Aller Anfang: Das muss jetzt sein!

Shownotes

Manche Dinge im Familienleben sind nicht verhandelbar. Zähneputzen, anziehen, anschnallen im Auto - das ist einfach wichtig. Aber was, wenn ein Kind sich gegen Notwendigkeiten sperrt? Wie gehen wir damit um, wenn kein spielerischer Weg mehr hilft und wir gleichzeitig nicht Gewalt anwenden wollen?

Nora Imlau: Meine Grenze ist dein Halt, Beltz

Nora Imlau: Was Familie leichter macht, Beltz

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00:00:09: ist manchmal schwer, manchmal leichter aber immer interessant.

00:00:15: Und womit fangen wir heute an?

00:00:16: Heute Nora würde ich gern mit dir über Unverhandelbares sprechen.

00:00:20: Na dann legen wir los!

00:00:22: Diese Folge wird unterstützt von der Wubi-Box einer Audiobox für Kinder die mit Spotify funktioniert und mehr erfahrt ihr am Ende dieser Folge.

00:00:31: Hallo Nora

00:00:32: Hallo Oliver

00:00:33: Ich finde es klingt ja fast wie so ein kleiner Zauberspruch Unverhandelbares.

00:00:38: und um es klarer zu machen Das passiert nämlich auf einer Nachricht, die wir erhalten haben und die lese ich jetzt noch mal stellvertretend dir und allen Hörerinnen vor.

00:00:49: Liebe Nora aktuell höre ich ganz viel deinen Podcast!

00:00:52: Ich bin jedoch nicht gefündigt geworden wo unser großes Verzweiflungsthema behandelt wird – wenn das Kind konsequent erforderliche Dinge ob Hygiene, Anziehen, Sonnencreme nach Hause gehen zur Kita verweigert und auf Augenhöhe gehen, spielerischer rangehen, selbst Dinge entscheiden lassen – alles nicht funktioniert.

00:01:12: Wie gehe ich damit um?

00:01:14: Wenn das Kind um acht Uhr vierzig noch nicht angezogen ist und um neun in der Kita sein muss und keine andere Betreuung möglich ist… wenn sich physisch gewährt wird, selbst wenn man ruhig erklärt und vorsichtig helfen oder das Anziehen übernehmen möchte ….

00:01:27: wenn es dann trotzdem macht meiner Meinung nach eine gewaltvolle Situation daraus, aber wenn das Kind nicht mal einen Schlafanzug anhat kann man ja nicht mal sagen okay dann gehst du halt einfach so zu Kita.

00:01:40: Um meine Nachricht an meine Freundin zu zitieren wie macht Nora Imlautas?

00:01:46: Damit willkommen in der neuen Folge von aller Anfang!

00:01:49: Das erinnert mich an diese Armbänder in der Zeit langsamer Mode waren in freikirchlichem Kreisen mit dem Wort, Jesus du.

00:01:56: Die man am Abend getragen hat um sich immer daran zu erinnern ... Kenne

00:02:00: ich natürlich nicht?

00:02:01: Du kennst doch was wieder nicht!

00:02:03: Das war so ein Ding und das sollte einer eben immer daran orientieren sozusagen im jesusschen Sinne zu handeln und ich musste als sie diese Frage formuliert hat.

00:02:12: Also armbänder von meinem inneren Auge denken so what would Nora do?

00:02:17: Was ist die Antwort?

00:02:19: Ich würde auch verzweifeln.

00:02:20: Und das ist nicht nur ein theoretisches Konstrukt, sondern ich hab in meinem Leben mit meinen Kindern wirklich schon Momente erlebt wo ich exakt diese Frage so dieses was macht man wenn was wirklich einfach notwendig ist und alle netten klaren Strategien die einem so angeboten werden nicht funktionieren?

00:02:45: Aber auch, ich sag mal das Durchsetzen in dem Sinne.

00:02:48: Ich funktioniere da ist ein extrem willensstarkes vielleicht auch sehr aufgelöstes Kind und man hat das Gefühl es gibt jetzt etwas als wirklich einfach dran Und man hat keine Ahnung wie man das umsetzen soll.

00:02:58: Das ist ja eine Erfahrung kompletter Hilflosigkeit Machtlosigkeit Auch so einer tiefen Verzweiflung die einen wirklich auch dann den ganzen eigenen Weg infrage stellen lassen kann.

00:03:11: Dass man denkt, alle meine Lebensentscheidungen, die mich an diesen Punkt geführt haben, da muss ich doch irgendwo falsch abgebogen sein so ne?

00:03:18: Das kann sich sehr fundamental anfühlen, extrem verunsichert, extrem schlimm und ähm ... Als sie diese Situation so schilderte mit dem Wenn das Kind nicht mal ein Schlaferzug trägt, wie soll man es denn im Schlafferzug in die Kita bringen?

00:03:30: So war das ja manchmal auch vorgeschlagen wird.

00:03:32: Muss dich so eine Situation denken von paar Jahren jetzt als Anekdote erzählen.

00:03:38: Aber in dem Moment war das wirklich für mich so ein Tiefpunkt meiner Mutterschaft, da hatte ich einen Kind extrem willensstark, extrem sensibel gerade was das Thema Klamottenreize auf der Haut und sowas angeht ... Da hatte ich exakt diese Situation.

00:03:54: es war ziemlich kalt also Winter Und das Kind hatte praktisch den Schlafanzug morgens ausgezogen Prang quasi in der Unterhose rum und dann kam diese große Eskalation von wegen, ich ziehe mir aber nichts an.

00:04:13: Jedes Kleidungsstück war falsch alles was ich versucht habe an spielerischen Herangehensweisen.

00:04:18: Nichts hat gefruchtet das Kind hat sich immer mehr aufgeregt und immer mehr geschrien und ich hatte gleichzeitig einen ganz großen Druck es um eine bestimmte Uhrzeit in der Kita haben zu müssen, weil ich ja nach auch ein Arzttermin hatte.

00:04:29: Der für mich wirklich wichtig war und wusste klar, aber ich kann dieses Kind nicht mitnehmen.

00:04:32: Mein Mann war natürlich auf Dienstreise und grad auch nicht da.

00:04:35: Also so dieses übernimm-du mal ging auch nicht.

00:04:38: Es gab in Deder akuten Situationen keine andere Betreuungsoption.

00:04:42: Das war klar.

00:04:42: das muss jetzt klappen so verzweifelt.

00:04:45: Und ich hab auch versucht an mein Kind, was sich nicht gut finde, aber ich wusste mir nicht zu helfen quasi fast gewaltsam anzuziehen.

00:04:52: Aber sobald ich sozusagen mit viel Kraft und Gegenwiderstände diesem kinden Hemd über den Kopf gezerrt hatte, habe ich mich umgedreht die Hose geholt und dann war das Hemd schon wieder runter!

00:05:01: Also ... Ich kam überhaupt nicht weiter.

00:05:03: Und...ich erinnere mich daran, dass ich dann dieses nur eine Unterhose tragende Kind einfach grob in so ne Decke eingeschlagen hab?

00:05:11: Und dann bist du so umhüllt mit dieser Decke relativ undannend in einen Bollerwagen verfrachtet habe, die Klamotten da drauf geschmissen und gesagt okay dann gehen wir jetzt so in die Kita.

00:05:22: Und dann hab ich dieses schreiende weinende nackte Kind in so eine Deckel gehüllt durch den kalten, weiß ich nicht, Februarmorgen oder was das war?

00:05:34: Ich weiß nicht mehr genau den Monat geschoben zur Kita und es schrie und schrie!

00:05:37: Und ich hab wirklich gedacht wenn mich jetzt irgendjemand sieht weiß ich nicht, die Polizei erruft oder das Jugendamt.

00:05:43: Ich könnte es lieber dem verübeln!

00:05:45: Das sah echt aus wie eine Kindesentführung.

00:05:47: So, ich fand's ganz schlimm und auch mit einem großen Schamgefühl dann belegt praktisch mit so nem Kind ja also nicht angezogen brüllend, verweint in der Decke gehüllt in der Kita anzukommen.

00:06:01: Und dort war's denn so als wir dann in diesem Kitasetting waren und dann in der Garderobe saßen, ne?

00:06:07: Dass dann irgendwas geklickt hat bei meinem Kind wie das dann manchmal so ist.

00:06:11: Dieses Eiernähe hier in der Kita brauche ich schon was zum Anziehen, und dann konnte ich quasi die mitgebrachten Klamotten in der Garderobe auf einmal relativ friedlich dem Kind überziehen.

00:06:20: Dann war quasi der Spuk vorbei ... Und ich hab dann das auch gar nicht groß erklärt, sondern einfach nur so getan als wäre das das Normalste auf der Welt, dass ich halt nacktes Kind in die Kita bringe!

00:06:29: Ähm... Das ist mir aber noch richtig lange nachgegangen, dass sich diese Situation sozusagen nicht ... besser gelöst bekommen habe.

00:06:39: und es war auch lange so eine Angst von mir dieses, was für mich eine Situation wieder so entgleitet.

00:06:44: Was wenn das immer wieder passiert?

00:06:45: Dass irgendwas einfach notwendig ist und ich als Mutter weiß nicht wie ich das lösen

00:06:51: soll.".

00:06:52: Und diese spezifische Situation ist dann nie wieder aufgetreten!

00:06:57: Ich glaube schon dass auch dieses relativ klare Das muss jetzt passieren, wir kommen trotzdem los.

00:07:02: Du kannst es nicht verhindern, dass wir das Haus verlassen und wenn ich dich in der Decke gehölt in eine Rollerwagen setze ... Dass das ein starkes Signal war an mein Kind, okay, sich nicht anziehen lassen hilft nicht.

00:07:14: Aber ähm... Ich erzähle deswegen so ausführlich, weil ich glaube, das sind Situationen, die viele Eltern in irgendeiner Variante kennen und die sehr tabuisiert sind über die wir auch als offene Eltern viel erzählen.

00:07:27: wenig sprechen, weil sich das so schlimm anfühlt in dem Moment.

00:07:31: Und es gibt noch viel krassere Momente die mir auch passiert sind oder die anderen da können wir auch drüber sprechen.

00:07:37: aber das war jetzt so ein moment wo ich dachte ja dass war schlimm und ich würde diesen tip im Sinne von dann packt das nackte Tint ein und geh los mit der Decke.

00:07:48: Jetzt nicht als Erziehungsratschlag formulieren wollen, im Sinne von das löst alle eure Probleme.

00:07:53: Ich glaube es gibt nichts was in dem Moment alle Probleme löst.

00:07:57: aber ich glaube was man vielleicht mitnehmen kann ist manchmal gibt's keine guten Lösungen und dann muss man die am wenigsten ... Blöde Lösung wählen.

00:08:06: Und ich hatte das Gefühl, dem Moment entweder ich schaff jetzt so ein bisschen Fakten und sage okay dann gehen wir jetzt halt solos oder ich werde wirklich richtig krass fies und fang an mit emotionaler Erpressung.

00:08:16: und wenn du das nicht tust, dann ist folgendes gestrichen und fange an mein Kind zu demütigen, zu beleidigen ,zu beschimpfen.

00:08:23: Da fand ich dieses Ich pack dich jetzt die friedvollere Variante von zwei nicht tollen Varianten.

00:08:32: Vielleicht ist das so ein Anfangspunkt für dieses Gespräch.

00:08:34: Dass es manchmal keine guten Lösungen gibt und dass man dann irgendwie das gehen muss, was innerhalb der verfügbaren Möglichkeiten noch so der liebevollste Weg ist.

00:08:45: Aber... Es hat sich nicht liebevoll oder verbindend oder gut angefühlt in dem Moment.

00:08:55: Ja, mich rührt das gerade weil's mich natürlich auch an eigene Situationen erinnert.

00:09:02: Wenn ich dann heute zurückblicke, spüre ich immer noch eine gewisse Scham über mein Verhalten in so einer zugespitzten Wahnsinnsituation.

00:09:14: Es ist ja oft kommen mehrere Dinge zusammen wie auch in deiner Geschichte die du ... Jetzt hier geteilt heißt also nicht nur das Kind ist dass und das nicht will sondern auch die grundsätzliche Situation, dass es weniger Auswirk gibt.

00:09:26: Und die zeitliche Zuspitzung.

00:09:29: wenn ich A dann nicht B wir müssen dahin weil dahinter hängen irgendwie ganz viel wichtige Dinge.

00:09:34: Und diese drei sind oder was Sachen.

00:09:36: die kommen halt zusammen und dann ist es halt ja so schwierig, weißt du für alles andere hätten wir ja Lösungen.

00:09:43: Also, wäre irgendwo eine Oma-Gaps eine Lösung.

00:09:46: Wäre irgendwo Sommer-Gap solution?

00:09:50: Das ist ja alles nach... Aber es gibt manchmal nicht so richtig ne Lösung und dennoch war ich sozusagen mit meiner Lösung nicht einverstanden.

00:09:58: Ich hatte dann auch so'ne Wut in so einer Situation In so ner abgrundtiefen sinnlosen Verweigerungssituation wo's irgendwie auch noch medizinisch notwendig war, weißt du so dass der da wirklich einfach am liebsten Gegenstände schmeißen möchtest, du das auch tust.

00:10:14: Und es ist ja auch ein total verständliches Affenteater.

00:10:17: also ich bin... Ja vielleicht können wir zunächst festhalten wie wir kennen das und wir kommen alle in diese Situation oder die meisten von uns viele von uns.

00:10:28: Und ich finde es ja nicht wirklich einen Ratschlag zu sagen dann wickelt's halt in der Decke und tragst mit Klamotten in die Kita.

00:10:35: Mit Oli Klamotsch!

00:10:36: Also weißt Du?

00:10:38: Das

00:10:39: ist kein Tipp Das ist eine Notfallstrategie, ne?

00:10:41: Genau.

00:10:41: Es sind

00:10:42: keine Tipps sondern es sind so absolute Notfallregelungen.

00:10:44: wie im Keller steht Wasser und ich muss dich da jetzt raustragen ob du willst oder nicht weißt du so keine Ahnung.

00:10:51: das erste was mir so einfällt.

00:10:55: also Ich überlege nur ob man mich von hinten auf die Situation gucken sollte statt von vorne.

00:11:00: Also der oder die die uns schrieb wollte ja so ungefähr zu sagen Was tue ich in der Situation Und vielleicht finden wir jetzt im lauf des Gesprächs noch ein paar antworten.

00:11:10: So eine sofortige Lösung ist jetzt ja nicht auf der Hand, weil diese Situationen sind hochkomplex.

00:11:18: Aber was kann ich danach

00:11:19: tun?

00:11:20: Das ist glaube ich insgesamt oft ein Thema... Weißt du wenn wir jetzt ganz kurz so Mini-Exkurs machen und sagen Was erwarten wir oft von Erziehungsratgebern oder von Erziehungsberatung, dann ist das hier oft.

00:11:31: Ich wünsche mir einen Tipp oder eine konkrete Strategie.

00:11:33: Mein Kind tut dies, was soll ich machen?

00:11:36: Und wenn man sich die Erziehungratgeber der neunziger frühen zweitausender Jahre anguckt, dann waren die oft exakt so aufgebaut.

00:11:44: Also hier ist das Problem und da ist seine Lösung.

00:11:47: So ... Dann Kind will nicht schlafen, macht Folgen des Programms, dann schläfts.

00:11:50: Dann Kind hält sich nicht an Regeln.

00:11:52: Hier ist der stille Stuhl, dann

00:11:53: folgt's.".

00:11:54: Das war immer ein Dreiklang aus Problemstrategie-Lösung in der Art und Weise wie wir heute unsere Kinder begleiten wollen individuell empathisch bindungsorientiert.

00:12:05: Beziehungen.

00:12:06: Da gibt es nicht immer so diese Rezepte.

00:12:11: und trotzdem gibt es auch innerhalb eines zugewandten und liebevollen Umgangs miteinander manche Strategien oder Ideen, die man durchaus teilen kann wo man sagen kann das ist oft ein guter Weg mit was umzugehen.

00:12:22: Das habe ich auch schon im Podcast hier ganz häufig gebracht dass sich gesagt habe ne?

00:12:26: Das ist eine gute Formulierung.

00:12:28: oder in der an der Weise könnte man die Situation begleiten oder so.

00:12:32: Viele Menschen sehen sich nach genau solchen Anleitungen.

00:12:34: Und ich selbst hab mich auch noch so oft schon gesehen und war manchmal sehr frustriert als junge Mutter, gerade wenn ich z.B.

00:12:41: Jesper Juli gelesen habe und immer dachte ja aber wie macht man sie konkret?

00:12:44: Ich hab die Haltung schon verstanden!

00:12:46: Aber was soll ich denn machen?

00:12:48: Ich glaube es ist manchmal schwer auszuhalten dass es eben Situationen gibt durchaus extreme Situation in unserer Elternschaft wo es kein Rezept geben kann sondern wo wir nur in der akuten Unmögliche Situation irgendwie den okaysten und menschenmöglichsten Schritt in dem Moment wählen können muss.

00:13:14: Und dazu, ich finde es wichtig dass du das sagst gehört manchmal auch zu sagen Ich spür da jetzt eine Wut oder Aggression und Verzweiflung in mir.

00:13:22: Die muss irgendwie raus!

00:13:24: Und die Option ist nicht mehr zu sagen... ...ich bin jetzt einfach nicht wütend Sondern manchmal kommt's echt dann auf diese Spitze auf Knopf Schlag ich jetzt gegen einen Schrank oder schlag ich jetzt mein Kind?

00:13:34: So ungefähr, also und dann noch die Entscheidung zu treffen.

00:13:37: Ich hau jetzt gegen den Schrank.

00:13:39: Natürlich ist das kein pädagogischer Tipp zu sagen vermöbelt eure Möbel ja aber manchmal ist es so ein bisschen dieses.

00:13:46: Wir brauchen irgendein Weg der nicht der ganz schlimme weg ist Und gerade Menschen die an sich selber hohe Ansprüche haben in Sachen zugewandten begleiten.

00:13:59: Ich will nicht einfach nur den zweitschlechtesten Weg gehen, sondern ich will das richtig gut machen und verbinden auf Augenhöhe.

00:14:06: und so sind dann oft sehr enttäuscht von sich wenn sie Lösungen wählen, auf die sie nicht stolz sind.

00:14:15: Und manchmal ist es dann glaube ich wichtig ... dieses Schamgefühl, dass wir dann in so einem Moment spüren.

00:14:21: Dass du kennst das ich kenne und ganz viele Menschen kennen noch mal ein bisschen anzugucken und zu sagen ja diese Scham ist schon wichtig die weiß uns darauf hin, dass das nicht ist wie wir normalerweise miteinander umgehen wollen.

00:14:31: Ja Ich will nicht eine Mutter sein vor der mein Kind Angst hat weil ich mit Gegenständen werfe und rumschreihe und mein Kind einfach schnappe und in irgendwelche Wägen verfrachte.

00:14:39: So Und gleichzeitig In dieser jeweiligen Situation Stand ich unter krassem Druck und habe trotzdem noch ne Wahl getroffen, die besser war ist eine andere Wahl, die ich auch hätte treffen können in dem Moment.

00:14:56: So und das irgendwie auch anzuerkennen.

00:15:00: aber um das einfach zu benennen weil das auch ein Tabu ist... Ich schreibe da ja auch viel drüber.

00:15:05: für mich ist als Mutter so sein Gewaltfreiheit dieses.

00:15:08: ich will meinen Kind nicht verletzen!

00:15:10: Ich will meinem Kind nicht wehtun!

00:15:12: Ein ganz zentraler Grundwert.

00:15:14: Und gleichzeitig hab ich auch schon gemerkt in solchen wütenden, verzweifelten Situationen wo dein mein Kind sich nach meinem empfinden Sinn losverweigert hat.

00:15:23: Wo ich nicht verstanden habe was jetzt das Problem ist dass dann auch meine Handlungen gegenüber diesem Kind grober werden rücksichtsloser werden.

00:15:31: wenn ich an dieses Kind packe und in den Bollerwagen setze Dann haue ich ihm keine Rünte oder so.

00:15:36: aber Ich bin dabei schon auch gröber als ich sein müsste, weil ich so wütend bin.

00:15:42: Und da ist schon auch so ein Strafen des Elementes, ganz archaisches mit dabei.

00:15:47: Wenn du mir jetzt das Leben so schwer machst, muss ich dich nicht mit Samtanschuhen anpacken und ... Ich find das nicht schön!

00:15:53: Ich erzähl das einfach nur deswegen, weil das für viele Leute mit so viel Scham belegt ist im Sinne von was bin ich für einen schlechter Mensch?

00:16:00: Dass ich's gar nicht so ganz schlimm fand, dass es für mein Kind in dem Moment vielleicht auch körperlich unangenehm war entschuldigen und zu sagen ist voll okay.

00:16:11: Aber es ist ein Stück weit zu normalisieren, dass wir solche Gefühle und solche Impulse in Momenten großer Verzweiflung

00:16:18: haben.".

00:16:21: Genau darüber denke ich immer wieder nach weil wir da so einen... Wir hatten das ja auch in der anderen Folge schon, weil wir ja zum Teil sozusagen die klassische Gewalt durch alle möglichen andere Dinge ersetzen also dieses wie sagst du das grobe Zupacken beim in den Kinderwagen stopfen oder manipulatives Geraunze und was auch immer.

00:16:45: Und ja, das ist ein weiteres Feld.

00:16:47: also da hilft es mir schon wenn du sagst naja zumindestens wenn ich dich richtig verstehe versuchen wir ein Stück weit uns dessen bewusst zu sein und das andere ist ja sowas was wir hier schon auch viel besprechen.

00:17:02: je weniger Glaubenssätze oder auch Erziehungs-Style der Vergangenheit im Krisenmoment wirken, desto besser glaube ich für alle Beteiligten.

00:17:16: Also ich glaube je stärker du aus deinem Gut Feeling heraus in der Wut sagst, weißt Du?

00:17:24: So ein Soch was so aus drei Generationen vor dir kommt.

00:17:28: Je mehr du das irgendwie schaffst in der Ecke zu halten desto Ja letztlich für dein Kind und für das leichte Gewissen, dass du danach haben wirst

00:17:38: ja.

00:17:39: Und deswegen glaube ich so das wäre so.

00:17:41: das einzige wo ich schon einen Silberstreif an den Horizont legen möchte ist dieses Welche Vorbilder wirken da wirklich?

00:17:48: Also welche Glaubenssätze sind da wirklich?

00:17:51: gibt es noch irgendwas womit man Druck bei sich selber rausnehmen kann?

00:17:55: Wie gesagt, die ist immer nur sagen.

00:17:56: Nur zwanzig Prozent sind in so einer Situation wie sagst du Möbel oder nicht Möbel?

00:18:02: Das machen ja den Unterschied.

00:18:06: Ja.

00:18:06: Ich hab so viele Gedanken dazu.

00:18:08: Es ist auch so dass ich denke ... Niemand stellt sich hin und sagt Wenn ihr kennt das nächste Mal völlig ausrastet's und sich sperrt bei was wirklich notwendig is, hauen sie doch mal auf ein Schrank!

00:18:20: Also das ist kein Erziehungstil.

00:18:21: Und

00:18:22: wir auch nicht.

00:18:22: Genau.

00:18:23: Und gleichzeitig Ist es auch so, dass unsere Kinder ... alle Kinder, manche besonders.

00:18:31: Manchmal auch so was wie ein starkes Signal brauchen um zu registrieren?

00:18:35: Es gibt so Alltagskonflikte und es gibt schon richtig krasse Situationen wo's wirklich hart auf hart kommt.

00:18:46: Das kann sich in unterschiedlicher Weise äußern.

00:18:48: also wir hatten mal eine Situation das ist auch schon ne Weile her Auch so'n Klassiker da sollte eins unserer Kindern Antibiotikum nehmen und wollte das Partu nicht nehmen.

00:18:58: Das kennen auch ganz viele Eltern, es ist so eine verzweifelte Situation weil man weiß auch, es gibt Handfeste gefahren, wenn dieses Kind dieses Medikamenten nicht nimmt und man braucht aber eine gewisse Form von Kooperation, dass das Kind das schluckt und es schmeckt nicht gut und man bietet eine Milliarde Sachen an und googelt und hört okay man kann das in Nutella mischen, in Joghurtrönen, Apfelmus, Indies oder Cola und alles funktioniert wie ein Kind Spreßt die Lippen aufeinander, ist mittlerweile völlig gestresst und panisch.

00:19:24: Der

00:19:24: Apfel muss es überall...

00:19:25: Also furchtbar solche Situationen!

00:19:27: Und auch ums Gleiches zu sagen, es gab schon Situationen wo wir dann einfach auch kein Antibiotikum geben konnten obwohl es medizinisch indiziert war weil's einfach nicht ging und wir hatten schlicht Glück dass das dann auch ohne Antibiotikum sozusagen wieder gut geworden ist.

00:19:39: ja aber Es hätte natürlich irgendein Punkt gegeben, wo man hätte sagen müssen.

00:19:43: Ich hab wirklich mal in der verzweifelten Nacht gegoogelt, ob man im Zweifelsfall jetzt Krankenhaus gehen kann und sagen wir kriegen dieses Antiputrim nicht als Kind rein können sie dem Kindern Zugang legen und das quasi über die Wehne geben weil ... Wir kriegen das nicht hin dass dieses Kind das schluckt.

00:19:58: Und in einer solchen Situation, wir hatten die mehrfach mit verschiedenen Kindern.

00:20:01: aber In dieser Situation, den ich jetzt gerade denke da Saß ich dann irgendwann mal nach diesen ganzen Versuchen völlig erschöpft vor meinem Kind und bin den Tränen ausgebrochen.

00:20:10: Vor Erschöpfung, ich hab von meinem Kind geweint!

00:20:13: Und das war was mein Kind in dieser Situation völlig überrascht hat und nicht kannte.

00:20:18: Das hat in dem Moment tatsächlich dazu geführt dass dieses Kind auf einmal so richtig ... Wie rausgekickt wurde aus diese Machtkämpfe und dachte, so ernst ist das?

00:20:28: Dass die jetzt weint.

00:20:28: Weil sie nicht mehr weiß was sie machen soll!

00:20:31: Und dann hat ja das Kind quasi Mitleid mit mir gesagt, na gut ich probier's.

00:20:34: Das war so krass weil ... Ich würde das nicht empfehlen.

00:20:38: Es war keine emotionale Manipulation.

00:20:40: oder wie krieg ich dieses Kind dazu?

00:20:43: Das war eine ehrliche Erschöpfung.

00:20:45: Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll.

00:20:47: Dann auf einmal dringt man durch zu diesem Kind, dass der vor so gemauert hat Und die Schleife zum Thema gegen den Schrank hauen oder irgendwas ist.

00:20:56: jetzt, wenn ich normalerweise eine Mutter bin, die in einer bestimmten Weise mit meinem Kind umgeht und auf einmal haut diese Mutter vor Verzweiflung gegen einen Schrank.

00:21:06: Dann kann das natürlich schon auch ein Signal sein an das Kind ... Hier ist grad echt ne große ... Verzweiflung im Raum, auch bei meinen Eltern.

00:21:16: Das ist jetzt kein hin- und hergezackel um.

00:21:19: warum hast du nicht deine Spielzeuge aufgeräumt?

00:21:22: Sondern hier geht's um was!

00:21:23: Hier sind meine Eltern auch in Not Und manchmal finde ich das auch wichtig dass ein Kind vor dieser unseren Verzwifelung quasi nicht so geschützt wird über dieses Ja ja alles gut mein Schatz.

00:21:34: also manchmal muss ein kind wir sollen dem keine Angst machen Wir sollen es nicht bedrohen aber auch mitkriegen können Die Kacke am Dampfen, ich weiß nicht ob man das so sagt.

00:21:48: Hier ist jetzt gerade wirklich eine Notsituation.

00:21:50: Meine Eltern sind verzweifelt auch in Sorge um mich oder wissen jetzt nicht weiter und das kann dann schon auch manchmal im System des Kindes sowas auslösen von wegen ... Weiß nicht, ob wir jetzt in diesem Kampfmodus ... vielleicht kann ich meinen Eltern hier doch mal entgegenkommen.

00:22:09: Aber wie gesagt, das darf nicht als manipulative Strategie eingesetzt werden, sondern manchmal ist das was, was sich trotzdem unter Authentizität auch verbuchen würde.

00:22:18: Wenn ein Kind spürt jetzt ist es sozusagen hart auf hart gekommen dass dann manchmal darüber noch einmal so ein gewisses Kooperationskontinent wenn du sowas freigeschaltet wird aber natürlich auch nicht immer

00:22:32: Ja und?

00:22:33: Gleichzeitig bleibe ich bei meinem hadern den schlechten Gewissens, was auch immer gefühlt.

00:22:41: Weil... Was ist das für eine Message für ein Kind?

00:22:46: Dass wenn quasi aus der Wahrnehmung des Kindes pflippt ja so einen Elternteil aus dem heiteren Himmel aus.

00:22:52: Das Kind ist dann völlig überrascht perplexst und vermutlich auch eingeschichtet und ängstlich.

00:22:56: und all diese Dinge.

00:22:58: Das alles, was wir eigentlich nicht tun wollen.

00:23:01: also

00:23:02: Ja, es kommt vielleicht auch noch ein bisschen auf die Situation an.

00:23:04: Es gab auch schon Situationen mit Kindern bei uns zu Hause ... Die dann nicht mehr so ganz mini klein waren?

00:23:11: Nicht anderthalb, sondern eher so fünf.

00:23:14: Wo, ich sag mal, solche Eskalationen schon ein bisschen mit Ansage waren.

00:23:20: Wo man wirklich merkte, es steigert sich um was wirklich Wichtiges und dann ... Ist es ja manchmal so, dass Kinder sich dann auch ein bisschen verbeißen und Eltern auch in einem Ping-Pong um so was wie Zähne putzen oder so.

00:23:34: Du machst das?

00:23:34: Nein ich mach das nicht!

00:23:35: Ich renn noch mal weg.

00:23:36: Dann hat es am Anfang fast schon was Spielerisches für das Kind.

00:23:39: Das ist doch irgendwie witzig.

00:23:40: Und dann wird man immer verzweifelter... ...und kann manchmal so ein symbolisches Aufentisch hauen.

00:23:47: Es geht mir nicht wirklich darum auf den Tisch zu sagen.

00:23:49: Jetzt ist es wirklich vorbei.

00:23:52: Eben auch ein Signal sein an das Kind, ein relativ starkes Souhl.

00:23:56: Jetzt scheint es wirklich ernst zu sein.

00:23:59: Das meine ich so, wir müssen nicht ... Also dieser Anspruch alles spielerisch zu lösen, der kann manchmal dazu führen dass wir einfach auch krass unauthentisch werden.

00:24:07: Wir sind sozusagen super sauer und versuchen immer noch mit einer ganz juvialen Stimme zu sagen So komm jetzt das fröhliche Zähneputz-Lied!

00:24:15: Und dann kann manch mal so ein ... zackeln hier seit einer halben Stunde rum.

00:24:20: Jeden Abend dieses Theater ist so ungefähr, pust jetzt einfach diese Zähne.

00:24:24: Kann manchmal eben auch ein Signal sein?

00:24:26: Kann für den Kind zu sagen ... Okay, jetzt ist wirklich nicht mehr der Zeitpunkt wegzurennen.

00:24:33: Aber es ist schwer da die verschiedene Dinge auch nicht durcheinanderzuschmeißen.

00:24:37: Genau und wir müssen ja aufpassen, dass wir nicht nur sozusagen den Urschrei anbieten als ...

00:24:43: Als Strategie!

00:24:44: Einfach mal beruhigen.

00:24:47: Ja, natürlich.

00:24:49: Was wir nicht tun, aber

00:24:50: nein.

00:24:50: und was ich noch kurz ergänzen will weil das einfach auch eine frage ist die immer wieder kommt Ich habe darüber auch in meinem buch meine grenze dass dein halt geschrieben.

00:24:58: Immer wieder sagen Eltern zu mir Aber warum sind solche themen heute mit vielen Kindern so ein thema?

00:25:04: kinder früher?

00:25:06: Wann auch immer exakt das gewesen sein soll, haben Dinge doch auch einfach gemacht.

00:25:10: Eltern sagen oft zu mir wenn ich mich an mich als Kind erinnere so was wie Zähneputzen Hausaufgaben machen.

00:25:17: Das stand gar nicht zur Diskussion.

00:25:18: Ich verstehe gar nicht warum mein Kind denkt es steht alles zur Diskussions.

00:25:21: Ich habe das einfach gemacht

00:25:25: Ja aber Da bin ich nicht dabei.

00:25:27: Also einerseits natürlich andere Erziehungsstile klar Aber auch glaube ich Man will sich halt nur an bestimmte Dinge erinnern.

00:25:36: Ich habe eine schiefe Geschichte aus meiner Kindheit, die nicht ganz passt.

00:25:39: Ich bin zweimal Schiel operiert worden und einmal mit fünf Und der Professor hatte also mehrere Kinder hintereinander zu operieren In so einer Klinik.

00:25:49: Da lagen also mehrere kinder in so Betten.

00:25:51: Dann bekamen alle eine Lachgasmaske und wurden betäubt für die Operation.

00:25:56: Und meine Mutter erzählt mir das und ich behaupte mich zu erinnern Ich habe mich gewährt dagegen dass man mir Maske aus Gesicht drückt, aus der halt.

00:26:05: dieses Lachgaskon hat wohl fürchterlichen Aufstand gemacht und Theater und gebrüllt ansonsten.

00:26:10: Was ich sagen will ist... Verzweiflung ist glaube ich bei allen Generationen gleich und natürlich ist es ja auch so eine Situation in der meine Mutter nicht involviert die musste draußen warten, dass halt diese ganzen Operationen nicht stattfinden können.

00:26:23: wenn ein klein Oliver jetzt hier nicht endlich sein Lachglas schluckt.

00:26:26: Also das ist ja auch eine maximale Konzentration und ich weiß nicht ob man dann heutzutage sagen würde ach kommen sie nochmal rein holen sie ihr Kind raus und dann operieren wir's halt in zwei Wochen später.

00:26:36: weißt du also ich glaub da ist oft gar nicht.

00:26:38: Wenn wir von so Notwendigkeitssituationen sprechen, kann ich mir nicht vorstellen dass die Erziehungsstilen wirklich großen Unterschied machen.

00:26:45: Can you follow me?

00:26:47: Ja ja ja kann ich!

00:26:49: Also gerade solche Situation medizinische Situation da ist das auch heute noch gang und gäbe Das Kinder da auch regelmäßig überwältigt werden, auch fixiert werden.

00:27:00: Ich erlebe das... Also ich hatte mit meinen eigenen Kindern immer mal wieder schon dass irgendwelche kleineren oder größeren Eingriffe nötig waren eben auch mit einer Kose teilweise über Maske, teilweise.

00:27:08: dann ist es ja auch so eine Art vor der Kose über die Maske und danach kriegen sie quasi noch ne voller Kose gelegt.

00:27:13: Und was ein Unterschied ist, zu früher ist es, dass man heute häufig ja mitkommen darf bis dahin.

00:27:19: Man steht quasi als Eltern an der Bettkante und muss nicht vor der Tür warten.

00:27:22: Das war, als du operiert wurdest noch anders.

00:27:24: Aber ganz ehrlich so viel hilft das auch nicht.

00:27:26: Weil im Zweifelsfall siehst du dann halt zu wie dein Kind von vier Personen festgehalten wird.

00:27:32: Wie eben so eine Maske gegen seinen Willen ins Gesicht gedrückt wird.

00:27:36: Also schön ist das auch nichts.

00:27:38: Ich erinnere mich an einen Eingriff, wo dann ... Ein Kind von mir praktisch im Auffachraum als allererstes.

00:27:47: aufwachte und sozusagen noch diese Wut in sich hatte.

00:27:49: Die haben mir einfach die Maske ins Gesicht gedrückt, weißt du?

00:27:52: Also gar keine Erinnerungen mehr an irgendeinen Kontext drumherum.

00:27:54: aber die letzte Erinnerung war dieses ... da ist was gegen meinen Willen passiert und was in diesem Körper sozusagen abgespeichert war.

00:28:00: nach der OP war diese Empörung, dieses Gefühl von ich bin überwältigt worden.

00:28:05: das war nicht okay!

00:28:07: Und wir haben ja dann auch tagelang darüber gesprochen dass es wirklich nicht ok ist wenn ein Leute festhalten und überwätigen und das gleichzeitig in manchen medizinischen Ausnahmesituationen.

00:28:18: Das passiert, dass das auch Erwachsenen passiert, wenn eine medizinische Behandlung notwendig ist und ein erwachsener Mensch in dem Moment es nicht erfassen kann oder sich dagegen wehrt aus welchen Gründen noch immer, dass dann manchmal medizinischen Fachkräfte einen quasi überwältigen müssen um einem zu helfen.

00:28:35: aber das ist natürlich ein super schmaler Grad weil es geht ja auch nicht immer um Leben und Tod, ne?

00:28:40: Und es ist ja tatsächlich so.

00:28:41: Wenn du als erwachsene Person beim Zahnarzt dich hinstellst und sagst, ich will Patu keine Narkose, dann sagen sie eben ... Dann kommen Sie mal anders wieder oder ... Da wirst du halt nicht fixiert!

00:28:51: Insofern ist das schon auch ein richtig krasses moralisches Dilemma oft für Eltern zu sagen.

00:28:59: Was entscheide ich jetzt in so einer Situation, nämlich da mein Kind mit auf die ... Steckt da ja auch viel Gezackel vorher mit Vorbereitungsgesprächen und Nüchtern sein, man muss sich frei nehmen.

00:29:09: Und so dahinter ... Also dann zu sagen, wüssten Sie was?

00:29:14: Dann doch nicht!

00:29:15: Weil was medizinisch trotzdem eine Notwendigkeit hat ist auch nicht ohne.

00:29:22: Jetzt sind wir wieder in einem anderen Bereich gelandet.

00:29:24: aber du sagst, es hat nicht so viele Erziehungen zu tun sondern es gibt Momente, dass ein Kinder verzweifelt und können nicht kooperieren.

00:29:32: das sehe ich total.

00:29:33: Und gleichzeitig ist es schon so, dass ein Familienleben wo Kinder grundsätzlich gewohnt sind auf sich zu hören ihre Grenzen zu spüren, ihre Grenze zu wahren.

00:29:46: Auch nein zu sagen natürlich auch oft dazu führt das es um mehr in Anführungszeichen selbstverständlichkeiten auch Diskussionen gibt als wenn man sich jetzt eine klassische fünftiger Jahre Erziehung vorstellt wo einfach Kinder aufgewachsen sind in diesem Selbstverständnis, ich hab im Zweifelsfall nichts zu melden.

00:30:11: Und mein Wille, meine Meinung wird jetzt nicht wertgeschätzt und niemand käme auf die Idee der sozusagen den gleichen Stellenwert beizumessen wie der Meinung meines Vaters oder meiner Mutter oder so.

00:30:29: Wir bringen unseren Kindern heute immer mehr solche Sätze bei, wie mein Körper gehört mir ... Was ja ein wichtiger Satz ist, in Bezug auch auf Gewaltprävention.

00:30:41: Gerade wenn es um sexuelle Gewalt gegenüber Kindern geht, ist das oft so ein wichtiger Satz.

00:30:46: Niemand darf mit deinem Körper irgendwas machen, was du nicht willst und gleichzeitig fällt exakt dieser Satz vielen Familien sozusagen vor die Füße, wenn dann so ein cleverer Vierjähriger beim Zähne putzen oder beim Haare waschen oder beim ... Zehn Nägelschneiden oder bei irgendwas eben so raus.

00:31:03: Hey, mein Körper gehört mir und da kommen viele Eltern auch echt ins Steuernweißi dann immer dieses Jahr aber ... haben uns oft selber vor sich in ein bisschen rechtfertigungslöte kommen im Sinne von es stimmt ja.

00:31:16: Aber ich hab eine Fürsorgepflicht, aber wo exakt beginnt die?

00:31:19: Und wo exkt endet die?

00:31:21: Es ist eben ... Also, wir sind ja ... an den extremen Enden des Spektrums ist es nicht schwer zu entscheiden.

00:31:27: Wenn jemand sagt, dein Kind ist in akuter Lebensgefahr und braucht jetzt irgendeine medizinische Intervention dann würde wahrscheinlich jeder sagen da ist quasi alles erlaubt also um das Leben eines Menschen zu retten weißt du?

00:31:42: Und gleichzeitig wenn irgendwas objektiv total unwichtig ist Dann würde wahrscheinlich die meisten Leute sagen dann halt nicht Weißt du so?

00:31:52: Also, man fängt nicht in riesen Kampf an wegen eines Strickjäckchens oder was.

00:31:58: Sondern dann sagt man ja meine Güte, siehst du das halt jetzt nicht an ist doch egal.

00:32:01: also die meisten wollte ich sagen aber der ganze Graubereich dazwischen es ist jetzt nicht akut lebensgefährlich Aber es wäre schon gut und auch wichtig.

00:32:12: Das sind genau die Punkte die ja auch in dieser E-Mail am Anfang genannt wurden.

00:32:14: Die machen's halt schwer.

00:32:16: also zähne putzen Sonnenschutz Basishygiene, wirklich auch Hygiene im Sinne von ... Ist ja auch eine Form von Gesundheitsschutz.

00:32:25: Also wenn Kinder nicht im Genitalbereich gewaschen werden, dann werden die irgendwann wundt und das ist einfach auch blöd.

00:32:33: Da haben wir auch ne Verantwortung, solche Sachen.

00:32:40: Und das ist aber natürlich manchmal schwer abzugrenzen, auch von Dingen wo wir so denken ich find's einfach nicht schön oder?

00:32:49: Wie ist es einfach wichtig?

00:32:51: Also ich erlebe das zum Beispiel oft beim Thema Haare waschen.

00:32:56: Medizinisch betrachtet, ist es nicht in irgendeiner Weise bedenklich wenn ein achtjähriges Kind einen Vierteljahr keine Haare wäscht.

00:33:10: Haare sind ... Was sozusagen, diese Talgrüßenproduktion und so weiter angeht bei Kindern spezifisch auch vor der Pubertät absolut selbstreinigend.

00:33:19: Und es gibt Selbsterwachsene die das kann man richtig so machen sich quasi von Shampoo und Spülungen und sowas entwöhnt haben und sich praktisch die Haare nur mit klarem Wasser ab uns zu mal waschen weil im Prinzip haere eigentlich wenn man jetzt nicht diesen Silikonglanz will so auch so ein bisschen selbst reinigen da Organismus sind.

00:33:39: Ich kenne mich ja nicht im Detail mit aus, was ich damit sagen will ist, Haare waschen ist jetzt nicht gesundheitlich so notwendig wie andere Hygienemaßnahmen, Zähneputzen oder so und trotzdem ist es für viele Eltern so ein Ding das ihr versagt, aber ich will das also aufgrund des Geruchs, aufgrund dieses Aussehens auch aufgrund bestimmter gesellschaftlicher Konventionen.

00:34:01: man kann doch nichts sein Kind monatelang mit ungewaschenen Haaren.

00:34:05: Und was sollen denn dann die Leute denken?

00:34:07: Weißt du so?

00:34:08: Und dann gibt's da, finde ich ... Auch wenn ich mit Eltern spreche.

00:34:12: Innerhalb von einer Gruppe die von außen betrachtet ziemlich homogen ist also nette zugewandte reflektierte Eltern eine riesen Bandbreite was sie sozusagen als gerade noch so akzeptabel empfinden und was nicht und was wir auch für Maßnahmen verakzeptabel halten.

00:34:30: Also ich kenne dann Eltern, die wirklich sagen unser Kind hat ein massives Problem mit Haarewaschen.

00:34:35: sämtliche Methoden funktionieren bei uns nicht.

00:34:39: Wir lassen das jetzt, wir gehen ab und zu mal ins Schwimmbad Dadurch ist es sogar dann im Wasser und ansonsten unser Kind wäscht nicht seine Haare.

00:34:48: Es okay.

00:34:49: und es gibt andere Eltern die sagen Wir haben wirklich viel Verständnis für unser kind aber einmal die Woche Haare waschen ist für uns nicht verhandelbar.

00:34:58: Und dann Halten wir zu zweit dieses Kind fest und gießen ihm da mit der Dusche das Wasser über den Kopf.

00:35:05: Und es brüllt das ganze Haus zusammen, und wir haben jedes Mal Angst, dass das Jugendamt vor der Tür steht.

00:35:09: Aber wir können das auch nicht zulassen, dass dieses Kind sich nicht die Haare wäscht!

00:35:19: Ich hab dieses Beispiel extra gewählt.

00:35:20: Vielleicht machst du was dazu sagen?

00:35:22: Wusstest du aber noch?

00:35:25: Ja ... Also das meinte ich vorhin mit den zwanzig Prozent und dazu gehört für mich, dass Haare waschen.

00:35:31: Und sogar auch teilweise das Zähne putzen.

00:35:33: also man kriegt Beläge dann auch irgendwann wieder runter von den Zähnen sozusagen.

00:35:39: Das war jetzt für mich persönlich nie so ein Killer in der Elternschaft aber Ich verstehe und ich finde es super ein super Beispiel von dir zu sagen wie krass da sozusagen dieser Graubereich ist das genannte auseinander geben kann.

00:35:52: Was für die einen unverhandelbar ist, ist für die anderen so ein... Mein Gott dann hast du zwei verschiedene Paare Socken an.

00:35:58: Dann hast du halt nur einen Sockenan.

00:35:59: Dann heißt du halt Socken mit Löchern.

00:36:02: Und alle anderen sagen schon immer wie sieht das Kind aus?

00:36:04: Also so geht mein Kind nicht erst im Haus und schon gar nicht zur Großmutter!

00:36:08: Das finde ich eben so spannend.

00:36:09: Weißt Du wir haben diese Folge die Unverhandlebaren genannt und genau solche Beispiele zeigen eben was wir als Unverhandelbarm finden.

00:36:16: Wir als Eltern sind auch sehr subjektiv oft und es von starken Glaubenssätzen und Überzeugungen und so weiter geprägt.

00:36:23: Und gleichzeitig gibt es natürlich für viele dieser Überzeugung auch gute Gründe, ja?

00:36:29: Also Beispiel Sonnenschutz-Auchbeispielzene putzen.

00:36:32: also ich nehme jedem Elternteil ab das sagt Das ist für mich einfach extrem wichtig.

00:36:37: Ich habe einfach Angst um die Zähne meiner Kinder und ganz ganz häufig gerade beim Thema Zahngesundheit gibt Es ganz krasse biografische Themen die da auch mit rein spielen.

00:36:46: ich kenne richtig viele Erwachsene sehr schmerzhafte langwierige Zahnbehandlung selbst in ihrem Leben über sich ergehen lassen mussten, die ihren Eltern teilweise auch vorwerfen.

00:36:57: Sich sozusagen nicht genug um ihre Zahnhygiene gekümmert zu haben, die dann teilweise schon als ganz kleine Kinder ganz viel Karies hatten und die wirklich da quasi mit diesem ganz starken persönlichen... Drang zu sagen, das erspare ich meinem Kind.

00:37:13: Dann auch rangehen und sagen ... Also schon bevor dieses Kind gezeugt war für mich klar, dass wird zweimal am Tag drei Minuten sehr sorgfältig zähneputzen damit ich ihm das auch ersparen kann was ich da erlebt habe.

00:37:25: Ähm ähnlich übrigens beim Thema Sonnenschutz.

00:37:28: also es gibt einfach Menschen die sagen Ich hatte jede jeden Sommer Sonnenbrand.

00:37:33: meine Eltern haben sich da überhaupt nicht gekümmert.

00:37:35: heute gehe ich mit großer Panik zur Hautkrebsvorsorge, das wird für mein Kind so nicht passieren.

00:37:43: Das ist absolut

00:37:43: nachvollziehbar und andere sind dann da auch ein bisschen lockerer.

00:37:47: aber der Grad zwischen wo ist man locker?

00:37:51: Und wo ist ... ich sag jetzt das böse Wort verantwortungslos.

00:37:54: Der ist manchmal sehr schmal und es wird einem natürlich von außen teilweise sehr krass gespiegelt.

00:37:59: also wir haben auch in Spezifischen Situationen entschieden, dass sozusagen das seelische Wohl- und die psychische Integrität eines Kindes wichtiger ist als jetzt dieses spezifische Zähneputzen an diesem Tag durchzudrücken.

00:38:12: Haben's dann einfach auch gelassen!

00:38:14: Aber wenn man sowas offen benannt gegenüber einem Arzt aber auch im persönlichen Umfeld kann es schon passieren, dass du so richtig verurteilt wird, dass du richtig spürst.

00:38:29: Also das geht jetzt wirklich nicht und ich merke dann bei mir ... Das ist mein persönliches Ding manchmal so, dass ich dann manchmal auch so ein richtiges Gefühl habe, ich stehe dann quasi so stellvertretend für eine bestimmte Art von Elternschaft und wenn man dann quasi mitkriegt, Nora Imlau zwingt ihre Kinder nichts zum Zähne putzen weißt du?

00:38:46: Dann kommt da schnell so ein Aha is also doch Laissez-faire!

00:38:49: Und die Kinder können machen was sie wollen Kosten der Gesundheit und es werden keine Grenzen gesetzt.

00:38:54: Dann wird da aber so ein Überbau drüber gebaut, das wird dann nicht gesehen ... Das ist eine individuelle Entscheidung an einem individuellen Tag, wo man abwägen musste zwischen zwei Übeln, sondern das wird so einen wustigstoch diese moderne Erziehung.

00:39:11: Das finde ich manchmal auch anstrengend!

00:39:13: Und das kennen auch Eltern die Nichtbücher schreiben also dass einer quasi angekreidet wird.

00:39:17: dieses Das ist doch dieser moderne Erziehungsstil.

00:39:20: Wo soll denn das noch hinführen, wenn ihr jetzt schon selbst bei so einem wichtigen Thema einknickt?

00:39:27: Und ich glaube dass es auch einen Unterschied geben kann vielleicht dazwischen.

00:39:31: die Generation von dem wir's vorhin hatten ist sozusagen bei der Entschuldigungskultur also danach einfach mal sagen zu können oder sich vorzunehmen und es zu probieren und zu sagen, das tut mir leid Ja, Mai.

00:39:46: Da mussten wir alle durch.

00:39:48: Sondern vielleicht mal kurz hingucken und so sagen... Wie habe ich mich da eigentlich verhalten?

00:39:53: Und wie war das für mein Kind?

00:39:54: Und dann nochmal ein gewisses Kurz ist nicht ausführliches je nach Situation aber doch nochmal ein kurzes Gespräch zu führen beim Abholen.

00:40:02: Du heute Morgen, es tut mir leid!

00:40:04: Ich wusste mir nicht mehr anders zu helfen.

00:40:07: Das finde ich so wichtig.

00:40:09: Das ist das was ich... Ja, auch Zitiere in Bindung und Burnout von den Gottmens.

00:40:16: Also Unterschätze nicht die Macht einer reparierenden Geste Und das ist genau das was du benennst.

00:40:22: Das muss nicht noch mal ein episches Gespräch sein Aber anzuerkennen, dass war eine Integritätsverletzung, das war eine Grenzüberschreitung Die ich hier begangen habe und das tut mir leid verzweifelt, traurig, wütend war es.

00:40:35: Das war eine absolut verständliche und angemessene Reaktion.

00:40:38: also oft wird ja Kindern gespiegelt warum hast du auch so ein Drama gemacht?

00:40:42: Und dieses Dramamachen impliziert ja immer das Kind hat sich quasi entschieden So ne Mücke zum Elefanten zu machen aus einer Kleinigkeit was Großes zu machen und dann wird oft auch die Verantwortung verschoben.

00:40:52: ich hätte dich nicht so packen müssen wenn Du einfach mal gehört hättest und da liegt die ganze Schuld beim kind reinzugehen und sei es mit einem Halbsatz so dieses ... Ich versteh, dass du das mistfandest.

00:41:08: Dass ich dir diesen Helm aufgedrückt hab auf den Kopf!

00:41:11: Ja.

00:41:12: Ich hatte Angst um dich, wir mussten schnell los.

00:41:14: Laufrad fahren ohne Helm geht für mich nicht.

00:41:16: Aber das war nicht okay von mir, dass ich denen da gegen deinen Willen draufgestülpt habe in dem Moment.

00:41:22: Und das verstehe ich, dass sich das blöd angefühlt hat.

00:41:25: Dann müssen wir eine andere Lösung finden.

00:41:27: Das ist mehr als ein Halbsatz.

00:41:30: Das ist so der Vibe dann, ne?

00:41:32: Den Vibe.

00:41:34: Und manchmal

00:41:34: schwer ... Weil man sich auch selber manchmal so leidtut!

00:41:37: Also das ist eine Falle in die ich ganz oft habe, hab' ich auch schon an anderer Stelle drüber gesprochen, dass ich manchmal echt so ein Selbstmitleid hab in solchen Momenten da und denk, ey, ich bin so n nette Mutter, ich mach's so viel Sachen möglich Wenn ich rechts- und links gucke was andere Kinder müssen Da können meine Kinder sich echt glücklich schätzen Was sie alles nicht müssen Und dann will ich mal was.

00:42:02: Dann sind die nicht einfach dankbar und sagen, wir dürfen so viel ... Das machen wir jetzt.

00:42:06: Dann kämpfen sie dagegen auch noch an.

00:42:08: Also gegen diese Minimalanforderungen, weißt du?

00:42:10: Dass ich manchmal denk, andere Kinder haben schon im Laufe dieses Morgens zwanzigtausend Erwartung erfüllen müssen, die ich alle schon losgelassen hab!

00:42:19: Ich will wirklich nur

00:42:20: noch

00:42:21: das absolute Minimum.

00:42:23: Weißt

00:42:23: du?!

00:42:24: Jetzt geht auch das nicht!

00:42:25: Wo ist denn da die Dankbarkeit?

00:42:28: Und natürlich müssen meine Kinder mir nicht dankbar sein dafür, dass sie so groß werden wie sie groß sind.

00:42:31: Das ist ein sehr irrationaler Impuls.

00:42:33: Aber der ist bei mir oft so stark ... Dass ich dann mal denke, wo ist hier der Teamgedanke!

00:42:39: Ich bin so reflektiert und lass so viel los.

00:42:43: Ich arbeite die ganze Zeit an mir für euch.

00:42:46: Und ich bräuchte einen Müh-Mitarbeit jetzt grad von euch.

00:42:51: So.

00:42:52: Ah.

00:42:53: Und da tue ich mir manchmal selber sehr leid.

00:42:58: Ich hab irgendwo mal gelesen, dass man seit Selbstmitleid in Selbstmitgefühl überführen soll und das der Unterschied sei ... Dass selbst Mitleid eher so dieses Ohr-Ich-Armator und dann aber erfolgt daraus nix.

00:43:11: So lässt sich reinfallen in dieses.

00:43:13: Mir geht's so schlecht!

00:43:15: Und dass selbst mit Gefühl ein bisschen mehr so dieses Ja, es ist auch hart?

00:43:18: Und ich darf mir selber gegenüber da auch eine ... Was ist so ein Mitgefühlspür?

00:43:23: Wie bei einer Freundin halt auch, dass du dieses ... Das ist ein Taffer morgen.

00:43:26: Es tut mir leid für dich, also für mich.

00:43:29: Aber jetzt geht's weiter!

00:43:30: Du machst das gut und es ist hart.

00:43:32: Und du darfst anerkennen, dass es hart ist, aber es ist auch dein Job.

00:43:36: So ein bisschen ein tatkräftigeres Mitgefühlen zu kommen.

00:43:40: Das versuch ich manchmal.

00:43:41: Da versuche ich dann dranzudenken, dass ich mir quasi selber etwas dreißig Sekunden nehme um dir zu sagen ja, es ist ungerecht, aber hilft nix.

00:43:48: Und dein Kind kann nichts dafür.

00:43:50: Es ist hart und schwer, du schaffst das.

00:43:53: Und nachher darfst du dir was Gutes tun, was auch immer das dann ist?

00:43:56: Du darfst dich so etwas belohnen!

00:43:59: Aber die Situation ist jetzt wie sie ist ... In so einem Selbstmitleid zu versinken.

00:44:04: Warum hab ich es so

00:44:06: schwer?!

00:44:09: Bringt uns jetzt nicht weiter.

00:44:11: Ja...

00:44:14: Aber ja, es ist glaube ich schwer damit manchmal umzugehen.

00:44:19: Oft ist es so, dass Eltern sich fragen, warum muss das gerade bei uns so schwer sein?

00:44:25: Schon auch wenn man mitkriegt.

00:44:27: Es gibt Dinge in den anderen Familien gar kein Ding.

00:44:31: Das ist für mich immer eine total schwierige Situation.

00:44:35: Wenn man sich jemandem im Gegenüber öffnet und sagt, das ist bei uns voll schwer ... Und dann gucken einen Eltern völlig entgeistert an und sagen, das haben wir noch nie Thema!

00:44:46: Was machen wir

00:44:46: einfach?!

00:44:47: Dann denkt man so... Oh Gott, jetzt fühle ich mich noch schlechter.

00:44:51: Weißt du?

00:44:53: Ja, ja, genau.

00:44:55: Und ... also auch wirklich so ... Du kennst doch diese Sätze, dass da mein Alter sagt, das wird bei uns einfach gemacht!

00:45:03: Ja.

00:45:03: Und

00:45:05: dann denkt man so, ja aber

00:45:06: wie?!

00:45:10: Da möchte ich schon auch nochmal darüber kurz sprechen, dass die Häufigkeit mit der wir solche Situationen erleben und die Dramatik, die wir dabei erleben, angeborenen Grundtemperament und Wesen unserer Kinder zu tun hat.

00:45:23: Ich hab in der Arbeit über gefühlstacke Kinder ja immer wieder so dieses Spektrum nach Jerome Cagan aufgemacht mit den regulationsstarken Kindern, dem Bindungsstackenkindern, den Gefühlsstarkenkinderen.

00:45:32: und die Gefühlstackelkinder fallen eben auch in die größere Gruppe der Neurodivergentenkinder.

00:45:37: Und ... Auf Nervensystem-Ebene kann man einfach sagen, gibt es einfach Kinder und Jugendliche?

00:45:45: Und Erwachsene sind deutlich... Besser in der Lage bestimmte Dinge einfach zu tolerieren auf sensorischer Ebene, aber auch auf psychologische Ebene wenn es um so Themen wie Autonomieverlust geht.

00:45:58: Also es gibt einfach Kinder.

00:45:59: wer man denen sagt macht das so dann machen die das so und sind auch ganz froh um diese Führung und dieser Ansage und dieses da muss ich jetzt nicht drüber nachdenken Und ist ein Charakterzug.

00:46:08: also das ist nichts was durch Erziehungen kommt sondern das ist einfach auch ein bisschen Persönlichkeitsmerkmal.

00:46:13: Es gibt Menschen die finden das sehr angenehm in so bestimmten Vertrauten Bahnen sich zu bewegen.

00:46:19: Und jemand geht voran und sie laufen hinterher, so.

00:46:22: Es gibt Menschen die von ihrer ... Psyche, ihrem Nervensystem wie ihr Gehirn funktioniert anders ticken viel sensorisch-sensibler aber auch viel sensibler für Eingriffe in ihre Autonomie.

00:46:35: Dieses ich geh voran, ich geh in die andere Richtung!

00:46:38: Also der Impuls ist dann oft so empfindlicherer, aber auch rebellischerer ohne das jetzt bewerten zu wollen.

00:46:47: Das ist keine bewusste Entscheidung im Sinne von ich rebelliere gegen Strukturen, sondern das sind psychische Reaktionen auf Anforderungen.

00:46:54: Manche Menschen empfinden Anforderung eher als hilfreich in dem Sinne von Ich weiß was man von mir will und manche Menschen impfen Anforderungs eher als bedrohlich und laufen potenziell davon oder sogar als Angriff, gegen den man gegenhalten muss und kämpfen muss.

00:47:11: Und je nachdem, was ich so für ein Kind zugewürfelt bekommen habe vom Leben und vom Schicksal, kann sich eben dann auch eine und dieselbe Situation sehr unterschiedlich entfalten.

00:47:22: Und ich hab da zum Beispiel vor Kurzem mich mit einer Mutter unterhalten das fand ich mega entlastend die Zwillinge hat.

00:47:29: Und diese Zwillingen kamen auf die Welt!

00:47:32: Und waren von Anfang an ganz ganz unterschiedliche Typen.

00:47:36: ein Zwilling so richtig gefühlstarkes Kind und ein Zwiling so mega chill Also wirklich so ein ganz Selbstregulationstrakt kennt.

00:47:46: Und das Lustige bei Zwillingen ist ja immer, dass du immer deine Art Minimikrostudie hast.

00:47:52: Du hast quasi die gleichen Bedingungen und Eltern, das gleiche Setup.

00:47:56: Und trotzdem zwei gleichalte Kinder, die sich völlig unterschiedlich verhalten.

00:48:00: Diese Zwillingsmutter hat gesagt, es ist für sie ... wertvoll diese Erfahrung zu machen.

00:48:08: Also ein älteres Kind und bei diesem Einling hat sie halt bei ganz vielen Dingen immer so gedacht, was hab ich falsch gemacht?

00:48:14: Warum ist das jetzt so schwer?

00:48:15: Was hätte ich anders machen

00:48:16: müssen?".

00:48:17: Man hat die Zwillinge bekommen und merkt, ich mach's exakt gleich!

00:48:20: Und der Outcome ist trotzdem komplett verschieden.

00:48:22: Und dass eine Kind putzt sich total problemlos die Zähne und nimmt alle Rituale an, weißt du?

00:48:28: Und findet es total cool.

00:48:29: Mit dem anderen Kind ist es ein Kampf.

00:48:30: Ähm ... Sie sagte so, das ist so entlastend.

00:48:34: wenn ich sozusagen nur Kämpfende Kind hätte, würde ich's auf mich beziehen.

00:48:37: Aber dadurch dass das andere Kind alles annimmt was ich mache weiß ich die Ideen sind nicht falsch.

00:48:43: sie passen nur nicht zu diesem kind.

00:48:47: Das fand ich irgendwie so eindrucksvoll weil ich dachte die meisten von uns haben ja diese Gegenprobe nicht Die haben nicht das Kind das dann sagt für mich würde das vollpassen was du mir anbietest.

00:48:58: Sondern wir hatten einfach diese Verzweiflung und diese tiefe sorge irgendwas fundamental falsch gemacht zu haben.

00:49:04: Und es ist dann entlastend, manchmal sich klarzumachen.

00:49:09: Wenn ich ein Kind habe das aufgrund seiner angeborenen Persönlichkeitsstrukturen aufgrund seines Nervensystems Anforderungen schwierig findet und Autonomieverlust bedrohlich findet und in relativ eingeschränktes Kooperationskontingent hat und irgendwann auch nicht mehr kooperieren kann dann wird mir das häufiger passieren in meinem Alltag, dass scheinbare Selbstverständlichkeiten nicht gehen.

00:49:36: Als das Eltern passieren wird, die ein Kind haben, das einfach ein ganz anderes Set-up mitgebracht hat in dieses Leben und es hat nichts mit bindungsorientierter Erziehung zu tun und auch nichts damit zu tun, dass man nicht das richtige Lied zum richtigen Zeitpunkt eingefallen ist.

00:49:50: Es gibt Kinder, die reagieren auf bestimmte Sachen total toll ... Und es gibt Kinder für diese ganzen gängigen Tipps einfach nicht gemacht!

00:50:00: Die gehen einfach völlig an deren Gehirn-Nervensystem, Persönlichkeitsstruktur vorbei.

00:50:09: Wie gehen da einfach vorbeitran?

00:50:12: Ich hab noch nicht mit einer anderen Mutter gesprochen, die ich auch gut kenne.

00:50:17: Die hat eine Großfamilie, so ein bisschen wie mir, also viele Kinder und diese sind alle neurodivergent auf unterschiedliche Weisen.

00:50:23: Das ist ein krasser Mix, weißt du wirklich so!

00:50:26: Aber kein Kind neurotypisch.

00:50:28: Und die sagtet das sie dann ... sich so dran gewöhnt hat, dass viele Dinge in ihrer Familie spezifisch schwierig sind.

00:50:36: Je nach Kind auch!

00:50:36: Man muss hier auf eine besondere Sensorische Besonderheit achtgeben da was besonders begleiten und das ist für sie ihr ganz normaler Alltag als Mutter.

00:50:44: immer zu wissen ... Das ist für den kompliziert, das ist die komplizierte.

00:50:48: Dann ist es für sie aber auch normal.

00:50:50: Sie denkt ja gar nicht mehr drüber nach weil das sind ihre Kinder.

00:50:53: Und dann hatte diese Mutter vor Kurzem mit Gastkind Und sie war so, zieht ihr mal die Schuhe an und das Kind so okay.

00:51:02: Und sie so Moment was?

00:51:04: Weißt

00:51:04: du?

00:51:05: Sie sagte, es war ein krasser Realitätsschock.

00:51:07: Das war ja nicht bei mir ihr eigenes Kind auf einmal zu denken.

00:51:10: Wow!

00:51:10: Das gibt's einfach auch.

00:51:12: Dass man einem Kind sagt, geh mal Hände waschen und das kind wäscht die Hände.

00:51:16: Und abends putzt sich die Zähne und legt es sich ins Bett.

00:51:19: Dann liest man eine Geschichte vor und sagt, du kannst jetzt rausgehen.

00:51:22: Sie war völlig geflasht und sagte ich wusste schon in Theorie aber wie krass ist das

00:51:28: denn?!

00:51:29: Und

00:51:30: wirklich

00:51:30: auch in so einer ganz netten Art dieses, das muss ja ein völlig anderes Leben sein.

00:51:35: Wenn man so einen Kind hat!

00:51:36: Nicht besser oder schlechter, aber einfach so anders.

00:51:40: und das fand ich irgendwie auch der erfrischende Geschichte weil wir ja so oft Dinge bei uns suchen.

00:51:48: Vielleicht müssten wir noch mal hier oder da was anders machen?

00:51:51: Und ganz vieles von denen, was schwer ist im Familienleben liegt außerhalb unserer Kontrolle außerhalb unserer Macht.

00:52:00: Das ist nicht schwer wegen uns, das ist auch nicht schwer wegen des Kindes!

00:52:04: Das ist schwer weil hier eine Anforderung auf die Persönlichkeit trifft, die nicht zusammen passen.

00:52:11: Niemand hat Schuld.

00:52:13: Cool, niemand hat Schuld... Und Nora wenn ich jetzt nochmal an die Eingangsfrage denke also weißt du?

00:52:24: Die Nachricht, die uns erreichte Was würde denn helfen?

00:52:30: Was können wir denn mitnehmen, sage ich jetzt einfach mal.

00:52:32: Trotz dieser verschiedenen Gedanken die wir ausgetauscht haben für die nächste schwierige komplizierte und unvereinbare Situation.

00:52:44: Ich glaube es ist wichtig dass wir uns daran erinnern das wir in solchen Momenten nicht so hilflos oder machtlos sind wie wir uns oft fühlen.

00:52:55: Wir sind ja oft geprägt von so einer eher autoritären Erziehungstradition.

00:52:58: Und wir haben dann manchmal das Gefühl, wir stehen vor unserem Kind wie ein entwaffneter Krieger.

00:53:02: So alles was mir noch einfällt darf ich in Anführungszeichen nicht machen.

00:53:06: wenn ich jetzt nicht erpressen und drohen und strafen will.

00:53:09: Dann hat man manchmal so das Gefühl kann ich gar nichts mehr machen.

00:53:12: Ich finde es trotzdem erst mal wichtig sich darauf zu besinnen, zu sagen Wenn wir mit unserem Kind in der Beziehung sind, haben wir nicht weniger Option sondern mehr.

00:53:22: Wir können nämlich im Rahmen dieser Beziehung ganz, ganz viele Dinge tun und solange wir miteinander gut sind verzeiht unsere Beziehungen auch ganz viel.

00:53:32: Das heißt ihr könnt mit großer Eindringlichkeit sagen das ist mir jetzt wirklich wichtig!

00:53:35: Wir können durchaus auch körperlich deutlich machen ich gehe jetzt los ja?

00:53:40: Komm bitte hinterher!

00:53:42: Wir könnten an manchen Stellen unsere eigene Verzweiflung offenlegen und sagen mir fällt jetzt auch nichts mehr ein aber ich packe jetzt mal deine Klamotten ein dann hoffe ich, dass du sie irgendwann anziehst auf den Weg in Kindergarten.

00:53:54: Wir können versuchen zu erkunden was macht es dir so schwer?

00:53:59: Gibt es irgendwas womit ich dir gerade helfen kann?

00:54:01: Können wir einen Schritt zurückgehen und sagen womit hat das angefangen?

00:54:04: habe ich heute morgen zu schnell gemacht Betränkt.

00:54:08: gibt's einen anderen Grund, warum du das nicht kannst.

00:54:13: Manchmal kann man mit was Überraschendem oder Humorfolmen noch mal was drehen, dass man sagt, wenn du dich Patouli jetzt nicht anziehen willst, willst du was von mir anziehen?

00:54:20: Oder willst du etwas aus dem Schrank deiner Brüder

00:54:23: anziehen?".

00:54:24: Das ist einfach so ein Überraschelement.

00:54:27: Und manchmal gibt es Momente ... Ich hab's vorhin schon gesagt, da müssen wir als Eltern diese ... sogenannte schützende Gewalt anwenden.

00:54:36: Das ist ein Begriff von Marshall Rosenberg aus der gewaltfreien Kommunikation, der ja sehr für Gewaltfreiheit plädiert und gleichzeitig eben sagt es gibt Situationen da wäre sich nicht durchzusetzen, gewaltvoller als sich durchzusetzt.

00:54:53: Da geht es zum Beispiel um solche Situation wie in Kind will keine Spritze bekommen braucht diese Impfung oder Spritze aber unbedingt.

00:55:02: Und da ist es dann in Form von schützender Gewalt, das Kind in dem Moment quasi durch eine Situation durchzuzwingen mit zugewandten Durchsetzen ja mit freundlichem Zureden und Begleiten und Emotionen halten Aber trotzdem dieser Klarheit sein so sagen dass jetzt dran Es wäre eben nicht der liebevollere Weg sozusagen da lassen wir's halt weil das dann auch in Richtung Mediziner Vernachlässung umgehen würde.

00:55:26: Und auch das dürfen wir uns einfach bewusst machen, in dieser Mail am Anfang klang so schön durch dieses es gibt Situationen da setze ich mich durch und das fühlt sich richtig blöd an.

00:55:37: und dieses Gefühl dass es sich falsch anfühlt sich gegen unsere Kinder einfach so durchzusetzen Das ist Ein ganz gutes Zeichen, weil es eben zeigt.

00:55:47: Es ist für uns als Eltern nicht normales über unsere Kinder so rüber zu bügeln sondern dass wir Eltern sind die feinfühlig wahrnehmen wie geht's meinem Kind und denen das nicht egal ist wie es unserem kind gibt dann unser normal ist.

00:55:59: Wir achten da drauf und wir nehmen Rücksicht.

00:56:01: Und wenn es dann mal eine einzelne Situation gibt wo wir quasi gegen den Wunsch unseres Kindes agieren müssen Dann fühlen wir uns richtig schlecht dabei.

00:56:10: Das fühlt sich nicht gut an und dieses Sich-Schlecht-Fühlen zeigt, dass wir es eigentlich so gut machen!

00:56:15: Und ab und zu mal müssen wir zugunsten unseres Kindes dieses... Ich muss mich jetzt mal selbst kurz schlecht fühlen sozusagen aushalten zur Gunst einer größeren Sache ne?

00:56:26: Und im Rahmen einer insgesamt wertschätzenden Eltern-Kindbeziehung können sowohl Kinder als auch Eltern solche schwierigen Momente auch aushalten, weil sie nicht das Normal sind.

00:56:40: Weil Sie nicht das sind was den alltäglichen Umgang prägt sondern es sind sozusagen diese Ausnahmen wo's gerade keine bessere Lösung gibt und die fühlen sich dann eben auch nach einer krassen Ausnahme an!

00:56:52: Nach einer Normabweichung nach.

00:56:54: so machen wir das normalerweise nicht.

00:56:56: Und ist es total gut wenn ein Kind sowas spürt?

00:56:58: Das ist nicht mein normal.

00:57:00: und auch wenn Eltern spüren Das ist kein angenehmes Gefühl, aber jetzt gerade in dieser Situation ... Ist es notwendig oder alternativlos?

00:57:08: Oder mir fällt grad nichts anderes mehr ein.

00:57:11: Und grundsätzlich ist es glaub ich einfach wichtig, dass wir uns mitnehmen zu sagen Es ist schier unmöglich Kinder großzukriegen ohne ab und zu mal einen Moment zu haben wo wir merken Ich bin nicht in meinem besten Eltern-Game Mir fällt nichts mehr ein, ich bin unter Druck Ähm...ich kann nur noch So ein bisschen mit meiner Brechstange hier losgehen und dann gleichzeitig aber eben das wahrzunehmen, das zu reflektieren.

00:57:37: Und auch in einem ruhigen Moment zu überlegen wie könnten wir das lang- und mittelfristig anders machen?

00:57:43: Wie kann ich verhindern dass solche Drucksituationen wo alles auf einmal auf mich einprasselt überhaupt entsteht.

00:57:50: Das ist halt auch was was für uns mitnehmen dürfen.

00:57:53: wenn Unauflösbaren Situationen kommen, liegt das oft daran.

00:57:58: Dass der Druck in unserem Kessel insgesamt zu hoch ist und dass wir sozusagen zu viel gleichzeitig tragen müssen.

00:58:06: Zu viele Bälle in der Luft halten müssen Und oft wird unser Familienleben dann entspannter gewaltfreier auch wenn wir mehr Raum haben.

00:58:19: eben nicht diesen immensen Zeitdruck, nicht dieses alles hängt an mir alleine.

00:58:23: Wenn wir wissen es gibt eine Person die kann ich im Zweifelsfall anrufen und sagen kannst du bitte übernehmen oder ich krieg's grad absolut so und so nicht hin.

00:58:31: Ich brauch Hilfe, ich brauche Unterstützung.

00:58:33: das ist nicht immer möglich und mich will niemandem sagen spand doch einfach euer Dorf ein wenn das Dorf oft genug einfach nicht existiert oder nicht verfügbar ist.

00:58:46: aber ich will Eltern und allen, die hier sozusagen zuhören auch pädagogischen Fachkräften mitgeben.

00:58:52: Dass wenn wir in Beziehung sind mitten im Kind Wir in dieser Beziehungen bleiben können Auch in Momenten wo es schwierig wird Und dass wir auch Wenn wir gerade was durchsetzen Was unser kind blöd findet einen großen unterschied machen damit wie wir diese situation begleiten.

00:59:07: und man kann Im kind auch sagen das fühlt sich grad für mich selber richtig doof an.

00:59:11: ich wünschte Ich müsste dich jetzt gerade nicht in den Sitz drücken und anschnallen, weil ich nicht weiß wie ich dich sonst zum Arzt bringen soll.

00:59:19: Aber hier sind wir jetzt!

00:59:21: Und wir gehen da jetzt gemeinsam durch.

00:59:22: Ich hab dich lieb ... So ist es, weißt du?

00:59:25: Das macht einen Riesenunterschied im Vergleich zu dem was Eltern, die dann so hangen.

00:59:31: Jetzt stellst du dich an und selber Schuld.

00:59:33: Wenn du mal nicht, würdest du nicht.

00:59:37: Die anfangen sozusagen, die ganze Verantwortung aufs Kind zu laden.

00:59:42: Ich hoffe das hilft ein bisschen.

00:59:46: Hat es dir geholfen?

00:59:48: Sie greifen uns immer gern.

00:59:51: An Podcast at noraminusimlau.de.

00:59:55: Und damit kommen wir zu den Sponsoren der aktuellen Folge und das folgt etwas Werbung.

01:00:00: Genau, unsere heutige Folge wird wieder einmal unterstützt von der Wubi-Box.

01:00:05: Das ist diese tolle Audiobox für Kinder die mit Spotify funktioniert.

01:00:10: Was heißt das konkret?

01:00:11: Ganz ganz viele von euch kennen die Situation dass euer Kind gerne bestimmte Podcasts, Kinder-Podcast oder Hörspiele.

01:00:19: Oder Musik hören will und dass ihr dann oft ihm euer Handy quasi mitgebt ins Kinderzimmer oder wo das Kind eben gerade ist damit es dann auf Spotify sich seine Playlists anhören kann.

01:00:30: Und was aber dabei eben super schnell passiert ist, dass das Kind dann eben auch auf Spotify plötzlich woanders landet in irgendwelchen Videopodcasten oder auf einmal irgendwas hört, was nicht für seine Ohren bestimmt ist... Und ihr müsst halt auch das Handy aus der Hand geben.

01:00:45: Ihr habt ein eigenes Smartphone nicht bei euch und dann ist immer so ein bisschen potenziell das Thema, was macht das Kind noch mit dem Handy?

01:00:52: Es gibt da ja klävere Kinder!

01:00:55: Die Woobie-Box macht euch möglich, dass euer Kind alle seine Spotify-Playlists hören kann nach Belieben ... in seinem Zimmer oder wo auch immer es ist.

01:01:04: Diese Vubibox ist ganz klein und leicht, die kann das überall im Haus mit sich rumtragen so und kann hören was sie mag.

01:01:10: Und das Smartphone, mit dem diese Vubi-Box aber verbunden ist bleibt bei euch!

01:01:14: Das heißt, es ist sozusagen eine Bluetooth Box, mit der man überall hören kann... Aber es ist eben nicht nur ne Bluetoothbox, die irgendwas verstärkt quasi was ihr auf eurem Handy programmiert sondern diese VUBI-Box hat Tasten, Stücken, was auch immer zuordnen könnt.

01:01:31: Und euer Kind kann dann iterativ sagen rot ist mein Lieblingserspiel und da drücke ich jetzt drauf und dann kann ich das hören und ihr könnt Euer Handy gleichzeitig parallel für alles nutzen wofür ihr es braucht.

01:01:43: so Also eine total geniale Sache.

01:01:46: und was ich an der Wubibox wirklich auch toll finde, ist die hat so ne ganz schlichte Optik.

01:01:51: Die sieht jetzt nicht nach nem Kleinkindspielzeug aus sondern die kann ein kleines Kind mit sich rumtragen und nutzen.

01:01:58: Die kann aber auch wie bei uns in einem Teenagerzimmer stehen und von einem vierzehn- fünftzehntsechzehnjährigen problemlos genutzt werden oder auch mal mitgenommen werden irgendwo hin um einfach mit guter Qualität Musik hören zu können.

01:02:12: Und das finde ich so cool, weil viele andere Produkte oft sehr Kleinkind-Coded sind oder an Kinder mit sechs oder so schon sagen ... Das will ich jetzt nicht mehr und die Woobiebox kann einen wirklich die gesamte Kindheit und Jugend über begleiten.

01:02:27: Ich hab selbst auch eine Inverwendung für mich sozusagen!

01:02:31: Weil ich die zeitlos schön finde und praktisch.

01:02:38: Dort findet ihr alle Informationen.

01:02:40: Und wenn ihr eine kaufen möchtet, haben wir für euch ein Gutschein Code über fünf Euro und der Code lautet ALER-, ANFANG-, WUBI-Sächsundzwanzig steht dann auch in den Show Notes.

01:02:51: Er gilt einmal pro Kunde erst nicht kombinierbar mit anderen Rabatten und einen Monat nach Ausstrahlung dieser Folge gültig also bis Mitte August sechsunzwanzzig.

01:03:01: Alle Infos und die genauen Daten findet ihr wie gesagt bei uns in den show notes.

01:03:06: Vielen Dank und damit kommen wir noch zu unserem Postfach.

01:03:09: Wir haben eine Nachricht bekommen zur Schuleinstiegsfolge, die wollte ich gern vorlesen.

01:03:16: Hör gerade euren Podcast als Grundschullehrerin und Mutter!

01:03:21: Und dann hast du ihr geschrieben und findest du dich wieder?

01:03:23: Sie hat gesagt ja aber scheitert.

01:03:27: man hat auch viele Eltern die gar nicht mit ihrem Kind auf Augenhöhe sind.

01:03:31: das ist schon oft problematisch.

01:03:33: Einige reagieren auf normale Ansprache gar nicht und ich muss mich konsequent zwischen meinen Rollen entscheiden.

01:03:39: Am schwierigsten in der Schule finde ich tatsächlich allen gerecht zu werden, auch wenn ich es immer wieder versuche mit dem was mir allein mit dreißig Kindern in einem Raum möglich

01:03:47: ist.".

01:03:48: In vielen Schulen ist leider aber wirklich immer noch die Gewitterwolke Konsens – immer auch mit der Begründung dass ja alle ein Recht auf störungsfreies Lernen haben!

01:03:56: Ist ja auch so, aber da bräuchte man in erster Linie kleinere Klassen richtige Inklusion mehr Personal usw.. Ich arbeite mit individuellen Zielen, Selbsteinschätzungen und deren Reflektion.

01:04:06: Und mache immer wieder die Erfahrung dass es gut ist die Kinder zu sehen wie sie sind aber das wird unter Kollegen oft belächelt und ihn mit Wertschätzung zu begegnen und ihre Stärken zu sehen.

01:04:15: Das versuche ich gelingt mir aber sicher nicht immer und es gibt immer welche die meckern.

01:04:19: Wie bei dem ersten Elternabend den du angesprochen hast ist immer eine Gradwanderung.

01:04:24: Aktuell bin ich noch für zwei Jahre in der Elternzeit und überlege ob ich in das kaputte System Schule zurück möchte.

01:04:29: Ich liebe meinen Job Aber die Umstände sind teilweise echt Unschön.

01:04:34: Und als Mutter, ich erwische mich immer wieder mit Sätzen zu meinem Sohn wie mach es doch bitte einfach und eigentlich feiere ich ihn dass er eben nicht stumpf macht was von ihm verlangt wird aber er widersetzt sich macht bei Sachen die er ungerecht findet den Mund auf und riskiert seine Noten.

01:04:47: Eigentlich sollte mir das egal sein weil ich glaube dass er alles hat was er braucht.

01:04:50: und trotzdem ist bei uns Streitpunkt weil ich einfach dann auch denke Mensch Kind schluck es an einfach und gut weißt du was ich meine?

01:04:57: Ja so sehr ja oh ich finde das so schwer Und ich wundere mich manchmal auch tatsächlich, woher diese Sätze in mir kommen.

01:05:06: Also genau dieses Schlucks einfach runter ist doch egal wie es dir dabei geht mach einfach.

01:05:12: Du denkst, wo kommt das denn her?

01:05:14: So rede ich eigentlich nie mit meinem Kind.

01:05:16: weißt du?

01:05:16: aber im Kontext Schule habe ich dann auf einmal so Sätze aus mir herauskommen hören wie ihr denkt nicht weiter drüber nach und macht einfach während ich meinen Kindern immer sage Denke mal Dinge nach, die du machst.

01:05:33: Weißt du?

01:05:34: Ähm ... Ich find's schwer!

01:05:37: Ich glaube, dass wir da alle so eine Prägung mit uns rumtragen und solche Sätze auch durch unsere eigene Schulzeit ein bisschen durchgetragen haben.

01:05:46: Das hat ja manchmal fast was von Abspaltung.

01:05:49: Weisst du das?

01:05:50: Ich mach jetzt einfach, ich funktioniere, es ist völlig egal.

01:05:55: Ich schreibe jetzt mit Todesverachtung da irgendwas runter und denke nicht weiter drüber nach.

01:05:59: Und das war glaubt auch ... oft eine Survival-Strategie für uns im Schulsystem.

01:06:04: Und jetzt wollen wir unseren Kindern was Gutes tun und bieten die quasi unseren Kindern an, und unsere Kinder weisen dann zurecht darauf hin, dass das halt voll in Widerspruch steht zu ungefähr alle, was wir ihnen sonst so vorleben!

01:06:19: Also ich kann da gar nicht, in dem Sinne Tipps zugeben und ich glaube sie braucht das als Wurtherist.

01:06:23: Und Lehrer auch nicht so.

01:06:24: Ich kann einfach nur wirklich aus ganzem Herzen sagen I feel you ja.

01:06:28: also ich verstehe diesen Konflikt und ich versteh auch das muss sich ganz deutlich nochmal sagen wie schwer das ist als Lehrkraft in einem Klassenzimmer zu stehen mit twenty fünf oder dreißig Kindern die alle eine ganz unterschiedliche Erziehungssozialisation zu Hause erfahren haben.

01:06:45: Und die einen sind vielleicht ganz zart beseitet und die anderen sind eher so ein bisschen robuster, und die einen sagen ... Wenn du mit der Gewitterwolke drohst, fang ich an zu weinen weil mir das Angst macht.

01:06:56: und die andere sagen höhe Gewitter Wolke hast du sonst noch was aufzubieten?

01:06:59: Weil die ganz andere ... Erziehungsmassnahmen gewohnt sind ja und sagen, ich kann überhaupt jemanden gar nicht ernst nehmen, der nicht mit einer ernsthaften Drohung hier um die Ecke kommt.

01:07:08: Dann ist natürlich die Frage kann man mit so Kindern eins zu eins in Beziehung gehen und was anderes vorleben.

01:07:14: Aber die Ressourcen und Möglichkeiten sind ja im Kontext Schule da auch begrenzt, weil ich als Lehrkraft natürlich einen Auftrag habe... In der Beziehung mit den Kindern und Jugendlichen zu gehen, aber ich hab auch einen klassischen Lehrauftrag.

01:07:29: Mit einem bestimmten Stoff, den ich durchkriegen muss um dieses blöde Wort zu benutzen.

01:07:34: Aber das ist ja schon ein Druck, den Lehrkräfte haben zu sagen da gibt es einen Lehrplan und den muss ich erfüllen.

01:07:39: Dafür habe ich eine bestimmte Anzahl Stunden und Ressourcen Und die Anforderungen an mich in Bezug auf Inklusion usw.

01:07:45: sind total wichtig, aber binden auch Ressoursen und das muss und soll unbedingt so sein, aber irgendwann ist dann auch meine Kapazität dessen, was ich leisten und begleiten kann erschöpft.

01:07:57: Und deswegen finde es ganz wichtig sich auch als Eltern nicht einfach nur hinzustellen und so sagen die Lehrer sollen mal oder die Lehrerinnen sondern das ist ein absoluter Knochenjob und der ist nicht leichter geworden in den letzten Jahren mit dieser Diversität, die jetzt so in unsere Klassenzimmer zum Glück eingezogen ist dass wir einfach unterschiede mehr wahrnehmen und den auch Raum geben.

01:08:19: Aber es ist auch für mich sehr nachvollziehbar, dass immer wieder Lehrkräfte mir schreiben, dass sie auch ans Aufhören denken weil sie das Gefühl haben Sie brennen aus in einem System Dass sie mit ihren Werten und mit ihrer Art wie sie eigentlich mit Kindern und Jugendlichen gern umgehen würden kaum in Einklang Kommt und es gibt dann unterschiedliche Strategien, wie der Pädagog innen damit umgehen.

01:08:44: Manche wechseln an Einrichtungen, manchmal auch private Einrichtung oder so wo sie sagen hier kann ich eher meine Pädagoge kleben.

01:08:51: manche sagen Ich gehe ganz bewusst dahin wo's brennt ja und versuch einfach da So ein bisschen das Feuer der Veränderung rein zu tragen.

01:08:58: so gutes halt geht Aber ist immer einen Balanceakt aus sich Engagieren und investieren, sich klarmachen.

01:09:07: Arbeit mit Menschen ist nichts wo man den Griffel fallen lässt und sagt jetzt ist mir egal aber es muss auch eine Form von Abgrenzung und gesundem Selbstschutz werden.

01:09:16: wenn ich jedes Kind in meinem Klassenzimmer retten will vor allem was es vielleicht auch an unguten Erfahrungen erlebt mit Kollegen von mir oder im Elternhaus oder sonstwo da kann ich mich selber wirklich ... Sova-Ausgaben, dass ich irgendwann gar nicht mehr arbeiten kann.

01:09:35: Das ist ein schwieriges Dilemma.

01:09:38: Total!

01:09:40: Okay dann würde ich sagen das war's schon wieder für heute.

01:09:43: vielen Dank und wieder bis zum nächsten Mal.

01:09:45: Genau und denkt immer dran aller Anfang ist manchmal schwer, manchmal leichter aber immer interessant.

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