr unterschiedliche Vorstellungen davon herrschen wie man das jetzt gut und richtig macht.
00:42:04: ich erlebe dass zum Beispiel auch sehr häufig bei Paaren mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen also die aus unterschiedlichen Ländern teilweise kommen oder einfach innerhalb eines Landes kulturell sehr unterschiedlich geprägt wurden weil zb Solche Fragen, wie lang ... Wie früh soll ein Kind in der Kita sein?
00:42:28: Auch sehr viel damit zu tun haben.
00:42:29: Welche kulturellen Botschaften ich da für mich mitbekommen habe oder so.
00:42:35: Und auch solche Fragen wie was kann ein Kind, in welchem Alter, was kann man von wem erwarten, wie viel Selbstständigkeit und so.
00:42:41: Das hat sehr viel mit kulturellem Normen und Setzungen zu tun.
00:42:45: Und das ist zum Beispiel auch oft dann ein schwieriges Ding, wenn sozusagen beide Eltern auf ihre Weise es gut machen wollen mit den Kindern.
00:42:53: Aber einfach so unterschiedlich aufgewachsen sind und beide aber das Gefühl haben, dass war gut und richtig so.
00:42:59: Ja?
00:43:00: Dann muss man sich so zusammenraufen ... irgendwie auch noch so auf dieser Ebene von interkulturellen Beziehungen.
00:43:08: Und zum Beispiel wenn jetzt ein paar, also einen Mensch ist in Deutschland aufgewachsen und ein Mensch ist im Ausland aufgewachsen und beide leben aber zusammen mit Deutschland dann ist ja sozusagen diese Kultur hier sowieso schon sehr dominant über Kindergarten Schule soziales Umfeld.
00:43:22: Dann gibt es oft bei der Partnerin oder dem Partner aus einer anderen Kultur auch wirklich so ein ganz starkes eigenes Bedürfnis zu sagen Aber zumindest Zuhause will ich Das und das so hochhalten, was auch viel mit der eigenen Identität dann zu tun hat.
00:43:38: Und da gibt es dann manchmal gerade ... Das erlebe ich auch im Kontext von Familienberatungen eine gewisse kulturelle Unsensibilität, dass sich deutsche sozialisierte ... Expertinnen in der Familie stellen und sagen, so muss man es aber machen mit Kindern.
00:43:54: Als hätten wir die Weisheit mit Löffeln gefressen.
00:43:57: Man müsste jeder Person aus einem anderen Kulturkreis erst mal erklären wie man richtig mit Kindern umgeht weil natürlich nur wir wissen was richtig ist weißt du?
00:44:06: Ja ja ja.
00:44:07: Und grundsätzlich ist das eben so dass ich denke ... Ich hab's vorhin schon gesagt.
00:44:11: ich will trotzdem noch mal betonen wenn Eltern grundsätzlich miteinander eine Basiswerte Grundlage haben und das kann wirklich auch einfach so was sein wie niemand wird hier körperlich gewaltvoll.
00:44:23: Niemand beschämt oder beleidigt unser Kind, dann kann innerhalb dessen es durchaus funktionieren dass Eltern auch wirklich sehr unterschiedlich erziehen um diesen Erziehungsbegriff zu verwenden sich da sehr gut anpassen können, auch zum Beispiel wenn ein Elternteil deutlich strenger und deutlich fordernder ist als das andere Elternteil.
00:44:44: Und manchmal hat es so was von ausgleichender Gerechtigkeit.
00:44:48: Also wenn ich das eine will gehe ich dahin, wenn ich dass andere will gehe, dann kriege halt ganz viele Impulse als Kind.
00:44:55: Was aber auch natürlich nicht selten passiert ist, dass Kinder auf unterschiedliche Erziehungsstile mit unterschiedlichem Bindungsverhalten ... reagieren.
00:45:08: und sehr häufig ist es so, dass eben das Elternteil, das sich feinfühliger zugewandte sanfter verhält von dem Kind oder den Kindern präferiert wird.
00:45:22: Dass dann auch nur du sollst mich ins Bett bringen, nur du darfst mich trösten ich will zu dir nicht bei anderen Elterenteilen bleiben usw.
00:45:30: einsetzt.
00:45:31: Und ähm ... Das is ne sehr natürliche Reaktion!
00:45:35: Von Kindern.
00:45:37: Kann aber trotzdem sich auf der Beziehungsebene schwierig gestalten, weil ich als Außenstehende denk so ein bisschen okay Eltern ernten was sie sehen.
00:45:47: also wenn ich halt der strengere autoritärere Elternteil bin darf das sein und wenn dann aber halt Der Preis den ich ja für bezahle ist dass meine Kinder mit ihren Sorgen und Ängsten und Nöten eher zum anderen Elternteil gehen Dann ist es halt so.
00:46:03: Also ich könnte es ja auch anders machen.
00:46:05: Und gleichzeitig ist das aber natürlich oft so, dass gerade die strengeren fordernden Autoritären irgendwann Eltern dann schnell das Gefühl haben sie fühlen sich quasi unterminiert vom anderen Elternteil.
00:46:17: Wenn du immer so verschwindelig bist und immer so sanft bist, dann bringt das alles hier nix.
00:46:20: Ich bin einfach nur der Buemann oder die Bufrau sozusagen in unserem Haushalt.
00:46:27: Das begegnet mir immer wieder.
00:46:28: in meiner Arbeit spüre dann oft so eine Erwartung von den strengeren Eltern quasi, dass ich den anderen Eltern sagen soll.
00:46:38: Sie sollen da auch mal ein bisschen solidarischer sein und etwas mehr auf so ne gemeinsame Linie einschwenken weil autoritäre Erziehungen nicht besonders gut funktioniert wenn die Kinder gleichzeitig noch einen sicheren Hafen haben wo sie ja auch hingehen können.
00:46:55: also wenn Kinder eine Wahl haben weißt du?
00:47:01: Ich find das natürlich gut, weil sozusagen aus bindungswissenschaftlicher Sicht braucht ein Kind im Zweifelsfall eine sichere Person um mit einer großen emotionalen Sicherheit durchs Leben zu kommen.
00:47:13: Das heißt sozusagen aus meiner Warte ... Wenn ich aus dieser Bindungsorientierten Sicht drauf gucke, denke ich, ich wünsche jedem Kind einen nichtautoritäres Elternteil bei dem sie die Zuflucht finden können und dann kann das so bisschen Denn kann die autoritäre Erziehung auch einfach nicht so viel Schaden anrichten, finde ich super.
00:47:31: Aber dass sich für das autoritärere Elternteil – es muss ja nicht irgendein Hardcore-Schulmeister mit Rohrstock sein!
00:47:38: Das kann ein strengereres, fordernderes Elternsteil sein.
00:47:41: Sich das dann blöd anfühlt ... Kann ich schon auch nachvollziehen?
00:47:49: Ja...
00:47:51: Und ich hab da, das sag ich dir ehrlich, keine so richtig gute Lösung für.
00:47:55: Weißt du?
00:47:56: Ja deswegen muss ich so lachen weil es natürlich so ein ... Es bleibt Verhandlungssache.
00:48:01: Das bleiben paar rote Linien die man ziehen kann glaube ich und dann gibt's einiges zu verhandeln oder Unterschiede auszuhalten... Oder eben nicht auszuhalten und das ist halt so eine... Eine Sache, die man glaube ich nur sehr feinfühlig und nur sehr individuell oder halt auch mit Unterstützung von außen dann irgendwann anfangen kann zu benennen.
00:48:22: Und um nochmal kurz auf dieses Thema getrennte Eltern schafft als zurückzukommen da ist es tatsächlich so Sowohl aus rechtlicher Perspektive als auch aus psychologischer Perspektiven, das tatsächlich man im Prinzip heute sagt.
00:48:36: Wenn Kinder sozusagen in zwei Haushalten groß werden wie immer genau das Arrangement dann ist, dann ist es wirklich wichtig dass das jeweilige Elternteil dort die volle Entscheidungsfreiheit hat.
00:48:48: Natürlich ist es ideal wenn Eltern sich gemeinsam auf eine Linie verständigen können und es so was wie bisschen also gemeinsame rote Linien gibt aber solange es nicht wirklich um Objektiv Kindswohlgefährdende Handlung geht, also Kind im Auto mitnehmen unangeschnallt oder so was?
00:49:04: Oder irgendwie körperliche Gewalt.
00:49:06: Es ist tatsächlich so ... dass die persönlichen Freiheiten von Eltern teilen dann sehr groß sind.
00:49:14: und wenn ein Kind ... bei einem Elternteil sehr strenge Medienzeiten einhalten muss und beim anderen Elternteil gar nicht.
00:49:23: Und dann dysreguliert nach Hause kommt, auch natürlich die Medienregeln im anderen Zuhause wieder erst mal infrage gestellt werden, weil am Wochenende durfte ich ja so ... Das ist anstrengend, nervig, menschlich zu denken, das kann doch nicht wahr sein!
00:49:40: Gleichzeitig ist es tatsächlich so, dass es Kindern ... deutlich besser tut, wenn diese Unterschiede dann einfach so sein dürfen und wenn dann das jeweils andere Elternteil so ein bisschen zähne knirschen sagt Nicht mein Bier.
00:49:55: Dann ist es so ja als wenn sozusagen die ganze Zeit über diese Themen Konflikte entspringen und verhandelt werden.
00:50:04: Und wenn dann die Kinder auch in so eine Rolle kommen, quasi immer erst mal Rapport geben zu müssen.
00:50:08: Na wie viele Stunden durftest du beim Papa am Tablet hängen?
00:50:11: Also das macht dann ganz viel Unsicherheit bei den Kindern.
00:50:14: Das schadet denen tatsächlich mehr als wenn es an den unterschiedlichen Orten unterschiedliche Handhabungen gibt.
00:50:24: Ja.
00:50:27: Es ist halt einfach auch nix statisch.
00:50:29: also das Kind verändert sich da.
00:50:33: Es kommt ein Schicksalsschlag oder ein Freudensding und plötzlich verändert sich die Partnerschaft, wenn es eine Partnerschaft ist.
00:50:39: Oder plötzlich verändern sich die Verhältnisse... ...oder das Kind fängt an Richtung Pubertät zu gehen oder verlässt die Pubertäte hinten raus.
00:50:46: Und jedes Mal hast du ja da auch wieder komplett neue Dynamiken!
00:50:49: Das sind dann, finde ich halt so Chancenfenster wo man sagen kann, es könnte das strengere Elternteil mal ne andere Rolle einnehmen weil jetzt einfach um andere Themen geht.
00:51:00: Dass man sich auch nicht in so Rollen reinschreibt.
00:51:02: Das glaube ich bei Eltern von außen manchmal zu sehen, dass die sich gegenseitig immer bestärken in ... Ja?
00:51:08: Gutkorb-Bad-Kopp und so weiter.
00:51:11: Nee das ist so.
00:51:12: Und dieses was du sagst es ist nichts Statisches verändert sich alles.
00:51:17: Das finde ich auch so wichtig im Kopf zu behalten.
00:51:20: Unsere Rollen dürfen sich verändern als Kind.
00:51:22: Wir dürfen von Kind zu Kind auch dazu lernen wenn wir mehr als ein Kind haben.
00:51:29: Ich finde es wertvoll, wenn wir als Eltern es schaffen im Austausch zu bleiben.
00:51:33: Darüber warum wir mit unseren Kindern wie umgehen?
00:51:36: Wenn man da so eine gewisse Verletzlichkeit zulässt wirklich auch darüber spricht was sind vielleicht meine eigenen Wundenpunkte weshalb mir etwas wichtig ist oder so.
00:51:44: dann kommen wir in So ein konstruktiven Aussage im Vergleich zu wenn man sagt ich habe recht du hast unrecht oder umgekehrt.
00:51:50: Ich hab von manchen Eltern gespiegelt bekommen, dass durchaus so was wie Bücher und Podcasts hilfreich sein können.
00:51:57: Nicht als Beweisstück A, ich habe recht!
00:51:59: Sondern wirklich als Gesprächsanlass ja?
00:52:02: Also wir haben zum Beispiel manchmal Eltern erzählt bei meinem Buch Mein Familienkompass.
00:52:06: Das ist ja so ein Rundumschlag über Erziehung heute.
00:52:10: Und welche Dinge gibt es da zu beachten?
00:52:12: Was ist der aktuelle Forschungsstand?
00:52:15: aber auch eine moralische Bewertung von Themen wie Strafen ... Belohnungen gehen wir als Familie miteinander um.
00:52:23: Da haben mehrere Eltern erzählt, dass sie einen Kapitel mal gelesen haben, Zeit versetzt und sich getroffen haben und gesagt haben okay dann sprechen wir heute drüber.
00:52:36: Dann gibt es auch Paare, die reiben sich an manchen meiner Aussagen und sagen das wollen wir anders machen mit unseren Kindern.
00:52:41: Das finde ich großartig weil das ja zeigt, dass so ein Text manchmal ein Anlass sein kann... um miteinander einen Anfangspunkt zu haben für ein Gespräch.
00:52:54: Und genauso kann das bei der Podcast-Folge so sein, kann es bei einem Social Media Posts so sein und kann bei allem Möglichen so sein.
00:53:01: Was schon auch ich noch reingeben möchte ist, dass es auch oft helfen kann im Kontext von einer Familienberatung oder mit einer neutralen Person im Raum ein Konfliktthema zu besprechen.
00:53:13: Die Sehnsucht dabei ist oft ... Gerade bei Müttern, nach meiner Erfahrung.
00:53:18: Dass quasi die Fachfrau dem Mann jetzt auch mal sagen soll, dass sie recht hat und er unrecht wie das halt oft der Supaterapien ist.
00:53:26: Im Sinne von sagen Sie mein Mann doch mal!
00:53:29: Und das klappt selten.
00:53:30: aber gute Coaches und gute BeraterInnen lassen sich nicht in diese Schiedsrichterrolle.
00:53:37: drängen, sondern machen wirklich einfach einen Raum auf wo man so ein bisschen explorieren kann.
00:53:42: Wo kommst du her?
00:53:43: Wo komme ich her?
00:53:44: Was ist uns wichtig?
00:53:45: was sind unsere Stärken und unsere Potenziale?
00:53:47: wie können wir in unserer Unterschiedlichkeit trotzdem gemeinsam unser Kind großziehen?
00:53:52: Und das ist etwas was sich ganz wertvoll finde sich dafür zu öffnen.
00:53:57: da gibt es natürlich unendlich viele Möglichkeiten kostenpflichtige Angebote von Familienberaterinnen, die man finden kann.
00:54:05: Es gibt aber auch wirklich gute BeraterInnen bei diesen öffentlichen Angeboten von Diakonie, Caritas pro Familie oder städtischen Angebote wo man für wenig Geld oder manchmal sogar kostenfrei mal so einen Termin machen kann, wo man das einfach durchsprechen kann und wo eine Person ein bisschen helfen kann, diese oft ja sehr festgefressenen Konflikte noch mal so ein bisschen auseinanderzutröseln.
00:54:34: Und zu schauen wie man da gemeinsam weitergehen kann.
00:54:37: Also das kann ich nur empfehlen.
00:54:39: Genau oder man kann sich zumindest dann verbünden gegen die
00:54:42: Dritte.
00:54:42: Ja genau sagen die war voll doof.
00:54:44: Wir machen es anders.
00:54:45: Die wird so
00:54:45: doof!
00:54:46: Das kriegen wir beide doch jetzt doch besser hin?
00:54:50: Aber hey, wenn ihr Nora was fragen wollt, dann schreibt uns immer gerne an.
00:55:00: Und damit kommen wir zur Sponsorin der aktuellen Folge und es folgt etwas in Werbung.
00:55:07: Ja über die Sponsoren der Aktuellen Folge freue ich mich besonders.
00:55:11: Wir dürfen euch nämlich heute App Alltagsgold vorstellen, die wirklich mich sehr begeistern und die mich total an mein eigenes Buch goldrichtig erinnert hat.
00:55:22: Wo es ja auch so ein bisschen darum ging, die Goldrichtigkeit im Alltag zu entdecken und die kleinen Momente wertzuschätzen nicht in so einer toxischen Positivität.
00:55:30: Es darf alles sein, es dürfen auch schwere Gefühle sein aber Alltag's Gold ist eine App, die euch hilft im Alltage euch darauf zu fokussieren was war heute gut?
00:55:39: Was ist heute passiert?
00:55:42: erinnern möchte.
00:55:44: und es ist gleichzeitig eine App, die euch auch hilft eurem Fotokaus herzuwerden.
00:55:49: Also Alltagsgold ist eine App in der könnt ihr journalen also eure tägliche Erlebnisse festhalten oder ihr werdet von dieser App auch gefragt sozusagen was wollt ihr heute vielleicht in Erinnerung behalten?
00:56:01: dann könnt ihr das eben schnell rein tippen In dieser App und gleichzeitig könnt ihr in dieser App eben auch Fotos hochladen, die von dem Tag für euch besonders wichtig oder wertvoll waren.
00:56:10: Und so entsteht ganz nebenbei im Alltag sowas wie ein persönliches Foto aber auch Dankbarkeits-Tagebuch.
00:56:16: also ihr habt sozusagen alles in einem und das hat dann wieder mehrere tolle Effekte für euch.
00:56:22: einerseits habt ihr sozusagen jeden tag diese Momente wo ihr kurz innehaltet und überlegt was war heute gut oder wert voll oder bedenkenswert bemerkenswert interessant was auch immer?
00:56:32: Und dann habt ihr natürlich über die Zeit quasi wie so ein Album auf eurem Telefon, dass ihr so durchskrollen könnt.
00:56:37: Bei dem ihr euch erinnern können, stärken lassen könnt, überlegen könnt, wie war das nochmal?
00:56:41: So bist du euer Highlight Reel quasi so zusammengestellt habt und dann kann aus dieser App heraus auch ein physisches Fotobuch entstehen also euer Familienalbum und das finde ich einfach eine total schöne Idee, wie das da alles ineinander greift.
00:56:56: Du kannst eben so verschiedene sogenannte Lockbooks anlegen.
00:56:59: Man kann die auch in einem Familien-Account gemeinsam füllen, sodass man dann sagen kann okay das ist jetzt eher mein persönliches Journaling und das hier ist noch nebenher völlig dass noch gleich für die Oma macht es so zugänglich
00:57:09: genau und man merkt eben wirklich dass Sarah die Gründerin von Alltagsgold selber Mama ist und selber Fotografin ist.
00:57:16: also ihr liegen einfach auch Fotos als Erinnerungsstücke und Kraftanker so am Herzen.
00:57:21: ein besonderes Thema für Sarah ist immer diese Thematik, dass viele Mütter in Familienfotos so wenig stattfinden.
00:57:28: Und deswegen hat Sarah zusätzlich zu dieser App noch ein Kurs entwickelt für Familienphotografie also wie Familien im Alltag mit ihren ganz normalen Smartphones richtig tolle hochwertige Familienbilder machen können.
00:57:41: und dieser Fotokurs im Wert von Neunundneinzig Euro der ist euer Geschenk.
00:57:45: den bekommt ihr einfach so wenn ihr euch die Alltagsgold-App runterladet.
00:57:53: Genau, die Aktion geht bis Ende Juli und wir packen euch in die Show notes.
00:57:57: Wie komme ich auch zudem noch zu dem Fotokurs?
00:58:00: Alles andere findet ihr ebenso natürlich auf Alltagsgold.app.
00:58:03: Vielen Dank!
00:58:04: Und damit liebe Nora können wir noch kurz in unser Postfach schauen.
00:58:08: heute Nora wollte ich dir eine Mail zur Trauerfolge vorlesen Und zwar liebe Nora, lieber Oliver vielen Dank für euren tollen Podcast.
00:58:16: Ich bin Religionslehrerin und nehme in der vierten Klasse den Bereich Leben sterben Tod durch.
00:58:21: Ich informiere die Eltern vorab dass dieses Thema ansteht.
00:58:24: das ist für mich als Fachlehrerin in der Klasse wichtig weil ich nicht von allen Kindern den Hintergrund kenne.
00:58:29: so können sich Eltern bei mir im Voraus melden falls gerade zu Hause etwas akut ist wenn ich mit den Kindern spreche merke schnell wo das Thema Tod ein Tabu oder wer schon informiert ist.
00:58:40: Gerade in meinem Fach wird auch die christliche Seite betrachtet, was passiert nach dem Tod?
00:58:45: Wie können wir uns den Himmel vorstellen.
00:58:47: Aber die Kinder stellen mir auch viele andere Fragen, die wir gemeinsam versuchen zu beantworten.
00:58:51: Mir ist dabei auch wichtig, die Kinder einfach auch einmal zu informieren, ihnen deutlich zu machen das der Tod leider zum Leben dazu gehört aber auch einen Raum für alle Gefühle zu
00:59:00: geben.".
00:59:02: Wenn es um den Himmel geht Ist es hilfreich, wenn ich mit den Kindern dem Begriff Himmel im Englischen anschaue?
00:59:09: Sky als Himmel Wolken und so weiter.
00:59:12: Heaven also der spirituelle Ort.
00:59:15: Danke euch beiden für euren tollen Podcast.
00:59:16: macht weiter so.
00:59:17: liebe Grüße Antonia!
00:59:19: Ja das ist echt ein guter Tipp.
00:59:24: Dieses Himmelskonzept ist wirklich für viele Kinder im deutschsprachigen Raum sehr verwirrend.
00:59:30: weil Ja, weil das Wort eben das Gleiche ist.
00:59:35: Und weil dann auch schnell ... Also wir haben ja schon in unserer Kultur viel diese Bilder.
00:59:41: Wir hatten in der Trauerfolge schon ein bisschen davon gesprochen im Sinne von die Oma sitzt jetzt auf den Wolken, der Opa ist jetzt ein Stern da oben und guckt auf dich runter so die Kinder spielen auf der Himmelswiese.
00:59:55: Wenn das dann sieht man an denen und den Farbschatierungen Abendrotz und so.
01:00:02: Und das kann alles natürlich für Erwachsene ... ein Bild sein, das auch helfen kann mit einem Verlust umzugehen.
01:00:09: Aber für Kinder hat es dann oft wirklich was sehr verwirrendes, wenn sie im einen Moment sozusagen in der Wissenssendung erfahren wie sind Wolken zusammengesetzt oder so und wie sollen die das jetzt im nächsten Moment zusammenkriegen?
01:00:21: Dass da irgendwie Millionen toter Menschen unterwegs sind also ... Was so ja!
01:00:25: Und ich erlebe das wirklich immer wieder in Gesprächen mit Eltern dass Kinder dieses Himmelsbild jemand ist im Himmel eher In gewisser Weise in sofern verstörend empfinden, als dass sie dann die Vorstellungen haben.
01:00:38: Die sind da und melden sich nur nicht.
01:00:40: Und oft diese Fantasien kommen.
01:00:42: Wir brauchen eine lange Leiter, ein Flugzeug oder einen Heißluftballon.
01:00:46: Man muss doch irgendwie hinkommen.
01:00:50: Das kann auch sehr quälend sein, wenn Kinder sich immer wieder neue Wege überlegen wie man an diesen Ort jetzt kommen könnte.
01:00:57: Deswegen ist das schon wichtig ... sozusagen den biologischen Vorgang des Sterbens in seiner Klarheit zu benennen und gleichzeitig Raum für einen spirituellen Ort, wenn ich das möchte.
01:01:11: Und es sich für mich stimmig und richtig anfühlt aber schon klar abzugrenzen, dass dieser spirituelle Ort kein Ort ist, den wir jetzt einfach mit unseren Werkzeugen von wegen ... Wir haben eine Leiter, wir haben diesen Jet was auch immer erreichen können.
01:01:29: Das hat auch was Entlastendes, weil dann Kinder aufhören können sich quasi Lösungen zu überlegen.
01:01:34: Also Kinder sind ja oft in so einem Problem-Lösungsmodus im Sinne von ich kann alles schaffen!
01:01:37: Ich muss nur auf die richtige Idee kommen.
01:01:40: Muss das Tool finden?
01:01:41: Ja.
01:01:44: Okay super vielen Dank.
01:01:45: das war's schon wieder und wieder bis zum nächsten Mal
01:01:48: genau und denkt immer dran.
01:01:49: alle Anfang ist manchmal schwer manchmal leichter aber immer interessant.
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