Aller Anfang: Die Verkürzung der Kindheit

Shownotes

Wird die Kindheit immer kürzer, und tragen wir Eltern unbewusst dazu bei? Oliver und Nora sprechen über Erwachsenenmode an Kleinkindern, früh aussortierte Spielsachen und den Stolz vieler Eltern, wenn ihr Kind schon besonders weit für sein Alter ist. Nora findet es wichtig, die Kindheit als besondere Lebensphase mit Kinderliedern und Kinderbüchern zu schützen. Und Oliver fragt: Hat die kürzere Kindheit nicht vielleicht auch damit zu tun, dass wir Kinder früher ernst nehmen?

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Artikel Max Scharnigg:

https://www.sueddeutsche.de/leben/erziehung-kinder-kultur-ueberforderung-li.3480233

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00:00:09: Alleranfang.

00:00:10: Es ist manchmal schwer, manchmal leichter aber immer interessant.

00:00:14: Und womit fangen wir heute an?

00:00:15: Heute liebe Nora würde ich gerne mit dir übers Klein und Großsein sprechen!

00:00:20: Na dann legen wir los!

00:00:22: Diese Folge wird unterstützt von Tegler einer Bildungseinrichtung für professionelle Online-Aus-und Weiterbildungen im Bereich der Bindungspädagogik und mehr erfahrt ihr am Ende dieser Folge.

00:00:33: Hallo Nora!

00:00:34: Hallo Oliver

00:00:36: Das gleichzeitig klein und groß sein Darüber wollen wir heute sprechen.

00:00:42: Und das klingt schon sehr, wie soll ich sagen?

00:00:44: Kalenderbuchartig!

00:00:46: Was haben sie sich denn da drunter vorgestellt, Frau Himlau?

00:00:51: Man merkt dass ich das Thema vorgeschlagen habe.

00:00:54: Findest du?

00:00:57: Ich hab in letzter Zeit viel darüber nachgedacht... Dass wir kulturell und gesellschaftlich irgendwie so eine Verkürzung der Kindheit oder das kindlichen Beobachten könnt auf ganz vielen Ebenen.

00:01:10: Das sozusagen die Kindheit als Lebensphase, die ja oft assoziiert ist mit bestimmten Dingen, also mit Spielen aber auch mit, sag ich mal Kinderklamotten, Kinderzimmer, Kinderhobbys, so kindlich Verhaltensweisen... immer mehr Ungeduld begegnet in unserer Gesellschaft, dass ich das Gefühl habe, dass viele Eltern heute bewusst oder unbewusst kaum abwarten können, dass ihre Kinder endlich groß werden.

00:01:40: Dass sozusagen gewisse Dinge immer früher passieren im Kinderleben und dass man Kinder immer früher so ein bisschen auch in erwachsenen Welten reinpuscht gleichzeitig dann oft total überrascht und schockiert ist, wenn dann zehn elf zwölfjährige schon quasi wie Teenager sein wollen.

00:02:00: Und dann sagt man ihr seid doch noch Kinder was habt ihr auf Social Media verloren oder so?

00:02:04: Also es gibt ja so einen seltsamen Kontrast.

00:02:07: Es ist immer natürlich auch ein bisschen schwierig damit gefühlten Evidenzen zu argumentieren.

00:02:13: aber was ich beobachte is dass sehr viele Kinder In Sachen Kleidung zum Beispiel, schon sehr früh quasi erwachsen angezogen werden.

00:02:25: Weißt du was ich meine?

00:02:26: Ja, das wollte ich auch gerade sagen.

00:02:28: Das erste was mir einfiel war auch so... Also meine Tourenschule gibt es auch in Größe, keine Ahnung, ein dreißig oder irgendwie sowas.

00:02:35: Ja, auch in fünfundzwanzig

00:02:36: wahrscheinlich.

00:02:38: Genau, und auch Hosen- und Klamotten.

00:02:41: Du kannst so duos, keine Ahnung, Mutter, Tochter, Vater, Sohn oder wie auch immer sehe die gleich angezogen sind.

00:02:48: Weil sie einfach ... ja, genau.

00:02:50: Und werden wir vielleicht bei dem Punkt erst mal anfangen?

00:02:52: Also... Die Kindheit als Lebensphase hat ja historisch ganz lange gar nicht so einen Stellenwert gehabt, sondern Kinder galten einfach als unfertige Menschen und billiger Arbeitskräfte.

00:03:04: Und dann kam so Rousseau und die Entdeckung der Kindheit.

00:03:07: Und diese Idee, Kindheit ist eine besondere kostbare schützenswerte Phase.

00:03:12: Und Kinder sind nicht einfach kleine Erwachsene, sondern sie brauchen bestimmte Dinge für ihre Entwicklung.

00:03:17: Sie brauchen Spiel, sie brauchen ... Explorationsräume, und da entstand dann auch die Idee nach und nach von zum Beispiel Kinderkleidung.

00:03:27: Wie muss Kleidung für Kinder aussehen?

00:03:30: Und in der Nachkriegszeit ist dann sehr stark sozusagen auch unter Einfluss der Entwicklungspsychologie und Pädagogik diese Idee entstanden.

00:03:39: Kinderkleiding muss praktisch sein!

00:03:41: Kinderkleiden muss Bewegungsfreiheit zulassen.

00:03:45: Kinder müssen in Kleidungen ...

00:03:48: ne?!

00:03:48: ihren Körper bewegen können, müssen klettern und krabbeln und Sachen machen können, ein bisschen rennen können.

00:03:55: Kinderkleidung muss robust sein.

00:03:57: Kinder Kleidungen muss auch für Kinder eher bunt-und farbenfroh sein damit sie... in diese kindliche Lebenswelt passt.

00:04:06: Ich muss jetzt auch sofort wieder einschränken, Jungskleidung war immer ein bisschen anders als Mädchenkleidungen und Mädchen wurden teilweise auch in Petticoats gesteckt und sollten hübsch aussehen und nicht auf Bäumen betättern damit die schöne Strumpfhose nicht zerreißt so ne?

00:04:18: Also das gab es natürlich alles auch.

00:04:21: aber wenn man sich so anschaut Kinder Kleidung der Siebziger-Achtzigerjahre dann waren das eben oft für Jungs wie für Mädchen irgendwelche bunten Latzhosen ja irgendwie relativ weit geschnittenen Bluder, Hosenpolis oft in sehr klaren Farben mit auch klar, sage ich mal kindlichen Motiven.

00:04:41: Also kleinen Bären und Hunden und Elefanten und sowas drauf.

00:04:45: Oft sehr bunt, sehr fröhlich.

00:04:47: Auch so dass man teilweise im Nachhinein Fotos denkt bisschen cringe.

00:04:51: Ja also so halt dieses bisschen Farbkasten gefallen aber auf jeden Fall orientiert an Bequemlichkeit, Bewegungsfreude, Robustheit und auch an dieser Idee dass eine Kindheit bunt sein soll.

00:05:09: Und das war auch der Klassiker was so Spielzeuge anging also ein typisches siebziger, achtziger Jahre.

00:05:14: Kinderzimmer War wenig kuratiert Also nicht so hübsch mit bemalten Wänden und so oft Design wie man das jetzt heute teilweise auf Instagram sieht.

00:05:25: aber die Spielsachen da drin waren oft in Primärfarben gehalten, also gerade die für kleine Kinder.

00:05:32: Die hatten oft Holzspielzeug oder irgendwelche Plüchtiere und die waren oft rot-gelb-grün-blau.

00:05:37: Und dann freilt das so als angemessen für Kinder.

00:05:45: Kinderwagen hatten oft bedruckte Stoffe mit kindlichen Motiven sowas in der Art.

00:05:52: Die kindliche Welt war ästhetisch relativ stark von dem Geschmack Abgegrenzten.

00:06:01: Kinder schreibtisch musste nicht aussehen wie ein Erwachsenschreibtisch in klein, sondern hatte bunte Knöpfe und Scharniere oder sowas.

00:06:10: Ähm ... Kinderbettwäsche war klassischerweise bunt mit kindlichen Motiven drauf.

00:06:16: Kinderhandtücher, Kinderwaschlappen, ne?

00:06:18: Also das war alles so bisschen markiert durch.

00:06:23: Farbgestaltung, optische Gestaltung als das ist für dich Kind.

00:06:26: Das soll dir gefallen!

00:06:28: Das soll bunt und fröhlich und lebensfroh sein und das passt sozusagen in deine Welt.

00:06:36: Ja ja also im großen ganzen Stimmig zu.

00:06:38: ich hatte kurz überlegt ob man argumentieren könnte dass Farbe vielleicht damals generell eine größere Rolle gespielt hat.

00:06:46: hab ich noch so überlegt weil du auch die siebziger zitiert hast.

00:06:49: Also die hatten schon viel mehr Farbe glaube ich.

00:06:52: Die hatten viel Erfahrung mit Farbe, meinst du?

00:06:53: So Flowerpower.

00:06:54: Nee

00:06:54: die waren halt einfach bunter.

00:06:56: also sozusagen wenn du dir jetzt keine Ahnung die die Gestaltung der Olympiade-II hier in München anguckst auch die hatten schon den Regenbogen und so weißt Du also da waren auch diese ganzen knalligen... Ja

00:07:06: ja und die Autos waren bunter!

00:07:08: Ja genau also sozusagen ein rote grüne gelbe blaue Autos.

00:07:12: Also das sollte eine These nicht schmälern.

00:07:15: wo ich wirklich mitgehe ist dieses es war viel klarer.

00:07:19: Das ist für Kinder, das ist für Erwachsene.

00:07:21: Also ich habe gerade überlegt ob es vielleicht auch so was war um einen gewissen auch einen Freiraum und auch einen Schutzraum zu markieren.

00:07:30: also sozusagen Achtung!

00:07:33: Das ist ein Kind ja?

00:07:35: Also weil du ja argumentierst die Pädagogik setzt sich ja sozusagen erst über die Jahrzehnte durch.

00:07:40: Ja.

00:07:40: Das ist sein Kind für das gelten andere Regeln und wir gestehen sie ihm auch zu durch unter anderem die Farbgebung durch die Klamotten.

00:07:48: Also so eine Art Welpenschutz und auch so eine gewisse Art großes Wort Selbstermächtigung.

00:07:55: Ja, also ich glaube man kann daraus durchaus aus zwei Perspektiven blicken.

00:07:59: Man kann sozusagen diese abgegrenzte Welt der Kinder... Die Kindheit derer, die heute Kinder haben oft noch sehr stark geprägt hat.

00:08:07: Man kann das sozusagen als Empowerment lesen, im Sinne von nicht die geschützte Welt in der Kinder sein können wie sie wollen und wo sie sich gewissen Konventionen nicht unterwerfen müssen.

00:08:17: Gleichzeitig kann man natürlich auch argumentieren zu sagen man schafft da quasi so eine zweite Sphäre und sagt ja das sind halt Kinder Und die markieren wir sozusagen auch optisch als gar nicht so ernst zunehmenden Teil der Gesellschaft.

00:08:30: Das sind diese bunten Horden Ja Die sind klein.

00:08:33: auf deren Meinung Belange müssen wir auch noch nicht so rücksicht nehmen, weil es sind ja keine Erwachsenen.

00:08:43: Es ist durchaus fraglich für mich ob dieses Eindringen von erwachsen codierten Möbeln, Farben und Klamotten in die Kinderwelt ... manchmal was damit zu tun hat, dass wir als Elterngeneration ja den Anspruch an uns haben unsere Kinder als gegenüber Ernst zu nehmen auch schon als Babys.

00:09:03: und ob dann quasi unbewusst man manchmal denkt naja wenn du so ein vollwertiger Mensch bist für mich auch schon mit achtzehn Monaten warum sollst du denn nicht aussehen wie so einen kleiner Erwachsener den ich sozusagen genauso ernst nehmen würde weißt du also man kann das echt aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten.

00:09:22: Fakt ist, dass sich die Kindermode um jetzt einfach da noch mal zu bleiben massiv verändert hat.

00:09:28: insbesondere auch die Mode für so Kleinkinder also Babys wird oft noch zugestanden ein bisschen wie Babies auszusehen wobei auch da diese typischen Einteiler immer mehr ersetzt wurden durch so süße Hose und Matching Shirt Outfits.

00:09:46: es gibt Baby Jeans Baby-Tortures gibt Baby-Crop-Tops.

00:09:52: So oft finden wir es einfach auch niedlich, Erwachsenen Dinge in Mini-Klein zu sehen und diesen halt oft wenig an den tatsächlichen Bedürfnissen von Babys wie die sich bewegen, wie sie sich entwickeln wollen.

00:10:04: so orientiert aber insbesondere im Kita Alter also wenn die Kinder zwischen eins und sechs sind dieses klassische Kita-Kindergartenalter Das ist eben eine Phase, da war es bis vor dreißig Jahren völlig normal.

00:10:24: Dass da Kinder nicht besonders auf Ästhetik gebürstet wurden sondern Kinder hatten oft auch liebevoll ausgewählte Klamotten.

00:10:34: ganz klar aber das waren eben Kinderklamotnen die sollten bequem sein und es war bewusst vieles sehr verspielt.

00:10:42: also wenn ich mich an meiner eigenen Kindheit erinnere die Zopfgummis Die hatten dann so Kirschen oder Erdbeeren, oder sowas da drauf.

00:10:51: Und diese Spänchen hatten irgendwelche Regenbögen und bunten Farben usw.

00:11:00: Heute sieht man in vielen Kitas ... Es kommt natürlich immer auch ein bisschen darauf an, in welchem Viertel man wohnt und in welchem Soziotop man sich bewegt.

00:11:09: oft wirklich so richtig schicke Kita-Kinder dem zu ihrer jeweiligen sozialen Gruppe, sozusagen passenden Outfit halt einfach in klein.

00:11:22: Und da gibt es ja durchaus die alternative Kleidungsgruppe sozusagen wo dann die Kinder aus schicke Leinenschirz tragen oder so muslinhemdchen tragen und dann gibt's eher die Ralph Lauren Calvin Klein-Fraktion und das gibt natürlich auch die schickes Outfit von H&M oder von C&A.

00:11:42: Es geht mir gar nicht so sehr um Marken oder um wie teuer die Klamotten sind, sondern es geht um den Stil.

00:11:47: Darum dass das normal ist, dass ein dreijähriger Nicht-in-Jogginganzug zum Kindergarten geht weil Lagerfeld hat gesagt wer Jogginganzug trinkt hat die Kontrolle über sein Leben verloren.

00:11:58: und das übertragen wir dann halt schon auf Kleinstkinder die im Prinzip ja nichts anderes tun sollen als sie einen ganzen Tag sich bewegen und turen.

00:12:06: und dafür ist eigentlich ein jogging Anzug Ideale Kleidung, so.

00:12:10: Gerne auch ein bunter.

00:12:12: und wenn man heute Kinder in klassischer Kinderkleidung kleiden will also in bunter bequemer gut sitzender robuster Kleidungen dann muss man entweder Vintage kaufen oder irgendwo auf dem Dachboden kramen ob man noch was findet aus einer eigenen Kindheit oder auf so super teure Öko, Nachhaltigkeit.

00:12:38: Wir machen alles anders Label setzen die dann quasi jetzt als so eine Alleinstellungsmerkmal wieder haben.

00:12:44: wir stellen Wieder solche Kleidung her die halt wirklich von den kindlichen Bedürfnissen her ausgedacht

00:12:51: ist.

00:12:52: Okay Habe ich Ja echt

00:13:00: okay Habt ihr nicht so erlebt?

00:13:02: hast du erlebt

00:13:03: ja zum Teil anders aber Aber klar, wir wollten jetzt auch nicht den großen Bekleidungs-Podcast machen.

00:13:12: Ich finde das eine robuste Hose.

00:13:14: Aus meiner Sicht kommen da eher zwei Dinge zusammen.

00:13:16: Entweder links Fast Fashion also dass man halt irgendwie viel schneller und günstiger Sachen kaufen kann oder ... Das ist dann nicht nur eine Hose sondern die sind auch noch Regenabweisen und die können alles mögliche.

00:13:25: Ja

00:13:25: ja, gehört so der Arbeitshose!

00:13:28: Genau.

00:13:30: Aber sozusagen quitschbund oder eindeutlich kindlich, da bei der Motive geh ich mit, bei der Funktionalität würde ich für mich hier ein kleines Frage-Sachen einfach dahinter stellen weil die Kinderkleidung meiner Kindheit auch oft miese Qualität hatte.

00:13:45: also ich hatte ständig nasse Handschuhe und ich hatte Ständig nasso Rosen und ich habe nie dichte Stiefel und all diese Dinge.

00:13:52: Die sind so gut ausgerüstet, dass man schon wieder sagt, die müssten mal wieder merken.

00:13:58: Absolut nicht!

00:13:59: Das meinte ich auch gar nicht.

00:14:01: Es gibt mittlerweile mega gute Funktionsteilungen.

00:14:04: Ich glaube tatsächlich und das finde ich interessant, auch wenn es ein bisschen so ein Sidequest ist ... Wenn du sagst, ich hab's Gefühl, die Klamotten meiner Kinder waren bequem- und spieltauglich.

00:14:15: Und vielleicht nicht immer bunt mit Teddybären?

00:14:19: Da merkt man tatsächlich einen großen Unterschied.

00:14:22: Zwischen Eltern, die Jungs haben und Eltern auch Töchter haben.

00:14:26: Die klassischen Jungsklamotten egal wo sind viel weiter geschnitten und fallen lockerer und sind bequemer und ermöglichen mehr Bewegung.

00:14:36: Und die typischen Mädchenklamottinnen, die man heute kaufen kann also gleiche Größe ja du gehst in irgendein Laden und kaufst eine Hose in Größe hundert achtundzwanzig dann sind die Mädchenhosen oft wirklich so Knal eng geschnitten, dass man sich darin kaum bewegen kann.

00:14:52: Und dazu eben oft auch ... Also von dem ganzen Schnitt her wirklich so auf Figur geschnitte, weißt du?

00:14:59: Und gar nicht auf kindliche Bedürfnisse hin konzipiert.

00:15:05: Genau und das ist eben auch ...

00:15:08: Das kann für mich jetzt sozusagen ein starker Beiß hier sein wie man ja auch bei Damen- und Herrenmode beobachten kann.

00:15:15: dass da der Jogginganzug ein bisschen hoher Alter erlaubt ist, aber eben auch nur über den Männern.

00:15:21: Aber es geht ja ... Wir wollen uns nicht nur auf die Klamotten jetzt fokussieren, sondern die Kramotten sind einfach ein deutlich sichtbares Symptom insgesamt einer Entwicklung, die dahin geht, die Kindheit teilweise so ein bisschen im Schnelldurchlauf durchzuspielen und bewusst oder unbewusst als Erwachsene oft zu feiern, wenn Kinder so Dinge können machen wollen, tragen für die sie eigentlich noch zu klein sind.

00:15:51: Also meinst du so wie in unserer Mobilitätsfolge oder ich weiß nicht mehr wie die Folge hieß?

00:15:57: Mit

00:15:58: dem Laubrad

00:15:58: ja.

00:15:58: Genau.

00:16:00: Mein Kind kann schon mit zwei am Verkehr teilnehmen.

00:16:04: Genau, ich war gestern steinlich an der Kreuzung.

00:16:05: Ich musste so lachen hier, weil wir doch drüber sprachen.

00:16:07: wirklich so ein zweieinhalbjähriger Zwang.

00:16:10: ganz tolles Laufrad, ganz toller Helm und er wusste überhaupt noch nicht wo oben und unten links und rechts ist und sein Vater war total stolz und ich dachte so

00:16:18: klar

00:16:19: aber vor, weiß ich nicht, fünfzehn-fünfzehn Jahren wärst du halt höchstens an der Hand gelaufen zwang oder wäre es halt in irgendetwas herumgeschoben worden.

00:16:26: ja das ist okay.

00:16:31: also was Was es, glaube ich schon immer gab.

00:16:34: Aber vielleicht noch mal ein bisschen zugenommen hat.

00:16:37: in unserer Leistungsgesellschaft auf der es oft so viel Druck auch auf den Kindheiten lastet ist dieser Stolz wenn das Kind vermeintlich oder tatsächlich schon sozusagen weiter ist als die anderen.

00:16:49: also Ich habe auch schon vor zwanzig Jahren beim Babysitten erlebt dass Eltern stolz erzählt haben Also mein Kind ist ja drei aber macht schon Puzzle ab sechs.

00:16:58: Das ist ein ganz cleverer Sohn.

00:17:00: Dass irgendwie einem gesagt wurde, unsere Tochter wird vier ... Wir würden uns über einen Buch freuen!

00:17:06: Aber wir lesen schon die richtig dicken Vorlesepücher bitte nicht mit so Bilderbuch um die Ecke kommen.

00:17:11: Wir haben so ein ganz schlaues Kind und das gibt's glaub ich Schon immer.

00:17:16: Aber ich hab das Gefühl, es hat sich tendenziell noch so verstärkt, dass Eltern oft wirklich kaum abwarten können und ihr Kind quasi schon die nächste Stufe erklimmt.

00:17:25: Und dann auch so Altersangaben quasi immer eigenmächtig nach unten korrigiert im Sinne von wenn ich für ein zweijährigen Geburtstagsgeschenk kaufe oder hier drauf ab vier ist das genau richtig?

00:17:37: Weil mein Kind ist clever!

00:17:38: Außerdem ist es ja nicht mehr lange zwei.

00:17:40: Es wird bald schon drein.

00:17:41: Dann ist es eigentlich auch schon vier.

00:17:46: Ja, oder was wir jetzt hier neulich hatten Starboss ist ja manche Starbos Filme sind ab sechzehn.

00:17:52: Aber eigentlich gucken die sehr ehe auch schon alle mit elf zwölf so ungefähr.

00:17:55: und von auch mir denkst du also was gilt denn hier überhaupt noch?

00:17:59: Und was ich zum Beispiel relativ häufig auch erlebe und das hat natürlich auch ganz pragmatische Gründe viele Familien haben wenig Platz leben sozusagen zu Dritt oder vier, fünf oder wie auch immer in einer relativ beengten Wohnung.

00:18:12: Und dann wird natürlich schnell aussortiert im Sinne von damit spielst du doch nicht mehr.

00:18:17: und das ist ja total valide zu sagen wir müssen auch Spielsachen wegtun damit wieder Raum ist für neue Spielsache.

00:18:24: aber was ich zum Beispiel sehr häufig erlebe is dass dann Eltern Spielsachen kaufen zu einem Zeitpunkt wo ihr Kind eigentlich noch zu jung dafür ist.

00:18:34: Das Kind findet nicht so richtig in dieses Spielzeug rein.

00:18:37: Und dann wird das Spielzeug quasi schon wieder als langweilig aussortiert und wegverkauft, wenn das Kind gerade so in das Alter kommt, indem es vielleicht was damit anfangen könnte.

00:18:48: Beispiel ... Es gibt auch diese Duplo-Steine, diese großen.

00:18:52: Die sind eigentlich ein total langlebiges und zeitloses Spielzeug.

00:18:57: Also kleine Kinder können da mit natürlich Türme bauen aber auch Kinder im Grundschulalter sehr effektiv irgendwelche Spielbätten bauen, weil man halt auch nicht ewig rumfrickeln muss.

00:19:07: Weil diese Steine recht groß sind.

00:19:10: Aber auf diesen Duplopackungen steht drauf ab anderthalb und das ist für viele Eltern dann so ein Signal okay das ist ein Kleinkind-Spielzeug Und ich beobachte es so oft soweit.

00:19:20: dann dass Kind drei oder vier ist kriegt es das erste Lego-Set geschenkt, baut da mühsam das allererste Mal mit viel älterlicher Hilfe irgendwas zusammen.

00:19:29: Und die Schlussfolgerung ist dann okay dass du blockern weg.

00:19:31: diese großen Kästen die nerven mich.

00:19:32: edig können wir verkaufen und Das ist zum Beispiel dann oft so ein ding wo ich denke das ist so schade.

00:19:38: man hat So ein Spielzeug das eigentlich so eine lange Lebensdauer hat das über so viel zeit Eigentlich noch ganz toll genutzt werden kann in unterschiedlichen Varianten.

00:19:47: Aber man ist dann so ungeduldig, die nächste Stufe zu erklimmen.

00:19:51: Dass man sagt das kommt jetzt weg und ich erlebe das dass Eltern mir wirklich stolz sagen wir sind jetzt also unser Kind ist jetzt zweieinhalb Flüchtere hat es jetzt hinter sich gelassen da sind wir rausgewachsen.

00:20:06: So Puppen ab drei war nicht mehr interessant auch übrigens bei so Fernsehsendungen.

00:20:11: ja auf der einen Seite wird immer gesagt Idealerweise sollten Kinder bis drei Ganz wenig, bis gar keine Medienzeit haben.

00:20:20: Auf der anderen Seite erzählen mir regelmäßig Eltern ... Mit Pepper Woods waren wir mit zweieinhalb durch.

00:20:25: Das war nicht mehr interessant.

00:20:26: Wir sind zu Disney weitergewandert, also Disney-Filmen.

00:20:30: Wo ich dann manchmal merke, dass ich denke, das kann sein, dass dein Kind dazwischen was anderes sehen wollte.

00:20:35: Aber mir kann keiner erzählen, dass sozusagen das Storytelling von einer Kleinkind-Serie mit zweienhalb schon zu unterkomplex war.

00:20:45: Weißt du?

00:20:47: Voll.

00:20:48: Und wie gesagt, mir geht's da gar nicht um die einzelnen Dinge!

00:20:51: Es geht mir nicht darum zu sagen jedes Kind muss ewig lang duplos spielen oder ihr dürft eurem Kind kein Disney-Film zeigen sondern das Gesamtphänomen, dass einfach in die Kindheit oft so ein Druck eingezogen ist die quasi möglichst schnell durchzuhächeln und möglichst früh da anzukommen, Die gleichen Interessen hat wie ich und die gleichen Klamotten trägt, wie ich.

00:21:15: Und eigentlich eher wie so eine kleine beste Freundin oder ein kleiner bester Freund bei mir zu Hause sitzt.

00:21:20: Das finde ich so'n bisschen schade.

00:21:21: Ich will einen Aspekt ja noch erwähnen der mir besonders auch aufgefallen ist und da geht's um Kinderlieder.

00:21:28: Wir hatten schon mal was in der Musikfolge drüber gesprochen.

00:21:31: Ich habe mich vor kurzem mit einer Musikpädagogin unterhalten und ihr erzählt dass sie In der zweiten klasse So ne AG quasi an bietet, also für Zweitklässler mit Kindern Musik entdecken.

00:21:45: Und dann hat sie ein Kinderlied mitgebracht und hat mit den Kindern dazu so einen Tanz einüben wollen.

00:21:51: Die Kinder haben das verweigert und haben gesagt, wir sind doch keine Babys!

00:21:56: Wir tanzen jetzt auch nicht zu einem Kinderlied?

00:22:00: Hallo?!

00:22:00: Wir sind acht!

00:22:03: Da war ganz klar die Erwartung wenn wir tanzen, dann tanzen wir Malle schlagern oder zu irgendwas aus dem erwachsenen Popmusikbereich, Filmmusik vielleicht noch so irgendwas.

00:22:15: Aber nicht zu Kinderliedern.

00:22:18: und es gibt ja ganz viele Eltern die mittlerweile eben Kinderlieder sage ich mal komplett quasi überspringen und sagen wir hören mit unserem Kind hatten wir schon mal drüber gesprochen von Anfang an unsere Musik.

00:22:27: und ich verstehe diesen Wunsch zu sagen Ich hab da mehr Bock drauf.

00:22:32: Total!

00:22:33: Und gleichzeitig ist das eigentlich für die kindliche Entwicklung mega wertvoll, wenn Kinder Musik hören, die sie A verstehen weil sie auf Deutsch ist und B, die auch so bisschen ihre Lebenswelt und ihre Lebensthemen widerspiegelt und eben nicht einfach irgendwelche komischen Ballermann-Hits irgendwie in die Kindheit zu meinten... Was?

00:22:54: Das ist jetzt schon ne Kurzführung.

00:22:57: Ja, nein!

00:22:57: Es gibt ja auch coole erwachsene Musik.

00:22:59: Aber die Themen... Also es gibt ja Deutschsprachige Musik wo man sagen kann für die ganze Familie.

00:23:05: Ich höre mit unseren Kindern ja auch Brodo Bartke und Sarah Hagenberg und solche deutschsprachigen Liedkünstlerinnen, wo man dann irgendwie sagen kann das macht gemeinsam Spaß dazu zu hören.

00:23:20: Und trotzdem finde ich es schade wenn achtjährige sagen Deine Freunde ist doch Babykram oder egal.

00:23:28: Oder Bummelkasten, oder Rolf Zukowski weidetwegen.

00:23:32: also das sind Lieder die eigentlich genau für dieses Alter richtig so.

00:23:39: Entwicklungspsychologisch und Popmusik ist sozusagen später dran wenn man so will.

00:23:47: und dass das verschwimmt halt immer mehr.

00:23:51: ich fühle mich gerade wie eine reaktionäre Tante

00:23:55: Da schiebe ich dich nicht hin.

00:23:57: Früher war alles besser, aber...

00:23:58: Nein.

00:23:59: Ich finde nur wir müssen vielleicht die Turbokindheit da geh' ich voll mit dir mit zu sagen irgendwas hat sich da beschleunigt und ein Teil davon kommt von außen.

00:24:09: Ein Teil davon kommen auch von den Erziehungsberechtigten.

00:24:14: Ja.

00:24:15: Ich glaube nur dass man natürlich sobald man ein einzel Beispiel macht es ist wie so einen weiß ich nicht wie so nasses Stück Seife ja ob jetzt sozusagen... Flitschteim

00:24:23: oder von?

00:24:24: Kindermusik jetzt wirklich Das Beispiel sozusagen für den Untergang der Kindheit ist.

00:24:29: Nein,

00:24:30: das war ein Scherz natürlich.

00:24:32: Da kennen wir jetzt glaube ich von Hölzchen aus Döckchen oder so.

00:24:35: aber weil wir beide sicherlich

00:24:38: auch

00:24:38: den Wunsch des Kindes nach Ich will groß sein ja auch nicht bremsen wollen

00:24:44: ganz genau

00:24:45: wenn sich ein Kind plötzlich mit neunzehn den alten Familienlaptop schnappt und sagt ich schreibe jetzt auch was

00:24:53: Ja klar.

00:24:54: Dann spielt es natürlich letztlich auch nur das nach, was irgendwie viele der Alten da so machen vor Bildschirmen, Hocken und Tastendrücken?

00:25:02: Und ist das jetzt sozusagen ein Ende der glücklichen Kindheit oder...

00:25:06: Ne, dann müssen wir genau aufpassen!

00:25:08: Wow okay, das ist halt die Welt in der wir jetzt leben und da so.

00:25:13: ich glaube wirklich.

00:25:15: nur aber ums nochmal zu sagen weder sehe ich dich da in der einen Ecke noch mich in der anderen Ecke sondern ich glaube das ist immer dieses ewig ambivalente, dass ich so bei diesen Themen habe.

00:25:24: Bei manchen fällt es mir relativ leicht, wo ich sagen würde, ne also nach meiner Überzeugung muss man das oder das als Kind noch nicht dann oder dann tun.

00:25:33: über anderen Dingen denke ich so ja aber das ist ja auch eine individueller Ausdruck von irgendwas.

00:25:38: deswegen schwank ich hier jetzt gerade heute

00:25:40: und das ist ein ganz ganz wichtiger Punkt und deswegen haben wir auch gesagt es geht ums klein und groß sein.

00:25:45: Mein Punkt ist nicht zu sagen, zwingt die Kinder in bunte Clownhosen bis sie zwölf sind.

00:25:51: Und Sie

00:25:51: müssen Bummelkasten hören!

00:25:53: Genau und Sie dürfen nichts anderes hören.

00:25:55: Darauf geht's mir überhaupt nicht sondern ich hab manchmal das Gefühl es gibt eine Tendenz bei den wirklich kleinen Kindern wo wir automatisch als Eltern noch relativ viel entscheiden.

00:26:04: ja also wir füllen den Kleiderschrank von einem kleinen Kind Wir entscheiden was es erstmal hört oder liest.

00:26:10: Also bei einem anderthalbjährigen kind ist da ja noch viel was wir reingeben als Eltern.

00:26:15: Da gibt's oft schon so eine gewisse Ungeduld und so ne gewisse Prägung, auch ne gewissen Ästhetisierung der Kindheit in Richtung von so einem ... Es folgt alles dem Erwachsenen-Geschmack.

00:26:25: Und dann ist es selbstverständlich so, dass sich sowas auch so ein bisschen verselbstständig.

00:26:29: Kinder gucken ja dann auch etwas Tragen andere, was hören andere?

00:26:32: Was spielen andere?

00:26:33: Das ist nicht so das man da sich hinstellen kann und sagen Wir machen jetzt hier so das kleine gallische Dorf, das gegen Alles Widerstand leistet auf!

00:26:41: Also Kindheit ist ja auch eine soziale Erfahrung in einem größeren Rahmen und Kinder haben intrinsisch einen Drang groß sein zu wollen, Dinge ausprobieren zu wollen.

00:26:51: Und es ist genauso wichtig eben auch diesem verlangen Raum zu geben und Kindern nicht künstlich klein zu halten oder einzustutzen.

00:27:00: also wenn ich darüber spreche dass ich sage Ich finde das schade wenn Kindern die drei Jahre alt sind Bücher ab acht vorgelesen werden, weil ich oft glaube, dass das weder den Kindern noch den Büchern gut tut.

00:27:12: Man vermacht sich dann auch so viel, wenn die Kinder alt genug sind für die Bücher sagen sie als doch Babykram.

00:27:17: Das ist schade.

00:27:18: aber das heißt natürlich nicht, dass man nicht das individuelle Kind sehen und in seinen Interessen begleiten kann.

00:27:24: Und es gibt ja wirklich Kinder mit fünf schon mega interessiert sind an langen Vorlesebüchern offiziell in Anführungszeichen für ältere Altersgruppen gedacht.

00:27:34: Und dann würde ich mich nicht hinstellen und sagen, nein die sind jetzt noch verboten für dich gerade bei Büchern auch bei Filmen auch bei Liedern ist ja das Schöne dass Kultur oft eben einfach zu Menschen in unterschiedlichen Entwicklungsphasen auf unterschiedliche Weise spricht und sich erschließt und Dass wir da eben auch dieses groß und klein sein dürfen ausprobieren können müssen.

00:28:00: Insofern du hast recht, es ist ein Thema was einem schnell entgleitet weil man schnell rutscht in so einen lasst die Kinder klein sein und dann packt man wie so ein Deckel auf die kindliche Entwicklung.

00:28:08: oder man sagt ne lass die Kinder wachsen und dann schneidet man so bisschen quasi die Wurzeln ab.

00:28:14: und ich plädiere ganz stark für so'n Recht auf Gleichzeitigkeit darauf das Kindheit.

00:28:21: Teenie sein, also Teenager sein Jugendlicher sein Junge Erwachsener sein bedeutet ich darf noch an so Kindheits Erfahrungen andocken und gleichzeitig selbst bestimmt und nach meinem eigenen Interesse beim eigenen Tempo auch groß werden.

00:28:36: Also ich krieg ganz oft Nachrichten von Eltern die zum Beispiel sich total sorgen wenn ihre Töchter im Grundschulalter sich mal schminken wollen und die dann anfangen ihren Töchtern zu erzählen wenn man roten Lippenstift trägt Dann heißt das, dass man knutschen will.

00:28:52: Das heisst wenn du jetzt mal Lippenstift aufträgst dann musst du damit rechnen, dass dich Leute knutschend.

00:28:59: Willst du das?

00:28:59: Nein!

00:29:00: Wo?

00:29:00: ich denke um Himmels willen also lippen stift ist doch keine Einladung zu gar nichts.

00:29:04: warum sollen sich Kinder denn nicht schminken dürfen als Akt des Verkleidens genauso wie sie sich ein laptop nehmen und darauf rum hacken weil sie auch erwachsen sein wollen?

00:29:15: Mir ist es so wichtig, dass diese Gleichzeitigkeit eben erlaubt ist.

00:29:19: Dass man nicht sagt ... Du hast doch gestern schon ein kompliziertes Legotechnik-Ding aufgebaut?

00:29:24: Warum willst du heute immer wieder mit Dublo spielen und equivalent?

00:29:28: Ich hatte das vor Kurzem mit einem Kind, das steht gerade an der Schwelle zur weiterführenden Schule.

00:29:34: Wo ja auch dieses Thema ich gehöre jetzt zu den großen, ne?

00:29:38: Ein großes Ding ist!

00:29:39: Und dieses Kind ist in ganz vieler Hinsicht schon sehr groß, sehr selbstständig macht ganz viele Sachen schon sehr, und man sagt großes Kind.

00:29:49: Und dann hatte dieses Kind das auch schon richtig lange Geschichten.

00:29:53: gerne mag sich kürzlich gewünscht beim ins Bett bringen als gute Nachtgeschichte noch mal so ein Wimmelbuch von Ali Midgutsch anzugucken was ja komplett gar kein Text hat einfach nur diese Wimmelpilder und da steht halt im Kinderzimmer seit des eins ist oder so.

00:30:10: Und wir haben das jahrelang nicht in der Hand gehabt.

00:30:12: und auf einmal haben wir jetzt praktisch noch mal miteinander diese Wimmelbuchseiten betrachtet und geguckt, was machen da die Kinder?

00:30:17: Ah, da pieselt immer noch der Junge an den Teich!

00:30:20: Das war total wertvoll dass dieses Buch noch da war und dass wir das nochmal angucken konnten und dass dann nicht so ein ... Ey, du bist doch viel zu groß für, wir haben doch auch richtige Bücher.

00:30:29: Du kommst bald in die weiterführende Schule.

00:30:31: Was willst du jetzt einfach wieder so Bilderbuch angucken?

00:30:34: Ding da war... In dem Moment habe ich es so gedacht Ich weiß nicht, ob wenn dieses Kind mein jüngstes Kind gewesen wäre und wir nicht noch jüngere Kinder im Haushalt hätten.

00:30:46: Dieses Bimmelbuch überhaupt doch da gestanden hätte, weißt du?

00:30:48: Weil das stand da eigentlich ehrlicherweise weil ich dachte vielleicht wollen die jüngeren Kinder das mal noch lesen.

00:30:57: Klar!

00:30:57: Und in dem Moment war es aber so ein kostbarer Verbindungsmoment Ohne jede Bewertung, einfach nochmal andocken zu können.

00:31:04: an dieses Ja klar kann man auch mit zehn noch mal mit Freude ein Bilderbuch angucken.

00:31:10: Ich hab zwei Fragen also.

00:31:11: das eine ist dass ich es gut finde wenn wir jetzt dann quasi gleich auf die großen gucken

00:31:18: ja

00:31:20: Das andere aber zunächst wie du weißt Wir haben zwei Kinder mit einem etwas größeren Abstand und unsere Kita-Leiterin hat mir damals beim jüngeren Kind gesagt Es ist ganz klar Dass das jüngere Kind quasi immer dem Großen nacheifern wird.

00:31:34: Und bei vielen Dingen möglichst schon die Spiele und die Sachen, dass machen will was der große darf kann Will.

00:31:41: aber sagt sie damals so es gibt Entwicklungsschritte die muss man machen die kann man nicht überspringen.

00:31:47: und das blieb mir so als Nicht als Warnung weil ich habe ihr sehr vertraut und hätte es immer noch Das bliebt mir so haften.

00:31:55: Aber gleichzeitig deswegen nochmal die Frage an dich Gibt es gewisse Entwicklungsschritte, die wir eben doch versuchen sollten?

00:32:04: Nicht an ein bestimmtes Alter natürlich zu knüpfen.

00:32:06: Aber die wir versuchen sollten stattfinden zu lassen im passenden Alter.

00:32:13: Ich tue mich damit immer so ein bisschen schwer, weil man dann schnell bei so Listen landet... ...die ja auch vielfältig im Internet kursieren im Sinne von bis einen Kind... So und so sollte es das gemacht und erlebt haben.

00:32:25: Aber so meint ich nicht nur aus, die These ist ja sozusagen von unserer heutigen Folge.

00:32:29: Es gibt eine Turbo Kindheit Und die nicht nur dafür sorgt dass es keine bunten Kinderklamotten mehr gibt Sondern also Scherz hat jetzt so ein verkürzt sondern Die auch dafür sorgt das bestimmte Dinge Ich sag mal, in Ruhe in den Kindheiten stattfinden.

00:32:43: Es gibt mir jetzt wirklich nicht drum zu sagen ... Das haben wir ja oft besprochen.

00:32:47: also es gibt Kinder die können mit fünf lesen, es gibt Kindern können neun lesen und sie sollen's machen.

00:32:52: Sondern nur gibt das so aus dem Menschen heraus Dinge wo man sagt ... Weißt du was du vorgesagt hast?

00:33:00: ich bin nicht nur die Warnerin vor der heiligen Kindheit sondern es gibt einfach Dinge, das wär halt cool wenn dafür noch Luft und Zeit bliebe.

00:33:08: Ja Das gibt es natürlich schon in ganz unterschiedlichen Bereichen.

00:33:13: Also wenn wir einmal zum Beispiel kurz auf das Thema motorische Entwicklung gucken, viele Eltern wünschen sich für ihr Kind, dass es ganz früh laufen lernt.

00:33:23: Das gilt oft als so ein ganz wertvoller und wichtiger Schritt und Eltern erzählen das Ganze stolz oft so.

00:33:28: Unser Kind ist schon mit zehn Monaten gelaufen Und tatsächlich ist es aber für die motorische Entwicklung total wertvoll und wichtig, wenn Kinder diese ganzen Zwischenschritte also das Robben, dass Krabbeln sich hochziehen.

00:33:44: Das an Möbeln entlang laufen dann doch wieder krabbelnd aufstehen und irgendwann den ersten freien Schritt machen so durchlaufen.

00:33:53: günstig für die motorische Entwicklung, wenn diese Schritte nicht allzustellen aufeinander folgen.

00:33:57: Das heißt nicht dass man die Kinder ausbremsen soll in ihrem eigenen Tempo und irgendeiner Form.

00:34:03: Also man hält das Kind nicht fest und sagt nein nicht krabbeln ist es noch nicht dran.

00:34:07: aber was sehr oft passiert ist das eben umgekehrt.

00:34:10: Eltern ohne es böse zu meinen Abkürzungen nutzen, um das Kind schneller an einen weiteren motorischen Entwicklungsschritt heranzuführen.

00:34:18: Das Kind kann sich noch nicht selbstständig hinsetzen, wird aber ständig hingesetzt oder in irgendwelche Vorrichtung gepackt, wo er sozusagen ein Sitzgefühl haben kann, obwohl es eigentlich noch gar nicht sich selbst in diese Position bringen kann.

00:34:34: kann noch nicht selbstständig laufen.

00:34:36: Die Eltern halten aber so quasi ihre Finger hin und führen das Kind an den Händen durch den Raum, weil sie denken es ist für das Kind doch schöner dieses Laufgefühl zu haben als krabbeln zu

00:34:44: müssen.".

00:34:48: Es gibt tatsächlich von der WHO, also von der Weltgesundheitsorganisation eine offizielle Warnung davor.

00:34:54: Dass Kinder, also Babys wirklich im ersten Lebensjahr erst anderthalb Jahre zu wenig Zeit mit freien Bewegungsmöglichkeiten heutzutage zubringen.

00:35:03: Also die WHO warnt richtig davor zu sagen es gibt so die Tendenz dass Kinder quasi Vom Kinderwagen in die Wippe, in die Federwippe.

00:35:13: In den Hochstuhl... Also so wie hier ohne das Container von fixiertem Ort zu fixierter Ort waren dann wo immer sozusagen die jeweilige Position quasi vorgegeben ist und wo einfach dieses ganz klassische auf einer Decke liegen oder auf einer flachen Unterlage sich selbst ... spüren und bewegen lernen.

00:35:36: Eine erwachsene Person liegt dabei oder daneben, aber greift nicht ein in die Bewegungsentwicklung selbst, sondern ist einfach nur eine freundliche Präsenz, dass das immer mehr nachlässt.

00:35:45: Und dass es tatsächlich sich ungünstig auf die motorische Entwicklung ausübt.

00:35:49: Ich weiß, wenn ich über so was spreche, kriegen Eltern schnell dann einen Schuldgefühl und sagen oh Gott mein Kind war auch mal einer Babyfippe?

00:35:56: Aber uns hat die Federwiege ... extrem geholfen, überhaupt mal einen Moment Ruhe zu haben.

00:36:04: Darum geht es nicht!

00:36:05: Es geht immer um Maß und Mitte.

00:36:07: Es geht auch nicht darum, dass wir unsere Kinder nicht tragen sollten.

00:36:09: Da sind sie ja auch an uns dran und haben nicht die freie Bewegung auf dem Boden.

00:36:13: aber da kriegen Sie ganz viele Bewegungsimpulse dadurch das sie an unserem Körper bewegt werden.

00:36:18: Es ist nie um Extreme.

00:36:19: natürlich darf ich ein Kind beim Baikoststart in Hochstuhl setzen damit es ordentlich schlucken kann.

00:36:25: Aber die Frage Ist mein Kind größtenteils?

00:36:32: In der Lage, sich selbst frei zu bewegen und auch ohne dass ich es in eine bestimmte Richtung pusche oder lenke.

00:36:37: Lasse ich es dann ja natürliche Bewegungsentwicklung durchlaufen Oder versuche Ich als Mutter- oder Vater quasi abkürzungen zu finden?

00:36:45: so Es wäre doch cool wenn man Kind das jetzt schon könnte vielleicht Wenn ich das ihm so helfe dann kann ist das eine halbe Woche schneller.

00:36:52: Und da ist es tatsächlich so dass man Ja, weiß.

00:36:56: Dass zum Beispiel Kinder die nicht aus freien Stücken das Krabbeln übersprungen haben?

00:37:02: Also die quasi direkt vom Robben zum Hochziehen zu laufen gegangen sind dann manchmal später mehr motorische Schwierigkeiten haben mit Sachen wie Gleichgewichtssinn.

00:37:10: Es gibt auch Kinder, die überspringen das von sich heraus.

00:37:13: also sie haben einen eigenen inneren Bewegungsplan und fangen an auf den Po zu rutschen und ziehen sich dann hoch.

00:37:18: Das ist völlig okay.

00:37:19: es geht nicht darum die kindliche Entwicklung zu bewerten einzugreifen in der Hinsicht.

00:37:27: Und das gibt es eben auch in anderen Bereichen, Kinder profitieren massiv von Sinneserfahrungen in der Natur, die profitieren davon viel Barfuß zu laufen unterschiedliche Untergründe unter ihren Füßen zu spüren.

00:37:47: Das wird häufig heute abgekürzt weil man dann schnell Schuhe kauft und will, dass sie auch genutzt werden.

00:37:55: Und dann Angst hat vor Westen stichend und dann eher sagt ne bitte nie barfuß laufen.

00:38:02: Es gibt einfach auch oft Eingriffe in das freie Spielverhalten von Kindern und ich will ja gar nicht sagen Dass es nicht toll ist wenn wir als Eltern mit unseren kindern Dinge unternehmen.

00:38:14: Ja also ich gebe mein Kind an auch gerne mal jetzt Kindertheater oder zu einem Kinderkonzert oder so aber tatsächlich is Manchmal bei uns Eltern, nicht bei allen.

00:38:27: Bei vielen die Tendenz da ... Die Nachmittage mit Kindern relativ stark zu verplanen, irgendwelche Kurse, Gruppen sonst was zu besuchen auch aus dem eigenen Bedürfnis heraus nicht zu vereinsamen?

00:38:37: Jetzt gehen wir zum Musik und Sport usw.

00:38:40: Und was dabei manchmal eben zu wenig Raum bekommt ist wirklich dieses freie ungerichtete Spiel und das freie Rollenspiel.

00:38:49: also zwei-, drei Kinder in einem ähnlichen Alter oder mit ein bisschen Altersabständen finden sich zusammen und finden gemeinsam im Spiel.

00:38:56: Und dazu gehört eben auch oft, dass sich dieses Spiel permanent wiederholt.

00:39:01: Dass man wirklich zuguckt und denkt die spielen schon wieder.

00:39:03: Mutter-Vaterkindes haben sie gestern gespielt und vorgestern ... und dann ist manchmal der Impulstar zu sagen wollt ihr nicht mal was Neues machen?

00:39:10: Ich hab einen Spiel aus der Bücherei mitgebracht da könnt ihr Farben lernen oder so weil man oft nichts sieht das dieses Freie kindliche Rollenspiel der Entwicklungsbooster schlechthin ist.

00:39:23: Und wenn wir den quasi abkürzen mit, ich fände jetzt aber ein Brettspiel interessanter so dann nehmen wir dem Kind damit einen wichtigen Entwicklungsraum.

00:39:34: also gerade zum Beispiel sowas wie mit Puppen mit Blüchtieren spielen Wie gesagt von Kind zu Kind auch verschieden Aber das is oft was Da kommen Kinder oft erst in das Alter, indem sie das so richtig gut mit anderen Kindern können.

00:39:46: So im Vorschulalter also das klassische Rollenspielalter für ein bisschen komplexere Rollenspiele ich wäre die Krankenschwester du wärst der Patient dies das so.

00:39:55: da kommen Kinder auf so mit vier fünf rein und eigentlich entwicklungspsychologisch schließt sich dieses Fenster erst so mit elf zwölf.

00:40:05: dazwischen ist diese rollen Spielzeit Und Die meisten kinder die ich kenne hören aber auf so zu spielen mit sieben acht.

00:40:17: Weil es sich gesellschaftlich irgendwie so entwickelt hat, dass wir das als sag ich mal passender empfinden für einen Alter.

00:40:24: wenn dann diese Kinder miteinander irgendeine Aktivität machen oder irgendwas miteinander bauen und ein Projekt in irgendeiner Weise bewegst du immer so und dieses klassische betreffen uns einfach und spielen das ist weniger verbreitet

00:40:41: stimmt.

00:40:41: oder die sozusagen die die Spiele der Erwachsenen Stichwort Fußball oder sowas.

00:40:48: Einzug nehmen und übrig bleiben könnte also zumindest das Wörtchen größtenteils was du vorhin sagtest, dass man versucht weil es gibt natürlich wie gesagt diese Entwicklungsschritte in allen Bereichen der menschlichen Entwicklung aber so als Impuls mal zu sagen Versuche, die größtenteils zumindest doch auch zu ermöglichen oder stattfinden zu lassen.

00:41:17: Oder sie abzuwarten.

00:41:19: Auch wenn unsere Zeit in vielen Dingen halt einfach schneller geworden ist.

00:41:23: Ja und wie gesagt es geht ja nie darum jemandem Schuldgefühle zu machen oder zu sagen Es ist nicht in Ordnung wie Kinder ihre Freizeit gestalten oder wie Eltern ihre freizeitgestalten.

00:41:33: aber es ist einfach wichtig sich klarzumachen weniger is mehr gerade im Bereich sozusagen Frühförderung.

00:41:39: Wir haben oft so dieses innere Bild, was ein Kind schon können sollte und ich erlebe oft dass Eltern sich auch sehr damit quälen wenn gleichaltrige Kinder schon alles mögliche können und ihr Kind spielt nur sozusagen.

00:41:52: Und es gibt zahllose Untersuchungen die ganz klar belegen sowas wie mit vier oder fünf schon Buchstaben zu können.

00:41:59: das ist total okay wenn das das Interesse des Kindes herauskommt und wenn ein Kind darauf Bock hat aber es ist nicht nötig für eine gute Entwicklung, eine gute Schulaufbahn oder so.

00:42:08: Und wenn ein Kind bis es sieben ist nix gemacht hat in einem Führungszeichen an organisierten Hobbys und einfach ganz viel gespielt hat sich bewegt hat draußen drin irgendwie Sachen erlebt hat so dann ist das die perfekte Vorbereitung aufs größer werden und älter werden.

00:42:29: und es gibt manche Dinge die lassen sich einfach je älTER wir werden wäre nachholen.

00:42:35: weißt du also wenn du Wenn bei dir die farben noch nicht perfekt sitzen mit fünf ja dann hast du manikfaltige gelegenheiten das auch noch später zu lernen wie welche farbe heißt aber bestimmte dinge Die machst du nicht mehr mit dreizehn.

00:42:53: Oder zumindest nur sehr schwer, unter speziellen therapeutischen Bedingungen oder so und deswegen ist es wichtig diese frühe Kindheit einfach als ein Schutzraum zu begreifen wo wir nicht aus eigener Ungeduld unseren Kindern bestimmte Erfahrungen nehmen sollten.

00:43:12: Da ist es wichtig, auch ehrlich zu sich selbst zu sein.

00:43:14: Ist mein Kind das jetzt zu langweilig dieses Buch?

00:43:17: Oder hab ich langsam nicht mehr so viel Spaß daran, das vorzulesen?

00:43:21: und als Kinderbuchautorin ist mir das vielleicht noch mal ein besonderes Anliegen, dass zu sagen wir neigen manchmal dazu Bilderbücher der ganz kleinen Kindphase zuzuschreiben.

00:43:32: Und dann sind viele Eltern stolz wenn sie sagen, mein Kind ist endlich alt genug für richtige Bücher.

00:43:37: Ich kann schon richtige Büche vorlesen.

00:43:41: Aus meiner Sicht gibt es eine total lange Phase, wo sich Bilderbücher und Vorlesebücher wirklich wunderbar ergänzen und überschneiden können.

00:43:51: Es kann sehr wertvoll sein einem Kind, dem ich schon Pipi Langstrumpf in Kapiteln vorlesen kann gleichzeitig noch seine Bilderbuchbibliothek zu lassen.

00:44:02: zum Zwischendurch-Selbst angucken, auch wenn Kinder anfangen selbstzulesen sind die Bilder bücher oft nochmal Ganz toll und wertvoll, weil man praktisch dann die vertrauten Geschichten, die man früher vorgelesen bekommen hat selber lesen kann.

00:44:16: Und sich erinnern kann.

00:44:17: und die Bilder helfen natürlich auch dabei zu verstehen worum es da geht und diese Gleichzeitigkeit zuzulassen, die finde ich so wichtig.

00:44:30: So wenn wir auf die größeren gucken wie das Freund anklang

00:44:35: ja

00:44:36: also dann gibt's ja irgendwie so zwei Blickrichtungen.

00:44:39: Also wir haben ein zwölf, vierzehn jähriges Kind und da gibt es ja zwei Effekte.

00:44:44: der eine ist er ich möchte eigentlich schon sechzehn, siebzehn achtzehn sein und dürfen was man mit siebzen, achtzehneunzehn angeblich darf Und das andere ist dieses Ich will noch mal möglichst heimlich so natürlich keiner mitkriegen nochmal mit Lego spielen.

00:45:01: Ich will nochmal irgendwie meine Kinderlieder hören und dazu Pfannkuchen mit ganz viel Schoko Creme essen dürfen und ich will noch mal meinen Kuscheltier rausholen dürfen.

00:45:13: Und all sowas, ja?

00:45:15: Ja!

00:45:16: Das spannen sich ja oft so zehn Jahre Kindheit in so einem jungen Erwachsenen dann auf.

00:45:22: Total!

00:45:23: Und das Spannende ist dass eben auch die Bewertung sich sozusagen radikal verändert wenn wir in Richtung Pubertät gehen.

00:45:29: also wenn Ich ein Kind habe und das ist drei und es verhält sich in vielen Dinge schon so als wärs vier oder fünf erfüllt das eltern oft mit stolz mein kind ist schon soweit für sein alter.

00:45:42: ja wenn ich dann einmal ein kind habe dass es zwölf und will sich in vielen dinge schon so verhalten als wäre es vierzehn oder fünf zehn dann erfültes Eltern oft nicht mit stolzt sondern eher mit was hab ich falsch gemacht?

00:45:58: Und das hat natürlich auch viel mit eigenen Zuschreibungen und Ängsten zu tun.

00:46:03: Es ist für viele Eltern zum Beispiel richtig unangenehm, zu merken.

00:46:09: mein Kind an der Schwelle zur Pubertät oder in der frühen Pubertäd entwickelt Interesse am anderen oder selben Geschlecht, aber ist zum ersten Mal irgendwie verliebt und hat so Crushes.

00:46:21: Und interessiert sich auf einmal auch für sexuelle Themen nicht auf Abstrakten.

00:46:26: wie kommt das Baby in Mama's Bauebene?

00:46:28: Sondern ich würde da selber gerne mal mitmachen eben.

00:46:33: Das is oft was wo Eltern dann auf einmal ganz ... überhaupt nicht.

00:46:37: es eilig haben, dass ihr Kind erwachsen werden soll.

00:46:40: Und dann wurde ein Gefühl dieser Wunsch bleibt so, bleib doch bitte noch klein!

00:46:43: Du bist viel zu jung dafür ne?

00:46:45: Es gibt eine Szene bei Gilmore Girls in der Serie da ... Das geht hier um alleinerziehende Mutter und ihre Tochter.

00:46:53: Die haben einen ganz geringen Altersabstand weil die Mutter selber als Teenagerin Mutter geworden ist mit sechszehn.

00:46:59: Dann hat sie selber eine sechzehnjährige Tochter und darum geht die Geschichte.

00:47:04: Da gibt's eine Situation.

00:47:06: Da hat dieses Mädchen eine beste Freundin und die Mutter kriegt irgendwie Wind.

00:47:11: Eine von den beiden muss einen Freund haben, mit dem schon mal rumgeknutscht haben aber sie weiß nicht ist es ihre Tochter oder ist das die Freundin?

00:47:18: Sie hat nur mitbekommen eine von den Beiden!

00:47:20: Und dann belauscht sie so ein Gespräch zwischen diesen beiden Mädchen in dem sich herausstellt, dass war nicht ihre Tochte, sondern die Freundinnen.

00:47:28: Dann jubelt sie so hinter der Tür und sagt, oh Gott, the good kid

00:47:31: ja?!

00:47:31: Das ist für mich so ein Sinnbild für dieses ... Warum eigentlich?

00:47:38: Also warum ist man da dann auf einmal an so einem Punkt zu sagen, das brauche ich jetzt alles noch nicht.

00:47:44: Das ist teilweise richtig mit Scham verknüpft wenn eine dreizehnjährige Tochter ein Freund hat oder so weil dann Eltern denken die soll ja nicht als Frühreif gelten und das hat dann oft schon so ne Assoziation von haben da Eltern etwas falsch gemacht.

00:47:58: Da sollen dann die Kinder auf einmal gerne klein bleiben.

00:48:00: Und das is so'n spannender Widerspruch.

00:48:05: unangemessen mit drei zehn verliebt zu sein oder mit elf, also das darf alles so passieren und sich entwickeln.

00:48:13: Und natürlich ist eine Verliebtheit als kleines Kind nicht leichtzusetzen mit sozusagen der Erwachsenen-Liebesbeziehung in all ihren Aspekten.

00:48:20: und auch eine sozusagen erwachende Sexualität mit zwölf ist nicht vergleichbar mit einer erwachsenen Sexualität.

00:48:27: aber es ist auch nicht irgendwie altersunangemessend Diese Gefühle und Empfindungen, Sehnsüchte in diesem Alter zu haben.

00:48:37: Bei anderen aber auch noch nicht!

00:48:39: Und das ist völlig okay.

00:48:40: Das ist so ganz erstaunlich, dass wir dann, obwohl wir ja so viel Wert auf Individualität und Freiheit legen, manchmal so krass in Normen denken.

00:48:48: Ich kenne Eltern, die sich wirklich geschämt haben... dass ihr Kind mit drei Zähnen schon in der Beziehung war.

00:48:55: Aber ich kenne auch Eltern, die richtig so eine Scham fühlen, dass ihr achtzehnjähriges Kind noch in keiner Beziehungen war oder ist im Sinne von ... Ist da irgendwas verkehrt?

00:49:04: Mit uns und unserer Erzieherung sind wir zu prüde!

00:49:06: Oder was ist denn da

00:49:07: los?!

00:49:07: Und dabei ist beides hundertprozentig normal.

00:49:10: Es gibt einfach ne Riesen-Spannbreite für solche Dinge.

00:49:15: Auch was Interessen angeht, ob es gibt ... Diese Gleichzeitigkeit.

00:49:22: Es gibt Kinder, die mit drei, zehn, vierzehn noch total gerne spielen spielen ... Also Lego-Spielen wird irgendwas spielen.

00:49:30: und es gibt andere Kinder, in dem Alter schon mehr Lust wirklich feiern zu gehen und eher so in diese Teenieszähne einzutauchen.

00:49:38: Das gibt Teenies, sie machen das nie!

00:49:39: Die haben das gesamte Pubertätsleben über keinen Bock auf Partys zu gehen, Alkohol zu trinken.

00:49:45: Weißt du all das was man somit?

00:49:46: Ja ja

00:49:47: Jugendlichsein assoziiert?

00:49:49: und auch damit ist überhaupt nichts verkehrt.

00:49:54: Aber was ich glaube, wovon sehr viele profitieren es, wenn wir in den Raum zugestehen sich nicht entscheiden zu müssen?

00:50:00: Willst du quasi ein cooler Teenie sein oder willst du ein kindlicher Teenie seien?

00:50:05: Ich erlebe das relativ häufig, dass Eltern ohne das Böse zu meinen dann so Verknüpfungen vornehmen im Sinne von ... Du kannst doch nicht mit deiner Freundin auf eine Party gehen wollen!

00:50:18: Und dann aber erwarten, dass ich wenn du Gewitterangst hast mich an dein Bett setze und dir deinen Teddy gebe.

00:50:24: Also du musst dich mal entscheiden, wirst du jetzt klein sein oder groß?

00:50:28: Das ist oft so eine Botschaft die wir unbewusst mit uns tragen.

00:50:31: So dieses ... Du kannst doch nicht alles sein!

00:50:34: Ich glaub das größte Geschenk was man Kindern und Jugendlichen machen kann ist zu sagen klar kannst du alles sein.

00:50:38: Du kannst mit deinem kleinen Bruder von Kuchen essen und Hörspiele hören und es nochmal richtig nett finden Freunde ins Fitnessstudio gehen oder allein am Baggersee fahren und da irgendwie dich groß fühlen.

00:50:55: Und du kannst einmal nach Hause gekommen sein, gemerkt haben, dass du zu viel Alkohol getrunken hast und das bereut haben.

00:51:01: Du kannst gleichzeitig trotzdem noch ein schutzbedürftiges Kind sein, das sich manchmal nicht traut, einen Wochenende alleine zuhause bleiben.

00:51:10: Das darf alles gleichzeitig existieren!

00:51:15: Erinnert mich auch an einen Post von dir.

00:51:18: Du bist schon ein bisschen her, wo du mal das Thema Söhne kuscheln ...

00:51:21: ja ...

00:51:22: thematisiert hast.

00:51:24: Ja.

00:51:24: War die Theorie dass du gerade wie das Mütter oder das Eltern generell grade

00:51:27: als Söhner?

00:51:29: Müttern vor allem.

00:51:30: Mütte v.a.

00:51:30: aufhören irgendwann mit den Söhnen sozusagen alltägliche Zärtlichkeiten auszutauschen weil es ja irgendwie doch schon inzwischen dann kerl ist ne?

00:51:38: Ja Das ist ein Thema mit dem ich manchmal so'n bisschen ringe weil ich da tatsächlich gar nicht zu einer richtig guten Lösung komme.

00:51:46: also was ich sozusagen beobachtet habe und auch tatsächlich in Gesprächen gelernt habe mit erwachsenen Männern, also nicht Männern in deinem Alter so.

00:51:55: Die haben eben oft erzählt das in ihrem Alltag in ihrer Biografie ist irgendwann richtig sowas wie so ein... Zärtlichkeitsvaku umgab.

00:52:05: Also sie haben quasi als kleine Kinder oft noch so eine gewisse Zärtlichkeit, oft von ihren Müttern auch erfahren also durch die Haare gewuschelt werden mal auf den Schoß gezogen werden, den Arm genommen werden gute Nachtkuss bekommen sowas.

00:52:17: und dann kamen sie in die Pubertät wurden immer älter wurden Männer also auch einfach optisch und von der Körpergröße und von einer Chatur her.

00:52:26: und dann

00:52:26: haben oft

00:52:27: die Mütter aufgehört, sie zu bekuscheln.

00:52:30: Weil sie vielleicht ausgefletten ... Das passt jetzt nicht mehr so einen vierzehnjährigen Kerl irgendwie zu küssen oder ins Bett zu bringen und was noch immer.

00:52:39: Und dann war oft die ausgesprochenen oder unausgesprachene Botschaft, das kannst du ja mit deiner Freundin machen!

00:52:45: Dann ist aber auch eine ganze Zeit dazwischen, wo man halt ... noch nicht in der Beziehung ist oder entweder noch nicht will, oder jemanden gefunden hat.

00:52:54: Die Liebe wird ja wieder, da gibt's hier die ganzen Dramen und dann gibt es oft einfach im Leben von Jungs so einige Jahre ... wo sie einfach niemand kuschelt.

00:53:04: Weil die Mütter und Veta quasi sich nicht mehr zuständig fühlen und die Jungs untereinander auch nicht kuscheln, anders als viele Mädchen in Freundschaften das ja oft tun.

00:53:13: Und dann ist aber halt auch noch keine Partnerschaftsperson um die Ecke.

00:53:19: Und das ist für viele dann richtig ein Verlust.

00:53:23: und gleichzeitig ist es natürlich auch mit einer gewissen Schambeleg darüber zu sprechen, also man geht ja auch nicht mit fünfzehn hin und sagt Mama ich würde gerne nochmal gekuschelt werden so aber ich habe das schon von paar Männern gehört dass sie sogar richtig quasi noch mal nach Nähe gesucht haben Morgens sich noch mal zu den Eltern als großer Kerl ins Bett gelegt haben und dann auch vertrieben wurden im Sinne von, hier raus aus unserem Bett.

00:53:49: Wir brauchen keinen stinkenden Teenager.

00:53:52: Weißt du so?

00:53:53: Und das ist natürlich schon ein Ding von groß- und klein sein dürfen.

00:54:00: Das Bedürfnis nach Nähe und nach einer gewissen Zärtlichkeit, das versiegt ja nicht nur weil wir ... größer werden.

00:54:09: Und da haben tatsächlich viele Frauen und Mädchen es insgesamt auch schwerer, weil Berührungen viel stärker sexualisiert werden bei ihnen aber gleichzeitig ein bisschen leichter die noch zu bekommen, weil tatsächlich eine körperliche Nähe zwischen Müttern und Töchtern auch miten- und Teenie-Töchter gesellschaftlich total normalisiert ist und auch die Nähe zwischen Freundinnen, die nicht in der Beziehung oder Partnerschaft sind sondern einfach platonisch befreundet sind gesellschaftlich als relativ normal gelesen wird.

00:54:38: Man sieht ja ganz oft Teenies, die irgendwie Hand in Hand durch die Stadt spazieren einfach als beste Freundinnen so.

00:54:45: und das machen Jungs nicht weil das mit unserer Männlichkeitsfantasie nicht zusammenpasst.

00:54:57: Und auch da ist es eben oft so, dass man ein bisschen den Jungs spiegelt.

00:55:00: Gerade die Jungs ... Du kannst doch nicht der coole Macker sein wollen und im nächsten Moment noch mal bei mir im Bett schlafen wollen.

00:55:06: Das ist aber genau das was viele Jungs eigentlich bräuchten.

00:55:13: Genau, das ist ja ein Ersatzargument, ne?

00:55:15: Also wahrscheinlich will halt die oder derjenige diesen Sohn grad nicht kuscheln.

00:55:19: Deswegen kommt er dann mit diesen großen komischen Argumenten um die Ecke.

00:55:26: Ja!

00:55:27: Ich bin gespannt auch auf Rückmeldung bei uns aus der Hörerschaft, weil ich wirklich glaube, dass dieses Thema ganz viele Facetten hat.

00:55:36: Und ganz vieles bewegt sich natürlich auf einer hoch individuellen Ebene und genau von der müssen wir aber glaube ich dann wegkommen.

00:55:42: also es geht nicht darum zu sagen warum hast

00:55:44: du

00:55:45: Corinna?

00:55:46: dass Duplo verkauft, als sein Kind Vier war oder irgendwas.

00:55:49: Es geht so ein bisschen um dieses gesamte Phänomen.

00:55:51: warum neigen wir dazu unseren Kindern das frühe Kind sein Absprechen zu wollen?

00:55:57: Manchmal frage ich mich auch ob es mit einer gewissen Überlastung zu tun hat also dass einfach wie oft sich Sorgen und kleine Kinder als anstrengend empfinden.

00:56:04: Dass wir quasi gar nicht erwarten können, dass die endlich groß werden sollen damit wir aus dieser Fürsorgeverantwortung für so ein kleines Kind Gefühl so früh wie möglich rauskommen.

00:56:15: weißt du Ähm ... Und ja, gleichzeitig denke ich auch.

00:56:21: Es steckt da auch ein Stück Adultismus drin also letztlich diese Diskriminierung von Kindheit und allem kindlichen als etwas was man möglichst früh abstreifen muss.

00:56:31: Ach, ich hatte noch so viel Gedanken zu!

00:56:32: In der Süddeutschen war vor kurzem auch ein Artikel von Max Fellmann.

00:56:35: Ich weiß nicht ob du den gelesen hast?

00:56:37: Da hat er darüber geschrieben.

00:56:38: das war sicherlich auch sehr auf so diese obane Elternschaft bezogen die er selber lebt dass er sagte er merkt selber so bei sich als Vater so eine Ungeduld, die eigenen Kinder möglichst früh an alle möglichen kulturellen Erfahrungen heranführen zu wollen.

00:56:52: Die ihm selbst so wichtig waren und dann die Kinder total zu überfordern, sodass sie bestimmte Dinge noch gar nicht so wertschätzen können.

00:57:01: Wer beschreibt das denn so?

00:57:02: Weißt du früher fand der erste Theaterbesuch überhaupt in dem Theater irgendwann im späten Grundschulalter oder so was?

00:57:08: Und dann war es oft ein richtig besonderes Erlebnis zum ersten Mal in so einem Ort zu sein.

00:57:12: Heute haben viele Eltern selber so Spaß dran mit ihren Kindern, in die ganzen dollen Produktion zu gehen.

00:57:19: Mit den Kita-Kinder haben sie die Erwachsenen oft mehr davon als die Kinder und dann hat man lauter heulende Kinder in den Reihen sitzen, die eigentlich lieber draußen fangen spielen würden oder so ... Und er mahnt da auch ein bisschen dazu sich noch mal zu überlegen, wie cool war dieses Gefühl?

00:57:37: Mit zwölf zum ersten Mal der kleine Hobby zu lesen oder irgendwas.

00:57:43: Ist das wirklich ... Im Sinne meines sechsjährigen, wenn ich das jetzt schon vorziehe.

00:57:47: Weil ich mich so drauf gefreut habe, dass irgendwann mal mit meinem Kind zu teilen.

00:57:52: Das fand ich auch so ein ganz spannender Aspekt.

00:57:55: Ich freue mich immer darüber, wenn nichts merke.

00:57:57: Da geht noch einmal einen Kind irgendwie einen Schritt zurück.

00:58:01: Also es sind ja oft nur Momente oder du siehst ... Die Kinder kuscheln.

00:58:06: oder ist es natürlich oft gut, wenn's dann noch sozusagen irgendwo ein anderes sage ich mal Beutekind gibt.

00:58:11: Wennst du da noch nicht jüngeres Duplo-Spiel des Kindes irgendwo gibts?

00:58:14: Dann das größere kann unter dem Vorwand der Kinderbespaßung selber nochmal mit Duplo spielen und so was ist halt immer total dankbar.

00:58:22: Und wenn man das dann so bemerkt, kurz inne zu halten und zu sagen lass sie bloß machen, da wird einfach nochmal irgendein Bedürfnis gestillt.

00:58:29: Da freue ich mich immer, wenn ich das so sehe.

00:58:31: Total!

00:58:32: Also das ist wirklich auch etwas, was glaube ich ganz ganz vielen Kinder und Jugendlichen hilft, wenn sie in irgendeinem Kontext noch mal Kontakt haben mit jüngeren Kindern.

00:58:41: Ob das Geschwister-Kinder sind, Cousins-, Cousinen-, Kinder von Freunden, was auch immer ... Und dann wirklich sich selber noch einmal im sicheren Rahmen, weil man spielt ja mit den jüngern Kindern, ne?

00:58:52: In bestimmte Kinderspiele vertiefen dürfen oder so.

00:58:56: Das ist bei unseren Kindern, wir haben nur die ganze Breite zwischen ganz klein und groß.

00:59:01: Was ich häufig beobachte... dass das oft so ein, okay ich spiele noch mal mit dir Uno oder sowas.

00:59:08: Dass es dann solche Sachen gibt die dann aber total beglückend auch für das ältere Kind sind und mal mit so einem jüngeren Kind nochmal spielen zu dürfen erfüllt oft ganz viele Bedürfnisse bei den größeren.

00:59:24: Ich glaube, dass zum Beispiel diese Bereitschaft auch vieler Teenagerinnen vor allem in unserem Umfeld zu Babysitten, also auch noch mal jüngere Babysitter-Kinder zu betreuen.

00:59:35: Auch viel damit zu tun hat dass sie sozusagen oft das Gefühl haben es gibt so eine Rollenerwartung schon so groß sein zu müssen mit vierzehn fünfzehn.

00:59:44: aber wenn ich dann auf ein dreijähriges Kind aufpasse habe ich sozusagen die höchst amtliche Erlaubnis nochmal auf dem Boden mit Puppen zu spielen und so und das nähert auch nochmal einen Teil in mir.

00:59:57: Auch da, finde ich, haben es aber oft die Mädchen leichter als die Jungs noch mal so ein Ventil für dieses mit kleineren Sein zu finden.

01:00:05: Also grade Teenager-Jungs haben ... Wenn sie nicht gerade ein jungeres Geschwisterkind haben oder so manchmal weniger Zugang nochmal zu diesen kindlichen Spielwelten, als viele junge Frauen das haben?

01:00:22: Ja, spannend.

01:00:24: Schreibt uns doch!

01:00:26: Was ihr so denkt zum thema und zwar an podcast at noraminos imla.de.

01:00:31: Und damit kommen wir zu den sponsoren der aktuellen folge.

01:00:33: und es folgt etwas werbung.

01:00:36: Ja diese folge wird unterstützt von teclar.

01:00:38: das ist eine bildungseinrichtung für professionelle online aus- und weiterbildungen im bereich der bindungs pädagogik.

01:00:44: was bedeutet das für euch?

01:00:45: konkret könnt Beiteklar unterschiedliche Kurse und Online-Vorträge besuchen, die alle zu einer Kindheit voller Liebe, Wärmeschutz und Geborgenheit beitragen.

01:00:56: Das heißt es gibt ein umfangreiches Ausbildungsangebot und Kurse & Beratungen deutschlandweit.

01:01:03: Ihr könnt einzelne Kursen besuchen dort aber ihr könnt eben auch ganze zertifizierte Ausbildung machen zum Beispiel die Ausbildung in systemischer und bindungsorientierter Familien oder Paarberatung.

01:01:15: Das heißt, ihr könnt euch ausbilden lassen als selbstständige Beraterinnen.

01:01:20: Egal wo ihr lebt.

01:01:21: ja es gibt ein internationales Team sozusagen mittlerweile nicht nur in Deutschland von Menschen die dort diese Ausbildung gemacht haben und ihr seid dann perfekt vorbereitet selbst Familien auf ihrem Weg hin zu einem familienfreundlicheren Alltag zu begleiten.

01:01:37: Die Leiterin von Tickler heißt Marga Bilesch, die kenne ich auch persönlich.

01:01:42: Ich habe auch schon mit Ticklar oft zusammengearbeitet dort auch teilweise schon in den Ausbildungen mitgewirkt und dort Ausbildungsinhalte vermittelt.

01:01:50: Und Marga hat selbst auch schon mehrere sehr wertvolle Bücher geschrieben.

01:01:55: was ich euch besonders empfehlen kann ist ihr Buch Bindungsorientierte Erziehung als Team Indem sie eine Frage beantwortet, die ganz viele Eltern umtreibt.

01:02:05: Die mir oft gestellt wird nämlich wie gelingt das gemeinsam auf einen grünen Zweig zu kommen?

01:02:11: Was die Begleitung der Kinder angeht gerade auch wenn wir aus unterschiedlichen eigenen Prägungen kommen?

01:02:16: Wenn vielleicht jetzt ein Elternteil eher autoritärer erziehen würde als es das andere gut findet Wie kommt man da auf den gemeinsamen Weg?

01:02:23: darüber schreibt Sie mit viel Wärme und viel Wissen.

01:02:26: dieses Buch kann ich euch auch empfehlen ebenso wie das gesamte Ausbildungs- und Weiterbildungsangebot von Tecla.

01:02:34: Genau, wenn ihr euch das aus- und weiterbildungsangebot von Teclar anschauen möchtet geht auf teclarmitth.de Und mit dem Rabattcode NORA einfach geschrieben wie Ihr Vorname erhaltet Ihr auch zehn Prozent auf Eure Ausbildungskosten!

01:02:50: Vielen Dank.

01:02:51: und damit kommen wir zum Postfach.

01:02:55: Ja und zwar würde ich gerne die internationale Berichte zum Thema Einschulung Thematik fortsetzen.

01:03:04: Und zwar hat uns Svenja zu unserer Schulfolge geschrieben, wie es so in Belgien ist.

01:03:09: Hallo liebe Nora lieber Oliver vielen Dank für euren Podcast.

01:03:12: ihr begleitet mich jeden Montag auf dem Weg zur Arbeit und eure Gedanken und Impulse tragen mich durch die ganze Woche.

01:03:18: Eure Folge zur Einschülung hat mir einen anderen Blick auf das Thema gegeben.

01:03:21: Ich wohne seit zehn Jahren in Belgien und habe drei Kinder, die hier an den Kindergarten gehen.

01:03:26: Der Kindergaten ist an die Grundschule angeschlossen und startet dezentral nach den Ferien wenn das Kind zweieinhalb ist.

01:03:33: In der Einstiegsklasse kommen nach und nach Kinder hinzu bis am Ende des Schuljahres die endgültige Klassenstärke erreicht ist.

01:03:40: Diese Gruppe bleibt dann auch bis zum Ende der Grundschulle in diesem Verband – in Belgienne bis zur sechsten Klasse also neun Jahre.

01:03:48: habe so schöne Erinnerungen an meine Einschulung mit Schultüte und großer Familienfeier.

01:03:54: Bei dem Gedanken, dass meine Kinder das nicht haben werden wurde und werde ich immer noch ein bisschen

01:03:59: wehmütig.".

01:04:00: Ich habe dieses ganze Vorschul-Ding in Deutschland natürlich nie aus Elternperspektive mitgemacht und muss sagen, dass ich dank Eurer Folge auch sehe wie viel weniger Druck dieser Lowkey Ansatz hierzulande auf Eltern und Kinder ausübt.

01:04:13: Hier gibt es keinen separaten Vorschullunterricht – Muss oder Kann Kinder oder Sarah die plötzlich Me Frau Peters wird!

01:04:21: Alle Lehrerinnen bleiben bei ihren Vornamen von dritter Kindergartenklasse bis in die erste Schulklasse wechseln ist einfach nur ein anderes Klassenzimmer nach den Sommerferien im selben Gebäude mit derselben Gruppe.

01:04:31: Nur die Lehrkraft ist neu, sie bleiben hier in ihrer Klasse und die Kinder wechselen.

01:04:36: aber meine Kinder kennen alle LehrerInnen vom Schulhof.

01:04:39: Sie gehen allerdings auch auf eine sehr kleine Freinet-Schule.

01:04:42: das ist natürlich nicht überall so.

01:04:44: Ich hoffe ihr findet diesen kleinen Einblick ins Schule in einem anderen Land interessant!

01:04:47: Liebe Grüße aus Belgien Svenja.

01:04:50: Oh Svenja, vielen Dank für deine Nachricht.

01:04:52: Ich hab gerade spontan den Impuls nach Belgien auszuwandern.

01:04:55: Ähm ... ich war da auch schon mal und hab einen Vortrag gehalten und habe erfahren dass natürlich wie so oft nicht überall das Grasgrüner ist dass viele Eltern aus Belgien bei meinem Vortrag total überrascht waren, über die großzügige deutsche Elternzeit und das deutsche Elterngeld.

01:05:17: In Belgien ist es ja sehr üblich, dass die Kinder im ersten Lebensjahr auch schon in die Krippe kommen.

01:05:22: Und auch das Thema Eingewöhnung wird in Belgien anders gehandelt.

01:05:27: Da waren auch große überraschte Augen im Publikum, als ich erzählt habe wie teilweise in Deutschland Kinder wochenlang ... eingewöhnt werden, nicht wahr Oliver?

01:05:38: Monatelang.

01:05:40: Aber genau das zeigt immer so schön diese Blicke über Ländergrenzen wie wir manchmal denken.

01:05:46: so ist es und muss es sein Und dass es eben auch ganz anders gehen kann und auch gut sein für Kinder und ich habe dann immer die Hoffnung, dass diese Einblicke in andere Schulsysteme Bildungssysteme zeigen.

01:05:59: Es gibt viele unterschiedliche Wege und am Ende stehen immer Erwachsene das gelernt haben, was sie lernen mussten und die so ihren Weg gegangen sind.

01:06:08: Und ich finde auch diesen Hinweis auf die Eltern- und Kindperspektive noch mal so interessant.

01:06:13: Also wir haben jetzt drüber gesprochen wie herausfordernd teilweise für Eltern diese Zeit vor der Schule ist und dass man dann manchmal so denkt, oh, haben wir uns richtig entschieden?

01:06:22: Svenja erzählt dann gleichzeitig so, wie schön sie es einfach fand und sich über ihre Schultüte gefreutet.

01:06:27: Und ich glaub das ist ganz oft die Perspektive der sechs- und siebenjährigen oder auch fünfjährigen Erstlässerinnen, die dann sagen, Jeeh, Schultütte!

01:06:35: Jeehh, Schulranzen, das wird schon so.

01:06:37: Manchmal kann man sich auch ein bisschen was von dieser Erleichtherzigkeit mitnehmen.

01:06:41: Auch wenn's natürlich manchmal Schwierigkeiten geben kann auf dem schulischen Weg aber erst mal ... ist so'n gewisses Vorschussvertrauen oft auch ganz günstig?

01:06:52: Super Ja, schöne Grüße nach Belgien.

01:06:56: Vielen Dank für deine Mail!

01:06:58: Euch allen Danke fürs Zuhören und dann würde ich sagen wieder bis zum nächsten Mal.

01:07:02: Genau und denkt immer dran – aller Anfang ist manchmal schwer, manchmal leichter aber immer interessant.

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