Aller Anfang: Was darf ich erwarten?

Shownotes

Glück ist Erwartungsmanagement, sagt Eckhard von Hirschhausen. Doch was heißt das konkret im Familienalltag? Sollen wir möglichst alle Erwartungen an unser Kind loslassen? Geht das überhaupt? Oder ist es nicht auch wichtig für Kinder, dass sie spüren: „Ich erwarte bestimmte Dinge von dir, und die traue ich dir auch zu!“? Nora und Oliver ergründen, was es mit offenen und versteckten Erwartungen so auf sich hat und was das mit „low demand parenting“ zu tun hat.

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Herbert Renz-Polster: Mit Herz und Klarheit, Piper Amanda Diekmann: Low-Demand Parenting, Jessica Kingsley Publishers

Johann Wolfgang von Goethe: "So fühlt man Absicht, und man ist verstimmt“ aus: Torquato Tasso

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Transkript anzeigen

00:00:10: Alleranfang ist manchmal schwer, manchmal leichter aber immer interessant.

00:00:15: Und womit fangen wir heute an?

00:00:16: Heute liebe Nora würde ich gern mit dir über Erwartungen sprechen.

00:00:20: Na dann legen wir los!

00:00:22: Diese Folge wird unterstützt von Pumpkin Organics und mehr erfahrt ihr am Ende dieser Folge.

00:00:27: Hallo Nora

00:00:28: Hallo Oliver

00:00:29: Heute sprechen wir über Erwartungen an uns selbst erwartungen an unsere kinder erwartung in unserer kinder an uns erwartet in unserer partner personen an uns.

00:00:40: Erwartungen von allen möglichen anderen leuten an uns und die die so haben.

00:00:44: Und als ich so drüber nachdachte gestern merkte ich so dass es auch ein sowas mit freiheit zu tun hat.

00:00:51: also für mich Können erwartungen die im raum stehen entweder weil ich eine habe jetzt zum beispiel ich an dich dass sich hätte gerne das was du was für mich machst oder für mich da bist oder so Oder auch andersrum.

00:01:05: Das ist ganz schnell auch drum geht zu sagen wann und wie darf und kann ich deine freiheit einschränken also dass ich einem kind zb Ja, schon auch Entscheidungsmöglichkeiten nehme.

00:01:18: Weil ich sage ... Ich hätte gerne, dass du dieses oder jenes für mich machst und

00:01:22: tust.".

00:01:23: Oder bist?

00:01:24: Das ist noch mal so ein Ding, ne?

00:01:25: Also...

00:01:26: Genau!

00:01:27: Ja das spannende an Erwartungen ist glaube ich, dass wir alle sie haben.

00:01:33: es ist glaub ich unmöglich ohne erwartung durchs Leben zu gehen weil erwartungen natürlich auch was sind was mit Vorhersehbarkeit und Verlässlichkeit zu tun hat.

00:01:42: also ich erwarte bestimmte Dinge in meinem Alltag weil die schon immer so waren oder seien müssen.

00:01:47: Wenn ich meinen Kindergarten bringe, erwarte ich, dass der offen ist und sich in einer bestimmten Weise verhält.

00:01:53: Und mein Kind kümmert uns, kollabiert unser System.

00:01:56: Wenn du und ich miteinander im beruflichen Kontext besprechen und du zu mir kommst und sagst, das müssen wir reden, dann ist eine legitime Erwartung, dass ich nicht sage, mache ich jetzt nicht mit?

00:02:08: Ich habe keine Lust mehr über Bruchverträge zu sprechen!

00:02:11: Und gleichzeitig, wie du sagst kann eine Erwartung eben auch Freiheiten einschränken weil man Menschen teilweise mit Erwartungen in ne bestimmte Rolle oder eine bestimmte Handlungsweise so.

00:02:23: Ja genau.

00:02:24: So

00:02:24: rein verhaftet.

00:02:26: Du bist für mich die Person, von der ich folgendes erwarte.

00:02:29: Und es gibt ja sehr viele Menschen, die große Schwierigkeiten auch damit haben solche Rollen, die ihnen mal so zugeschrieben wurden.

00:02:36: Du bist der, der immer oder du bist die, die doch auch mal loszuwerden.

00:02:41: und gerade so Kindheits-Rollen, die wir manchmal so zuggeschrieben bekommen haben in unserer Kernfamilie oder im Freundeskreis oder in der Schule, die lassen sich oft ganz schwer abschütteln.

00:02:52: Das komplizierte Anerwartung ist auch, dass wir alle manchmal brauchen.

00:02:57: Dass uns jemand klar sagt das erwarte ich jetzt von dir.

00:03:00: also das bringt ja auch manchmal eine Freiheit wenn mir jemand exakt sagt was er von mir will und nicht raten muss.

00:03:09: Also so unausgesprochene Erwartungen sind natürlich

00:03:11: ... Ich kann es mich auch einschränken.

00:03:14: Wenn Erwartung existiert, und das tun Sie ja oft, dann sind mir klar formulierte und umrissende Erwartungs- sehr viel lieber als die fuse, unausgeschrochenen Erwartung weil sich das schnell anfühlt wie durch ein unsichtbares Labyrinthlauf.

00:03:28: Du kriegst immer nur die Rückmeldung falsch.

00:03:30: Das war auch verkehrt.

00:03:31: Zu wenig.

00:03:32: Das ist ganz schrecklich!

00:03:34: Wobei ich das total verstehen kann, weil es ja aus meiner Wahrnehmung auch die Super-Konfliktvermeidungsstrategie in dicken Anführungszeichen ist.

00:03:41: Weil man ja vermeintlich nicht in die Konfrontation gehen muss.

00:03:44: Aber wenn ich dir ganz klar sage, Noura, ich hätte gerne dass du um siebzehn Uhr da am Bahnhof stehst und mich abholst dann ist natürlich Enttäuschungen näher als wenn ich sowas Momel wie... Also wäre halt schon schön, wenn mich mal jemand vom Bahnhof abholen würde irgendwann.

00:03:59: Weißt Du wie ich meine?

00:04:02: Ja, das ist ein spannender Punkt.

00:04:04: Weil tatsächlich wenn du das so formulierst also für mich und in unserer Familie Ist es ein ganz ganz wichtiges Prinzip dass wir auch so hochhalten als Eltern miteinander aber auch unseren Kindern gegenüber Erwartungen wirklich klar zu benennen.

00:04:20: Und zum beispiel haben wir unseren kindern echt beigebracht dass sowas wie ich komme übrigens siebzehn Uhr am bahnhof an Mit der unausgesprochenen erwartung verknüpft holt mich dann bitte ab und so, dass das sozusagen kommunikativ nicht reicht.

00:04:34: Dass das wirklich passieren kann.

00:04:35: Das steht im Raum?

00:04:37: Man nimmt es irgendwie so wahr, aber dann denk ich vielleicht ... Mein Mann kümmert sich!

00:04:40: Und mein Mann denkt die Kinder haben auch eine Busfahrkarte oder was.

00:04:43: Dann ist irgendwie nicht ganz klar, was daraus folgt.

00:04:45: Deswegen sind wir so ne Familie, wo sehr viel ausbuchstabiert wird.

00:04:50: Manchmal zu einem Grad, wo man bei außenstehenden denken, müsst ihr das so spezifisch besprechen.

00:04:57: Aber es ist ... für uns in unserer Alltagslogistik oft echt total wichtig, dass wir nicht nur wissen wer hat wann wo irgendwie den Termin.

00:05:07: Sondern dass wir wirklich morgens am Frühstück sitzen und sagen wenn du heute um fünfzehn Uhr einen Zahnarzttermin hast wie kommst du dahin brauchst du irgendwas von uns?

00:05:15: Hast Du eine Krankenkastenkarte dabei?

00:05:18: Wie kommst wieder nach Hause brauchst Du da irgendwas so?

00:05:20: also damit sozusagen dann nicht irgendwelche unerfüllten Erwartungen nachher schwählen die danach zu Verstimmungen führen.

00:05:28: Das kenne ich auch, was wir teilweise hier auch schaffen jetzt ist bei so... Ich sage mal B-Feiertagen.

00:05:36: Also Muttertag oder Ostern?

00:05:42: Also wo man so... Oster

00:05:44: ist kein Befeiertag, das der höchste christliche Feiertag!

00:05:48: Yeah

00:05:49: go on!

00:05:49: Okay, Entschuldigung!

00:05:56: Okay, schnell schnell ein anderes Beispiel.

00:05:58: Also bleibt über Muttertag oder Vatertag oder sowas wo.

00:06:03: da gibt es gesellschaftlich historisch in der Beziehungsvergangenheit interfamilie verschiedene Anläufe da irgendwie ich muss wie soll ich das sagen?

00:06:14: Ich finde dass ist noch leichter sich mit Bahnhof-Sebzehn Uhr klare Erwartungen zu formulieren weil es ja letztlich um einen Liebevollen Taxidienst geht.

00:06:24: Ja, so eine Absprache.

00:06:25: Da ist natürlich nicht nur Taxi damit verbunden sondern auch die Romantik des Abholens.

00:06:28: dies das bei so Befeiertagen Die emotionale Aufladung der Erwartungen finde ich würde ein deutliches Stück größer.

00:06:35: also Ist ihr Muttertag wirklich egal oder wäre es vielleicht doch schön wenn zumindest eingemaltes Bild dabei?

00:06:42: oder achso Blumen findest du eigentlich blöd.

00:06:45: aber es wäre vielleicht Du hast insgeheim, wenn jetzt da gar nix war ist dann doch ein bisschen zu wenig.

00:06:50: Ach so!

00:06:51: Du möchtest wirklich zu deinem Geburtstag nur das was du dir eh gewünscht hast diesen Gutschein?

00:06:56: oder wär's doch schön, wenn dann noch... weißt du?

00:06:58: Also es geht ganz schnell dass wir Menschen.. Wir sind ja nicht so.

00:07:02: ich wollte nur fragen ob ihr auch da so wirklich eure Erwartungen durchdekliniert.

00:07:09: Punkt Ja also tatsächlich relativ stark.

00:07:12: Ich bin eine große Freundin davon Von dieser Art Liebessprache, dass jemand auch echt gut mitdenkt und manchmal auch Dinge gut antizipiert.

00:07:24: Also für mich ... Ganz banales Beispiel!

00:07:28: Es gibt ein bestimmtes Getränk, das ich gerne trinke.

00:07:30: Das wird also mit so einem Syrup-Gemisch egal.

00:07:33: Und den gibt es nur in Österreich zu bestellen.

00:07:35: Den kann man nicht einfach so im Supermarkt kaufen.

00:07:37: Man merkt dann oft, wie der Syrup zu Hause geht.

00:07:40: Dann sieht er das... Ohne dass ich was sagen muss, bestellt die nächste Flasche nach damit dann für mich mein Sommergetränk gesichert ist.

00:07:46: Und das empfinde ich als einen großen Liebesbeweis, dass da jemand sozusagen ein Auge drauf hat und weiß, das ist mir wichtig, das schmeckt mir gut... ...und dann gar nicht darauf wartet, dass ich sage, das müssen wir jetzt mal wieder bestellen, sondern es steht quasi einfach da!

00:08:00: Aber das ist etwas wo ich nicht sagen würde.

00:08:03: Und wenn er das vergisst oder wenn jemand sowas nicht kann, dann liebt der mich nicht.

00:08:07: Dann ist es ein Zeichen dafür dass ich da nicht wertgeschätzt genug bin.

00:08:11: aber was ich sagen will ist Erwartungen zu antizipieren ohne dass sich die Ausbuch stabilen muss fühlt sich schon besonders toll an.

00:08:19: Also auch so was wie, was zum Geburtstag bekommen, was ich nicht explizit bestellt habe, was mir aber zeigt.

00:08:24: Jemand kennt mich gut und hat eine schöne Vorstellung davon, wie man mir ne Freude machen könnte.

00:08:29: Das berührt mich schon besonders.

00:08:31: Das fühlt es sich manchmal auch noch mal besonderer an als wenn ich quasi ganz spezifisch bestellt hab ... das hätte ich gern!

00:08:38: Und gleichzeitig ist es in unserer Familie schon ein wichtiges Prinzip Sagt man grundsätzlich sehr offen zu sein mit Erwartungen und klar zu sagen, das wünsche ich mir für Muttertag Geburtstag Kindertag Jahrestag Hochzeitstag was auch immer.

00:08:55: Und auch einander teilweise von gewissen Erwartung sozusagen zu befreien oder zu entlasten und zu sagen Ich weiß morgen ist Valentinstag wir feiern den nie!

00:09:05: Ich wollte nur noch mal sagen du musst jetzt nicht last minute mäßig irgendwelche Pralinen kaufen, weil du denkst, sonst bin ich doch enttäuscht.

00:09:11: Dieser Tag bedeutet mir wirklich gar nichts!

00:09:13: Also da ... Ich will da gar nicht, dass wir da irgendwas machen.

00:09:17: Gutes Beispiel?

00:09:20: Also was wir versuchen in unserer Familie zu vermeiden sind Situationen wo jemand dann so halb beleidigt.

00:09:27: Ich hätte ja schon erwartet das.

00:09:29: Ich hab's zwar nicht gesagt aber ihr hättet es wissen können.

00:09:34: Ist der Syrup schon wieder alle?

00:09:36: Das ist nur das Beispiel mit dem Syrup.

00:09:39: Das ist aber genau das, ich finde es kein blöderes Beispiel.

00:09:43: Jeder hat so ein Hamster.

00:09:47: Aber es ist schon so, dass ich relativ häufig mitbekomme, dass eben unausgesprochene Erwartungen und solche Vorstellungen von, das weiß man doch, das sieht man doch – das ist doch wohl selbstverständlich... zu sehr viel Kummer führen können.

00:10:03: Weil tatsächlich viel weniger selbstverständlich ist, als man so meint.

00:10:09: Jede Familie ist so verschieden, jede Paar Biografie ist so verschiedenen und gerade wenn man ein paar mal umgezogen ist merkt man auch wie z.B.

00:10:17: regional.

00:10:18: manche Traditionen und Kulturen sind also in den neuen Bundesländern wir haben ja lange eben in Sachsen gewohnt ist zum Beispiel der Kindertag ein richtig großes Ding.

00:10:31: Für uns westsozialisiert sag ich immer so war das halt sogar kein ding.

00:10:35: Ich muss erst mal nachgucken, wann.

00:10:36: der ist erster juni und Der kindertag ist im Osten, ja.

00:10:42: Immer noch ein Tag wo es absolut selbstverständlich ist das Eltern für ihre Kinder den Fisch besonders schön decken.

00:10:48: da liegt Schokolade neben dem Frühstücksmüster gibt's einen Geschenk.

00:10:51: so und Für uns ist das halt ein ganz normaler tag gewesen.

00:10:54: wenn dann unsere kinder in die schule gegangen sind Und dann die lehrerin morgens fragte na und was habt ihr alle zum Kindertag bekommen?

00:11:02: Das war der heute Komisch.

00:11:10: Und dann kamen die teilweise auch von der Schule nach Hause und waren so mit der Erwartung aufgeladen, jetzt ist ja Kindertag, jetzt muss noch irgendwas passieren!

00:11:18: Dann mussten wir an einem Kindertage wirklich losgehen und sagen, okay, jetzt kaufen wir doch ein Geschenk für unsere Kinder, obwohl wir am Morgen um acht noch nicht gewusst hatten, dass das an diesem Tag anscheinend dran wäre, weil diese Erwartungen standen war und es uns komisch vorgekommen wäre zu sagen, nee, für euch nicht... So ne?

00:11:37: Und dann haben wir's im nächsten Jahr wieder vergessen, weil es nicht in unserem inneren Kalender so drin war.

00:11:44: Ich würde nie der Nikolaustag vergessen zum Beispiel.

00:11:46: Der ist für mich klar gesetzt.

00:11:49: Das heißt ... Wir versuchen mit Erwartungen so umzugehen, dass wir sagen grundsätzlich, ist jeder schon ein bisschen auch für seine eigene Erwartung verantwortlich und soll die kommunizieren.

00:12:02: Bitte auch nicht nur die offenen, sondern auch so ein bisschen die dahinterstehenden.

00:12:05: Wie du sagst?

00:12:05: Ich würde mir eigentlich keine Blumenmal mal irgendwie schauen und gleichzeitig finde ich aber auch dass daraus nichts so was Liebloses werden darf im Sinne von ja du hast ja nix gesagt dann hast du auch nix zu wollen.

00:12:16: also ich glaube dieser Anspruch das wir Erwartungen kommunizieren entbindet uns nicht von der Verantwortung in der Familie auch aufmerksam und liebevoll fürsorglich sein zu wollen und so ein bisschen zu gucken.

00:12:33: Auch wahrzunehmen, was könnte jemandem vielleicht eine Freude machen?

00:12:37: Was die Person mir nicht ausbuchstabiert hat.

00:12:40: Genau also Erwartungen können eine Liebessprache sein aber es braucht schon noch andere Liebesprachen.

00:12:48: Selbst wenn man das mit den Erwartung ganz runter schraubt braucht man dann halt andere Liebesprachen um Sicherheit geborgen und sicher in seiner Familienkonzentration zu fühlen.

00:12:57: Ja, aber es gibt diesen Satz von Eckhardt von Hirschhausen Glück ist Erwartungsmanagement.

00:13:01: Und da ist schon viel dran dass wir sozusagen oft uns gut damit tun wenn wir unsere Erwartungen innerhalb für solchen Managen Wenn wir die nicht einfach nur haben sondern wenn wir sozusagen schauen was erwarte ich Was kann ich selbst dafür tun das meine Erwartung sich erfüllt?

00:13:18: Was brauche ich dafür von anderen?

00:13:19: wissen sie das die anderen, was ich dafür brauche.

00:13:22: Und auch so ein bisschen wie ... Sag mal, wie niveliere ich meine Erwartungen?

00:13:28: Also wenn ich mit so ganz hohen Erwartung an Dinge herangehe, egal ob das jetzt die Sommerferien sind oder meine Eltern schafft oder mein Job oder so, dann werde ich sehr leicht enttäuscht werden und frustriert sein.

00:13:40: Wenn ich meine erwartungen ein bisschen einleveln und eher sage, hm, manches wird's so, ich bleib da offen, kann es auch manchmal leichter sein.

00:13:49: sich positiv überraschen zu lassen.

00:13:52: Es sind jetzt glaube ich zwei Themen in einem, also das eine ist natürlich je klarer Ich weiß was ich an... sorry wenn ich jetzt immer mit den Feiertagen ankomme Was mir an Weihnachten wirklich wichtig ist Dass du eher kann ich glaube die Erwartungen dann managen und sagen ja aber dieses eine spezifische Fängen soll passieren Und gleichzeitig es gut sein die Erwartungen ansonsten kritisch zu beäugen und so sagen, ja aber wenn ich das Ding quasi mehr oder minder hinbekomme.

00:14:24: Dann kann ich vielleicht auch mich gleichzeitig bemühen andere Dinge auszufomulieren oder auch wegzulassen.

00:14:28: also ich finde das sind so ein bisschen.

00:14:30: jetzt nur zu sagen hab weniger erwartungen dann wirst du nicht so enttäuscht.

00:14:33: das ist ja nicht das was du sagst.

00:14:35: nee nee es geht um einen bewussten umgang mit erwartung vielleicht wirklich so auch so ein bischen zu reflektieren.

00:14:40: warum erwarte ich dass ist das eine Legitime Erwartungen?

00:14:45: auch, gerade wenn es um andere Menschen geht muss ich hier vielleicht ein bisschen mehr loslassen.

00:14:48: Mehr Raum lassen das ist wieder diese Freiheit von der du vorhin gesprochen hast.

00:14:52: und wenn wir jetzt so über Beziehungen nachdenken is eben so ein bisschen einen Paradoxon dass wir oft alle diesen Wunsch in uns tragen bedingungslos geliebt zu werden bedingunglos toll gefunden zu werden nichts erfüllen zu müssen.

00:15:09: Also keine Erwartung, erfülle zu müssen um liebenswert zu sein und gleichzeitig ist aber jede Freundschaft und jede Beziehung an gewisse Bedingungen oder Erwartungen gebunden.

00:15:22: also es ist unmöglich in der Paarbeziehung mit jemandem zusammenzusehen und zu sagen ich habe absolut keinerlei Erwartungs an dich an uns oder unsere Beziehungen sondern natürlich ist jede beziehung auch wenn wir das nicht ausformulieren meistens So ein gewisser Vertrag quasi im Sinne von, ich will bestimmte Dinge haben erleben fühlen.

00:15:43: Ich will in einer bestimmten Weise behandelt werden und du bist da auch dafür verantwortlich, bestimmte Erwartungen zu erfüllen und ich versuche bestimmte erwartung Von dir zu erführen.

00:15:52: Und wir haben ein paar gemeinsame erwartungen ans Leben und die versuchen wir uns gemeinsam zu erfühlen.

00:15:56: und deswegen passt es oder Es passt halt auch nicht und ich habe mal gelesen das halt psychologisch gesehen Die einzige wirklich erwartungsfreie Beziehung, die es überhaupt geben kann zwischenmenschlich.

00:16:10: Die Beziehungen ist von einem Elternteil zu seinem neugeborenen Kind weil quasi ein Baby kommt auf die Welt und wir erwarten... Du guckst ganz irritiert!

00:16:21: Wir können darüber gerne diskutieren.

00:16:23: also die Idee ist quasi zu sagen Wenn wir zwischenmenschliche Kontakte haben in unserem Alltag, wenn wir jemanden treffen, dann scannen wir ein bisschen ab nach bewusstem oder unbewussten Erwartungen.

00:16:35: Will ich mit der Person was zu tun haben?

00:16:36: Oder ist die mir unsympathisch?

00:16:38: Oder finde ich die einfach total langweilig und ... Ich hab mir nichts zu sagen!

00:16:43: Und wenn eine Person bestimmte Erwartung erfüllt, dann haben wir Bock, mehr Zeit zu verbringen.

00:16:49: Bei einem neugeborenen Kind ist es idealerweise so... Dass dieses Kind erst mal auf die Welt kommt und nichts leisten können, tun machen muss.

00:17:02: Sondern dass wir in der Lage sind, dieses neugeborene Kind anzunehmen und ein Gefühl von Liebe zu spüren.

00:17:08: Obwohl das Baby in dem Moment wo es da so als Neugeborennis in unserem Arm liegt noch keine Erwartung in dem Sinne erfüllt hat außer die, dass ist halt jetzt da ist.

00:17:22: Okay

00:17:23: Weißt du?

00:17:25: Das heißt nicht, dass da nicht trotzdem Erwartungen draufliegen.

00:17:28: Dass wir uns Dinge vorstellen, wie wird das später mit dem Kind sein?

00:17:31: Es ist nicht so, dass dieses Kind frei von Erwartung aufwachsen wird.

00:17:35: Aber es ist üblicherweise ... Vielleicht hab ich's nicht gut erklärt.

00:17:40: Normalerweise, wenn wir einem Menschen begegnen, scannen wir quasi ab, bist du mir sympathisch oder nicht?

00:17:49: Wenn wir aber ein Baby bekommen, dann hat dieses Baby bei uns quasi so ein bisschen wie so einen Vorschussvertrauen.

00:17:56: Also, das hat noch nix gemacht oder wir kennen seine Persönlichkeit nicht.

00:18:00: Wir wissen eigentlich noch nichts über dieses Kind und ob wir gut matchen persönlichkeitsmäßig so?

00:18:06: Aber wir lieben es trotzdem schon, obwohl es im Prinzip ... einem noch uns völlig unbekannter Mensch ist.

00:18:15: Okay vielleicht ja ich hab nicht mal wiederständig.

00:18:19: Ich habe irgendwie so'n Ich alber da und im Kopf rum somit.

00:18:23: Na ja, wir haben es auch zehn Monate lang erwartet.

00:18:26: also insofern ist das so ein richtig unbeschriebenes Blatt einer Beziehung.

00:18:32: Das weiß ich noch nicht.

00:18:34: Leute die ihr Kind erst mal nicht mögen

00:18:37: oder Schwierigkeiten mit der Bindung Ja,

00:18:40: ich war jetzt eher bei Tod.

00:18:42: Bei

00:18:42: Tod?

00:18:44: Wenn ein Mensch geht dann sind bestimmte Erwartungen erfüllt und bestimmte erwartungen nicht erfüllt.

00:18:51: Aber that's about it, also dann

00:18:54: ist das vorbei.

00:18:56: An die Toten werden keine Erwartungen mehr gestellt?

00:18:58: Also dafür kriege ich jetzt keine Entschuldigung mehr von X, weil X ist ja inzwischen nicht mehr da oder sonst kenne ich den Satz ja hier so... Bei dem hab ich jetzt, bei dem erwarte ich gar nichts mehr.

00:19:10: Das ist ja so kurz vor ein Beziehungsabbruch oder nach'n Beziehung-Abbruch.

00:19:15: Dass du meinst ... Ich erwarte von jemandem nichts mehr kann auch oft bedeuten die Person bedeutet mir nichts mehr.

00:19:19: oder von der Person will ich im Prinzip auch gar nichts wissen?

00:19:22: Weil es so eine

00:19:22: Wutformulierung halt oft, also nicht oft.

00:19:25: Eine mir bekannte Wut Formulierung, dass man das Leute dann sagen mit dem oder der wirklich überhaupt nichts mehr zu tun haben.

00:19:31: da erwarte

00:19:33: Also worauf ich sozusagen hinaus wollte, um das ganz kurz zum Abschluss zu bringen.

00:19:39: Ich habe mal gelesen ... dass psychologisch betrachtet es häufig so ist, Babys kommen auf die Welt und erfahren sowas wie bedingungslose Liebe.

00:19:48: Idealerweise im Sinne von ich bin angenommen einfach weil ich bin.

00:19:51: Ich muss dafür nichts tun leisten können sondern ich bin bedingunglos geliebt.

00:19:55: Und dann endet diese bedingungenlosen Liebe.

00:19:58: auch in der Eltern-Kindbeziehung entstehen bestimmte Erwartungen erfüllt und aber auch enttäuscht werden können.

00:20:05: Das Kind macht die Erwartung, idealerweise ich bin geliebt,

00:20:09: aber

00:20:10: es gibt schon auch Dinge, die finden meine Eltern liebenswerte und Aspekte von mir.

00:20:14: Die finden meine Älter nicht so liebemswert an mir.

00:20:16: Und je nachdem wie das dann so gehandelt wird und wie sensibel da ein Elternhaus ist kann das schon auch sehr leicht entstehen, dass ein Kind weiter in sein Leben geht, eher mit dem Gefühl ich bin eingeschränkt liebenswert oder es sind nur bestimmte Seiten von mir liebemswert.

00:20:31: Oder ich bin eigentlich auch gar nicht liebendswert.

00:20:33: aber Ich muss so tun als wäre ich liebmswert damit ich zumindest ein bisschen von der Liebe bekomme die ich brauche.

00:20:38: und in diesen Prozessen und dieser Verletzung zu realisieren ich bin gar nicht bedingungslos geliebt entsteht dann oft eine Sehnsucht danach Dieses Gefühl quasi nochmal zu spüren, dass man das ganz kleines Baby hatte dieses.

00:20:54: ich bin völlig genug obwohl ich nichts tun können muss.

00:20:58: Und es gibt wohl nicht wenige Menschen die diese Sehnsucht praktisch noch mal so eine bedingungslose Liebe zu erfahren oder sie zum ersten Mal zu erfahren weil sie sich selbst als baby nicht erlebt haben quasi mitnehmen in eine erwachsene Beziehungswelt.

00:21:14: Und quasi sich in jeder Liebesbeziehung, die sie eingehen aber auch in engen Freundschaften oder so immer und immer wieder nach diesem Urgefühl sehen ... Ich will bedingungslos geliebt sein!

00:21:25: Ich will nichts erfüllen, leisten, ne?

00:21:29: Erwartungen genügen müssen.

00:21:32: Ich will einfach angenommen sein als die Person, die ich bin.

00:21:35: Das ist so eine menschliche Sehnsucht und gleichzeitig ist sie unerfüllbar einem Kontext erwachsener Beziehungsgeflechte.

00:21:45: Der einzige Ort, wo so ein Bedingungsloses angenommen sein als erwachsene Person eventuell noch erfahrbar ist, ist ein therapeutisches Setting, wo sozusagen jemand bewusst quasi so einen Raum ... kreiert und so praktisch sagt, wir machen jetzt eine Reparenting-Geschichte im Sinne von du kriegst noch mal so eine älterliche Bedingungslosigkeit von mir als Therapeutin oder Therapeut.

00:22:12: Um

00:22:13: nachzunäheren was dir gefehlt hat sozusagen ganz genau.

00:22:18: da muss ich einfach gerade so dran denken das Da ja oft auch so eine gewisse Tragik drinsteckt, zu sagen okay das klingt für mich manchmal ein bisschen wie Vertreibung aus dem Paradies.

00:22:29: Also irgendwann gab's mal ne Zeit wo man als Baby vielleicht dachte alles an mir ist perfekt also wenn man hat es nicht so bewusst gedacht.

00:22:36: aber wo das so das erleben oder das Gefühl war so alle sind einfach nur begeistert von mir egal was ich mache.

00:22:41: und dann kommt irgendwann so gefühlt dieser Sündenfall wo das Kind zum ersten Mal merkt ey meine Mama mein Papa die können auch Frustriert von mir sein, sauer auf mich sein.

00:22:53: Enttäuscht und genervt von mir so

00:22:55: sein.".

00:22:55: Das muss sich krass anfühlen als Kind zu denken ... Oh, das ist ein neues Gefühl!

00:23:01: Und wie geht man damit um?

00:23:06: Was ich ganz erleichtern fand in dem Buch mit Herz-und-Klarheit von Herbert Transpolster, da schreibt er genau über dieses Thema.

00:23:16: Da schreibt der darüber, dass aus seiner Sicht viele Eltern heute überfordern mit dem Anspruch an sich selbst, ihre Kinder immer bedingungslos zu lieben.

00:23:25: Dass er sagt es ist quasi so ein ... So einen Anspruch den man oft hört ich liebe mein Kind bedingungslos und dass er sagt das is gar nicht möglich.

00:23:36: wir können nicht frei von Bedingungen also Erwartungen sein.

00:23:40: Wir werden manchmal von unseren Kindern von unserem kind enttäuscht sind Und wir sind keine schlechten Eltern wenn wir solche Gefühle haben.

00:23:47: Es ist unmöglich als Mensch nicht manchmal enttäuscht zu sein.

00:23:52: Die Frage ist, wie wir mit Enttäuschungen auch mit euren enttäuschten Erwartungen umgehen?

00:23:57: Ob wir die Verantwortung für diese Enttauschung zu hundert Prozent quasi auf die Schulter des Kindes legen also du bist eine Enttäuschung oder ob wir das schaffen einem kind zu vermitteln.

00:24:06: dieses Verhalten oder dieser Entwicklung oder so bereitet mir persönlich Schwierigkeiten oder ich Struggle da ein bisschen damit aber dass es auch meins das heißt nicht Dass Du falsch bist oder etwas an dir ändern muss.

00:24:21: Oder zumindest ist das die Erwartungen, die ich an dich habe, Kind nicht bedeuten dass sich unsere Beziehung grundsätzlich in Frage stelle?

00:24:30: also Ich verstehe glaube ich den Gedanken mit der bedingungslosen Liebe, dass man ein bisschen aufpassen muss und gleichzeitig Verstehe ich schon dieses Konzept ganz gut.

00:24:40: Idealerweise gibt es da einen Band zwischen uns Und das hat jetzt relativ wenig damit zu tun, ob du jetzt dein Zimmer aufgeräumt hast oder nicht.

00:24:49: Aber ich erwarte halt, dass du dein Zimmer wa-wa-wa und wenn du Pech hast, hört das Kind ... Ich muss mein Zimmer aufräumen?

00:24:57: Oder Papa will aufgeräusmte Zimmer sondern Papa hat mich nur lieb, wenn das Zimmer auf geräumtes oder ich glaube Papa habe mich nicht mehr lieb.

00:25:04: Was ist denn hier los?

00:25:05: also noch so diese zwei Ebenen?

00:25:08: verstehe ich dich da richtig?

00:25:09: Ja ja!

00:25:10: Also es ist glaub ich nicht leicht als kind zusehends mit mehr Erwartungen konfrontiert zu werden.

00:25:21: Und eben auch die Erfahrung zu machen, ich kann Erwartung enttäuschen und das macht dann auch was mit den Menschen, ähm ... Die lieben mich nicht weniger.

00:25:31: Das ist hoffentlich die Erfahrung, die ein Kind macht.

00:25:34: Macht auch nicht jedes Kind aber das Ideal wäre das Kind spürte Ich bin immer geliebt Aber es gibt trotzdem Dinge Ja da enttäuschig Menschen Das ist ein schwieriges Gefühl.

00:25:51: Also ich kann da auch jetzt ganz unabhängig von irgendwelchen Studien oder so, einfach aus meiner eigenen persönlichen Erfahrung erzählen, dass ich als Kind das ganz schrecklich fand, wenn ich das Gefühl hatte irgendwo irgendwen enttäuscht zu haben.

00:26:07: Ich war so ein totales ... Heute würde man poppsychologisch sagen, People-Pleaserkind.

00:26:14: Ich wollte immer, dass alle mich mögen und mich toll finden.

00:26:18: Und ich habe nach Kräften mich bemüht, alle Erwartungen zu erfüllen.

00:26:24: Und fand es ganz schlimm ... wenn ich daran gescheitert bin entweder durch so unausgesprochene Erwartung.

00:26:31: Du hättest das ja wohl sehen können.

00:26:32: und dann dachte ich, woher hätte ich das?

00:26:34: Aber ich hab das voll internalisiert!

00:26:36: Also, ich bin sicher schuld.

00:26:37: Ähm aber auch... wenn es dann so völlig widersprüchliche Erwartungen gab, wo man wirklich sagt also bei bestem Willen.

00:26:47: Ich kann nicht exakt gleichzeitig diese beiden Erwartung erfüllen weil die sich einfach gegenseitig ausschließen.

00:26:54: aber ich erinnere mich dass ich als Kind auch als Heranwachsende wirklich mich sehr bemüht habe es immer allen recht zu machen und für alle in mir sehen wollten.

00:27:09: Das waren aber unterschiedliche Erwartungen, ne?

00:27:12: Meine Eltern hatten andere Erwartung als meine Lehrkräfte, als Gleichaltriger, als meine Großeltern im Umfeld und ich hatte manchmal das Gefühl ... Ich muss ganz viele Noras gleichzeitig sein sozusagen und darf sie auch nicht durcheinanderkriegen diese Rollen.

00:27:29: Und was ich ganz schlimm fand war wenn mir irgendwo gespiegelt oder unterstellt wurde, ich hätte quasi mit Absicht eine Erwartung nicht erfüllt.

00:27:38: Weil ich immer so dachte, eh, ich mach hier alles was ich kann!

00:27:42: Also ... Ich würde nie bewusst was falsch machen.

00:27:47: Aber es passiert halt trotzdem manchmal und dann so ne Enttäuschung zu spüren also auch so ne menschliche Enttauschung das hätte ich nicht von dir gedacht.

00:27:56: So, oh.

00:27:57: Das ist richtig schmerzhaft für mich gewesen Und ich kann mich da noch sehr genau dran erinnern.

00:28:06: Ähm, an dieses Gefühl.

00:28:07: Und ich hab das sehr doll mitgenommen auch in meine eigene Mutterschaft und so gedacht, ich möchte ganz arg versuchen ... dass ich so gut dich das kann!

00:28:19: Meine Kinder davor sozusagen schützen möchte.

00:28:22: Dieses Gefühl von, äh, Mama ist jetzt enttäuscht von mir zu fühlen weil ich einfach dachte diesen Schmerz möchte ich ihnen nicht zufügen weil ich weiß wie sehr das wehtut sozusagen

00:28:41: glaube ich verstehe dass war hier schon auch an anderer stelle immer wieder sage dass ich glaube dass wir unsere kinder viel stärker einschränken und so sozusagen so mikro beeinflussen als wir glauben.

00:28:55: also ich glaube das erwartungen schon ziemlich mächtiges tool sind um Kinder, ich sage es mal großes Wort gefügig zu machen.

00:29:04: Also das ist zumindest was worüber ich in letzter Zeit immer wieder nachdenke ob dieses Fallen lassen von einem Halbsatz von dieses Augenbrauen hochgeziehe.

00:29:15: also Das nur Höflichkeit nicht genügt sondern dass eben Ich tue mir so schwer dann richtig klares Bild dafür zu finden weil ich selber da einfach immer noch weiter hier irgendwie auf der Suche bin wie wir die dieses Rüberschieben von Erwartungen, so würde ich es mal nennen wollen.

00:29:35: Wie ich das besser reflektieren kann?

00:29:37: Du scheinst dann beschreibst zumindest, dass du da einen großen Weg gegangen bist oder dass du das sozusagen aktiv in deine Mutterrolle integriert hast darauf zu passen.

00:29:46: Ich bemühe

00:29:46: mich darum!

00:29:47: Das heißt nicht, dass ich das immer hinkriege.

00:29:49: Du bemüßt dich genau und mir wird es immer so immer klarer wie sehr eigentlich wir Eltern unsere Kinder mit genauso Ja, mit solchen Moves irgendwie mitsteuern.

00:30:04: Und das ... Ich find's nicht immer leicht da bei sich zu bleiben.

00:30:11: Zumindest in so einem größeren Anteil bei sich to bleiben.

00:30:15: Weil wie du ja ganz am Anfang gesagt hast es auch gar nicht möglich ist.

00:30:18: Es gibt keinen klinisch reinen Raum ohne Erwartungen.

00:30:24: Nee

00:30:24: und Erwartung?

00:30:25: Das ist ich finde wirklich auch so ein schwer greifbaren Begriff weil Erwartungen sich sehr belastend anfühlen können und sich einengend anfüllen.

00:30:35: Manchmal können sie auch hilfreich anfühle, im Sinne von Direktiven ... Ich erwarte von dir das!

00:30:39: Es gibt binnen auch halt, wo ich hinlaufen soll.

00:30:42: Und Erwartung können sich richtig empowernd anfühlt.

00:30:46: Also wenn ich sozusagen von einem Kind etwas erwarte, dann kann das Kind daraus lernen?

00:30:53: Das traut man mir zu,

00:30:55: ne?!

00:30:57: dieses Potenzial wird in mir gesehen sozusagen.

00:31:00: Also wenn ich zum Beispiel meinem Kind sage, ich rechne damit dass du eine richtig tolle große Schwester bist oder ein richtig toller großer Bruder wirst weil du bist sehr einfühlsam und sehr zugewandt und ich glaube du kannst das und das ganz toll dann kann sich das belastend anfühlen und überfordern.

00:31:16: das kann sich aber auch bestärkend und positiv anfühle.

00:31:22: Dann wäre es also ein vorgezogenes Lob

00:31:25: vielleicht ja oder zumindest so eine Eröffnung von einem Potenzial im Sinne, ich sehe dich so.

00:31:32: Und weil ich dich so sehe hast du vielleicht den Mut in diese Rolle dann auch so hineinzuwachsen?

00:31:39: Also das ist ein Thema was mir manchmal auch in schulischen Kontexten zum Beispiel begegnet.

00:31:46: Es wird ja in vielen Schulen mittlerweile Zum Glück immer mehr so ein bisschen bindendifferenziert auch unterrichtet, also dass man praktisch innerhalb einer Klasse unterschiedliche Anforderungsniveaus bei Aufgaben oder sowas wählt.

00:31:58: Und das ist eine sehr wertvolle Entwicklung, weil man einfach damit der Tatsache Rechenschaft trägt, dass Kinder im gleichen Alter sehr unterschiedlich unterschiedliche Lernaufgaben brauchen können.

00:32:10: Es ist aber auch nachgewiesen, dass wenn zum Beispiel ein Kind für sich selber die Erfahrung macht sozusagen die Arbeitsplätze der untersten Stufe.

00:32:21: Und das für sich so identifiziert, ich kriege quasi immer die einfachsten Aufgaben.

00:32:25: Dann kann das Kind auch dadurch internalisieren zu sagen ... Die Erwartung an mich ist also mehr schaffe ich nicht!

00:32:32: Ich bin sozusagen einsortiert im untersten Lerndrittel in Mathe.

00:32:36: Das is meine Rolle, die nehme ich jetzt an... Ich bin schlecht, weißt du was ich meine?

00:32:40: In Mathe und ich werde gar nicht mehr erreichen.

00:32:46: Das Auszeilen eines leicht überfordernden Arbeitsblattes, bei dem Kind auch wie so ein positiver leeren Motor wirken im Sinne von das war schwierig.

00:32:57: Aber man traut es mir zu also traue ich es mir selbst zu da hinzukommen und das finde ich so schwierig.

00:33:04: beim Thema Erwartungen dass sich so denke wir alle können nicht ohne sein.

00:33:08: Erwartung sind überall Die kommen auch von ganz unterschiedlichen Ecken, die kommen ja nicht nur aus uns als Individuen.

00:33:15: Sondern wir begegnen bei jeder U-Untersuche beim Kinderarzt gewisse Erwartungen an Entwicklungsschritte.

00:33:20: Kann ihr Kind jetzt schon fünfzig Wörter sprechen?

00:33:22: Kann ihr mit Pinzettengriff greifen oder irgendwas?

00:33:28: Wir erleben Erwartung überall auch als eine Familie ... Wenn wir irgendwo hinkommen, wird erwartet.

00:33:33: Dass wir unsere Kinder in einer bestimmten Weise im Griff haben oder dass die sich in der bestimmte Weise nehmen.

00:33:40: Und wir können da nicht raus.

00:33:42: und trotzdem wünschen sich glaube ich viele Eltern mich eingeschlossen ... In der Familie so ein bisschen eine Art Schutzraum zu schaffen wo Kinder nicht das Gefühl haben die ganze Zeit Erwartungen genügend zu müssen und quasi nicht gut genug zu sein, wenn sie bestimmte Erwartungen nicht erfüllen.

00:34:03: Also ich hab schon manchmal so dieses innere Bild von ... Ich wünsche mir, dass wenn meine Kinder mit uns Eltern sind, dass die das ein bisschen als einen erwartungsfreien Raum erleben, wo sie einfach sein dürfen und explorieren dürfen oder in dem Sinne nichts falsch machen können.

00:34:19: Gleichzeitig glaube ich, dass es ideal ist, dass man nie zu hundert Prozent erreichen kann auch im erwartungsfreisten Raum, den ich versuche zu kreieren.

00:34:29: Gibt es Glaubenssätze?

00:34:31: Und gibt es bestimmte Begrenzungen und bestimmte Erwartung die natürlich trotzdem existieren?

00:34:36: also Ich versuche dann innerlich zusammen.

00:34:38: meine Kinder sollen in alle Richtungen sich interessieren dürfen ja aber ich habe Natürlich Die Erwartungen dass sie sich dabei nicht verprügeln das sie dabei angemessen mit uns kommunizieren Dass Sie sich an bestimmten Grundregeln des Zusammenlegens halten.

00:34:52: also so

00:34:54: Ich würde vielleicht gerne noch das Wort Manipulation mit reinbringen.

00:34:58: Kann da die Grenze sein von dem, was wir gerade suchen?

00:35:02: Wir haben jetzt ja eingesaugt.

00:35:03: Erwartungen können fies sein und Erwartung können aber auch positive Bedingungen haben.

00:35:08: Erwartungen sind überall und ohne gewisse Grunderwartungen funktioniert wahrscheinlich weder unser gesellschaftliches Zusammenleben noch irgendwie eine glückliche Familien-Situation oder so.

00:35:18: Und woran ich zu herumhadere ist der manipulative Teil glaube in einer gesellschaftlichen Situation.

00:35:27: Alle merken, es ist hier irgendwie Sheps aber machen gute Miene zum bösen Spiel wäre so ein Muster z.B.

00:35:34: Ja

00:35:35: vielleicht können wir da versuchen die Grenze zu ziehen.

00:35:40: ich möchte schon Erwartungen an meine Kinder stellen oder an meine Partnerpersonen Aber Ich möchte die nicht manipulieren und ich möchte auch von denen manipuliert werden.

00:35:48: beziehungsweise ist dann sozusagen das Atombomben Potenzial relativ hoch dass man halt sich denkt Hier ist irgendwas Grund falsch, ich kann's nicht mal benennen.

00:35:56: Aber ich fühl mich hier einfach nicht gewertschätzt und

00:35:59: wohl.".

00:36:00: Ja... Ich weiß was du meinst?

00:36:02: Ich glaube es geht ... Es ist noch ein bisschen komplexer weil manipulieren setzt ja sozusagen ein bewusstes Handeln voraus.

00:36:09: also ich kann natürlich oder meine Kinder bewusst quasi versuchen in eine gewisse Richtung zu drängen und zu sagen ich habe die Erwartung dass mein Kind ein doller Fußballer wird und jetzt natschig von Anfang an mein Kind in diese Richtung.

00:36:26: Und er baut da schon gleich einen Tor im Garten mit dem Kind, pusht das so bisschen in die Richtung.

00:36:32: Aber es gibt so viele Erwartungen, von denen wir uns teilweise kaum selbstbewusst sind, dass wir sie haben und die trotzdem total subtil wirken und die auch je nach Kind ganz viel Druck machen können ohne, will und ohne dass ich das bewusst steuere.

00:36:52: Also, ich selber war so ein super sensibles Kind für Erwartungen.

00:36:57: Ich wollte alle glücklich machen und wollte sozusagen das perfekte Kind sein und habe dann wirklich auch schon fast detektivisch versucht quasi verdeckte Erwartung rauszukriegen.

00:37:10: zum Beispiel Habe ich so gedacht, ja Erwachsene sagen immer gerne, mach alles was du willst.

00:37:18: Aber das kann nicht stimmen.

00:37:19: Die haben sicher Präferenzen und das kann man zum Beispiel darüber rauskriegen in dem man als Kind gut lauscht, was die Erwachsenen über einen erzählen und wie sie dabei klingen.

00:37:30: Und wenn man dann zum Beispiel hört ... So ein Satz wie unser Kind liest schon ganz allein diese dicken ... Und etliche Geschichte, Wälzer.

00:37:43: Oder klingt so stolz mit drin?

00:37:45: Dann ist da sozusagen für mich das Signal ... Das ist anscheinend eine gute Erwartung, die ich erfüllt habe.

00:37:51: Wenn man hört, wir haben jetzt auch so Barbies angeschafft und es gab keinen Weg mehr drumherum, dann klingt da die Erwartungen durch.

00:38:02: Wäre schön, wenn unser Kind nicht ein Barbiemädchen würde!

00:38:05: Weißt du?

00:38:05: Und das heißt nicht, dass das sozusagen immer ausgesprochen ist oder ... Aber das macht trotzdem was mit ein.

00:38:13: Ich merke es auch bei unseren eigenen Kindern.

00:38:16: Wie du sagst, diese ganz kleinen teilweise nonverbalen Signale zieh ich die Augenbraue hoch wie gucke ich, wie enttusiastisch frage ich nach, wenn mein Kind von irgendwas erzählt.

00:38:29: Was erzähle ich andern weiter, was erzähle Ich andern nicht weiter... kriegt einen Platz im Familienfotoalbum, was wird nicht dokumentiert.

00:38:39: Das spiegelt ja alles so was wieder.

00:38:41: und es gibt da Kinder die sind da ein bisschen unempfänglicher für und sagen das mir ehrlich gesagt egal.

00:38:48: also ich mache einfach hier so mein Ding.

00:38:49: und ob meine Eltern das jetzt geil finden oder nichts mehr wirklich Latte?

00:38:54: Und es gibt aber halt auch viele Kinder denen selbst ganz feine Signale von Oh, das sieht aber schon aus als würde die Mama oder der Papa lieber wollen.

00:39:08: Das ist so dann schon reichen um sich selbst wirklich auch in ihren Interessen und Neigungen und Leidenschaften zu beschneiden.

00:39:15: Und ich kenne ganz viele Frauen in dem Fall tatsächlich wobei es ja sicherlich auch bei Männern gibt.

00:39:21: Aber ich kenn ganz viele frauen so in meinem Alter Die zum Beispiel sagen Es fällt ihnen wahnsinnig schwer Manchmal überhaupt zu wissen, was ihnen gefällt.

00:39:30: Selbst bei so banalen Sachen wie Klamotten kaufen oder so die quasi in einem Laden stehen und so innerlich die Stimme hören ... Was ihre Mutter oder ihr Vater oder zu bestimmten Sachen jetzt sagen würde.

00:39:42: aber wenn man sie ehrlich fragt, was gefällt denn dir?

00:39:45: Dann sind Sie blank!

00:39:46: Dann stehen Sie da und können es nicht sagen weil sie so geprägt sind von externen Erwartungen dass sie das kaum ausblenden können um mal zu fühlen was ist eigentlich mein eigener Geschmack?

00:39:58: Selbst wenn es völlig banalem Wiener Jeans, den man kaufen will.

00:40:03: Und das ist etwas wo ich eben eine große Verantwortung spüre als Mutter da zu versuchen quasi die innere Stimme und die inneren Impulse unserer Kinder nicht zu überdecken.

00:40:16: Und gleichzeitig ist mir sehr bewusst dass es... Dass ich als Mutter In der Biografie meiner Kinder sozusagen eine machtvolle Figur bin und sein werde.

00:40:28: Und dass die natürlich auch mitkriegen, wofür ich brenne was mich begeistert, was mich vielleicht auch nervt?

00:40:36: Ich kann das gar nicht verhindern, in ihren Lebensbereich so eindringt.

00:40:43: Ich versuche dann manchmal echt auch diese Meta-Ebene praktisch reinzubringen und zu sagen, du spürst vielleicht dass ich mich damit schwer tue.

00:40:51: das heißt aber nicht, dass das falsch oder verkehrt ist es einfach nur, dass ich dazu gar keinen Zugang habe.

00:40:55: also zum Beispiel im Thema Computerspiele war mir das sehr wichtig weil das ja sowieso gesellschaftlich oft ein bisschen abgewertet wird.

00:41:02: als Hobby und ich selber bin halt so Mensch, ich hab noch nie in meinem Leben irgendwas mit Zocken anfangen können.

00:41:09: Ich hab noch nicht irgendein Spiel mit Freude gezockt.

00:41:11: Ich habe auch kein Handy-Spiel.

00:41:12: Das ist einfach überhaupt nicht mein Ding!

00:41:15: Und dann meinen Kindern und Jungen so zu sagen ... Ich find das richtig faszinierend, wie ihr euch diesen Welten verlieren könnt.

00:41:23: Ich hatte da gar keinen Zugang zu.

00:41:25: Ja?

00:41:28: Ich glaub auch nicht, dass ich den noch bekommen werde in diesem Leben.

00:41:31: Aber das heißt nicht, dass ich das gering schätze oder dass sich das abwerte.

00:41:35: Oder dass ich es blöd finde!

00:41:36: Es ist wirklich einfach ein Teil eurer Lebensgestaltung, euer Welt die ich nicht verstehe.

00:41:42: Nicht mehr und nicht weniger.

00:41:46: Nur wann wird daraus eine Erwartung?

00:41:48: Und wann würde raus manipulieren der Erwartungen?

00:41:50: Also wenn du sagen würdest, ähm... Ach spielst du schon wieder Computer

00:41:57: so?!

00:41:57: Das meinst du, das wäre dann so eine ... Ich erwarte eigentlich dass Du irgendwie was mit Holz bastelst oder so.

00:42:03: Aber dieses ... Wenn Du die Kiste ausmachst!

00:42:05: Ja

00:42:06: ja genau.

00:42:06: Habe

00:42:06: ich auch schon gesagt klar...

00:42:09: Aber nicht alles was wir zu unseren Kindern sagen ist eine Erwartung.

00:42:12: weißt Du wie ich meine?

00:42:13: Also wenn ich sage so Du das, tu jenes gegen die Schule.

00:42:20: Natürlich ist es auch eine Wartung aber ich glaube da kommen wir dann sozusagen ins Bedeutungsfindende Unterholz.

00:42:26: Nein, aber ich glaub tatsächlich dass wir im Alltag mit unseren Kindern und mit unseren Partnerpersonen und anderen Menschen wirklich unglaublich viel... Erwartungen kommunizieren unsere eigenen.

00:42:37: Und wie gesagt, es können ja auch legitime Erwartung sein.

00:42:39: das sind teilweise auch gesellschaftliche Erwartungs.

00:42:41: natürlich ist so was wie mach ich die Kiste aus mache jetzt deine Hausaufgaben putze die Zähne geh ins Bett morgens Schule?

00:42:47: Das ist eine kaskade von erwartungen die ich da formuliere.

00:42:50: das heißt nicht dass das falsch oder oder.

00:42:52: aber das ist schon so Dass das unseren unseren Alltag sehr prägt

00:42:59: Genau.

00:42:59: Aber dann ist sozusagen

00:43:01: Du hast das gefühlt alles erwartet

00:43:03: Genau, weil dann ist wirklich alles Erwartung.

00:43:05: Also das was wir hier machen auch... also da weiß ich gar nicht, was erwartungslos wäre.

00:43:12: Aber das ist für mich eben genau eine spannende Frage!

00:43:15: Mein Wunsch als Mutter ist dass es tatsächlich in unserem Familienleben Situationen Momente Zeiträume Schutzräume geben soll die eben nicht geprägt sind von diesem und jetzt noch dies und dann noch das und dann ist das noch dran.

00:43:31: Und wie gesagt, den Erwartungsfeierraum ist eine Illusion.

00:43:34: Aber also um jetzt einfach so ein Bild zu bemühen ... Wenn wir im Sommer Urlaub sind als Familie, wir fahren echt noch zu siebte.

00:43:43: ich bin da total begeistert von das unsere großen Kinder noch Lust haben mit uns in Urlaub zu fahren.

00:43:47: Das ist ja auch eine Erwartung die ich losgelassen habe weil ich denke dass kann man nicht erwarten von so großen Kindern.

00:43:52: aber Sie kommen freiwillig mit voll schön.

00:43:55: Hoffentlich reagieren Sie nicht auf eine unbewusste Erwartung, du merkst es schon.

00:43:59: Wer

00:43:59: halt schon schön?

00:44:02: Genau!

00:44:02: Das wäre schon schön.

00:44:06: Aber wenn wir dann zum Beispiel... Wir machen mal so Strandtage ja also wir gehen an so am Strand ans Meer und da ist es mir dann zum beispiel wirklich total wichtig dann zu sagen Und ob dann jemand einen Badeanzug anzieht oder eine Badehose, oder einfach in Jeans auf dem Handtuch sitzt.

00:44:23: Ob jede Person ins Wasser geht oder liest oder spazieren geht oder am Handy ist oder ein Drachen steigen lassen will und eine Sandburg baut oder ein Hotdog will oder weißt du?

00:44:32: Das ist alles wirklich okay und das wird überhaupt nicht bewertet und es gibt nichts so... So muss der Strandtag werden!

00:44:40: Wir sind jetzt hier und alle machen das, worauf sie Lust haben.

00:44:46: Natürlich müssen wir darauf achten, dass Kinder, die noch nicht schwimmen können, nicht alleine ins Wasser gehen.

00:44:51: Aber so ein bisschen ist es oft so einen Raum, wo ich das Gefühl habe, dass da auch für unsere Kinder so ein Raum entsteht von einem Tag der sich anfühlt nach einem Tag ohne Erwartung.

00:45:04: Und ich meine dann zu sehen wie entspannend das ist im ... Kontrast zum normalen Alltags-Ultage zu erleben, wo man wirklich mit sich und seinen Bedürfnissen und Kontakt sein kann.

00:45:15: Und sagen kann ... Wenn ich müde bin schlafe ich wenn ich Hunger hab Essig, wenn ich lesen will lese ich, wenn die Schlafwässe, wenn nicht zurück ins Apartment gehen will gehe ich zurück.

00:45:25: Es gibt in dem Sinne nix was man falsch machen kann.

00:45:28: es gibt nichts.

00:45:29: Wo man enttäuschen kann ist einfach alles Okay, und alles möglich.

00:45:34: Und ich versuche auch in unserem normalen Alltag ... Also nicht im Urlaub oder so.

00:45:42: Zumindest Räume aufzumachen, weißt du?

00:45:46: Wo ich dann die ganze Zeit sag, und hast du zu den Hausaufgaben?

00:45:49: Müsstest du jetzt nicht mal dies und musst noch das?

00:45:52: Wo man wirklich ein bisschen hat diese unverplante Zeit, woher fühlst du dich jetzt?

00:45:58: Alles ist okay!

00:45:59: Wenn dein Kind sagt, ich würde es gern... rausgehen, Radfahren.

00:46:04: Kuchen backen ist das okay?

00:46:06: Und wenn das Kind sagt ich würde jetzt am liebsten Fernseh gucken, Hörspiel hören was ich nicht weiß es genau so ok.

00:46:14: also dann wirklich einfach ein freier Raum.

00:46:16: möchtest du etwas mit mir zusammen machen?

00:46:18: möchtet sowas alleine machen?

00:46:19: möchest du zuhause bleiben?

00:46:21: also ich muss es nicht alles aufwächern aber wirklich versuchen zu sagen dass

00:46:25: die innerhaltung

00:46:26: so oasen im alltag wohnt kind wirklich komplett freies zu fühlen, worauf habe ich jetzt gerade Bock?

00:46:35: Weißt du ohne tieferen Sinn und ohne höhere Nutzen einfach was fühlt sich jetzt grad gut an so das dann zu machen.

00:46:41: Und in dem Kontext spreche ich mit meinen Kindern auch darüber... ...mit den größeren Kinder nicht!

00:46:45: Mit denen ganz klein über sowas wie billiges und teures Dopamin.

00:46:49: also dass wir manchmal die Tendenz haben in solchen Momenten in solchen OAS erst mal Richtung billiges Dopamins zu streben, also Dopamin für das wir uns nicht anstrengen müssen.

00:46:59: Ja, also Netflix gucken so was und dass es manchmal erfüllender ist langfristig für uns körperlich und seelisch ein bisschen teureres Dopamin uns zu besorgen.

00:47:08: Also Dopamin dafür, dass wir etwas machen müssen entweder in Beziehungen gehen oder uns kapperlich bewegen oder irgendwas... Schaffen kreieren.

00:47:15: aber ich versuche das dann wirklich mit meinen Kindern zu besprechen nicht auf so einer moralischen Ebene also ist besser.

00:47:21: Zu häkeln als netflix zu schauen sondern eher so guckt da mal hin fühlt einmal hin.

00:47:27: wie lang hält das glücksgefühl an wenn du ne folge was geguckt hast?

00:47:32: und wie fühlt sich das glück gefühlt an wenn Du selber was gemacht hast, oder wenn du eine Runde draußen warst.

00:47:39: Also macht es was anderes mit deinem Körper und deiner Seele so?

00:47:43: Darfste ja mal ausprobieren!

00:47:45: Und da hab ich das Gefühl ... dass das ganz gut funktioniert und dass das auch für mich selber ne schöne Lernerfahrung ist in solchen Momenten hinzuspüren im Alltag mit meinen Kindern.

00:47:56: Was brauche ich jetzt eigentlich?

00:47:58: Was würde ich jetzt in so nem erwartungsfreien Raum gerne?

00:48:03: machen.

00:48:04: Und dann gibt's Wochen, da schaffen wir das quasi gar nicht, weil eine klassen aber die nächste Jagd und dann ist noch hier ein Therapie-Themium, dann noch ein Arztthemium oder einen Hobby und dann auch ein Kindergeburtstag... ...und es gibt andere Wochen, dann kriegen wir das mehr hin!

00:48:17: Also ich verstehe und finde es richtig und wichtig sozusagen freier Räume.

00:48:21: Ich würde sie jetzt mal ungetaktetere Räumen nennen.

00:48:24: also dein super Beispiel mit wie liegen alle am Strand und wir müssen einfach gar nichts.

00:48:29: so Der Nachmittag hat nicht noch zwei Termine und so.

00:48:34: Und für mich bei Erwartungen das Schwierigste oder das Interessanteste gleichzeitig ist, subtile Botschaften.

00:48:44: zwischen zwei Menschen sage ich jetzt mal und gerade in meiner Vaterrolle dass die Botschaft möglichst klar bleibt und dass sie nicht auch auf die Person zielt oder dass man nicht die Personen Kleinmacht runter macht Niedermacht kritisiert um ein eigenes Ziel zu erreichen.

00:49:01: Ja, ja.

00:49:02: Wie schaut's denn hier wieder aus?

00:49:04: Also dieses generalisierende in einer Person irgendwas zuschreiben... wie sieht es in deinem Zimmer denn schon wieder aus...?

00:49:11: Nie räumst du auf!

00:49:13: Nie räume ich so auf oder das habe ich gar nicht anders erwartet.

00:49:19: Dass das nicht klappt.

00:49:22: Wo immer sowas mitschwappt neben der reinen Tudu-Ebene.

00:49:28: Da finde ich persönlich die größte Herausforderung, oder?

00:49:31: Ja.

00:49:31: Wachst du im Chance!

00:49:34: Ich bin dazu übergegangen, wenn ich eine Erwartung in mir spüre, weil der Echtes Gefühl hat ... Das ist jetzt auch ne legitime Erwartungen, das dann wirklich oft zu formulieren mit dem Wort ..."Ich

00:49:44: erwarte.".

00:49:45: Also, ich erwarte von dir, dass du jetzt deine Hausaufgaben machst und es klingt erst mal so ein bisschen ungewohnt für mich.

00:49:51: Und gleichzeitig habe ich manchmal so für mich das Gefühl, das ist ehrlicher als sowas zu sagen wie... Weißt du was ich meine?

00:49:59: Also das klingt so wischy-washy, aber ich finde dann manchmal wichtig meinen Kindern gegenüber zu markieren.

00:50:04: Was erwarte ich und was wünsche ich mir vielleicht?

00:50:08: und was ist wirklich einfach eine Idee die ich habe, die sie annehmen oder ausschlagen können?

00:50:12: also ich versuche da so gut ich es kann.

00:50:15: Da geht man auch ein bisschen sprachlich präziser zu sein mit dem... wie ich mit meinen Kindern rede.

00:50:20: Was ist eine Aufforderung im Sinne von, das muss jetzt sein und was ist ein Vorschlag?

00:50:25: Und was ist eine Idee oder einfach ein

00:50:27: Gesprächsimpulso?".

00:50:30: Manchmal sind meine Kinder auch genervt wenn sie dann sagen du erwartest das so.

00:50:33: aber da denke ich ja Das macht's nicht besser, wenn ich die Erwartung verstecke und übertünche.

00:50:39: Und in einer anderen Formulierung kleide es.

00:50:41: Dann meine ehrliche Erwartungen ist du machst jetzt deine Hausaufgaben?

00:50:44: Und dann ist das die fährste Botschaft, die ich in dem Moment geben kann, finde ich.

00:50:50: Gleichzeitig versuche ich meine eigenen Erwartungs- und zwar auch so unbewusste Erwartung ... zu reflektieren und da auch in manchen Formulierungen drauf zu achten, nicht sozusagen meine Erwartung so überzustülpen.

00:51:03: Und da geht es wirklich manchmal so banale Formulierung... Mir liegt das oft auf der Zunge dann zum Beispiel meiner Tochter zu sagen Wenn du später mal ein Mann und Kinder hast, dann wirst du das so machen können.

00:51:16: Und dann zu sagen stattdessen ... wenn du später einen Mann oder eine Frau hast oder in der Partnerschaft bist und vielleicht möchtest du ja auch Kinder haben oder nicht, aber dann kannst du ... weißt du was ich meine?

00:51:26: Dass man diese Räume aufmacht und nicht automatisch ne Normzuschreibung vornimmt.

00:51:32: Zum Beispiel auch in Bezug auf... Bildungswege oder schulische Bildung.

00:51:37: Als mein erstes Kind klein war, hab ich manchmal ohne das zu hinterfragen so was dann gesagt, also so ein ganz kleinen Kind drei Jahre alt und dann später gehst du mal aufs Gymnasium und machst Abitur.

00:51:47: Dann kannst du danach studieren, weil ich einfach quasi meinen eigenen Lebensweg so innerlich reproduziert habe.

00:51:53: Das ist der normale Weg, dass wir das

00:51:55: auch machen.

00:51:56: anstatt sozusagen zu so einem kleinen Kind, bei dem man ja noch überhaupt nicht weiß wie der Weg aussehen wird.

00:52:01: Und später mal wirst du in die Schule gehen und da gibt es ganz unterschiedliche Schulen.

00:52:04: mit denen kann man ganz unterschiedlichen Dinge später machen und du wirst auf jeden Fall als erwachsene Person was machen können, was du dir selber ausgesucht hast.

00:52:12: Dann sind wir schon mal gespannt, was das sein wird aber noch nicht so.

00:52:17: Es gibt natürlich Beispiele wo dann Eltern super einengend sind und sagen Du wirst mal Arzt!

00:52:22: Du erbst meine Praxis.

00:52:25: Aber ich glaube, es gibt auch viele Menschen die so unbewusst einfach eigene Erfahrungen gesellschaftliche Botschaften so weitergeben.

00:52:34: Also ich höre das super oft diese heteronormativen Sachen, dass man eben einen kleinen Junge sagt was soll der später mal deine Freundin sagen wenn du nicht aufräumst?

00:52:42: Anstatt erstmal zu sagen ja keine Ahnung ob er mal eine Freundin haben wird.

00:52:45: also gibt auch noch andere Option.

00:52:48: und

00:52:50: warum sollte sie sich darum kümmern?

00:52:51: genau vielleicht ist die Freundin ja auch die noch weniger aufrollen, man weiß es nicht.

00:52:57: Also diese Zuschreibung oder ich höre das eben oft, dass Eltern so was sagen gerade zu ihren Töchtern wie ... Du musst das und das können ... Das erwarten die Männer sozusagen.

00:53:09: also du musst ja später mal in deiner Familie auch und das sind einfach Bilder wo ich sehr stark versuch, das nicht weiterzugeben.

00:53:16: Und ich würde gern ganz zum Schluss, ich weiss das wir schon fast am Ende unserer Folge sind Ein Thema eingehen im Kontext von Erwartungen, das mir auch in letzter Zeit öfter begegnet ist.

00:53:27: Und zwar gibt es den Begriff des Low Demand Parenting.

00:53:31: Hast du da mal was von gehört?

00:53:35: Das sind die Momente, die ich so lieb im Podcast.

00:53:40: Nein!

00:53:41: Low Demant Parenting...

00:53:42: Okay, ist keine Schande.

00:53:44: Ich habe so eine Ahnung aber ich glaube bevor ich jetzt hier herum rate würde ich doch lieber dich fragen wollen Was ist der Lodi-Mand-Parenting?

00:54:21: schwer sich tun mit Erwartungen.

00:54:24: Und die Erwartung oft nicht nur als unangenehm oder anstrengend empfinden, sondern regelrecht als bedrohlich.

00:54:30: also deren Nervensystem sozusagen auf biologischer Ebene ganz krass auf ausgesprochenen oder auch unausgesprochene Erwartungs reagiert und dann oft mit einer Panikreaktion.

00:54:42: das heißt es gibt Kinder gerade Kinder im Autismus Spektrum den stellt man eine bestimmte Anforderung, der bestimmte Erwartung sozusagen vor die Nase und die Reaktion ist.

00:54:53: Als hätte man den eine runtergehauen.

00:54:55: also wirklich ne Schmerz- und Schockreaktion Und das gibt es in unterschiedlichen Ausprägungen und zu einem gewissen Grad Also wir müssen ein bisschen differenzieren ist sag ich mal Es weit verbreitet in der Bevölkerung dass Erwartungen, gerade auch sehr spezifische Erwartung, manchmal zu einer gewissen Abwehrreaktion führen.

00:55:19: Der Fachbegriff dafür ist Reaktanz.

00:55:21: Das heißt ...

00:55:23: eine

00:55:24: Person sagt du musst das so machen und in dem Moment hast du schon keinen Bock mehr?

00:55:27: So!

00:55:28: Und das lässt sich eben auch gesamtgesellschaftlich oft beobachten, ne?

00:55:32: Sowas wie Veggie-Day.

00:55:34: ja die Grünen sagen lass mal Veggie Day machen dann isst die Reaktant.

00:55:37: Nö jetzt esse ich erst rechte Karibuers Gerade

00:55:40: so moralische Dinge, ne?

00:55:42: Genau.

00:55:43: Und das ist was, was ganz viele Menschen kennen und was einfach eine psychologische Reaktion ist, weil da das Autonomie-Gefühl verletzt wird.

00:55:49: Also wir Menschen haben ein starkes Streben nach Autonomien.

00:55:52: Wir wollen bei uns selbst bestimmen, dass es die Freiheit von der du vorhin gesprochen hast.

00:55:56: Wenn sozusagen dann jemand kommt und sagt darfst du nicht oder sollst du anders, ist oft erst mal die intuitive Reaktionen ... Nee!

00:56:03: Von dir lasse ich mir gar nichts sagen.

00:56:06: Das ist Reaktanz.

00:56:10: die Reaktion aber nicht so eine Rhein, ich sag mal ein bisschen trotziger ist.

00:56:14: Sondern wirklich ne Reaktions, die mit nem körperlichen Unwohlsein, mit dem Schmerz einhergeht.

00:56:20: Dann spricht man von Demandevoidens.

00:56:23: also wenn ich wirklich auf nerven Systemebene... darunter leidet zu spüren, ich soll oder muss jetzt irgendwas machen.

00:56:32: Wenn ich dieses sehr starke Autonomie-Gefühl hab und das Einschneidende in mein Autonomie gefühlt sich für mich nach etwas an was ich da nicht mehr umsetzen kann weil es mir so wehtut sozusagen.

00:56:41: Da sind wir im Bereich der Demand avoidance.

00:56:43: Und dann gibt's noch die Steigerung Die sogenannte Pathological Demand Avoidance PDA.

00:56:49: Das ist ein eigenes Profil innerhalb des Autismus Spektrums.

00:56:56: Das sind dann Menschen, da kommen noch andere Faktoren dazu.

00:57:00: Die wirklich ein Nervensystem haben das oft den Erwartungen eines normalen Alltags in unserer Gesellschaft mit Schule oder Beruf oder so eigentlich kaum genügen können.

00:57:12: ist es wirklich eine Behinderung des Nerven-Systems die einen ganz anderen und sehr einfühlsamen und vorsichtigen Umgang Menschen erfordert?

00:57:22: und da ist es zum Beispiel so, dass da teilweise schon diese Demantewordens anspringt.

00:57:26: bei jeder Form von direktiver Sprache.

00:57:28: Also selbst bei sowas absolut banalem wie Deckmalien-Tisch oder so geht dann praktisch die Alarmanlage los hängt immer auch ein bisschen davon zusammen, wie das Stresslevel gerade insgesamt ist.

00:57:38: aber Das ist wirklich sozusagen die Extremvariante.

00:57:42: ja also ich vereinfache jetzt ein bisschen hier.

00:57:43: Aber was sich in dem Zusammenhang eben wertvoll finde ist zu verstehen.

00:57:47: Es gibt dann eben dieses Konzept des Low Demand Parenting und das wurde entwickelt, spezifisch eben auch für Menschen mit dieser starken Demant avoidance.

00:57:57: Wo es im Prinzip darum geht zu sagen wie kann man Menschen möglichst entlasten die diese starke Stressreaktion zeigen auf Erwartungen?

00:58:06: Und wie können wir über indirekte Kommunikation über erwartungsfreie Räume Equalizing, also sozusagen auf Augenhöhe begeben.

00:58:15: Jede Form von Hierarchie und Machtpositionen vermeiden sprachlich aber auch körperlich so wie können wir da das Nervensystem entlasten damit diese Kinder uns Jugendlichen und auch Erwachsenen besser kooperieren?

00:58:26: kann besser klarkommen?

00:58:28: Und es würde jetzt hier zu weit für das gesamte Konzept zu erklären.

00:58:34: Aber was ich an diesem Lodiman Parenting sehr schön finde und auch sehr hilfreich findet tatsächlich für alle Eltern egal ob sie neurodivergente Kinder haben oder nicht ist, dass Amanda Dieckmann sagt.

00:58:45: Erwartungen können sich oft als Bedrohungen anfühlen für Kinder und Jugendliche vor allem wenn sie von einer aus einer Machtperspektive kommen.

00:58:53: also Wenn Kinder sich als unten erleben in der Hierarchie und dann von oben die Erwartung sozusagen übergestülpt werden Dann kann sich das sehr bedrohlich anfüllen.

00:59:02: Und wenn wir das verstehen dann können wir anders mit Kindern und Jugendlichen umgehen.

00:59:07: Und zwar wirklich mehr auf Augenhöhe im Sinne von, wir nehmen diese Hierarchie, die Macht eben so gut es geht weg und versuchen, ein kollaboratives Miteinander zu kommen.

00:59:17: Und dieses Low-Demand Parenting bedeutet nicht ... antiautoritäre Erziehungen.

00:59:22: Es gibt keine Regeln und Grenzen mehr.

00:59:24: Sondern es geht darum, zu sagen ich reflektiere meine Erwartung in der Art und Weise, wie ich sie gestalt habe.

00:59:32: Auch wie ich die kommuniziere meinem Gegenüber an.

00:59:35: Ich versuche es meinen Gegenüber leicht zu machen meine Erwartung zu erfüllen.

00:59:39: Ich baue eben eine Brücke sozusagen und ich stelle dem nicht so eine Erwartungen vor die Nase und sage, das ist mein Recht denn ich bin groß!

00:59:47: Und Lodyman Parenting hebt sehr stark darauf ab dass wir die Erwartlungen, die wir gerade auch an Kinder stellen nicht am Alter festmachen sollten, also mit sieben kann man doch wohl und mit zehn kann ich ja wohl erwarten.

01:00:00: Sondern wirklich stärker das individuelle Kind in den Blick nehmen.

01:00:04: Und dann eben auch diese Gleichzeitigkeit zulassen von mein Kind ist vielleicht mit sechs schon total selbstständig im Bereich Körperhygiene anziehen sich selber fertig machen oder so aber hat noch einen großen Unterstützungsbedarf weiß ich nicht, woanders schlafen oder irgendwas.

01:00:20: Und dann ist Low Demand Parenting zu sagen okay, dann erwarte ich hier von dir ein bisschen mehr und hier von Dir ein bisschen weniger weil ich weiß dass in diesem austarierten Erwartungssetting dein Nervensystem am besten funktioniert.

01:00:34: Das ist etwas was ich sehr stark adaptiert habe bei uns Zuhause und was mir total geholfen hat.

01:00:43: diese Erwartungen die mich oft auch selbst gestresst haben

01:00:49: Ja, eben.

01:00:49: Das könnt ihr auch dazu, ne?

01:00:51: Ein

01:00:52: Kind mit sieben muss das doch können!

01:00:54: Wenn der ist das Kind und ich kann dann hab' ich als Mutter versagt, weißt du?

01:00:58: Ganz wichtiger Punkt,

01:00:59: ne?!

01:00:59: Auch loszulassen von da zu so einem individuelleren sanfteren Weg zu finden.

01:01:04: Und was ich für mich spannend fand war... Ich habe ja am Anfang erzählt dass Auch es soll mich selbst Erwartungen oft ein Stressfaktor darstellen.

01:01:11: Ich bin bis heute, ich bin dreiundvierzig, echt oft Angst, Erwartung zu enttäuschen von allen möglichen Leuten.

01:01:17: und als ich dann angefangen hat mehr so diesen Low-Demand Parenting Style zu leben ... So wie ich den verstanden habe und für unser System adaptiert habe, hab ich gemerkt dass ich auch mit mir selber mehr low demand werden konnte.

01:01:32: sozusagen weißt du?

01:01:33: Also diese Frage die ich mir jetzt aufstelle Ist diese Erwartung gerade Entwicklungsangemessen für mein Kind?

01:01:40: Die ich an meinen Kind stelle.

01:01:42: Die ist dann irgendwie so, ohne dass sich das bewusst so gemacht habe, irgendwie auch geworden zu ... Da ist das jetzt eine angemessene Erwartungen grade die ich an mich selber stelle!

01:01:52: Oder auch ne ... Ah, ich stelle grad schon wieder in der Erwartion, ne?

01:01:55: Ja

01:01:57: genau, also man lernt überhaupt erst mal... Was alles Erwartungen sind und wie viele unausgesprochene Erwartung wir stellen.

01:02:04: Und da können eben gerade neurodivergente Kinder, manchmal so wie Westerkanarien in der Kohlenmine sein im Sinne von ... Ich spüre ... Es gibt irgendeinem Ding von Goethe, oh Gott ich finde das auch gar nicht so versiert.

01:02:17: Es gibt irgendwo ein Goetje Zitat

01:02:19: d.h.,

01:02:20: er spürt die Absicht und ist verstimmt!

01:02:23: Und das ist was, was ich bei meinen Kindern manchmal auch so merke.

01:02:27: Weißt du?

01:02:27: Also auch verdeckte Erwartungen werden sofort wahrgenommen und dann darauf reagiert.

01:02:35: Das hat mir sehr geholfen da ein bisschen stärker darauf abzuheben zu sagen ... Ich muss die Erwartung loslassen aber Kinder spüren dann wirklich auch sehr fein ob ich die Erartung einfach nur nicht mehr formuliere oder ob ich sie wirklich nicht mehr habe

01:02:51: Ob du sie loslässt.

01:02:52: Hab ich

01:02:52: sie wirklich losgelassen habe.

01:02:56: Okay, vielen Dank.

01:02:57: so weit für heute!

01:02:58: Wir freuen uns von euch zu hören was ihr für Gedanken zu der Folge habt.

01:03:01: schreibt uns immer gerne an podcastetnora-imlau.de und damit kommen wir zu den Sponsoren unserer aktuellen Folge und das folgt etwas Werbung.

01:03:11: Genau, unsere heutige Podcastfolge wird wieder unterstützt von Pumpkin Organics.

01:03:15: Dem wunderbaren Bio-Startup aus München mit dem ich schon ganz lange und gerne zusammen arbeite weil wir die Produkte auch in unserem Familienalltag ganz regelmäßig und gerne zur Entlastung nutzen.

01:03:27: bei Pumpkin organic gibt es zuckerfreie gemüsige Biosnacks für Kinder und Erwachsene aber vor allem für Kinder aller Altersstufen.

01:03:36: Für die jüngeren Kinder gibt es Quetsches mit einem ganz hohen Gemüseanteil, sodass sich die Kinder nicht einfach nur an Fruchtsüße gewöhnen.

01:03:44: Sondern diese unterschiedlichen Geschmacksrichtungen eben auch kennenlernen von verschiedenen Gemüserarten.

01:03:49: Es gibt bei Pumpkin Organics tolle Backmischung unter anderem für Pancakes und das tolle Bluey-Bio Bananenbrot als Backmischen was es hier sehr regelmäßig gibt.

01:03:59: Es gibt Soßen!

01:04:00: Es gibt Pesto.

01:04:01: ihr könnt wirklich mal auf der Pumpkin-Organic Seite euch umgucken.

01:04:04: da werdet ihr verschiedene Alltags Erleichterungen finden, mit denen ihr immer mal wieder die Stimmung retten könnt.

01:04:10: Weil eben auf dem Spielplatz im Schwimmbad oder wo auch immer ihr euch

01:04:13: rumtreibt.".

01:04:31: Diesmal gibt es noch eine weitere Sache, also wenn ihr auf Pumpkin Organics euch Sachen in den Warenkorb legt und den Code eingegeben habt.

01:04:38: Und dann der Warenkorb über neunundvierzig Euro ist?

01:04:42: Dann bekommt ihr heimlich und automatisch eine Gratispackung Bluey Bio Bananen Brotback Mischung zugeschickt!

01:04:49: Also die taucht nicht im Waren korb auf aber die tauchte noch ein Paket auf.

01:04:53: So ist das genau... Alle Bedingungen, Details und so weiter pack ich euch in die Shownotes.

01:04:57: Das Ganze ist zeitlich befristet bis Ende August zwanzig sechsundzwanzig!

01:05:02: Vielen Dank nach drüben hier in München zu Pumpkin Organics.

01:05:06: und damit kommen wir zum Postfach.

01:05:09: Nora Ich wollte dir ein Teil einer Mail vorlesen von Natalie Die uns geschrieben hat zu der das muss jetzt sein.

01:05:15: Folge also wenn Sachen manchmal irgendwie seien müssen was sie so erlebt hat.

01:05:20: Ich muss an den letzten Herbst denken indem ich meiner fünfjährigen hörgeschädigten Tochter ein halbes Jahr lang versucht habe, beizubringen dass wir einen Ohrabdruck für die Ohrpassstücke der Hörgeräte brauchen.

01:05:33: Monatelange Erklärungen, wöchentliche Besuche bei der Akustikerin um Vertrauen aufzubauen wechselt zur Wunschakustikerinnen weil sie lange Haare hatte.

01:05:42: verschiedenste Belohnungen haben nicht dazu geführt das meine Tochter diesen Abdruck hat machen lassen.

01:05:46: kurzum Sie hätte ein Pferd als Belohnung von mir erpressen können.

01:05:51: Irgendwann haben die Akustikerin und ich uns angeschaut, sie hat die Abformung

01:05:56: gemacht während

01:05:56: ich meine Tochter festgehalten habe.

01:05:59: Die Akustikerin hat danach gezittert und ich geweint.

01:06:02: Mittlerweile trägt meine Tochte die Hörgeräte mit riesengroßer Freude weil ihr eine ganz neue Welt eröffnet wurde.

01:06:08: Sie ist viel selbstbewusster und selbstbestimmter.

01:06:11: das konnte sie nicht

01:06:12: ahnen.".

01:06:20: müssten wir unserem Kind für einen Moment was richtig Unangenehmes zumuten.

01:06:25: Also festgehalten zu werden, während jemand so ein Abdruck nimmt um dann aber etwas Gutes für das Kind langfristig zu erwirken nämlich dieses Kind kann jetzt hören und hat damit auch wirklich ja ganz anderen Zugang zur Welt.

01:06:36: Und das ist so dass wie sie das beschreibt man ist wirklich bereit alles zu tun.

01:06:41: Man würde also jedes Geld und jeden Aufwand investieren, um das Kind dazu zu bringen, das freiwillig zu machen.

01:06:48: Und irgendwann ist dann aber so ein Dead-End erreicht irgendwie ne?

01:06:51: Es geht nicht mehr vor und nicht mehr zurück und dann auch diese Entscheidung zu treffen sozusagen so jetzt haben wir ein halbes Jahr probiert Jetzt braucht es diesen Abtuch und jetzt halte ich dich fest.

01:07:00: Und diese paar Minuten halten wir jetzt gemeinsam aus, auch wenn sich Split anfühlt.

01:07:04: Und danach ist das geschafft so!

01:07:06: Das kann eben auch eine große Erleichterung bringen für alle Beteiligten.

01:07:11: Also es kann auch für ein Kind erleichtern sein nicht kooperieren, sich nicht entscheiden, nicht mitmachen zu müssen sondern in gewisser Weise nicht mehr... in dem fall jetzt herrn des geschehens zu sein und dann aber eben auch diese entlastung zu erfahren.

01:07:23: so sagen jetzt ist es einfach auch vorbei.

01:07:25: jetzt müssen wir auch nicht mehr wöchentlich dahin gehen und schauen ob uns noch eine frisur von noch einer anderen hörakustikerin noch besser gefällt.

01:07:33: Aber ja ich finde das dringend dafür verzweiflung durch und gleichzeitig auch viel klarheit und gewissen stolz die richtige entscheidung getroffen zu haben.

01:07:39: das schön dass du das vorgelesen hast.

01:07:42: Wir haben insgesamt zu dieser Folge zum Thema, das muss jetzt aber sein.

01:07:46: Unglaublich viel Rückmeldung von euch bekommen!

01:07:48: Vielen Dank, sehr viele Menschen haben sich gesehen gefühlt und verstanden.

01:07:55: Es gab auch ein paar ganz konkrete Tipps und Tricks.

01:07:57: Eine E-Email ist mir besonders in Erinnerung geblieben.

01:08:00: Da hat uns eine Mutter geschrieben, dass ihr Sohn sich sehr schwertet mit dem morgendlichen Einkremen, Sonnencreme vor dem Kindergarten.

01:08:08: Und da gab es ganz viele Kämpfe.

01:08:11: hat sie die Lösung gefunden, dass sie gemeinsam morgens das Haus verlassen und eingekremt.

01:08:16: Die Sonnencreme dabei ... Und dann kommen Sie an den Stein des Einkremens!

01:08:21: Das ist einfach ein bestimmter Stein der da liegt auf dem Weg zum Kindergarten und der ist sozusagen ihr Monument geworden.

01:08:28: so bis hier können wir ohne Sonnenkriemen aber dann müssen wir uns beide einkremen.

01:08:31: Und das ist für den kleinen jungen Sohn Automatismus geworden zu sagen Wir müssten nicht zu Hause einkriegen Aber beim Stein des Einkremens ist es dran dass er dort gut funktioniert hat.

01:08:42: Und ich finde das so anrühren, weil das auch so zeigt wie wir manchmal echt einfach um die Ecke denken müssen und kreativ werden diesen inneren Widerstand von Das muss jetzt einfach passieren.

01:08:52: Manchmal auch übergehen und dann eine andere Lösung zu finden.

01:08:56: aber am Ende ist die Lösung ja gefunden.

01:08:58: also das nicht einkreben ist eben keine Alternative.

01:09:00: Aber das einkriemen am Stein des einkremens funktioniert

01:09:05: super.

01:09:06: Du musst überhaupt mehr Dinge nach draußen verlagern.

01:09:08: So für ein allein steines Eingrems als Formulierung, das werde ich nie wieder vergessen!

01:09:14: Vielen Dank euch allen, vielen dank dir Nora.

01:09:17: Das war's schon wieder.

01:09:18: und dann bis zum nächsten Mal.

01:09:19: Genau und denkt immer dran.

01:09:21: alle Anfang ist manchmal schwer, manchmal leichter aber immer interessant.

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