Aller Anfang: Erstgeborenes, Nesthäkchen, Sandwich-Kind

Shownotes

Geschwisterrollen prägen uns fürs ganze Leben, denken wir. Doch stimmt das wirklich? Beeinflusst die Geburtenfolge die Persönlichkeit, und müssen wir als Eltern deshalb Kinder auch unterschiedlich begleiten? Nora und Oliver sprechen über Vorurteile, wissenschaftliche Erkenntnisse und darüber, welche Unterschiede sie bei sich selbst und ihren Kindern feststellen.

Unser Postfach für Lob und Kritik, Anregungen und Themenwünsche: podcast@nora-imlau.de

Alfred Adler, https://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Adler

Podcast Das gewünschteste Wunschkind ..., https://www.gewuenschtestes-wunschkind.de/p/podcast.html

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Transkript anzeigen

00:00:09: Aller Anfang ist manchmal schwer, manchmal leichter aber immer interessant.

00:00:14: Und womit fangen wir heute an?

00:00:16: Heute liebe Nora würde ich gerne mit dir über Geschwisterrollen sprechen.

00:00:20: Na dann legen wir los!

00:00:21: Diese Folge wird unterstützt von der KJFC Coaching Akademie.

00:00:25: Mehr über die Ausbildung zum Systemischen Kinder Jugend und Familiencoach erfahrt ihr am Ende dieser Folge.

00:00:31: Hallo Nora

00:00:32: Hallo Oliver

00:00:34: Da sind wir wieder.

00:00:35: Ja willkommen zurück

00:00:36: Siehst du braun aus.

00:00:37: Ich weiß nicht, kann ich grad mich sehen?

00:00:40: Aber hattest du schöne Ferien?

00:00:41: Ja auf jeden Fall!

00:00:42: Ich hoffe ihr auch.

00:00:44: Ich freue mich und das wir jetzt wieder mit aller Anfang wieder loslegen.

00:00:47: jeden Montag Und für heute hat es du vorgeschlagen.

00:00:50: von ein paar Tagen hast du mir geschrieben dass wir uns mal über die ja die Rollen oder die die Zuschreibungen oder die Situation rund um Geschwister beschäftigen Und ich habe dann so drüber

00:01:02: nachgedacht,

00:01:03: ich hab mir so meine Kinder angeschaut wie du weißt.

00:01:06: Meine Frau und ich haben ja zwei Kinder mit ein bisschen größeren Abstand... ...und dann habe ich mal so gespielt und habe so überlegt was wäre eigentlich wenn Kind eins, Kind zwei gewesen wäre?

00:01:17: Wie wären die Dynamiken wohl gewesen auch wenn es so völlig natürlich... ...hypotetische Annahmen sind.

00:01:23: und dann kam ich zu so ganz lustigen Einsichten.

00:01:27: also hätte dieses Kind als das ältere Kind sich so um das jüngere Kind gekümmert, wie sich das tatsächlich ältore Kind um das Jüngere kind kümmert.

00:01:37: oder wir hätten Verhaltensweisen von Kind zwei wenn die bei Kind eins gewesen wären.

00:01:43: Wir hätten sie uns als als Eltern auch verändert und so weiter.

00:01:48: Also ich kam da in so ein ganz lustigen was wäre Wennwald?

00:01:51: Herrlich!

00:01:53: Das ist halt auch so spannend, weil immer wenn wir über die Persönlichkeiten von unseren Kindern nachdenken oder auch von uns selbst.

00:01:59: Ist das ja immer eine spannende Frage was wäre auf jeden Fall bei uns zu geworden?

00:02:04: Weil es quasi in uns angelegt ist?

00:02:05: Was ist entstanden aus unserer Biografie?

00:02:08: Wir wissen Anlage und Umwelt sind ja quasi miteinander gemeinsam verantwortlich für die Persönlichkeit, die wir ausbilden und zwar auch nicht so als zwei Hälften den nichts miteinander zu tun haben.

00:02:19: Sondern sie bedingen sich ja auch.

00:02:20: also die Anlagen, die mitbringen beeinflussen wie wir in Verbindung mit unserer Umwelt gehen, wie wir Umwelterfahrungen wahrnehmen und verarbeiten und daraus entsteht dann so ein Persönlichkeitsmuster.

00:02:35: Was mir aber sehr oft begegnet, tatsächlich auch im Gespräch mit Erwachsenen ist das Erwachsene oft sehr viel über sich erklären.

00:02:44: Über ihre Geschwisterposition.

00:02:46: Also dass Leute ganz oft sagen ... Ich bin so ein People Pleaser Typical Sandwich-Kind oder ich bin eher der klassen Klauen Nesthickchen halt?

00:02:56: Oder ich war immer erstgeborene halt.

00:02:59: Weißt du was ich meine?

00:03:00: also... Also wie wir uns selbst interpretieren und verstehen sozusagen, ob diese Geschwisterposition eine große Rolle spielt.

00:03:14: Und ist es jetzt so etwas wie Astrologie für dich?

00:03:17: oder ich höre da einen Unterton wo ich mir nicht ganz sicher bin, wie du das so einschänzt?

00:03:24: Weil ich bin zum Beispiel der mittlere ja, ich bin sonst ein Twitch Kind und ich sitze hier auch immer vor dem Podcast.

00:03:33: Muss ich doch so ein Peoplepleaser sein, oder?

00:03:37: Ihr kennst du diese Zuschreibung?

00:03:38: also was man so oft sagt.

00:03:39: Ja voll!

00:03:40: Also ich hab auch so Glaubenssätze.

00:03:42: Ich würde auch sagen, also ich bin der Mittlere... ...ich bin der Vermittelnde.

00:03:46: Der Vermittlende.

00:03:49: Keine Ahnung wo ich das her habe aber irgendwie mit sowas habe ich mich jetzt nicht total unwohl gefühlt ob es jetzt stimmt und meine Schwestern was die dazu sagen würden.

00:03:57: hey ja das sind jetzt alles völlig ganz wichtige andere Fragen.

00:04:02: Ich kenne von mir persönlich diese Zuschreibung.

00:04:06: Also du hast gefragt, ist es so ein bisschen wie Astrologie?

00:04:09: Und das Ding bei Horoskopen ... Gutes Horoscope ja so geschrieben ist, dass sich jeder schon auch sehr wiedererkennt drin und dass man so ein bischen das von sich was man gerne glauben möchte gespiegelt sieht oft in einem Horoscope.

00:04:24: und ein bisschen ähnlich ist das tatsächlich mit diesen Geschwisterrollenzuschreibungen auch also dieses Bild sozusagen zu sagen.

00:04:32: Die Geschwisterrolle prägt die Persönlichkeit, geht vor allem zurück auf Alfred Adler.

00:04:36: Das war so ein Psychotherapeut Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts und der hat zum ersten Mal so formuliert ... Wann wir geboren werden?

00:04:46: Also in der Geburtsreihenfolge.

00:04:47: dass das einen Einfluss darauf hat wie wir sind als Menschen und auch ganzes Leben lang uns prädigt auch wenn wir mit unseren Geschwisters gar nicht mehr unter einem Dach wohnen.

00:04:55: Und da kam dann diese Zuschreibungen her.

00:04:58: erstgeborene sind besonders verantwortungsbewusst, aber auch besonders ehrgeizig und leistungsstark.

00:05:05: Sandwich-Kinder, mittlere Kinder sind oft sehr gut daran sich anzupassen zu adaptieren welche Situationen was er fordert, sind oft vermittelnd Und haben aber auch oft so das Gefühl, sich besonders beweisen zu müssen irgendwie.

00:05:19: Also haben oft so ein Thema mit nicht genug gesehen werden und sind dann manchmal auch gehen wir mal in eine Richtung von Aufmerksamkeits-Heischemd weil sie quasi immer kämpfen mussten um die Aufmerksamkeit ihrer Eltern.

00:05:29: Die jüngsten Kinder, die Nesthäkchen gelten oft als verwöhnt, aber auch als besonders kreativ, freigeistig ... Genau, da gibt es unterschiedliche weitere ... Features, die man denen dann so im Laufe der letzten hundert Jahre Psychologie zugeschrieben hat.

00:05:49: Die wissenschaftliche Evidenz für diese Zusammenhänge zwischen einer geburtenreihen Folge und Persönlichkeitsstruktur sind ausgesprochen dünn.

00:06:00: Es gibt Evidenz dafür, die besagt das Jahr Erstgeborene im Durchschnitt in westlichen Industrienationen oft beruflich am erfolgreichsten sind.

00:06:12: Wenn man berufliche Erfolg sehr klassisch an wer verdient das meiste Geld orientiert und erst geborene ergreifend statistisch gesehen häufig Gut bezahlte und auch gesellschaftlich sehr angesehene Berufe.

00:06:30: Also es gibt überdurchschnittlich viele Erstgeborene unter Ärztinnen und Ärzten, Richterinnen und Richtern Anwältinnen und Anwälten und Spitzenpolitiker innen.

00:06:44: Es gibt tatsächlich umgekehrt zum Beispiel Schauspieler in den Sänger, in den Menschen im Kreativberufen relativ häufig Menschen die nicht erst geboren sind.

00:06:55: Und darüber kann man Theorien anstellen was das auch mit der Geburtenreinfolge oder einfach auch mit Erwartungsdruck zu tun hat dem vielleicht erstgeborene teilweise besonders ausgesetzt sind.

00:07:05: es gibt auch Studien die darauf verweisen dass Erstgeborenen im Schnitt ein ganz leicht erhöhten IQ haben gegenüber Kinder, die später im Familiengefüge geboren sind.

00:07:18: Aber das sind total kleine Werte.

00:07:21: Also ein bis drei IQ-Punkte mehr im Schnitt haben erst Geborene.

00:07:26: Das ist jetzt nicht wirklich signifikant und dann hört es aber eigentlich auch schon auf.

00:07:32: Es ist jetzt nichts so, dass ... Die Forschung zu dem Thema dieser Thesen von Adler und diese Thesen, die wir alle mit uns rumtragen, wahnsinnig stützen!

00:07:45: Okay, dann sind wir ja fertig und können festhalten.

00:07:50: Jetzt kommen wir zur Werbung!

00:07:54: Ich bin natürlich schon, ich weiß nicht wie es euch zuhören denn so ging.

00:07:57: Ich bin da natürlich immer so durchgegangen und gesagt das stimmt bei uns auch nicht.

00:08:04: Es stimmte irgendwie nicht so viel.

00:08:05: aber irgendwie dachte ich schon es kommt zum Schluss doch ein bisschen mehr raus als eventuell angesehene Jobs mit eventuell einem bis drei mehr Punkten IQ.

00:08:15: Das ist jetzt

00:08:16: recht dünne.

00:08:18: Da erlebt man jetzt im Alltag ja schon deutlichere Unterschiede als das.

00:08:23: Vor allem bei sich selbst?

00:08:25: Ja, vor allem weil sie sich selbst.

00:08:27: Genau!

00:08:29: Also ich glaube was wir vielleicht unterscheiden müssen ist die Geschwisterposition... also bin ich als erstes Kind zweites Kind drittes Kind viertes Kind geboren sowas.

00:08:42: und die Frage welche Rolle habe ich im Familiensystem eingenommen?

00:08:47: Das hat ja nicht nur etwas mit der Reihenfolge der Geburten zu tun, sondern auch mit Altersabständen.

00:08:54: Aber z.B.

00:08:54: auch welches Geschlecht habe ich und wie wurde ich in diesem Familiensystem behandelt?

00:08:59: Welche Rolle wurde mir teilweise zugeschrieben, welche Rolle habe ich mir selbst

00:09:03: ausgesucht?".

00:09:04: Und da gibt es schon eine gute Evidenz dafür dass Menschen die beispielsweise im Familiensystem ... die Rolle so bisschen zugewiesen bekommen haben als das dritte Elternteil.

00:09:18: Also du kümmerst dich um die jüngeren Geschwister oder so, dass das sehr viel Einfluss hat auf die Persönlichkeitsentwicklung genauso wie... Eine besondere Nähe zur Mutter oder eine besondere Näh zum Vater, oder eine besonders symbiotische Beziehung zu einem Geschwisterteil und das dritte Geschwisterskind fühlt sich eher ausgeschlossen.

00:09:37: Also es gibt ja so viele Dynamiken in Familien die sich nicht allein über die Geburtsreinfolge erklären und abbilden lassen, ne?

00:09:47: Und wenn Erwachsene zum Beispiel im Rahmen meiner Psychotherapie benennen so was wie ... Wir waren drei Kinder zu Hause.

00:09:54: Da gab's immer viel Konflikte!

00:09:56: Ich war immer das Kind, dass da außen vor war und meine Brüder haben sich gegen mich verbündet oder so.

00:10:02: Dann würde ich kein Psychotherapeut hinstellen und sagen ja aber diese Theorie mit den Geschwisterreinfolgen ist widerlegt.

00:10:09: also weil es dann um individuelle Erfahrungen geht die selbstverständlich prägend sind und die Erfahrungen, die wir als Heranwachsende mit unseren Geschwistern machen so wie welche haben.

00:10:20: Die sind sehr signifikant für unsere Persönlichkeitsentwicklung.

00:10:24: aber diese geschwister Rollen sind weniger in Stein gemeißelt als unsere Geburtsreihenfolge.

00:10:32: also nichts und niemand auf der Welt kann ändern dass du das zweite Kind deiner Eltern bist.

00:10:38: Aber Wie ist dir dann als dieses zweite kind?

00:10:42: Geht, welche Erfahrungen du da machst.

00:10:44: Das hat ja auch viel damit zu tun wie das gesamte Familiengefüge drum herum funktioniert.

00:10:52: Also landet es doch eher wieder bei uns Eltern Wenn die Kinder dann da sind.

00:10:58: das ist sozusagen die eigentliche Frage und nicht wer is wann Wie zuerst oder zuletzt in diese Familie dazugekommen.

00:11:07: genau Ja weil es ja auch einfach Dinge gibt So eine Familiendynamik total prägen können, die viel stärker wirken als die Geburtsreihenfolge.

00:11:17: Also stell dir vor, wächst auf in der Familie mit einem behinderten Geschwisterkind?

00:11:23: Dann kann das Kind jünger sein oder älter sein als du aber viel signifikanter ist vielleicht für dich und deine Entwicklung, dass es überhaupt einfach einen Menschen in deinem Familie gab mit einem besonderen Unterstützungsbedarf so, noch mal anders gucken musstest.

00:11:37: Wie findest du deine Rolle in diesem Gefüge?

00:11:40: Aber natürlich kann es auch eine Rolle spielen, ist dieses Kind jünger oder älter als du!

00:11:46: Es gibt da schon einfach so viele Dinge die Einfluss haben.

00:11:52: Es gibt zum Beispiel auch Hinweise darauf dass Kinder oft sich einfach danach sehnen im Familiensystem indem sie aufwachsen als Individuen gesehen zu werden.

00:12:04: Dafür hilft es oft, so was wie Alleinstellungsmerkmal zu haben.

00:12:08: Du hast vorhin gesagt, du bist mit zwei Schwestern aufgewachsen in der Mitte.

00:12:11: Man sagt ja oft, das Sandwich-Kind kriegt die wenigste Aufmerksamkeit.

00:12:16: Das ist diese alte Theorie, die erst geboren hat und die Eltern erstmal für sich ... Die Nesttäkchen haben quasi am Ende ihre Eltern noch mal nur für sich.

00:12:22: Und die mittleren Kinder sind da ein bisschen ... die, die das nachsehen haben.

00:12:26: Aber es gibt durchaus viele ... Familien in denen man beobachten kann, dass der einzige Sohn oder die einzige Tochter zu sein auch ein gewisses Alleinstellungsmerkmal darstellt.

00:12:37: Was auch eine gewisse Aufmerksamkeit vonseiten der Eltern oft garantiert.

00:12:45: Da könnte was dran sein.

00:12:47: Wirklicherweise!

00:12:48: Völlig in hypothetischen Welten gesprochen weil darum geht es ja nur heute wirklich nicht.

00:12:53: aber ja klar Deswegen sind diese Rollen, finde ich halt so schwierig zu fassen.

00:12:59: Also das geht ja auch bis dahin was du vorhin meintest dieses Zuneigung ist nicht gleich verteilt.

00:13:09: also dass es Lieblingskinder gibt von Eltern so ein bisschen oder aber auch dass es halt Bedürfnisse gibt wie da ist jetzt ein Stillkind nachgerutscht und das bedeutet für dich kind auch wenn Du eigentlich noch sehr klein bist und sehr genauso kuscheln muss Du musst dir Nähe an oder Anaufmerksamkeit organisieren, als du es noch vor kurzem gewohnt warst.

00:13:35: Also wie Kinder sich im Familiensystem erleben und wie sie auch ihre Geschwisterposition und Rolle empfinden hat tatsächlich sehr viel damit zu tun, wir Eltern ihrer Kinder begleiten?

00:13:46: Und ich sag das nicht um sozusagen immer mehr Gewicht auf die Schulter von Eltern zu packen.

00:13:50: aber es ist tatsächlich so dass wir einfach wissen wenn Eltern ihre Kinder z.B.

00:13:58: sehr stark untereinander vergleichen und zu Sowjetbewerben anstacheln, dass das einfach viel macht mit der Geschwister- beziehung aber auch mit dem Selbstwert des einzelnen Kindes.

00:14:06: also wenn man ein kind ist und den wird immer so eine super erfolgreiche große Schwester oder so ein super Toller, großer Bruder vor die Nase gesetzt.

00:14:16: Das heißt immer also der Martin hat ja nie.

00:14:18: und also ... Du arbeitest dich quasi an so einem unerreichbaren Vorbild in deinem eigenen Zuhause ab?

00:14:26: Das hat zum Beispiel ganz, ganz nachteilige Konsequenzen für die Entwicklung des eigenes Selbstwerts weil dann eben Kinder gar nicht die Chance haben, sich als Individuum kennenzulernen.

00:14:39: Und dann quasi immer nur in Abgrenzung oder in Nachahmung oder in ... nach Eifern zum großen Geschwisterkind eben groß werden?

00:14:48: Ist es auch deine Teilantwort auf Konflikte?

00:14:52: Also so die berühmten drei Kinder, die sich die ganze Zeit streiten und prügeln?

00:14:57: Um jetzt mal zu wissen, was ich meine.

00:14:59: Da gibt's

00:15:00: relativ häufig...

00:15:02: Ja bitte

00:15:03: sagt du!

00:15:05: Gibt es da Zusammenhänge mit diesen Rollenzuschreibungen?

00:15:09: Grundsätzlich müssen wir aufpassen, dass wir Geschwister streiten nicht in irgendeiner Weise Pathologisieren.

00:15:14: Es ist sehr normal, dass Kinder sich streiten und da müssen älter nix für falsch gemacht haben.

00:15:18: Dass Kinder sich im Gegenteil streiten, Kinder üben Konflikten ... und Konflikte austragen miteinander.

00:15:24: Aber es gibt schon so Dynamiken, gerade in Familien, in denen Zuwendung und Aufmerksamkeit allkahl gescoot ist, wo Kinder auch untereinander um die Aufmerksamkeit und Liebe der Eltern streiten.

00:15:36: Und das eben auch teilweise mit unterschiedlichen Strategien.

00:15:40: Also man kann natürlich versuchen zu sagen ich bin das lauteste Kind da geht die Aufwärksamkeit hin!

00:15:45: Ich kann aber auch das bravste angepassteste Liebste weil der Mama am allermeisten helfenste Kind sein und dadurch quasi versuchen, meine Kuchenkrummen mir zu sichern.

00:15:57: Das kann dann wiederum von einem Geschwisterkind das vielleicht nicht diese Form von Impulskontrolle aufbringen kann, weil es zum Beispiel noch jünger ist oder ein anderes Temperament hat als total fies erlebt werden.

00:16:09: Wenn mein Bruder nicht immer so super brav wäre, hätte ich vielleicht auch mal eine Chance gut genug zu sein.

00:16:16: Also solche ... Dynamik.

00:16:18: Wieso

00:16:18: hat meine Schwester so eine Superpower, ne?

00:16:20: Ja

00:16:20: ja genau.

00:16:21: und warum setzt sie sich auch gegen mich ein?

00:16:23: also zu gewinnen quasi im Wettkampf.

00:16:27: Und die große Herausforderung für alle Eltern die mehr als ein Kind haben ist tatsächlich damit zu leben dass wir natürlich ein zweites, drittes, viertes Kind nicht gleich begleiten können wie wir damals das erste Planet haben als wir nur einen Kind hatten.

00:16:42: Das ist unmöglich!

00:16:43: Wir können diese Erfahrung des ersten Kindes nicht reproduzieren und das müssen wir auch nicht.

00:16:47: die war ja auch nicht in jeder Hinsicht optimal.

00:16:50: oft haben wir uns da gerade auch erst in dieser Elternrolle reingefunden und die meisten Fehler gemacht.

00:16:55: aber wir müssen im Prinzip versuchen den Weg zu finden Egal wie viele Kinder wir haben, dass jedes einzelne Kind sich gesehen und wertgeschätzt fühlt.

00:17:05: Und das ist im Trubel der Alltagsgestaltung und der unterschiedlichen Bedürfnisse oft gar nicht so leicht.

00:17:12: Und viele Eltern schildern mir durchaus ... häufig ein schlechtes Gewissen haben und tatsächlich besonders häufig auch ein schlechtem Gewissen gegen über ihrem mittleren Kind oder ihren mittlerer Kindern, weil sie quasi in ihrer eigene Selbstwahrnehmung sagen.

00:17:29: Das älteste Kind hatte uns die ersten Jahre, die erste Zeit für sich und hat daraus so ein ganz stabiles Fundament mitgenommen.

00:17:38: das jüngste Kind was dann oft noch ein Baby ist, das kriegt mich quasi ganz automatisch allein schon durch dieses körperliche Versorgen mit Wickeln und Stillen.

00:17:47: Und so da isst man irgendwie nah dran!

00:17:50: Das mittlere Kind muss so bisschen klarkommen.

00:17:53: Das musste ich von Anfang an teilen und jetzt muss es mich schon wiederteilen... Mit dem Kind hab ich definitiv, sagen oft Eltern zu mir am wenigsten exklusiv Zeit verbracht.

00:18:04: Also gerade wenn Geschwister relativ dicht aufeinander geboren werden?

00:18:08: Wenn man nicht so große Altersabstände hat ... Du hast jetzt irgendwie drei Kinder und die sind fünf, zweieinhalb und Baby.

00:18:16: Dann hat das ganz kleine mittlere Kind, dass ja auch erst noch keine drei Jahre alt ist schon wenig Zeit gehabt mal sozusagen exklusiv im Mittelpunkt zu stehen, weil der war ja ein anderes Kleinkind als es auf die Welt kam und jetzt ist schon wieder ein kleines Kind da.

00:18:32: Und das muss quasi schon groß sein obwohl es ja selbst noch klein ist.

00:18:35: Da erlebe ich bei vielen Eltern einfach viele Schuldgefühle zu sagen diesem Kind werde ich vielleicht am wenigsten gerecht?

00:18:46: Gleichzeitig kenne ich relativ viele solche mittleren Kinder also auch jetzt schon älter sind die mir auch oft erzählt haben, ich fand die Rolle eigentlich immer ganz angenehm.

00:18:58: Auf mich war nicht so unglaublich viel Fokus das hat ja auch was sehr Entlastendes.

00:19:02: also auf mir sind einfach auch nicht so viele Erwartungen gelasset.

00:19:07: Ich konnte ein bisschen mehr.

00:19:08: mein Ding machen

00:19:11: Hängt dann auch wieder am Erziehungsstil, der in der Familie herrscht.

00:19:16: Aber es stimmt schon ich war deutlich bei der Familie zu besuchen.

00:19:18: da hatte ich schon das Gefühl, da gab's so ein Sandwich Kind irgendwie und die älteren Kinder hatten nicht so richtig Bock und das kleinere war natürlich mehr im Fokus.

00:19:30: aufgrund seiner unmittelbareren Bedürftigkeit Und in seiner gewissen halbfertigen Halbautonomie Musste das Kind halt dann schon immer gucken, okay.

00:19:43: Wo bleibt denn ich hier?

00:19:44: Und es ist halt ständig irgendwo letztlich auch ein bisschen so angeeckt.

00:19:47: Weil's mit dem Kleinen nicht spielen kann und die Großen haben keinen Bock.

00:19:51: Das fieh' mir so auf.

00:19:54: Aber klar, da auskann ich dich dann auch wieder eine Superpower werden!

00:19:59: Also... Es klang mir jetzt so ein bisschen durch mit der Exklusivzeit.

00:20:04: Da bleib' ich so ein bißchen hängen weil das ist... Ich find', das ist kein leichten Begriff.

00:20:10: Einerseits tun mir schon auch sozusagen die, nennen wir sie jetzt einfach die Erstgeborenen so ein bisschen leicht.

00:20:16: Weil ich kann mir vorstellen dass das natürlich schon ein krasser Schiff ist zu sagen okay Jetzt muss sich teilen So während ja die

00:20:24: anderen das

00:20:25: nicht müssen Die kennt es ja nicht anders.

00:20:28: und Das Ich Nicht Weiß ob exklusiv Zeit Was ist, was wir Eltern leisten können oder auch leisten sozusagen müssen?

00:20:37: Um jetzt ein bewusst provokantes Verb zu verwenden.

00:20:40: Was wir hier eigentlich ja gar nicht so einsetzen.

00:20:43: Also ich kenne jemand der hat sehr viele Geschwister und er erzählte irgendwann mal Er erinnert sich dass er einmal mit seinen Eltern alleine Essen war Und er durfte so viel Spezietrinken wer wollte oder irgendwie sowas und Ich weiß bis heute nicht genau wie ich damit dieser Beschreibung umgehen soll ob das jetzt wirklich etwas besonderes für ihn war.

00:21:01: Ja, also das ist ein total wichtiger Punkt.

00:21:03: Diese Idee von Exklusivzeit ist ein relativ neuer Begriff.

00:21:08: der hat so in den letzten gut zehn Jahren so Traction gewonnen und gerade über diesen sehr erfolgreichen Block Das gewünschte Wunsch in aller Zeiten und deren sehr erfolgreiches Buch auch zum Thema Geschwisterbeziehung Ist dieses Thema exklusives.

00:21:24: Zeit kann helfen Immenser Geschwister einfach sucht zu begegnen und kann sozusagen Kindern dabei auch helfen sich weiterhin als individuum gesehen fühlen.

00:21:35: so ist dann sehr, sehr groß geworden.

00:21:36: Und da steckt natürlich ein wichtiger und wahrer Gedanke dahinter.

00:21:40: es war über viele Jahrzehnte ziemlich normal dass Kinder teilweise auch noch sehr jung, ein Geschwisterkind bekommen haben und wirklich so diese Erfahrung gemacht haben.

00:21:51: quasi ich werde jetzt bei Seite geschoben.

00:21:53: Jetzt ist ihr das Baby da und dann mussten die Kinder damit oft einfach klar kommen.

00:21:57: also da gab es sehr wenig Sprache und sehr wenig Strategien dafür in vielen Familien zu sagen wie geht man mit dem Schmerz von so einem zwei drei vier fünf sechsjährigen Kind um?

00:22:07: nicht mehr das jüngste Kind ist und für das sich ganz viel verändert hat.

00:22:10: Und da wurde dann oft so ein bisschen hilflos gesagt, na ja du bist jetzt halt groß!

00:22:13: So... Da quasi in den letzten zehn Jahren stärker so einen Bewusstsein dafür zu stärken zu sagen ihr freut euch über euer Baby und es dürft ihr auch und es ist was Tolles ab und euer Geschwister Kind das nicht ist, ältere freut sich wahrscheinlich auch.

00:22:30: Aber da sind noch mehr Gefühle in dem Mixen und es ist auch nicht immer leicht großer Bruder oder große Schwester zu werden.

00:22:35: Das muss man auch ein bisschen begleiten.

00:22:36: Da muss man schauen dass das Kind sich nicht ersetzt fühlt und so... Das sind total wichtige Impulse gewesen!

00:22:42: Und auch im Zuge dessen Daran zu erinnern, dass auch sowas wie exklusiv miteinander verbrachte Zeit was wertvolles sein kann.

00:22:50: Dass das entdrohnte Geschwisterkind vielleicht als manchmal noch schön findet mal nur von der Mama oder nur von Papa ins Bett gebracht zu werden oder irgendwie so etwas.

00:22:59: Das ist ja ein wertvoller Hinweis, aber mein Eindruck ist auch in den letzten Jahren ist diese Idee von Exklusivzeit sehr groß.

00:23:08: Sehr machtvoll!

00:23:09: Sehr aufwendig und damit auch sehr Schuldgefühl beladen geworden.

00:23:13: Viele Leute stellen sich unter Exklusive Zeit dann schnell vor so was wie mein Kind und ich müssen mehrere Stunden was miteinander unternehmen und das muss wahnsinnig bindungsförderlich sein.

00:23:23: Wir müssen es auch jede Woche machen, wir müssen das mit jedem Kind machen ganz individuell und sowohl das eine Elternteil als auch das andere Elternteil.

00:23:31: und das Baby darf auf keinen Fall dabei sein sonst gilt es nicht als Exklusivzeit.

00:23:35: Das ist ja etwas, was in den allermeisten Familiensystem überhaupt nicht erfüllbar ist.

00:23:40: Und ich sage selber ganz offen also viele meiner Kinder haben quasi nie Exklusive Zeit nach dieser Definition.

00:23:48: Was es natürlich gibt im Alltag sind so kleine Momente, wo ich mal mit einem Kind allein im Gespräch bin oder im Spiel bin oder erst mit dem Auto irgendwo hinfahre.

00:24:03: Ich versuche mir selbst auch immer bewusst zu machen, dass das auch eine Form von Exklusivzeit ist.

00:24:08: So sagen du und ich trinken jetzt zusammen diese Apfelschorle.

00:24:11: Und danach geht es weiter oder?

00:24:13: Wir sitzen hier gerade im Wartezimmer beim Zahnarzt oder so.

00:24:16: ne also ...

00:24:18: Edeka.

00:24:19: Genau wir sind mal kurz eben zu Edeka gegangen was auch immer.

00:24:22: Und ich habe das in meiner Familie auch immer so hochgehalten zu sagen... Wir verwenden diesen Begriff der Exklusive Zeit nicht sehr.

00:24:29: aber ich sage durchaus manchmal so zu einem meiner Kinder wollen, wir zweimal was zusammen machen.

00:24:34: Also etwas Kleines und da ist aber immer sozusagen die Regel das Baby gilt nicht in dem Sinne also dass baby im Tragentuch ist einfach dabei.

00:24:42: Da kann man den Anspruch stellen sozusagen, dass man das jetzt Zuhause lassen muss und dafür irgendwie extra noch weiß ich nicht Milch abpuppen oder was?

00:24:50: Also dann würde es einfach nicht funktionieren.

00:24:52: Aber auf so eine süße Weise weißt du also wir sagen ja nicht ignorieren, dass das Baby da ist sondern es ist einfach so dieses.

00:24:58: In unserer Familie hat man auch dann Zeit mit Mama allein, wenn man mit Mama und der Baby eikaufen geht oder irgendwo hin.

00:25:08: Das quatscht ja noch nicht dazwischen!

00:25:10: Und ich glaube dass dieser Exklusivzeitanspruch teilweise zu viel Druck macht.

00:25:20: es gibt richtig ... gute Kindheiten komplett ohne Exklusivzeit mit Eltern oder mit extrem seltener exklusives Zeit und alle exklusive Zeit der Welt kann manchmal nicht verhinderten, dass schwierige Dynamiken zwischen Geschwistern entstehen.

00:25:36: Also die Frage ist ja schon auch wie gehen wir mit Kindern um wenn wir mit allen zusammen sind?

00:25:42: Wie handeln wir so eine Situation das wir im Alltag widersprüchliche Bedürfnisse haben, ne?

00:25:50: So ganz klassische Situationen.

00:25:52: Ein Kind will irgendwas spielen das andere will was anderes spielen und wir sind da irgendwie dazwischen Und wie... Wie händeln wir das denn?

00:26:00: Das macht für die Geschwisterbeziehung viel mehr aus als wie wir uns verhalten wenn wir dann gerade mal mit einem kind alleine sind.

00:26:09: Ja

00:26:11: Das heißt für alle, wo sich die zwei vier sechs Kinder gleichzeitig gerade sehr viel in den Haaren haben und ist das jetzt nicht unbedingt der Ratschlag, den du geben würdest.

00:26:25: Es kommt auch sehr einfach auch Familiensystem an.

00:26:28: also was ich schon öfter schon beobachtet habe, dass es jetzt... Ich hab da keine Studie zu, ich kann's einfach nur erzählen!

00:26:33: Ist das grade in Familien, wo Kindern relativ engen Altersabstand haben, also man hat irgendwie drei Kinder unter sechs oder so.

00:26:42: Da passiert es schon relativ häufig, dass insgesamt ziemlich viel Druck auf dem Kessel ist und das einzelne Kind relativ wenige Momente hat wo mal eine erwachsene Person sich konzentriert für dieses Kind Zeit nehmen kann.

00:26:55: Also selbst sowas wie ich lese dir mal ein ganzes Buch von vorne bis hinten durch ohne zwölf tausendmal unterbrochen zu werden Ist schwierig wenn nicht ganz viele kleine kinder gleichzeitig verständlich.

00:27:06: Da kann es schon helfen, wenn das Familiensystem ist hergibt zu schauen.

00:27:11: Kann irgendeine Person... Das muss auch nicht das Elternteil sein!

00:27:14: Es kann doch ein Großelternteil sein oder einen Patenonkel oder eine Freundin oder so, wird ab und zu mal mit einem... Kind aus diesem Geschwister-Geflecht mal was wirklich eins zu eins machen.

00:27:27: Einfach damit dieses Kind auch mal die Erfahrung hat, ich muss quasi nicht permanent so ein bisschen kämpfen und unterbrochen werden!

00:27:34: Und dann muss ich ganz schnell das sagen, was ich sagen wollte weil da kommt schon wieder mein Geschwisters Kind sondern ich kann einfach mal... Wir Zeit lassen mit einer anderen erwachsenen Person.

00:27:43: Und zum Beispiel, also wenn du dir jetzt vorstellst eine Familie mit drei kleinen Kindern und dann gibt es da eine engagierte Großmutter und die nimmt sich mal das eine Kind für zwei Stunden und mal das andere Kind für ne Stunde und macht mal mit dem dritten Kind mal was oder so kann das total wertvoll sein sowohl für die Eltern, die dann tatsächlich auch einfach mal nur zwei Kinder Zwischenzeitlich haben, aber auch für diese Kinder, die dann in solchen Momenten noch mal sich in einer anderen Rolle erleben und mal anders wahrgenommen werden.

00:28:14: Und das macht der Eltern-Kindbeziehung keinen Abbruch, aber kann eben bedeuten ... In diesem Setting bin ich jetzt einfach nur ich und nicht einer von drei.

00:28:24: So!

00:28:25: Das kann schon einen positiven Effekt haben.

00:28:27: Aber nicht jede Familie hat diese Möglichkeit und das ist auch nur dann eine gute Option, wenn die Kinder sich dann wirklich bei so einer zusätzlichen Bindungsperson auch wohlfühlen und nicht quasi so abgeschoben fühlen.

00:28:40: Du bist der Anstrengende!

00:28:41: Du gehst jetzt mal zu Oma.

00:28:42: Also das soll natürlich nicht die Botschaft sein.

00:28:46: Es gibt auch Kinder, die so eng miteinander sind, dass sie sich einfach total vermissen, sobald die nicht zusammen sind.

00:28:51: Also dann die Eltern, die Idee von so einer Exklusivzeit ... Und die Kinder leiden und vermissen ihre Geschwister, wenn sie es nicht zusammen machen können.

00:29:00: Müssten wir auch aufpassen, dass wir nicht unsere Sachen drauflegen.

00:29:04: Ich denke manchmal, ob das nicht so ein Versprechen ist, wenn bei pflegender Eltern schafft oder es gibt einen Neurodivergänzthema oder halt irgendwas wo klar ist, dass die Eltern gezwungen sind sehr viel Fokus auf eins der Kinder zu legen.

00:29:22: Wo's nicht nur am Alter liegt und da wirklich noch ein anderes Thema da ist... da das Wort auch ein bisschen her, dass man dann versucht so irgendwie ... ein bisschen was gut zu machen mit schlechtem Gewissen.

00:29:35: Weißt du?

00:29:36: Ja ja.

00:29:37: Ich glaube schon.

00:29:39: Was ich im Alltag mit unseren Kindern für mich merke ist, was mir wichtiger ist als jetzt Exklusivzeit, ist dieses Aufpassen, dass die Kinder nicht in einer bestimmten Rolle verhaftet.

00:29:53: Wir machen uns alle manchmal Bilder von unseren Kindern und sagen... Der ist besonders hilfsbereit, die ist besonders kreativ.

00:30:00: Der kann das gut und macht das gerne.

00:30:03: Dann reproduzieren wir oft diese Bilder im Sinne von wenn ich jemand brauche der, dann frage ich den.

00:30:09: Weil der hat es schon immer gemacht, jetzt ist so sein Ding!

00:30:12: Und was dabei manchmal passiert ist dass dann die Kinder wirklich ... sich irgendwann in der Schublade wiederfinden, aus der sie eigentlich rausgewachsen sind.

00:30:21: Aber keiner hat's gemerkt.

00:30:23: so und das Bild stagniert so.

00:30:26: also das erlebe ich immer wieder dass Erwachsene mir sagen Für meine Mutter bin Ich immer noch die aufmüpfige Aus der achten klasse und mittlerweile Bin ich six und dreißig aber Das ist irgendwie nicht nie geupdatet worden.

00:30:38: so da hat es irgendwie aufgehört.

00:30:40: Und und das ist wirklich oft sehr sehr schmerzhaft und das kann eben auch in der geschwisterrolle Wenn du immer das kleine süße Nesthickchen warst, dann ist es vielleicht auch mit vierzig irgendwann nicht mehr so witzig.

00:30:51: Du sagst, ach ja der Kleine ... Also du willst ja auch erwachsen werden und ernst genommen werden und so.

00:30:57: Und was ich mit meinen Kindern eben ganz bewusst versuche, ich sage nicht dass ich das immer schaffe aber ich versuch's, ist ein bisschen diesen Stereotypenrollen entgegenzuwirken also nicht automatisch als älteste Kind immer zur Babysitten zu verhaften.

00:31:13: Nicht immer das jüngste Kind als sozusagen das süße kleine Destekchen so zu behandeln, sondern manchmal auch zu sagen dass zweitjüngste kind ist auch noch total süß und klein und braucht jetzt vielleicht gerade diese Aufweksamkeit mehr als das ganz Jüngstekind.

00:31:27: Und weißt du was ich meine?

00:31:29: also bei uns gibt es natürlich auch eine Menge Konstellationen aber Es ist ein bisschen so ein Ding.

00:31:35: Ich hatte mal so ein Tipp gelesen in einem Buch, da ging es um Geschäfte sensibles aufwachsen.

00:31:40: Da ging es darum zu sagen beim nächsten Mal in der Schule für Lehrkräfte, wenn irgendwie Bänke getragen müssen anstatt zu sagen, jetzt brauche ich hier mal fünf starke Kerle einfach sagen.

00:31:50: Jetzt brauch ich mal fünf Mädchen die hier Bock haben mit anzupacken.

00:31:53: So einfach diesen Schiff zu machen nicht das Stereotyp zu bedienen und das ist was, was ich mir so ein bisschen mitgenommen habe für mein eigenes Familienleben hier immer mal wieder nicht diesem allerersten Impuls zu folgen, zu sagen ich will einen Kuchen backen.

00:32:11: Natürlich frage ich da meine kleine Tochter die schon immer gerne gebacken hat ob sie mit backen sondern ich frag vielleicht auch meinen Sohn der vielleicht seit einem Jahr keinen Kuchen gebackene war aber der ist ja gerade mal mit mir in kuchen backt.

00:32:23: weißt du so also so ein bisschen die aus diesen rollen rauszulassen?

00:32:28: und Auch den großen Kindern, die in allen Familien bis die vernünftigeren sein müssen.

00:32:34: Dann manchmal zuzustehen und sagen auch du bist noch jung und darfst ein Spielkind sein oder Quatsch im Kopf haben und keine Lust haben Verantwortung zu übernehmen.

00:32:42: Manchmal kann in einer bestimmten Situation das deutlich jüngere Geschwisterkind mir vielleicht helfen während das größere Kind gerade frei hat.

00:32:50: Das muss nicht immer so sein dass der große dann

00:32:54: hilft?

00:32:55: Die Spülmaschine ausräumt.

00:32:59: Ich finde, so was kann total viel bringen.

00:33:01: Und ich spreche da manchmal auch mit meinen Kindern drüber.

00:33:04: Also altersgerecht natürlich aber so ... Wie fühlst du dich in unserer Familie?

00:33:09: Was ist sozusagen deine Rolle und welche Rolle hättest du gerne?

00:33:12: Mit wem würdest du gern mal tauschen?

00:33:14: Darüber kriegt man manchmal auch Sehnsüchte mit.

00:33:17: Manchmal geht es ja um Dinge wie die große Kann schon Auto fahren oder so.

00:33:22: Ja sorry!

00:33:23: Du hast noch keinen Führerschein.

00:33:25: Aber manchmal geht's eben auch um so... Dinge wie der und er darf im Auto immer neben dir sitzen oder so, wo man denkt ja stimmt warum eigentlich?

00:33:35: das können wir auch mal umdrehen.

00:33:40: Stimmt ich frag mich ja auch wie sich das also wie sich es dann weiterentwickelt.

00:33:47: du hattest jetzt bei den Erwachsenen so gesagt dass man diese Zuschreibung nicht mehr haben will.

00:33:53: als vierzigjähriges Nesthäckchen kann ja immer noch kein Blut sehen oder irgendwie sowas.

00:33:59: Aber ich denke auch drüber nach, wie sich das dann nochmal so in Pubertät und wenn die gerade so junge Erwachsene sind.

00:34:05: Wie sehr sich da so Zuschreibungen zu Rollen halten?

00:34:08: Also das... Ich habe das Gefühl weil gerade in der Pubertäte noch mal so viel dieser Rollen ja verhandelt werden mit also meine, also ich der pubertierende Verhandler mit mir selbst schon mal die ganze Zeit irgendwelche Rollen und mit meinen Eltern und mit meinem ganzen System um mich rum dass man als tatsächliche Eltern oft Krass hinterher hinken kann.

00:34:32: Das ist ein ganz häufiges Thema in der Pubertät, also auch unabhängig von Geschwisterbeziehungen und dass wir manchmal noch so ein bisschen verharren bei einem Bild vom Kind ... Dass schon längst nicht mehr vor uns steht.

00:34:44: Stimmt ja!

00:34:45: Und uns schwer tun damit das dann loszulassen... Wir mögen ja gerne so stringente Geschichten erzählen.

00:34:53: Wir sagen dann oft, dieses Kind war schon mit zwei und daran konnte man das ablesen.

00:34:59: Und jetzt ist es immer noch ... Das kann total süß sein im Kind sozusagen!

00:35:03: Du mochtest schon immer... Das und das.

00:35:07: Aber es kann sich auch manchmal so einengend anfühlen zu sagen, wenn mir immer erzählt wird du warst als musikalische Kind.

00:35:15: Du hast schon bevor du laufen konntest, hast du schon zur Musik mitgewippt und du bist doch meine kleine Tänzerin oder was?

00:35:23: Und dann wächst man damit auf und man erfüllt diese Rolle und man erfüllt die auch mit einem gewissen Stolz.

00:35:28: Dann ist man irgendwann fünfzehn und merkt, das ist gar nicht mehr meins ich will eigentlich aufhören mit tanzen.

00:35:34: Weil man nicht nur das Gefühl hat, ich höre jetzt mit einem Hobby auf.

00:35:37: Ich streif so was ab, mein ganzes Leben erzählt wurde, was meins ist und wo ich auch wahrgenommen hab meine Eltern fanden.

00:35:44: Das vielleicht toll oder haben da bestimmte Dinge damit assoziiert?

00:35:49: Ich merke bei mir selbst manchmal, dass ich dazu neige, Geschichten zu erzählen meinen Kindern, wo ich dann quasi was aus ihrer Babyzeit erzähle ... was so zu ihrem heutigen Ich passt, wo man dann praktisch sagt, du hast schon mit drei Monaten und daran hat man ja.

00:36:06: Und manchmal ist es total süß und macht total Spaß auch zu sagen Ja also klasse stuhl.

00:36:12: aber ich finde man muss dabei mal auch sehr aufpassen dass man solche Geschichten nicht So erzählt.

00:36:18: das Kindesgefühl des war quasi vom ersten Lebensverband.

00:36:23: Das war so oder so werden musste und wenn man ehrlich ist, erinnert man sich dann halt auch immer an das was grad dazu passt weißt du?

00:36:28: Wenn das Kinder in die andere Richtung entwickeln hätte würde man eine andere Geschichte erzählen.

00:36:32: Ich meinte aber schon dass wir meinte schon auch die Geschwister rollen.

00:36:36: also ich mich schon stark erinnern kann dass ich mit fünfzehn-sebzehn keine Ahnung einfach ein ganz anderer Oliver sein wollte Aber es für meine Schwester immer noch der andere oliver war.

00:36:50: und auch so im familiensystem.

00:36:52: also nicht nur sozusagen dass ich jetzt irgendwie ein hobby abstreifen mich verändere sondern das diese ganzen rollen da schon noch mal auch Ganz schön verhandelt werden können dass du deine schwester plötzlich weißt du dass du

00:37:04: ja

00:37:05: Nee, und Distanz oder schon nochmal ganz anders verhandelt werden.

00:37:11: Und das ist auch ganz schön schmerzhaft sein kann unter

00:37:12: der Schwester.

00:37:13: Total!

00:37:13: Also das hat natürlich auch oft was damit zu tun wenn zum Beispiel ein Geschwisterkind auszieht und dann auf einmal das

00:37:19: älteste

00:37:21: Kind nicht mehr das älterste Kind im Zuhause ist es immer noch das Älteste kind im Familiensystem aber...

00:37:26: Oder das jüngere Auszieht.

00:37:28: übrigens

00:37:28: gibt's

00:37:28: ja auch

00:37:29: Ja, genau.

00:37:30: Es ist ja auch nicht immer in der Reihenfolge so.

00:37:32: Gerade wenn mal Geschwister die nahe beieinander sind oder ich hab das öfter mitbekommen in Familien ... Wenn ein jugendliches Kind so einen Auslandsaufenthalt macht und einfach für ein Jahr weg ist!

00:37:41: Und auf einmal ist dieses Sandwich-Kind nicht mehr da sozusagen.

00:37:44: Das ist manchmal auch der Puffer war vielleicht zwischen ältestem und jüngstem Kind oder so?

00:37:49: Oder da waren zwei Kinder und auf einmal isst ein Kind ein Jahr wegg für ein Jahr quasi das einzige Kind im Haus, aber es ist ja trotzdem kein Einzelkind jetzt von seiner gesamten Sozialisation und Geschichte.

00:38:03: Aber es füllt dann irgendwie eine neue Rolle aus.

00:38:05: und wie geht man damit um wenn jemand wieder zurückkommt?

00:38:08: Und der Platz im Familiensystem ist grad gar nicht so frei!

00:38:11: Ja also das sind ganz spannende Dynamiken die da passieren und wenn Eltern und Familien es schaffen für all diese Dynamiken so einen Raum zu halten thematisieren zu können.

00:38:24: Wie fühlt sich das jetzt an?

00:38:25: Man muss nicht immer in eine tiefe Analyse gehen, aber wenn man das benennen kann ... Klar ist es schade, dass meine Schwester ausgezogen ist, der Älteste zu sein, ist schon geil!

00:38:36: Dass man das bedennen darf oder beschämt und sagt, aha... Also was sagt mir das über dein Charakter?

00:38:44: so?

00:38:45: Das kann total wertvoll sein.

00:38:49: Und ähm ... Ich kenne nicht wenige heranwachsende Geschwister, die zum Beispiel auch untereinander ... Weißt du so eine WhatsApp-Gruppe haben in der die Eltern nicht drin sind?

00:39:01: Und die dann praktisch doch mal für sich.

00:39:03: Ja

00:39:04: ja!

00:39:04: Was ist da auf einer ganz neuen Ebene?

00:39:06: sich da so begegnen und organisieren?

00:39:09: Weil gerade bei Heranwachsen irgendwann auch diese Altersabstände immer irrelevanter werden.

00:39:15: also mit siebzehn haben viele Freundeskreise, da sind Leute drin zwischen fünfzehn und ... neunzehn oder zwanzig.

00:39:23: Und die hängen dann alle so miteinander ab?

00:39:25: Dann ist auf einmal halt auch ein kleines Geschwisterkind, das vielleicht zwei Jahre jünger ist oder so, in einem okayen Alter um da dann ... teilen des eigenen Lebens zu sein.

00:39:35: Während man sieben war, war das fünfjährige Kind gefühlt in einer anderen Welt zu Hause oder so.

00:39:41: Das ist auch was, was ich finde ... aus Mutterperspektive jetzt, was ich auch lernen musste zu sagen.

00:39:48: Die ersten Jahre hab ich die Beziehungen meiner Kinder ja sehr eng begleiten und moderieren müssen.

00:39:53: Und ich war bei jedem Streit gefragt zu schauen wie lösen sie das miteinander?

00:39:58: Und dann loszulassen und sozusagen die Geschwisterbeziehung gehören diesen Geschwisters untereinander!

00:40:07: Und natürlich darf ich als Mutter Wünsche haben ... aber wie die sich verstehen, was sie miteinander machen.

00:40:16: Was die nicht miteinander machen?

00:40:17: Wie oft die miteinander telefonieren, schreiben und treffen oder auch nicht ... Das ist deren Ding!

00:40:23: Und das sagt nichts über meine Mutterschaft aus.

00:40:25: Es ist kein Qualitätszeugnis meines Elternseins.

00:40:29: Sondern ich hab hoffentlich einen guten Nährboden gelegt, dass die sich nicht hassen.

00:40:34: Aber alles andere dürfen die jetzt verhandeln.

00:40:38: Dazu kann auch gehören, sich gegenseitig viel Raum zu geben, wenn man davor ... oder wie auch immer gezwungenermaßen unter einem Dach gelefert.

00:40:49: Man hat sich als Geschwister nicht ausgesucht, Geschwisters zu sein.

00:40:54: Das ist schon alles total spannend und da höre ich halt immer wieder von Erwachsene das die es ganz schwer finden wenn Eltern versuchen einen Status quo zu bewahren den es quasi nicht mehr gibt.

00:41:06: also Es war doch immer so dass ihr Weihnachten zusammen Musik gemacht

00:41:10: haben.

00:41:11: Genau, einfach auch so dieses unauffällige Gelegenheiten schaffen weißt du?

00:41:16: Ach!

00:41:17: Du kommst ich hab Tom auch Bescheid gesagt oder so.

00:41:20: Dann ist das auch gerade

00:41:22: hier was eine Überraschung.

00:41:27: Und das ist natürlich dann auch noch mal eine spannende Dynamik.

00:41:30: wenn dann irgendwie Geschwister... vielleicht in paar Beziehungen sind, dann kommen die da noch mit in diese Dynamiken rein.

00:41:37: Also wenn man drei Kinder hat auf einmal vielleicht sechs Leute da am Tisch sitzen, die dann ja auch miteinander aushandeln müssen ihre Beziehung und ich glaube das kann total schön sein.

00:41:49: aber das ist auch nur dann schön wenn man als Eltern annehmen kann dass sich alles wandelt und nicht quasi so der Familie von früher mit den Rollen von früher hinterher trauert quasi.

00:42:06: Nur das eigentlich so aufrechthält, was aber letztes schon gar nicht gibt dir eine neue Realität und ich glaube es ist viel schöner die zu sehen.

00:42:12: Was haben wir jetzt als fünf Jahre später Familie?

00:42:17: Und was haben wir halt auch nicht?

00:42:23: So weit vielleicht von uns, vielleicht mögt ihr uns schreiben an podcastetnora-imlau.de Wie ihr's so hat mit den Geschwisterrollen.

00:42:31: dann freuen wir uns von euch zu hören.

00:42:33: Und damit kommen wir zu den Sponsoren der aktuellen Folge.

00:42:35: und es folgt etwas Werbung.

00:42:45: Akademie, bei der ihr eine Ausbildung machen könnt.

00:42:48: Die euch dazu befähigt, Eltern und ihre Kinder ganzheitlich zu begleiten also immer genau an dem Punkt wo es gerade Probleme gibt oder Herausforderungen in der Familie.

00:42:56: das kann in der Schule sein oder im Kindergarten oder bei Übergangssituationen zum Beispiel wenn ein Geschwisterkind geboren wird oder wenn ein geschwister Kind auszieht oder was auch immer da gerade los ist.

00:43:07: All diese Prozesse können Familien vor Situationen stellen, wo sie sich einen Blick von außen wünschen.

00:43:13: Wo jemand ihnen helfen soll ihren Weg zu finden.

00:43:16: und genau da kommt ihr als KJFC Coach sozusagen ins Spiel Und ihr könnt diese Ausbildung in der Regel komplett online machen.

00:43:28: Je nach Zusammensetzung der Gruppen gibt es manchmal auch einen Präsentstermin, das wird dann aber gemeinsam besprochen mit den Ausbildenden – ob das für euch das Wünsche oder gerade nicht – und bei der KJFC Coaching-Akademie geht's wirklich um Qualität statt Quantität!

00:43:43: Das ist keine Massenausbildung, nicht irgendeinen Onlinekurs wo sich einfach jeder random anmelden kann sondern ihr seid maximal neun Teilnehmerinnen Weil ihr wirklich von euren Lehrcoaches auch ganz intensiv begleitet wird.

00:43:56: Ihr macht ein kostenloses Kennengespräch, bevor ihr euch anmelden könnt!

00:44:00: Ihr lernt die Ausbildenden kennen, stellt eure Fragen, findet gegenseitig raus ob das zusammenpasst was ihr euch von dieser Ausbildung erwartet und dann könnt ihr nach der Ausbildung eine Prüfung ablegen und als KJFC Coaches arbeiten Und ihr seid zusätzlich dann automatisch ein Jahr kostenlos Mitglied im Förderverein Kinder, Jugend und Familien Coaching eV.

00:44:26: Genau der euch eine weitere Vernetzungsmöglichkeit eben auf sehr unkomplizierter Weise bietet.

00:44:32: mit dem Rabatt aller Anfang zehn alle Anfang eins null alles kleingeschrieben erhaltet ihr zehn Prozent rabatt auf die Ausbildungskosten findet alle weiteren Infos auf kjfc-coaching-akademie.de Und natürlich packen wir euch alle Infos und den Code in die Show Notes.

00:44:50: Vielen Dank!

00:45:10: Bislang hat noch nie jemand auf sie aufgepasst, ohne dass ich oder zumindest mein Mann dabei war und auch auf anderen Ebenen wird kaum bis keine Entlastung geboten.

00:45:20: Es gibt Momente in denen ich so am Ende bin, keine Energie mehr übrig ist und ich mich wirklich selbst bemitleide wenn meine Tochter endlich schläft.

00:45:28: Sobald sie wieder wach ist mache ich weiter komme klar und freue mich sogar Zeit mit ihr zu verbringen!

00:45:33: Ich genieße es sehr, ihre Mutter zu sein und merke gleichzeitig dass ich mich nicht wirklich abgrenzen kann.

00:45:39: Dadurch gehe ich regelmäßig über meine Belastungsgrenze hinaus und merken erst wenn das Fass sprichwörtlich überläuft.

00:45:46: Ich bitte aus meiner Sicht oft um Hilfe kommuniziere dass ich gefährlich nah an meiner persönlichen Belastungskränze bin und trotzdem kann ich sobald ich kurz durchgeatmet habe die schönen Momente mit meiner Tochter nicht gehen lassen indem ich sie

00:45:58: abgebe.".

00:45:59: Dann gehe ich lieber mit, wenn mein Mann mit ihr raus will oder meine Mutter zum Spielen vorbeikommt.

00:46:04: Ein Stück weit spielt er sicherlich auch rein dass sich einfach schwer die Kontrolle abgeben kann.

00:46:09: Es ist so verzweckt und ich frage mich wirklich wie ich einen Mittelweg finden kann.

00:46:14: Mir kommt nicht in den Sinn was ich ohne meine Tochter machen könnte das mir Freude bereiten könnte.

00:46:18: Wenn ich mal freie Zeit habe nutze ich sie für Produktives Wie Einkäufe, Haushalt Und fühle mich dann wieder verloren in meiner neuen Rolle weil ich diese neue Version meiner selbst irgendwie noch nicht greifen kann und sie mir vorher auch ganz anders vorgestellt habe.

00:46:32: Wer bin ich, wenn nicht Mama?

00:46:34: Wie lasse ich los und schaffe es endlich auch andere Menschen einzubinden bzw in die Verantwortung zu nehmen um selbst nichts

00:46:41: auszubrennen?".

00:46:42: Ich weiß dass viele Glaubenssätze dahinter stecken Prägungen und auch das Umfeld eine große Rolle spielt aber vielleicht habt ihr ja ein paar entlastende Gedanken dazu.

00:46:52: liebe Grüße

00:46:53: Oh, wow.

00:46:54: Das ist eine berührende

00:46:55: Nachricht.".

00:46:56: Und da bist du natürlich gar nicht allein!

00:47:00: Das ist so ein krasser Prozess.

00:47:02: dieses Mutterwerden und gerade dieser Zeitpunkt rund um den ersten Geburtstag des Ersten Kindes, denen du jetzt ja gerade erlebst das ist was ich bei ganz vielen Menschen erlebe, das ist oft so ein neurelgischer Punkt weil im ersten Jahr ... sind wir als Mütter gerade, wenn wir stillen ja oft wirklich fast symbiotisch mit unseren Kindern so verwachsen.

00:47:23: Und wir haben das Gefühl, wir sind die ganze Zeit um die Rom aber irgendwie müssen wir auch die ganzezeit um sie rum sein und es ist total anstrengend.

00:47:29: Aber es würde sich auch nicht richtig anfühlen über längere Zeit dann auf getrennt zu sein von unserem Kind.

00:47:35: Dann vermisst man das so!

00:47:37: Und dann beginnt so langsam diese Kleinkind-Zeit.

00:47:39: Man merkt wie Dynamik verändert sich ein bisschen eigentlich.

00:47:42: wer jetzt so auch Kindlichen Seite hat die Bereitschaft da, sich auf andere Menschen mehr einzulassen.

00:47:48: Das bedeutet auch ein Loslassen und das ist gar nicht so leicht vor allem wenn man gar nicht mehr richtig weiß wer man eigentlich ist ohne das Kind oder was man machen soll, weil man sich nicht ums Kind kümmert.

00:47:58: Man hat ja seit einem Jahr nichts anderes gemacht!

00:48:03: Das ist total verständlich und ich glaube es sind ganz wichtige Fragen die du da stellst.

00:48:09: Wer bin ich?

00:48:10: Wenn nicht Mama... macht mir Freude, wenn ich gerade nicht mit meinem Kind zusammen bin.

00:48:16: Ich glaube es ist wichtig, dass du da nicht mit Härte dir selbst begegnet, sondern mit so einer ganz großen Sanfteil.

00:48:22: Du bist nicht glücklich, klammerig zu kontrollsüchtig oder was?

00:48:28: Sondern du bist eine Mutter die das alles grad zum ersten Mal macht und da reinwächst!

00:48:34: Und jetzt kommt ne neue Entwicklungsphase und das ist ne Veränderung für dein Kind und für dich.

00:48:41: Manchmal kann es wirklich helfen, nicht so viel auf einmal zu wollen.

00:48:44: Nicht gleich zu sagen jetzt soll meine Schwiegermutter oder meine Mutter mit der kleinen ganzen Nachmittag in den Park gehen und dann muss ich mich erholen und weiß gar nicht was ich machen soll weil ich hatte kaum mal zehn Minuten für mich im letzten Jahr.

00:48:57: Sondern das kann ja durchaus auch ein Anfang sein zu sagen mein Mann oder die Oma oder jemand anderes spielt mit meiner Tochter im Wohnzimmer und ich gebe mir die Erlaubnis im Schlafzimmer für eine halbe Stunde zu lesen, was zu gucken.

00:49:14: Podcasts zu hören ... Handarbeit zu machen.

00:49:18: Irgendwas zu machen!

00:49:19: Was mir Spaß war mit der Freundin zu telefonieren und diesen Produktivitätsgedanken wegzuschieben und zu sagen, gibt es irgendwas in meinem Leben?

00:49:30: Das muss gar nichts Aufwendiges sein.

00:49:33: Was mir immer gute Gefühle gemacht hat, kann ich da so ein bisschen anknüpfen für eine kurze Zeit Kind zu machen.

00:49:42: Und sich da überhaupt erst mal wieder so ranzutasten, was könnte mir denn gut tun?

00:49:47: Und gar nicht den Fokus legen auf dafür?

00:49:50: muss ich von meiner Tochter getrennt sein und mehr den Fokuss darauf zu legen.

00:49:54: Ich darf einen Moment mich rausnehmen für mich ... Meine Tochter ist ja da!

00:49:59: Die ist nicht verreist sondern die ist einfach im Garten oder in einem anderen Zimmer oder vielleicht ist sie sogar im gleichen Zimmer und ich nehme trotzdem einen Momentraum, was für mich zu machen?

00:50:10: Ihr habt ja keine Eile, keinen Druck.

00:50:13: Das klingt jetzt für mich nicht danach als müsstest du sofort deine Tochter irgendwo eingewöhnen.

00:50:17: Weißt du?

00:50:17: Als Gelb ist da irgendwie so ein Plan im Sinne von acht Wochen?

00:50:20: muss die Trennung funktionieren.

00:50:22: Nehmt euch diese Zeit und versucht dich da wieder so'n bisschen anzunähern an Dinge, die dir gut tun und versucht ihr klar zu machen das wenn deine Tochte was mit anderen Menschen macht dass kein Verlust ist von Mama teils dann auch ein Gewinn für sie.

00:50:37: Also ihr Windungsnetz wird größer und bunter, das ist auch was total wertvolles für so einen Kind.

00:50:45: Vielleicht hilft es ein bisschen.

00:50:48: Das wäre schön!

00:50:50: Und damit will ich sagen vielen Dank, das war's schon wieder für heute und wieder bis zum nächsten Mal.

00:50:56: Genau und denkt immer dran.

00:50:57: alle Anfangs manchmal schwer, manchmal leichte aber immer interessant.

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