Aller Anfang: Kannst du mir mal zuhören?
Shownotes
Hörst du zu, um zu antworten oder um zu verstehen? Oliver und Nora sprechen über aktives und abgelenktes Zuhören, Unterbrechungen als Liebessprache und die Frage, wie wir unseren Kindern so zuhören können, dass sie sich uns wirklich gerne anvertrauen.
David Brooks, AI is already changing ... The Atlantic/SZ https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/gesellschaft/ai-is-already-changing-what-it-means-to-be-human-e286988/
STS, Großvater https://www.youtube.com/watch?v=WVxl-EI_utM
Werbung: Diese Folge wird unterstützt von Nina Henning und ihrem Roman "Valerie geht". https://www.fischerverlage.de/buch/nina-henning-valerie-geht-9783758700699
Nina Henning auf Instagram: https://www.instagram.com/nina_henning_autorin/
Transkript anzeigen
00:00:10: Alleranfang ist manchmal schwer, manchmal leichter aber immer interessant.
00:00:15: Und womit fangen wir heute an?
00:00:18: Heute lieber Nora würde ich gern mit dir übers Zuhören sprechen.
00:00:21: Na dann legen wir los!
00:00:23: Diese Folge wird unterstützt von Nina Henning und ihrem Roman Valarí.
00:00:27: geht und mehr erfahrt ihr am Ende dieser Folge.
00:00:30: Hallo Nora
00:00:31: Hi Oliver
00:00:33: Als du mir zuhören vorgeschlagen hast war Sofort dabei und gleichzeitig so ein bisschen hatte ich Schiss oder ich war so n bisschen so.
00:00:41: Puh, ja also... Ich bin mal echt gespannt wo es uns heute so hintreift.
00:00:45: Weil so unterschiedliche Dinge fiel mir ein Und ich weiß wirklich nicht ob ich ein guter Zuhörer bin.
00:00:54: Ja
00:00:54: Also und ich glaube dass Ein guter zuhörer sein das wäre was was ich gern wär.
00:01:01: Das hatten wert.
00:01:03: Ja,
00:01:04: so eine Aspiration
00:01:05: auch ein bisschen.
00:01:06: Das wäre ein schönes Ziel.
00:01:08: Und das wär doch was?
00:01:09: Eigenschaften sowie, keine Ahnung, sanften Mut oder so etwas.
00:01:15: Und was lässt dich zweifeln daran, dass du ein guter Zuhörer wärst?
00:01:23: Einfach gerade wenn man zum Beispiel auf eins deiner Kinder guckt... ...dass ich auch viel Zeit damit gebracht habe zu tun als würde ich zuhören.
00:01:33: Oder Ich glaube ich auch noch jetzt pauschaler gesagt, wir werden es dann ein bisschen aufdrüsseln.
00:01:39: Ich glaube in vielen Situationen meines Lebens einfach nicht gescheit zugehört habe was mir mein gegenüber gesagt hat oder sagen wollte und ich wollt's nicht hören und ich konnts nicht hören.
00:01:52: aber beim kinder ist es oft so kennst du diese wasserschwallartigen rede anfälle wo dir irgendwas ... epischer Länge und Breite zusammengefasst wird.
00:02:05: Boah, da bin ich meistert drin in so...
00:02:09: Ah!
00:02:10: Oh!
00:02:11: Nee weiß nicht, sag du mal.
00:02:16: Eule glaube ich mein Lieblings- Was waren die anderen beiden Optionen?
00:02:19: nochmal?
00:02:20: Nee eule.
00:02:21: Weißt
00:02:21: du?
00:02:21: Ja ja wenn man dich nachher fragen würde was genau wurde dir erzählt könntest du es nicht wieder geben oder so grob das Thema vielleicht?
00:02:30: Ja, das ist echt ein spannendes Thema mit dem Zuhören.
00:02:32: Weil ich glaub es geht ganz vielen Menschen so dass sie sagen Ich wäre gerne eine gute Zuhörerinnen guter zuhörer.
00:02:38: also ich glaube das ist schon wie du sagst in Als wertvoll erachtetes ding sozusagen gut zu hören können.
00:02:46: das will man weil das natürlich auch assoziiert ist mit einer gewissen Empathie fähigkeit einer gewisse geduld auch.
00:02:53: na zugewandheit ne?
00:02:54: Also Das ist ein angenehmes Gegenüber, dass einem zuhört.
00:02:58: Auf den ersten Blick würde man denken, zuhören ist was Super-Simples!
00:03:01: Ich muss nur da sitzen und hören!
00:03:03: Also das ist ja nicht akrobatik oder so... Und gleichzeitig gehört glaube ich gutes Zuhören zu den unterschätztesten Skills.
00:03:13: Weil eben zuhörn tatsächlich auch echtes Zuhören gar nicht so leicht ist weil wir oft dazu neigen wenn uns jemand etwas erzählt abzuschweifen, gedanklich schon wieder ganz woanders zu sein.
00:03:26: Und tatsächlich auch oft eher zuzuhören, umzug reagieren als zuzähren und wirklich zuzahören.
00:03:33: Also das war für mich so ein Schlüsselmoment als Junge Erwachsene dass ich mal in einem Zeitschriftenartikel oder sowas jetzt weiß gar nicht irgendwie ein ganz tiefes Buch oder so diesen Satz gelesen habe.
00:03:44: Ich zitiere es jetzt aus dem Kopf.
00:03:47: Gutes Zuhören ist ein Zuhörn Um zu verstehen Nicht um zu antworten.
00:03:52: Und das fand ich so interessant, weil ich mich selber dabei ertappt hab.
00:03:57: Dass sich oft während mir jemand was erzählt schon über meine Antwort nachdenke und schon in diese Reaktion springe und es mir wahnsinnig schwer fällt einfach nur zuzuhören ohne sofort zu reagieren.
00:04:12: So!
00:04:13: Das fand ich irgendwie interessant zu sagen.
00:04:15: hey manchmal geht's auch einfach nur darum zu verstehen, was mein Gegenüber mir sagt.
00:04:18: Ich muss da nicht immer sofort schon eine Antwort parat haben.
00:04:23: Das war ein wichtiger Satz für mich, weil ich glaube ... dass ich auch gerne eine gute Zuhörerin sein will.
00:04:31: Und mir wurde das schon gespiegelt in verschiedenen Situationen.
00:04:34: Du kannst gut zuhören und so.
00:04:35: Aber ich weiß schon auch, dass es für mich eine Herausforderung ist aus verschiedenen Gründen die ich gern wäre.
00:04:45: Und mir geht es da jetzt gar nicht um irgendeine Selbstabwertung oder so, aber ich kann durchaus beobachten bei mir selber.
00:04:51: Ich bin manchmal ein sehr ungeduldiger Mensch.
00:04:54: Wenn Leute mir nicht schnell genug reden oder nicht präzise genug zum Punkt kommen, schweife ich schnell mal ab.
00:05:00: und ich bin ein Mensch der auch manchmal sehr schnell alle möglichen Bezüge sieht und macht und das ist ja auch eine Qualität.
00:05:09: Das kann manchmal sehr ... wertvoll sein.
00:05:12: Aber manchmal ist es eben auch so, jemand erzählt mir was und ich höre Stichwort und bin schon wieder völlig woanders und springt dann in der Antwort rein.
00:05:18: Ich neige manchmal auch dazu Leute da nicht ausreden zu lassen sondern zu unterbrechen und gleich den nächsten Gedanken zu formulieren.
00:05:24: Nicht weil mich das Thema nicht interessiert sondern weil ich dann ganz on fire bin und selber mich dann gleich einbringen will.
00:05:31: Und manchmal geht mir das so nach Unterhaltung, dass ich dann im Nachhinein denke ... Moment mal.
00:05:36: Da hatte jemand etwas angefangen zu erzählen!
00:05:38: Ich bin voll darauf angesprungen, hab irgendwie auch was dazu gesagt und auf einmal waren wir wo völlig anderes?
00:05:43: Und ich weiß jetzt gar nicht mehr... Was wollte die Person eigentlich zu Ende erzählen?
00:05:48: Da tut mir das total leid.
00:05:50: Und dann fühle ich mich manchmal als ganz schlechter Zuhörerin und gleichzeitig weiß ich auch aus eigener Erfahrung, dass manchmal dieses sehr engagierte Unterhalten ... Man springt von Thema zu Thema und so sich gut anfühlen kann.
00:06:05: Es gibt Situationen wo mir das Wort abgeschnitten wurde, wo ich nicht das Gefühl hatte... Na toll, die Person lässt mich überhaupt nicht ausreden.
00:06:13: Wo ich sehr genau wahrgenommen hab ... Das ist ja auch eine Form von Verbindung und Engagement.
00:06:19: Und ich interessiere mich so für das was du sagst dass ich gar nicht abwarten kann bist du deinen Gedanken zu Ende formuliert hast weil mein Gedanke da so gut dazu passt.
00:06:30: gibt auch nicht nur so die eine Form von gutem Zuhören.
00:06:34: Wir haben da manchmal mal ein Bild vor Augen, weißt du wie?
00:06:36: Von fast einem Therapeut oder einem Seelsorger und einem Geistlichen, der sitzt und sagt jetzt erzählen Sie mal!
00:06:42: Und dann ist man bei sich ganz ruhig in einem fast meditativen Zustand ... Das ist eine Form vom Zuhörner, aber es ist glaube ich nicht die einzige, die es braucht.
00:06:54: Nee,
00:06:55: und auch nicht die alltägliche.
00:06:57: Also im Alltag ist das ja ... gar nicht so oft möglich und so einfach möglich da immer in so eine ruhe zu kommen.
00:07:04: Aber gerade dieses was du sagtest, dieses schnelle einordnen bewerten verstehen wollen.
00:07:11: worum geht es ihr denn jetzt eigentlich?
00:07:13: Wie komme ich zum punkt?
00:07:16: wie löse ich das bei den siebenund vierzig tausend dinge die ich heute noch irgendwie lösen will.
00:07:23: also aber ja man überhört halt oft vieles.
00:07:28: War das eine Beschwerde über den Geschmack des Pausenbrots?
00:07:30: Oder war eigentlich das Thema die Pause langweilig, weißt du.
00:07:34: Das ist ja oft sehr nahe beieinander und dann
00:07:39: ... Ja.
00:07:41: Also ich merke auch, dass Freunden direkt angefangen darüber zu sprechen als wir über Zuhörn gesprochen haben eben auch über diese Vaterrolle von dir, also dieses Zuhören als Vater.
00:07:50: Und ich finde schon auch das Thema Zuhören in der Elternrolle oft noch mal besonders komplex.
00:07:57: Weil wenn sich jetzt zwei Erwachsene treffen egal, ob im beruflichen Setting oder privat.
00:08:02: Und man sitzt sich irgendwo gegenüber und erzählt sich was?
00:08:06: Dann haben die meisten Erwachsenen ja auch gewisse kommunikative Formen gelernt in der Sinne von ich erzähle etwas und dann lasse ich eine Pause und dann antwortet man gegenüber ... Leute können das unterschiedlich gut.
00:08:19: aber so ein bisschen hab ich manchmal das Gefühl wie eine Choreografie, die dann irgendwie einigermaßen klar ist Wie muss ich mich jetzt hier verhalten?
00:08:28: Und ich habe das Gefühl, wenn wir Kinder großziehen die ja auch eben kommunikative Geplogenheiten erst lernen.
00:08:36: Ist das oft noch mal eine ganz andere Herausforderung weil man natürlich einerseits Kindern durchaus also wenn sie nicht mehr so ganz klein sind Auch vielleicht manche Sachen beibringen will.
00:08:46: Also ich hab durchaus auch manchmal schon zu meinen Kindern gesagt Ich freue mich total, wenn du mir erzählst.
00:08:51: Aber du musst mir jetzt nicht jedes Einatmen und Ausatmen detailliert schildern sondern du darfst dich so ein bisschen aufs Wesentliche konzentrieren.
00:08:59: aber gerade wenn Kinder so erzählen finde ich ist da oft eine Herausforderung dass man denkt ich will dir diesen ganzen Raum auch geben ich will zugewandt sein das ich weiß.
00:09:08: es ist auch einen Bindungsmoment und gleichzeitig ist es für mich auch so schwer präsent zu bleiben in der Art und Weise wie Du als Kind das jetzt erzählst, weil da eben noch so viele Dinge die Erwachsene oft automatisch machen.
00:09:21: Auch ein bisschen zu überlegen wie behalte ich die Aufmerksamkeit beides gegenüber?
00:09:27: Und was ist jetzt relevant und was nicht?
00:09:29: halt noch nicht so passiert irgendwie?
00:09:31: Also auch diese Social Clues, die wir ja oft als Erwachsenen sehr intensiv wahrnehmen im Sinne von nehm' ich jetzt zu viel Raum ein, erzähle ich jetzt so viel hört man gegenüber noch zu.
00:09:41: Da sind manchmal Kinder ja auch so ein klein bisschen ... Ich weiß nicht, eher mit sich und ihrer Geschichte beschäftigt als mit ihrem Gegenüber.
00:09:49: Das ist auch manchmal herausfordernd damit umzugehen.
00:09:53: Und ich hab da oft ein inneres Bild von mir so ... Ich möchte die Mutter sein, die sich sämtliche Pokémon-Charaktere interessiert und freudig erklären lässt.
00:10:03: Es scheitert dann krachend an meiner Realität, dass sie manchmal so ... Überreizt, wenn uns ab und zu Themen gibt, wo ich gar keinen Zugang zu hab.
00:10:13: Wo ich das Gefühl hab, entweder ich spiel jetzt hier was oder ich tue so als würde ich zuhören.
00:10:19: Oder ich muss vielleicht auch ehrlich sagen ... Das kann ich nicht noch mehr hören!
00:10:25: Jetzt müssen wir bei was anderes reden?
00:10:27: Vielleicht können wir da kurz bleiben, weil für mich ... Ich find irgendwie beides schief.
00:10:32: also ich habe mir auch schon mehrfach von verschiedenen Marken dann ... Ellen lange aufs unwesentliche, sich fokussierende Zusammenfassungen von irgendwas angehört.
00:10:46: Ja also irgendwie die gesamten sieben Hörspiele von irgendwas von vorne bis hinten durch oder irgendeine Filmnacherzählung Oder auch die ganze Phase ich erzähle einen witz und verkackt die Porente.
00:10:57: und was also dieses Ganze so?
00:10:59: Und ja okay dann sagst du jetzt natürlich hast du vorhin sowieso sinngemäß gesagt das ist ja irgendwie auch muss man erst mal üben wie geht es so?
00:11:10: dass das dazugehört, dass ich mir das jetzt erstmal alles möglichst anhöre.
00:11:17: Und gleichzeitig bin ich aber wenn du sagst ja dann sage ich halt schon mal irgendwie mehr Platz ist dann gleich der Kopf mit deinen Pokémon Karten.
00:11:26: und dann spüre ich schon so einen Widerstand.
00:11:27: denk mir das arme Kind jetzt wäre es doch gleich zur Karte siebenundvierzig gekommen und das wäre die aller aller aller wichtigste.
00:11:35: also bei Pokémon bin ich wirklich komplett unbewundert deswegen keine Ahnung und das wär jetzt vielleicht auch gleich vorbei gewesen.
00:11:42: Also neulich hat meine Frau mal zu meinem Kind gesagt, ja du also jetzt mal hier so.
00:11:47: Dann sagt er das Kind noch ich bin noch nicht fertig.
00:11:53: Und dieses Spannungsfeld auszuhalten zwischen meiner Ohrenbluten und Du hast aber diesen Mitteilungsbedürfnis und da musst Du ja irgendwo hin kind bitte Frau Imlau, lösen Sie es
00:12:07: auf.
00:12:07: Nee also ich verstehe das auch und finde es ganz süß, dass du da gleich so jetzt mitgefühlt mit dem Hinspring springst quasi ne?
00:12:13: Also du kannst dir vorstellen, dass ich jetzt niemanden bin, der dafür plädiert Kindern ständig quasi den Mut zu verbieten und zu sagen interessiert mich nicht was du zu erzählen hast.
00:12:22: Und gleichzeitig merke ich so, dass ist für mich eben in meinem Alltag Ja, immer dieser Balanceakt ist und dass ich eben auch gemerkt habe.
00:12:33: Dass es manchmal für mich respektvoller ist zu sagen du, ich merke grad ... Ich kann dir nicht zuhören!
00:12:38: Das liegt auch gar nicht unbedingt an dir.
00:12:39: Es ist einfach... Ich hab so viel heute schon gehört, das ist so viel los.
00:12:43: Ich brauch mal einen Moment Ruhe und dann können wir gerne heute Abend noch mal weiter sprechen oder ... Oder manchmal versuche ich da Dinge umzulenken und einfach sozusagen ... Du bevor du mir das jetzt alles erzählst kannst du mir die Sachen einfach mal zeigen?
00:12:56: Und dann hab' ich sozusagen einfach eine andere Zugang noch mal zu was.
00:13:00: Also, anstatt dass man alles episch beschreiben muss kann man manchmal auch sagen, komm ich komme mit hoch in der Zimmer und erzeugst du mir das?
00:13:08: Aber klar muss man da sehr vorsichtig vorgehen und klar will man dann nicht Gefühle verletzen und dem Kind vermitteln, das was du mir erzählst ist jetzt egal.
00:13:16: Und gleichzeitig also ich zumindest in meinem Alltag käme nicht klar wenn ich mir selber quasi nicht die Erlaubnis geben würde, ab und zu mal auch einen Redefluss zu stoppen.
00:13:29: Und zu sagen
00:13:30: ... Voll!
00:13:30: Jetzt geht's grad nicht mehr so.
00:13:34: Und lustigerweise machen meine Kinder das aber manchmal auch bei mir.
00:13:38: also dass ich dann von irgendwas ganz engagiert erzähle und dann ab und zumal die Kinder relativ bruscht zwischendurch zu sagen soll man aber das reicht mir.
00:13:44: jetzt ungefähr hab ich auch manchmal erst mal so ein Irritationsmoment, wo du sagst, hallo?
00:13:51: Ich erzähl dir hier gerade was.
00:13:52: Und dann denk ich so ja, ich glaub das ... vielleicht ist das ein bisschen ohne dass es nur darauf zu schieben aber ein bisschen auch so'n Großfamilien-Ding weißt du, es sind so viele Leute die so viele Geschichten erzählt die ganze Zeit wenn man bei uns beim Abendessen sitzt da sind teilweise drei Gespräche gleichzeitig übereinander weg und so.
00:14:13: Es ist wirklich manchmal auch einfach so ein Ding von jeder hat nur begrenzte Kapazitäten, was er gerade aufnehmen kann.
00:14:21: Aber auch in Eins-zu-Eins-Situationen ist es so ein Ding, dass ich auf der einen Seite denke klar, es gehört zum Elternsein auch manchmal dazu, Rollenspiele mitzuspielen, auf die man jetzt grad nicht mega Bock hat oder sich Themen anzuhören, die einem jetzt nicht am Allernechsten sind.
00:14:36: und gleichzeitig finde ich das durchaus legitim zu sagen Jetzt brauche ich grad mal einen Moment Ruhe oder jetzt brauche Und ich glaub, man kann das eben wie immer auf sehr unterschiedliche Weise machen.
00:14:49: Also natürlich nicht dass Kind beschämend oder irgendwie das Thema abwertend oder so.
00:14:55: und gerade bei Norbert Bergenten Kindern ist es halt oft so ein Ding die haben oft so Spezialinteressen, die dann für sie extrem wichtig sind und die ihnen auch so gute Gefühle machen also über ein Thema zu reden, dass sie besonders interessiert.
00:15:08: Das ist ihr Ding!
00:15:10: Und grade zum Beispiel beim Kinder im Autismus-Spektrum ist es manchmal so, dass man das Gefühl hat, man kommt gar nicht so leicht in Verbindung mit ihnen.
00:15:20: Aber dann gibt's so das eine Thema für das sie voll brennen und über das sie stundenlang reden können?
00:15:26: Und dann ist es natürlich auch ne Form von Liebesdienst zu sagen hey ich will mit dir in Verbindungen kommen!
00:15:32: Wenn ich mit dir verbinde komme über dein Spezialthema ...
00:15:36: Traktoren, dann halt Trakturen.
00:15:40: Dann lasse ich mich da auch drauf ein und fokussiere für mich selbst mehr auf diesen Bindungsmoment als darauf, ob Traktoren mein persönliches Spezialthema sind.
00:15:50: Solche Spezialtänen wechseln ja manchmal auch.
00:15:52: Und dann gibt es natürlich auch welche, die einem leichter fallen ... irgendwie einen Zugang zu finden oder so.
00:15:58: Und andere, die's ein bisschen schwerer machen.
00:16:03: Aber also ist schon so, ich hab zum Beispiel eine Freundin, die selber im Autismus-Spektrum ist In letzter Zeit so ein Spezial Thema, für das sie völlig brennt.
00:16:13: Das ist ganz wichtig für Sie und ich selber habe sogar keinen Zugang zu diesem Thema.
00:16:18: Ich finde es wirklich eines der langweiligsten Themen auf der Welt Und das isst dann auch in so einer Freundschaft manchmal echt gar nicht so leicht.
00:16:25: Also auch unter Erwachsenen weil ich möchte immer den Raum geben darüber zu erzählen und ich sitze da und denke so... ...ich liebe es zu sehen wie leidenschaftlich du bist und wie interessiert Alles Inhaltliche geht völlig an mir vorbei.
00:16:39: Ich könnte danach nichts mehr darüber sagen, was ich erzählt bekommen habe.
00:16:42: Obwohl ... Ich versuche zuzuhören!
00:16:45: Aber ich fokussiere mich dann voll auf diese Ebene von, ne?
00:16:48: Wir unterhalten uns jetzt wie schön das ist denn aber ähm ... Zu dem Thema hab' ich keinen Zugang und das ist glaub' ich auch manchmal vergleichbar.
00:16:57: Also wenn wir jetzt uns wieder aus ... Autismus, Spektrums Thema rausbegeben.
00:17:01: Auch generell mit dem was in Familien manchmal passiert also in Freundschaften ist es ja oft so dass man sich auch findet über Themen die man gemeinsam hat und in Familien ist man halt manchmal auch zusammen gewürfelt als Leute mit ganz unterschiedlichen Interessen und muss da trotzdem schauen wie kann man sich gegenseitig zuhören und darüber in Verbindung kommen.
00:17:24: Weil es ist definitiv so, also da gibt's auch Erkenntnisse aus der Bindungsforschung einfach dazu, dass ein ganz wichtiger Bündnungsmarker ist, ein ganz wichtiges Bindlungsmerkmal auch ist, ob Menschen das Gefühl haben, dass ihnen zugehört worden sind.
00:17:39: Also Menschen die unsicher gebunden sind an ihre Eltern oder die eine sehr ambivalente Bild-Bindung haben zu ihren Eltern oder auch anderen Menschen beschreiben oft dieses Gefühl dass man ihnen nicht zugehört hat, dass sie sich nicht verstanden gefühlt haben.
00:17:59: Dass die das Gefühl hatten auch mit ihren Themeninteressen anliegen Nicht wirklich gesehen zu werden, nicht wirklich ernst genommen zu werden Das ihnen mehr erzählt wurde und sozusagen die ganze Zeit mehr belehrt wurden als dass man wirklich mal ihre Perspektive eingenommen hat.
00:18:13: Und deswegen ist Zuhören können schon eine wichtige Eigenschaft gerade wenn man Verantwortung für Kinder und Heranwachsende trägt.
00:18:24: Ja, ohne Frage.
00:18:25: Also da waren jetzt zwei Themen drin.
00:18:27: deswegen das eine dieses belähernde so glaube ich viele Menschen neigen und ich glaube auch oft eigentlich mit guten Absichten schlechte Dinge tun.
00:18:37: ja also okay Ich höre du hast irgendein Thema Und ich will halt schnell dass es dir besser geht oder das das Unangenehme Thema weggeht und dann gebe ich dir halt ganz schnell irgendwelche Tipps.
00:18:46: Du wolltest vielleicht einfach auch nur dein Herz ausschütten.
00:18:48: So ist ja so eine Dynamik die wir sowohl bei Erwachsener als auch mit Kindern haben Und damit eben für mich auch verbunden ist, dieses nicht sofort reagieren.
00:18:58: Sondern erst mal sagen zwischen Aktion und Reaktion ist ja so ein Raum und da könnte man ja eigentlich kurz verharren.
00:19:06: Aber das war für mich eine schwere Lektion.
00:19:09: Das auszuhalten, dass sagt mein kleines Moment nichts passiert!
00:19:13: An dem Knapper kann man sich auch als Lebensaufgabe glaube ich vornehmen.
00:19:16: Ist ja auch immer wieder spannend.
00:19:20: Und wie ist das für dich?
00:19:22: Längst du gleich zu dich nicht klingen.
00:19:23: Das letzte Klischee, ja schwierig.
00:19:28: Also was hier total schön ist, wenn unsere Kinder doch so ganz klein sind und anfangen zu sprechen dann lauschen wir ja so begeistert auf jedes Wort und sind einfach so begeistet davon dass sich das Kind ausdrücken kann.
00:19:40: Dann ist es auch oft so, dass die Kinder noch nicht so richtig aussprechen.
00:19:46: einfach auch sehr aktiv zu, um zu verstehen was die Kinder meinen.
00:19:48: Ach so das willst du mir sagen und helfen dem Kind beim Kommunizieren und hören uns ein in ... Die individuelle Sprache des Kindes ähm... Und bestärken diesen Sprachlernprozess ganz stark durch so positive Reaktionen.
00:20:05: Wir sagen dann auch wenn das Kind jedes Mal aufs Neue sozusagen die gleichen Dinge benennt, sagen wir immer wieder Ja genau!
00:20:11: Das ist die Milch ja das ist die Butter also Das ist was, was dich irgendwann auch so ein bisschen verliert.
00:20:17: Manchmal versuche ich mir bei den älteren Kindern das noch mal in Erinnerung zu rufen.
00:20:22: Also diese Freude über dieses ... Hey ja!
00:20:25: Du kannst nicht ausdrücken und du willst mit mir in Verbindung gehen?
00:20:29: Ich hab mal in Linguistik vor langer Zeit gelernt im Studium, dass es sowas gibt die fatische Kommunikation.
00:20:36: Und fatische kommunikation hatten nicht
00:20:38: ... Sag doch mal wie?
00:20:40: P-H geschrieben.
00:20:41: Fatische Kommunikanion.
00:20:43: Musst du dir nicht werken.
00:20:44: Es geht einfach nur darum, das ist eine Kommunikation die nicht zum Ziel hat, irgendeine bestimmte Information zu transportieren.
00:20:54: Sondern es ist eine kommunikation, die sozusagen allein der Beziehungspflege dient.
00:21:01: also es gibt eben eine Form von Kommunikations Elementen, die dienen einzig und allein sozusagen dem sozialen Schmierstoff.
00:21:10: Und dazu gehören auch diese kleinen Aussagen, die du vorhin so von dir selber zitiert hast.
00:21:14: Ja, sag mal was?
00:21:16: Also das ist ja eher ein Signal im Sinne von ich bin da!
00:21:20: Ich höre dir zu... Das ist sowas, was ich merke.
00:21:25: wenn ich gestresst bin dann fange ich an, in meinem Alltag manchmal sehr effektiv sein zu wollen.
00:21:31: Dann will ich das nicht alles so aufs Wesentliche konzentriert und dann will ich sozusagen kein störendes Beiwerk haben.
00:21:36: Und dann kommt es manchmal vor dass dann so irgendwelche elaborierten Erzählungen oder irgendwas für mich unter Beiwerk abgehäftet werden im Sinne von hast du eine relevante Information für mich?
00:21:47: Oder nicht?
00:21:49: Und dann muss ich mir immer wieder sagen, die Kommunikation in der Familie.
00:21:53: Da geht's vielleicht zu zehn Prozent um relevante Informationen im Sinne von was musst du einkaufen?
00:21:59: Welche Hausaufgabe ... Ganz viel ist Beziehung und Beziehungspflege.
00:22:05: So wie man mit einem anderthalbjährigen Kind sagt ja genau das is ne Katze!
00:22:11: Ist es manchmal einfach auch wieder wichtig sich daran zu erinnern, wenn mein Kind kommt und mir irgendwas erzählt.
00:22:17: Ist das immer erst mal so ein Bindungssignal?
00:22:20: Ich werfe dir einen Ball zu!
00:22:22: Ich will mit dir in Verbindung
00:22:23: sein.".
00:22:24: Manchmal kann man dann auch ... glaub ich, sich selber die Erlaubnis geben, dass etwas über sich drüber laufen zu lassen und gar nicht superaktiv zuzuhören, aber dabei zu sein und das Kind nicht abzuwirken.
00:22:36: Manchmal kan man Themen umlenken oder so.
00:22:40: Manchmal kann man auch schon sagen... Ich würde dir gern zuhören, aber jetzt muss ich noch das und das fertig machen oder ich konzentriere mich gerade auf was anderes.
00:22:49: Aber es ist für mich als Mutter ein wichtiges Ding gewesen, zu verstehen ... Manchmal bin ich so in diesem Tunnel drin, zu denken... ..."Ich will nur relevante Informationen
00:23:03: aufnehmen.".
00:23:03: Und das klingt nicht relevant!
00:23:06: Und mir dann zu sagen, es gibt nichts Relevanteres als die Verbindung zu meinen Kindern innerhalb unserer Familie.
00:23:14: Und ich muss so ein bisschen aus diesem Hasseln rauskommen, weißt du das mir dann quasi so sagt?
00:23:20: Da habe ich jetzt keine Zeit!
00:23:22: So... Das hab' ich auch nicht gemacht als sie so klein waren.
00:23:24: Das ist der Punkt.
00:23:28: Ich meine es schon schiert natürlich ein bisschen mit diesem generellen Aufmerksamkeitsthema und ich kam eins meiner Kinder ins Wohnzimmer und dann konnte ich ihn mir einfach nur so angucken.
00:23:40: Also das Wahrnehmen ist ja noch mehr als zuhören, aber das fällt natürlich in die Kategorie mit rein.
00:23:46: So wow!
00:23:47: Die können sich ausdrücken.
00:23:49: und zum anderen eben dieses ich darf nicht reduzieren wie du im sagst oder so ungefähr sagst auf einem reinen Informationsüberbringer.
00:23:58: Aber klar wenn wir gestresst sind.
00:24:00: Ich hab mal in so einer halbdramatischen Situation auch mein Kind angeplafft.
00:24:05: Jetzt nicht so viel reden, ich brauche jetzt nur die Information.
00:24:08: Es ging vom Bus zum Taxi in den Zug und die ganze Gruppe, sonst verpassen wir den Zug, Schulausflug bla bla bla... Und da musste ich dann einfach wirklich auch so eine Verbal-Axt mal kurz rausholen und sagen, ich brauch jetzt nur Info.
00:24:20: an welchem Gleis stehst du?
00:24:21: Du
00:24:23: kannst mir jetzt nicht alles erzählen, ja.
00:24:25: Ich muss jetzt selber denken können und Informationen ansammeln.
00:24:30: Ich weiß noch das ist total lustig!
00:24:32: Als ich ein Kind war habe ich mit meinen Eltern... also mit meiner Familie sehr sehr ländlich gewohnt und bei uns war es wirklich dann üblich dass die Tür von unserer Wohnung meistens nicht abgeschlossen war sondern die war einfach nur zu.
00:24:47: und wenn meine Eltern sich so ums Haus rum bewegt haben oder sowas war einfach die Wohnungstür offen und die waren halt irgendwo.
00:24:54: Und dann war so üblich, als ich im Grundschulalter war, dass meine Eltern kurz ein Zettel an die Tür gehängt haben, wo dann so was stand wie Bin bei Lise oder sowas.
00:25:03: Dann wusste ich okay, wo die sind?
00:25:05: Das war die Art, wie wir miteinander kommuniziert haben über kleine Sachen.
00:25:10: Also gab ja noch keine Handys und so.
00:25:12: Und da hab ich irgendwann auch angefangen, auch so Zetteln zu schreiben.
00:25:16: Und das war irgendwann mal ... eine Freundin meiner Eltern, da und dann hink er noch so ein Zettel an der Tür von mir.
00:25:26: Und das war so in dieser Vierpapier.
00:25:28: Das war von oben bis unten vollgeschrieben.
00:25:30: Dann stand da halt so was wie ... Hallo Mama und Papa!
00:25:32: Als ich von da-da-da nach Hause kam, wart ihr nicht da?
00:25:35: Dann hab' ich da und da geguckt aber da wart ihr auch nicht.
00:25:37: Ich hab gedacht, ich geh euch mal hier und die suchen.
00:25:40: Aber da hab ich euch auch nicht gefunden.
00:25:41: also habe ich mir einen Abfall genommen mit meinem Vater.
00:25:43: Da hat er so den ganzen Aufsatz geschrieben irgendwie so.
00:25:47: Was ich gemacht hab, wo ich
00:25:48: bin.".
00:25:49: Und dann hat die so total angefangen zu lachen über diesen Zettel.
00:25:52: Ich hab's überhaupt nicht verstanden, weil ich dachte, wir schreiben uns ein Zetteln, wo wir
00:25:57: sind.".
00:25:57: Dann habe ich meine Eltern gefragt und gesagt, warum habt ihr das drüber gelacht?
00:26:00: Dann haben sie gesagt, normalerweise in dieser Haustür-Zettel halt kurz sind.
00:26:05: Normalerweise sind es drei Worte.
00:26:08: Du hast da einen ganzen Text geschrieben, das war lustig!
00:26:11: Und ich weiß noch, dass ich mich in dem Moment fast beschämt gefühlt hab, Zettelkommunikation nicht richtig verstanden.
00:26:19: Ich hab das zu ausführlich gemacht, das war irgendwie nicht richtig und meine Eltern haben gesagt ne, nee Quatsch du kannst da ja auch mehr drauf schreiben.
00:26:26: also das ist ja nicht falsch es ist halt nur selten.
00:26:29: die meisten Erwachsenen versuchen bei solchen Haustür-Zetteln sehr knapp und prägnant zu formulieren Und da ist mir das zum ersten mal bewusst.
00:26:38: begegneter war ich vielleicht sieben würde ich sagen.
00:26:40: so dieses achso.
00:26:42: Erwachsene ist es oft wichtig, dass man auf dem Punkt kommuniziert.
00:26:46: Das war wirklich so eine Erkenntnis.
00:26:48: Die wollen gar nicht immer die ganze Geschichte und das habe ich dann richtig für mich mitgenommen als so ein ... Ach krass!
00:26:55: Ja?
00:26:55: So muss man das machen.
00:26:58: Da muss ich jetzt manchmal daran denken weil ich schon auch im Laufe meines Lebens eben immer wieder gemerkt hab okay Vielen Leuten wird schnell langweilig.
00:27:08: Ich erzähle keine Dinge ausführlich, ich will aber auch niemanden nerven mit elaborierten Geschichten.
00:27:14: Also muss ich lernen mich kurz und prägnant auszudrücken.
00:27:18: Jetzt halte ich ja ganz oft Vorträge und stehe auf irgendwelchen Bühnen und dann sagen die Leute danach, die Leute ganz oft zu mir das so krass wie du auf den Punkt formulierst.
00:27:26: So dieses Bam, bam, bam!
00:27:28: Jeder Satz ein Treffer kein Füllwort, keinen Satz zu viel oder denke ich so?
00:27:32: Ja genau Weil ich will das auch antrainiert habe, weil ich irgendwie für mich dann im Laufe meiner Jugend oder so irgendwie auch so ein Gefühl verbittelt hatte von wegen ... Ich muss so kommunizieren, dass es für meinen Gegenüber angenehm ist zuzuhören und ich will niemanden überwältigen.
00:27:53: Ich will nicht zu ausführlich werden in meine Erzählungen.
00:27:57: Und ich hab schon noch manchmal ... Wie das auch nicht selten ist für Kinder, die gern erzählen.
00:28:04: Auch so Negativ-Rückmeldungen bekommen.
00:28:06: Ich weiß noch, dass ich hinten mal eine Lehrerin hatte, die zu mir relativ brüß gesagt hat ... Wenn du irgendwann tot bist, muss man deinen Mundwerk extra todschlagen?
00:28:14: Na ja, der Spruch, ja.
00:28:16: Blöder Spruch halt.
00:28:17: Ich kannte den bis dahin nicht und ich war echt so Hallo!
00:28:20: Aber es hat mich schon auch ... Verletzt und ich dachte, okay anscheinend rede ich zu viel.
00:28:26: Heute hab ich manchmal so ein bisschen dieses Haar.
00:28:28: Und heute hab ich einen Podcast und darf reden!
00:28:31: Aber es ist schon übrig geblieben bei mir als Kind oder Jugendliche in meinem Heranwachsen ... als kleines Kind erzählt und erzählt, was ich halt wollte.
00:28:41: Und irgendwann gemerkt hab es gibt auch einen zu viel ... Man muss auch auf sein Gegenüber hören oder gucken, dass man Leute nicht überfordert.
00:28:48: Ich bin da heute manchmal noch zwiegespalten wie ich das bewerte weil ich einerseits denke ja ist ein Sozialisationsprozess wichtig das zu lernen und gleichzeitig manchmal denke ich würde mal gerne an diese innere fünfjährige andocken die das alles noch nicht so wusste Und weißt du, einfach erzählt hat oder an die siebenjährige, die so epische Zettel geschrieben hat in dem Gefühl fand.
00:29:10: Das ist halt wichtig dass ich alles erzähle und nicht nur drei Wörter dahin schreibe.
00:29:15: Weißt du was ich meine?
00:29:16: Ja ja klar also das ist weil da kommen wir ja auch voll so in diesen ganzen Bereichen von der heißt es dann soziale Du kennst die Wörter wieder besser dieses also wie man so sozial so eingenordet reguliert wird.
00:29:32: was gehört sich, was gehört nicht.
00:29:33: Was sind die Codes?
00:29:35: Da kommt später geschlecht meistens auch noch eine Rolle all diese Dinge.
00:29:39: Also wer da wie viel von was erzählen und wer muss wie Interesse halschen dann auch zuhören.
00:29:46: Das ist ja ein wahnsinnig kompliziertes Feld.
00:29:52: Ja, sollten wir diesem Kind auf jeden Fall wahrscheinlich noch mal guten Mut zu sprechen.
00:29:56: Aber irgendwo wird's schon gelernt haben ... was sich sozusagen in der Umgebung, in der es sich bewegt halt sozusagen gehört und was halt noch okay ist und wo man aber auch mal sein darf wenn man isst usw.
00:30:11: Und gleichzeitig haben jetzt viel gesprochen über Kinder die so viel erzählen und ein bisschen Wasserfallartig sprechen ne?
00:30:17: Es gibt ja auch Kinder die sehr wortkark sind, die sehr wenig erzählen, wo Eltern sagen ich wünschte!
00:30:22: Mein Kind würde mal mehrere Sätze am Stück sagen und ich erlebe das ganz oft, dass Eltern richtig auch Schuldgefühle haben.
00:30:29: Und sagen was machen wir falsch?
00:30:30: Dass unser Kind so wenig erzählt von sich sind!
00:30:32: Wir für unser Kind nicht die Vertrauenspersonen, warum erfahren wir nix aus dem Kindergarten, nichts aus der
00:30:37: Schule?!
00:30:38: Mir war's gut!
00:30:41: Und da ist es wichtig zu sagen ja... aktiv ist, zuhören.
00:30:45: Manche mal Kindern so eine Brücke bauen mehr erzählen zu wollen.
00:30:48: aber das ist auch echt super stark so eine Persönlichkeitssache und manche Menschen haben ein sehr starkes Bedürfnis danach Verbindung über Kommunikation, weil alle Kommunikationsherzustellen die brauchen das ganz stark.
00:31:00: Das ist so.
00:31:01: ihre Liebessprache ja dass sie was erzählen können und man ihnen zu hört und Rückfragen stellt um mit ihnen ins Gespräch kommt.
00:31:06: und es gibt aber auch nicht wenige Kinder wie Erwachsene, für die die Liebessprache auch so ein bisschen ist.
00:31:12: Ich muss nicht alles erzählen ich darf auch einfach nach Hause kommen und ruhig sein und spielen und ich darf vielleicht über körperliche Nähe oder über gemeinsames Spielen oder über gemeinsam Sport machen oder irgendwas Verbindungen herstellen und ich werde auch nicht so ausgequetscht.
00:31:28: also Für viele Kinder ist das eine extrem unangenehme Situation wenn es dann zuhause So was gibt, was sich für sie wie so ein Verhörer anfühlt.
00:31:38: Was war?
00:31:38: und erzähl noch mal mehr mit wem hast du gespielt?
00:31:42: Das ist dann schnell auch zu viel!
00:31:45: Es gibt natürlich viele Bücher zum Thema, wie kriege ich mein Kind dazu mehr zu erzählen?
00:31:50: Wie kann ich positive Gesprächsanlässe schaffen?
00:31:52: und da sind dann immer so Strategien drin.
00:31:54: Erzähle einfach ein bisschen was über dich selbst.
00:31:56: Also was hast du bei den Tagen gemacht?
00:31:58: Wird dein Kind auch Lust, etwas zu erzäheln?
00:32:00: Manchmal kann das funktionieren aber manchmal muss man glaube ich auch einfach akzeptieren dass zuhörnden Angebot ist.
00:32:08: also ich stelle so einen Raum Bereit und sag hier, wenn du was erzählen willst.
00:32:13: Ich bin
00:32:13: da.".
00:32:14: Und es gehört aber dann auch zu einer tragfähigen Beziehung, dass das Kind sagen kann ... Nein danke!
00:32:19: Also gut, dass der Raum da ist, aber ich will ihn grade nicht nutzen.
00:32:23: Und ich habe das mit meinen Kindern auch erlebt, dass es da eben auch manchmal Phasen gibt gerade in der Pubertät wo sozusagen dieser Raum zum Zuhören bereitsteht und nicht genutzt wird für Monate vielleicht auch für Jahre.
00:32:39: fand ich so wichtig diesen Raum trotzdem, aber ... weißt du?
00:32:42: Offen zu halten.
00:32:44: Also immer und immer wieder nicht zu bedrängen oder zu nerven, wenn du reden willst.
00:32:49: Ich bin da!
00:32:51: Und dann fand ich das spannend, dass manchmal nach Jahren auf einmal wieder so ein Moment von Teenager kommt reingeschlappt, sich aufs Sofa anfängt anzuerzählen irgendwie... passiert, wo man vielleicht gar nicht damit rechnet.
00:33:05: Und gerade mit Teenagern finde ich es dieses Zuhören echt noch mal so eine andere Challenge, weil da geht's dann auch oft darum ... Das war für mich ne wichtige Lernerkenntnis erst einmal zu fragen, willst du einfach nur erzählen oder willst du ein Rat?
00:33:21: Oder willst du ne Lösung für deinen Problem?
00:33:23: also?
00:33:24: Das fragst Du so!
00:33:25: Echt ja?
00:33:27: Also wirklich so bisschen Metacommunikation.
00:33:29: was brauchst du grad?
00:33:31: Und ganz oft sagen die, ich will einfach nur erzählen.
00:33:33: Ich will gar nicht dass du dazu viel sagst, ich willst einfach nur zählen.
00:33:38: Okay ist schwer für mich manchmal weil ich natürlich immer ganz viele Ideen habe aber voll wichtig.
00:33:43: und es gibt ja diese Theorie zum aktiven Zuhaon.
00:33:50: also dieser Begriff wurde geprägt von Karl Rogers.
00:33:53: das ist der Erfinder der klientenzentrierten Gesprächstherapie was einfach so eine spezifische Therapieform ist.
00:34:02: Der hat so Impulse, wie man eben sozusagen zum guten Zuhörer oder zu gutem Zuhöhrerin wird.
00:34:08: Ich glaube, man darf die nicht zu holstädtartig anwenden aber gerade im Gespräch mit meinen Teenagern haben mir diese Impulse echt total geholfen.
00:34:16: also bei Carl Rogers geht es praktisch immer erst mal darum zu sagen wenn ich zuhöre, höre ich zu.
00:34:22: Und ich versuche wirklich mit meinen Gedanken und Gefühlen auch ganz präsent zu sein und nicht irgendwie noch woanders hinabzubiegen so gut es halt geht.
00:34:29: Okay.
00:34:30: Und dann ... bevor ich sozusagen in meine Antwort springe validiere ich erst mal das was ich gehört habe und paraphrasiere das auch manchmal nochmal um quasi zurückzufragen und sagen hab' ich dich richtig verstanden dass so dein Thema ist oder so.
00:34:48: Also man spiegelt quasi nochmal und verständigt sich über eine Schleife extra noch mal drauf, reden wir überselbe ja?
00:34:54: Und dann validiert man das Gefühl dass transportiert wurde und zwar halt auch ein bisschen tastend.
00:35:00: also ich habe den Eindruck das macht dich wütend oder das klingt für mich als wärst du traurig oder kann es sein dass dir das Angst macht oder so ne?
00:35:07: Also und dann ist sozusagen der dritte Schritt dieses möchtest du hören, was ich dazu denke oder darf ich dir erzählen?
00:35:16: Was ich in einer vergleichbaren Situation gemacht habe.
00:35:19: Und wenn ich das so erzähle, merke ich schon dass dann natürlich sehr leicht Leute sagen können ja so würde ich mich auch nicht ernst genommen fühlen als fünfzehnjährige, weil man sagt das ist wie eine Checkliste abklappern aber die Impulse zu sagen... Ich spiegel erst mal worüber reden wir eigentlich, ich validiere die Gefühle dahinter stehen und dann biete ich quasi etwas an was aber auch abgelehnt werden kann.
00:35:41: Das fand ich so als grobe Richtschnur für die Kommunikation, für das aktive Zuhören.
00:35:49: Gerade wenn es auch um schwierige Themen geht oder um Themen wo ich selber der Emotional reagiere wirklich, wirklich hilfreich weil es mich oft davor bewahrt hat gleich zu irgendwelchen Schlussfolgerungen zu springen oder gleich in Sohn.
00:36:00: auf keinen Fall darfst du so zu reagieren.
00:36:05: Und wie immer bei allen Kommunikationsthemen, egal ob wir über eine gewaltfreie Kommunikion nach Rosenberg sprechen oder andere.
00:36:11: Es ist immer wichtig dass natürlich die Kommunikations nicht überlagert wird von so einem Regelwerk und auf einmal redet man als wäre man halt ein wandelnder Ratgeber.
00:36:23: Man muss schon noch authentisch sein aber ich finde tatsächlich gerade wenn man sich mit manchen Sachen schwer tut beim Thema zu hören das ist bei mir durchaus so Ist es manchmal ganz hilfreich, sich einmal klarzumachen?
00:36:38: Was sind so psychologische Prinzipien, die es auch einem gegenüber leichter machen, sich gehört und verstanden zu fühlen.
00:36:45: Und öffnen zu können...
00:36:48: Also ich stimme mit dir wirklich umfassend zu!
00:36:51: Ich hab nur vorhin schon ein bisschen lachen müssen, tut mir leid einfach weil das... Mir geht's da wie dir auch.
00:37:00: Wenn einem das zu präsentiert wird ist es immer fünf prozeits ein bisschen cringe und ich erinnere mich auch an aus dem beruflichen Kontext.
00:37:07: Coachende Sachen wo einem dann auch beigebracht wird also gerade wenn die Gespräche konfliktafter sind dann nochmal validieren und habe ich jetzt und ist jetzt alles auf dem tisch und so weiter.
00:37:20: Und gleichzeitig, bei mir löst es immer so fluchtreflexe aus weil ich mir überdenke du checkst es doch von hier bis sonstwo Weißt du, wenn ich dir jetzt ... Sag mal Nora.
00:37:32: Habe ich dich da richtig verstanden?
00:37:34: Wenn ich dir so käme.
00:37:37: Und es kommt aber ein ganz wichtiges Aber... Wenn man das Prinzip versteht nicht ganz sondern nur so ein bisschen verstanden hat zu sagen Ah!
00:37:48: Ich könnte in einer Idealsituation In der man selten ist weil man meistens ja längst aufgebracht ist Weil der Teenager zwei Stunden zu spät nach Hause gekommen ist Kurz versuchen, innezuhalten und einmal zu fragen ob ich es richtig verstanden habe.
00:38:06: Und du dann merkst wenn du Glück hast was das für ein Gamechanger sein kann in der Kommunikation mit jemandem oder plötzlich gar nicht so viel Dampf bei dir oder auf der anderen Seite entsteht?
00:38:18: Das ist dann schon dann finde ich's schon toll.
00:38:21: also ich möchte wirklich dazu einladen sozusagen den inneren Merkzeugkasten zu erweitern auch sagen, dass das eine Veränderung von Kommunikation ist.
00:38:35: Und das merkt dein Gegenüber immer!
00:38:37: Also du bist in der Beziehung und plötzlich machst du irgendeine Sache anders.
00:38:42: Egal ob du fünfmal deine Putzstatt zweimal oder ob du plötzlich in der Früh immer sagst Schatz wie hast Du geschlafen?
00:38:48: Dann wird dein Gegenber erst mal sagen, was mit dir los?
00:38:50: das hast du noch nie gefragt.
00:38:52: oder jetzt fragst du mich das dauernd.
00:38:53: oder also Irritation gehört glaube ich bei Kommunikationsveränderung oder bei Verhaltensveränderungen immer dazu.
00:39:00: Und das ist was, was ich viel zu spät gecheckt habe.
00:39:03: Das heißt wenn du das erste Mal deinen Teenager-Kind oder deine Partnerin so eine Sache fragst oder dich auch verhältst, werden die wahrscheinlich sich erstmal nicht ernst genommen fühlen weil sie denken, was machst du jetzt da?
00:39:16: Du gehst ja gar nicht hoch und du gehst aber sonst immer hoch.
00:39:21: dosiert, langsam vielleicht auch erst mal im Bäcker üben.
00:39:27: Dann kann das wirklich glaube ich so eine kleine Superpower werden.
00:39:30: Deswegen wollte ich jetzt leider ein bisschen ausruhen und zu sagen, warum ich einerseits weg renne.
00:39:34: innerlich und gleichzeitig mir denke stimmt habe ich genauso erlebt dass sich privat wie beruflich wie zwischen was auch immer draußen menschlich Situationen hatte die hätten sowas von schief gehen können wenn nicht einfach mal gesagt hätte Und geht es jetzt darum?
00:39:50: Ja Und das ist genau das Ding.
00:39:52: Ich finde, mir geht es genauso wie du sagst solche Anleitungen die sind oft so cringe und lustigerweise weißt du?
00:39:58: Du hast jetzt gerade als diese Sätze so paraphrasiert hat dann auch so eine andere Stimme verwendet.
00:40:03: So dieses so bisschen Pseudo süßlich.
00:40:05: Habe ich dich jetzt richtig verstanden dass man dann schnell dazu das ein bisschen lächerlich machen zu wollen oder so eine Distanz zu schaffen zwischen sich und diesen Floskeln.
00:40:20: Praktisch das Wort Rumgejuhlt verwendet.
00:40:23: Weißt du, so sprechen wie Jesper Juhl?
00:40:24: Der hat einen Vater auf dem Elternabend rumgejohlt und ich musste so lachen, weil ich sofort verongerte was sie damit meint!
00:40:32: Super!
00:40:32: Das ist gut.
00:40:33: ja Und...
00:40:35: Ich hab' es auch schon erlebt, dass ich mit meinen Teenagern ... besprochen habe und so reagiert hab.
00:40:42: Und dann wirklich diese Antwort bekommt, man kann das mal aufhören, so pädagogisch zu sein?
00:40:47: Du pädagogisierst hier schon wieder so rum wo man merkt, da ist eine Genervheit über so ein ... Das klingt jetzt grad nicht authentisch für mich.
00:40:55: Deswegen geht es weniger um Floskel oder Listen als eben auch im Prinzip gerade ... Als Schlussfolgerung gehabt, es geht so ein bisschen um die Haltungsveränderungen.
00:41:08: Wenn mein Kind mir was relativ Simples erzählt dann muss ich mich nicht wie eine begriffsstutzige Person hinstellen und sagen sind wir jetzt beide sicher dass wir wirklich über dieses Busticke reden?
00:41:17: Also ja das wäre ja Quatsch aber ab und zu mal gibt's halt wirklich auch Sachen wo es wichtig ist zu sagen worüber reden wir gerade was ist die Ebene?
00:41:26: Und eben auch so dieses kann es sein, dass du wütend bist.
00:41:28: Natürlich kann das einen mega nerven wenn man offensichtlich total wütent ist aber manchmal ist es ja wirklich nicht ganz klar wie ordne ich diese gefühle jetzt ein oder so.
00:41:37: also Es ist was was Fingerspitzengefühl braucht.
00:41:42: Trotzdem habe ich das Gefühl Ja es kann in Anfangspunkt sein um die eigene Kommunikation gerade wenn jemand mal so bisschen festgefahren ist oder so zu überdenken und zu verändern.
00:41:53: Und gleichzeitig hast du völlig recht, solche Veränderungen machen auch immer sofort was mit einer Beziehung und die machen oft einen Irritationsmoment.
00:42:01: Ich finde deswegen muss man total aufpassen, dass man gerade wenn es ums Thema zuhören geht nicht in so extreme Schießt.
00:42:08: Also ich hatte das einmal in der sozialen Situation mit ner Freundin ... Die hat sich sehr intensiv mit dem Thema Kommunikation befasst und hat dann gemerkt, Aufgrund ihrer eigenen Neurodivergenz, sehr dazu neigt Leute kaum ausreden zu lassen immer ganz viel reinzuschießen.
00:42:30: Ganz viele Ideen gleichzeitig zu formulieren und hatte dann so das Gefühl okay ich bin zuviel Ich bin keine gute Zuhörerin Und als Reaktion darauf hat sie dann beschlossen ich sage gar nichts mehr wenn mir jemand was erzählt.
00:42:41: Also, ich bin einfach still.
00:42:42: Ich verbiete mir das
00:42:44: Wort.".
00:42:44: Und dann war das so ein ganz komisches Gefühl, weil du sprichst dann wie in so einem Vaku um.
00:42:49: Du triffst eine Freundin, die sonst immer sehr ... äh, fröhlich und sehr engagiert im Gespräch ist.
00:42:55: Und du erzählst fast ... Auf einmal redest du wie gegen so eine Wand!
00:42:58: Es kommt einfach nicht mal mehr, aha!
00:43:01: Du wirst nur noch angeguckt.
00:43:02: Das hat mich massiv verunsichert.
00:43:05: Also das fühlte sich regelrecht an als hätte ich irgendwas ganz schrecklich falsch gemacht oder so, ne?
00:43:10: Also es fühlten sich fast an wie bestraft werden so.
00:43:13: Dann war er wirklich gesagt, was ist denn los?
00:43:16: Ich hab gedacht vielleicht ist sie krank oder so.
00:43:19: Und dann sagt es sich so, ich probier jetzt ein neues Ding, wo ich Leute ausreden lassen will und nicht so viel Raum einnehmen will.
00:43:25: Und ich sag so bitte macht's nicht!
00:43:27: Das frekt mich total
00:43:29: aus.
00:43:29: Also das gibt gar nichts mehr.
00:43:30: Ja ja, das mach' ich halt.
00:43:32: Und...das war eine Hyperkorrektur ne?
00:43:34: Also dieses Ich merke irgendwas und jetzt mache ich einfach das Gegenteil.
00:43:38: Manchmal ist glaube ich beim Zuhören so ein Graduelles, ne?
00:43:42: So die Vorstellung wie von einem Regler.
00:43:44: Ich fahre vielleicht meine Reaktivität mal um fünf Prozent zurück oder so deutlich hilfreicher als zu sagen, ich versuche jetzt auf einmal das komplette Gegenteil von dem zu sein oder zu machen was sich immer gemacht habe.
00:43:58: Und Remo Lago hat ja in seiner Arbeit viel über Match und Miss-Match gesprochen in Eltern-, Kindbeziehungen und einfach darüber gesprochen dass aufgrund unserer verschiedenen Persönlichkeiten und Temperamente ist es einfach in allen Eltern-, Dinge gibt, wo wir einfach sehr guten Matchen miteinander.
00:44:17: Wo wir irgendwie gut zusammenpassen in unserem Aktivitätslevel oder unseren Interessen und es gibt andere Ebenen in der Eltern-Kindbeziehung mit jedem Kind und mit jedem Elternteil.
00:44:28: Da ist es auch ein bisschen schwerer zusammenzukommen.
00:44:30: da sind wir nicht so schlüsselschlossmäßig dass wir so zusammen passen sondern wir prallen eher aneinander und ich glaube das das auch für das Thema zuhören gelten kann.
00:44:39: das is manchmal so was es Menschen gibt wo einfach die eine Person genauso zuhören kann und die andere genau so erzählen kann, dass es irgendwie für beide voll passt.
00:44:48: Und andere müssen da mehr miteinander ringen im Sinne von du erzählst so wenig!
00:44:53: Du hörst nicht so viel zu wie ich!
00:44:55: Und ich glaube, darin steckt aber auch was ganz Wertvolles, weil uns begegnet ja immer wieder in der Welt ... Auch ein Missmatch, ne?
00:45:02: Dass man halt Leute trifft, die nicht exakt so kommunizieren, wie wir das wollen oder so... groovt sich dann so miteinander ein und ruckelt sich so zurecht.
00:45:14: Ich muss da jetzt noch einen mini kurzen Abstecher machen zum Thema KI, ich hab mich vor kurzem auch so'n Essay gelesen in The Atlantic, das ist so ne amerikanisches Magazin ... Und da hat ein Autor darüber geschrieben, dass er so n bisschen Sorge hat, dass durch die alltägliche Nutzung von Chatbots, also viele Menschen, die im Alltag ihre Themen halt mit ihrer KI diskutieren völlig unrealistische Erwartungen entstehen im Zwischenmenschlichen miteinander, wie ein menschliches Gegenüber zuhören und reagieren soll.
00:45:50: Weil diese Alltags-KI's die man so... irgendwie auf dem Handy haben kann, LGBT oder Claude und so.
00:45:56: Die sind ja alle als sozusagen perfekte Zuhörerprogramme, die sagen nie jetzt kommst du schon wieder mit diesem Thema an oder ich habe gerade keine Ressourcen oder so, sondern die hören quasi immer perfekt zu, reagieren immer freundlich, haben zu allem eine Antwort jederzeit und es geht immer in der Antwort zu hundert Prozent nur um dich.
00:46:11: also die KI bringt nichts In dem Sinne eigenes Eins, die ist praktisch komplett auf dich maßgeschneidert.
00:46:18: Und das kann sich ja sehr gut anfühlen.
00:46:21: Ich hab irgendein Thema und dann ist da quasi so eine Instanz, die fühlt sich Menschen ähnlich an und hat unendliche Geduld, unendlichere Ressourcen.
00:46:30: Es geht die ganze Zeit nur um mich und meine Gefühle braucht nie Raum für sich der es nie irgendwas zu viel.
00:46:36: Dann hat eben dieser Auto darüber geschrieben dass das jetzt manchmal schon bemerkbar macht Toll!
00:46:43: Niemand hört mir so gut zu wie meine KI.
00:46:45: Mein Mann hat irgendwann keinen Bock mehr, mein Kind wird irgendwann müde, meine Mutter legt irgendwann auf.
00:46:50: So ungefähr weiß was ich meine so... Aber mein Chatty hört immer zu.
00:46:55: Der
00:46:55: hört noch zu
00:46:56: und dass eben wir Menschen eine begrenzte Fähigkeit haben überhaupt zu kommunizieren über den tag.
00:47:04: wir haben einfach nur eine gewisse anzahlen stunden und gewisse ressourcen.
00:47:08: Und wenn die immer mehr kommunikation also auch so alltags fragen was soll ich anziehen was soll nicht essen wie soll ich das machen mit so der k?
00:47:14: i diskutieren und dann immer diese freundlichen service bewussten auf mich zentrierten antworten bekommen dass wir dann irgendwann immer weniger lust haben auf sozusagen die friktion die kommunikationsmit Menschen bedeuten können, weil die halt nicht so auf den Punkt und so schnell und nur auf uns zitriert antworten.
00:47:36: Und das war wie gesagt einfach ein Essay.
00:47:38: der war jetzt nicht weltuntergangsmäßig sondern er hat einfach so Fragen gestellt.
00:47:41: Wie verändert das sozusagen unsere Erwartung an Kommunikation?
00:47:45: Wenn uns irgendwann unser Freund Chatty besser versteht als unser Partner oder unsere beste Freundin oder so ... Ich fand es einfach interessant, weil ich das gelesen habe paar Tage jetzt, bevor wir eben diese Folge hier miteinander aufgenommen haben und ich wusste schon dass wir was zuhören sprechen werden.
00:48:01: Und dachte so ja krass.
00:48:05: das ist glaube ich auch so ein Ding beim zwischenmenschlichen Zuhören.
00:48:10: Vielleicht ist gar nicht das Ziel, der perfekte Zuhörer zu sein.
00:48:13: Der dann quasi nur auf das Gegenüber fokussiert ist und wie so ein Chatboard immer die perfekste Antwort hat.
00:48:20: Sondern vielleicht liegt genau die Qualität in zwischenmenschlichen Beziehungen eben auch darin dass wir unperfekte Zuhörer sind.
00:48:27: Dass wir manchmal auch abschweifen, dass wir manchmal auf random anderen Gedanken kommen.
00:48:35: Beziehung entsteht, weil man sein Gegenüber ja auch total gut kennenlernt darüber wie die Person zuhören und manchmal vielleicht auch nicht so gut zuhörn kann.
00:48:43: Weißt du wenn man darüber merkt das ist ein Thema da wird kriege ich dich?
00:48:47: Das ist ein thema das fällt dir vielleicht eher schwer.
00:48:50: Wie grufen wir uns da so miteinander ein?
00:48:57: Ich habe jetzt eine ganz andere Assoziationskette.
00:49:01: Ich weiß nicht, kennst du STS?
00:49:02: Das war so eine Band aus den Achtzigern.
00:49:04: So eine österreichische.
00:49:05: Die haben sich zu Hitz geschrieben und da gibt es ein Lied.
00:49:09: Großvater heißt das... Und das ist dann im österreichischen Dialekt, den ich jetzt nicht versuchen werde nachzumachen.
00:49:15: Da sagt der Großvatar über seine Frau.
00:49:18: Ich mag sie gern!
00:49:19: Ich muss nicht alles was die sagt immer hören.
00:49:23: Der Enkel singt über seinen Großvator, der er verstorben ist.
00:49:25: Das erinnert mich so ein bisschen an das, was du jetzt mit den Chat und Coso sagst.
00:49:35: Dieses Zuhören ist ja auch manchmal nicht alles hören müssen bewerten wollen... ...und auch manchmal bei einer Person Sachen ausblenden können.
00:49:45: also ich habe es über die Jahre immer wieder mal in diese Zeile gedacht oder wenn ich an dem Lied vorbeikam dachte, was für eine Haltung jemand anderen gegenüber aber das kann auch ein Akt von Verbindung oder von Liebe sein zu sagen Ja okay Jetzt hat er halt sein Laberflash oder jetzt fängt sie wieder mit dem Thema an, oder weißt du also?
00:50:07: Das bewusst man auch manchmal so ein bisschen weg hören kann.
00:50:10: Oder einfach das auch mal Leute sein lassen kann.
00:50:15: Ja!
00:50:15: Das viel mir als erstes lustigerweise ein, als der erzählt ist dass die Leute auf die KI einlabern und die KI immer nur sagt oh ja, ja...
00:50:24: Ja, das ist schon ein großes Ding.
00:50:26: In meinem sozialen Umfeld gibt es wirklich viele Menschen, die im Alltag ständig mit ihrer KI im Austausch sind über die Kinder den Alltag und den Job.
00:50:36: Und dann sagen niemand kennt mich eigentlich so gut wie mein Chatty.
00:50:41: Das ist schon ... Ich beobachte das einfach und finde das ganz interessant zu sehen!
00:50:46: Und bin einfach interessiert daran, wie das vielleicht auch Kommunikations- Gewohnheiten verändert.
00:50:52: Ich hatte da auch vor Kurzem eben drüber gelesen, dass es schon nicht wenige Kinder und Jugendliche gibt um das noch mal dahin zurückzuführen die tatsächlich angeben in Untersuchungen also ungefähr die Hälfte aller Kinder und Junglichen in Untersuchtung mit auf ihrem Smartphone eben auch über persönliche Dinge zu sprechen, also über Freundschaften, Liebeskommerschulprobleme so.
00:51:14: Und oft auch diese Aussage dann von Kindern und Jugendlichen zugestimmt wird.
00:51:17: ich kann mit der KI über Dinge reden, über die ich mit meinen Eltern nicht reden kann.
00:51:22: Das ist zum Beispiel was als ich das so gelesen habe hab ich so gebergt Challenge accepted dass ich so dachte Ich werde meine Kinder nicht davon abhalten können, auch natürlich mit KI-Erfahrungen zu machen und da irgendwie sehen.
00:51:36: Wofür ist das nützlich?
00:51:38: Aber ich möchte nicht, dass meine Kinder irgendwann so sagen ... Darüber kann ich mit Mama oder mit Papa nicht reden.
00:51:46: Das muss sich mit meinem Chatbot besprechen.
00:51:49: Ich weiß nicht ob mir das gelingt aber ich möchte da gerne so einen Raum halten.
00:51:54: Weißt du?
00:51:55: Ja Nora!
00:51:57: Ich find jetzt machst du aber schon ganz schön breites Ding auf.
00:51:59: Also sozusagen, so zwischen ... mich juckt's am Hintern das will ich nicht mit Mama besprechen.
00:52:09: Aber vielleicht mit meinem Kumpel-Kinder haben ja Gott sei Dank nicht nur die Wahl zwischen Mama und Papa oder der KI, sondern es gibt ja noch tausend andere Ansprechpersonen.
00:52:17: Nein!
00:52:18: Nee, die sollen unbedingt mit ihren Freundensachen besprechen, die sie mit uns nicht besprechen oder mit irgendwelchen anderen Vertrauensmenschen.
00:52:25: Ich will einfach nur dass...
00:52:29: dass es Menschen sind.
00:52:32: Ich wiederum laufe ja manchmal so wenn ich in der Stadt unterwegs bin, dann summe ich inzwischen manchmal ganz ganz leise vor mich hin weil ich bin schon so jemand ich höre glaube ich ganz gut und ich versuche da manchmal auch nicht alles zu hören um einfach nicht so viel input zu haben weil ich da ja dann immer du gehst ja immer in so mikrobeziehungen Worüber reden die gerade?
00:52:56: Oh Mensch, was ist das?
00:52:57: Ja ja du fühlst dann mithilft vielleicht bei irgendeinem Sprachfetzen oder beschäftigt dich das.
00:53:01: Oder
00:53:01: ich krieg mit den Nachbarinnen, dann bewertigte es wieder, dann sortiere ich das wieder irgendwie so ein und dann merke ich manchmal dass es nicht echt auch da ganz gut ist.
00:53:08: Manchmal einfach so...
00:53:11: Absolut.
00:53:13: Aber sehr leise, ja?
00:53:15: Ich versuche irgendwie so ein bisschen bei mir zu bleiben.
00:53:19: Aber voll gut!
00:53:20: Und das ist vielleicht auch noch so'n Abschluss.
00:53:21: Das ist auch was, was mir beim Thema Zuhören noch so eingefallen is'.
00:53:26: Es gibt ja Kinder und Jugendliche oft sind es Mädchen nicht immer denen auch so attestiert wird als Kinder- und Jugendlichen dass sie so sehr gut zuhören können Was ja eine sehr positiv bewertete Eigenschaft ist.
00:53:39: Und was ich manchmal erlebe bei so Vorträgen, oder so ... Ist das Eltern mir dann auch relativ stolz erzählen?
00:53:45: Dass ihre oft heranwachsenden Kinder so ausgesprochen gute Zuhörer werden und die wären auch schon reif für ihr Alter.
00:53:54: Man kann mit denen wirklich toll reden wie mit Erwachsenen und man kann ihnen alles erzählen.
00:53:58: Dann gibt's da eben wirklich immer wieder in Eltern-Kind-Beziehungen so Dynamiken dass dann gerade Eltern, die von irgendeinem Thema sehr belastet sind oder so.
00:54:08: Und dann einen sehr empathischen dreizehnjährigen da am Küchentisch haben, der ganz toll zuhören kann.
00:54:13: Dann eben sich auch eingeladen fühlen, diesem Kind ... Ganz viel zu erzählen und aufzuladen.
00:54:19: Es gibt einfach Kinder, die als soziale Strategie um ihre Eltern auch zu stabilisieren und zu unterstützen gelernt haben, ich kann das Kind sein, dass gut zuhörn kann?
00:54:32: Ich kann das kind sein, aufnehmen und absorbieren kann.
00:54:38: Es gibt Kinder, die ziehen sich dann so eine Rolle an wie ein Hilfstherapeut.
00:54:45: im Sinne von mir kannst du alles sagen, bei mir ist alles sicher.
00:54:48: Und das ist einfach was ich noch mal kurz in Erinnerung rufen möchte dass man da einfach aufpassen muss, dass man gerade Kinder gut zuhören können, die sehr empathisch sind, die offen sind, wie du es grade beschreibst auch Dinge zu absorbieren nicht in so eine erwachsenen Rolle reinholt, in die sie einfach noch nicht gehören.
00:55:08: Also auch wenn ein dreizehnjähriger gut zuhören kann oder eine fünftzehnjährige schon sehr reif für ihr Alter ist sind die nicht den richtigen Ansprechpartnern für Eheprobleme Ängste um die eigenen Eltern Lebenskrisen wirkliche depressive Thematiken, was auch immer so.
00:55:33: Also natürlich kann ich kommunizieren und sagen Ich habe dieses und jedes Thema gerade auf dem Schirm oder das belastet mich oder ich bin traurig dass der Opa gestorben ist.
00:55:42: also völlig klar.
00:55:43: Aber aber manchmal kann so ein sehr gut zuhören können des kind eben auch so ein Sehr attraktiver Ort sein, wo ich quasi so alles abladen kann.
00:55:55: Und das kann eben auch schnell zu einer Überforderung von Kindern und Jugendlichen führen.
00:55:59: Das finde ich einfach auch wichtig in der Eltern-Kindbeziehung gerade mit heranwachsen immer noch mal ein bisschen zu reflektieren und zu sagen klar unsere Kinder werden älter und irgendwann wenn wir erwachsen sind dann sind wieder auf Augenhöhe und dann verliert sich diese Dynamik.
00:56:13: und dann kann ich natürlich als vierzigjährige Tochter meiner Mutter bei manchen Themen zuhören oder so.
00:56:21: Aber wenn, solange da noch eine Eltern-Kindbeziehung im Sinne von wir tragen Verantwortung für ein heranwachsendes Wesen besteht, müssen wir echt aufpassen, dass sich diese Dynamik nicht umdreht.
00:56:35: Da ist es sozusagen unser Job als Erwachsene, sag ich mal ... alles anhören zu können und auch den Raum haben für das ganze Chaos im Leben unseres Kindes oder unserer Kinder.
00:56:46: Aber unsere Kinder haben nicht die Aufgabe umgekehrt, den Raum zu halten für das Chaos in unserem Leben sondern dafür brauchen wir Erwachsene gegenüber ob das dann in privaten Beziehungen ist oder in einem therapeutischen Setting.
00:56:58: aber da sollten wir auch echt ein bisschen aufpassen.
00:57:01: dass wir sozusagen die Zuhörfähigkeit unserer Kinder und Jugendlichen nicht überstrapazieren
00:57:09: gilt auch, glaube ich für die Erwachsenenbeziehungen.
00:57:11: Natürlich ist es da ganz anders dann und andere Dynamiken und so.
00:57:14: aber sozusagen auch als erwachsener Sohn, als erwachsener Tochter gibt's Themen, da kann ich den Eltern gut trotzdem sagen ne du danke bin nicht der falsche Ansprechpartner, die falsche Anspielpartnerin so ja einfach aufgrund der Rolle des Kindes.
00:57:33: Auch wenn man inzwischen da Erwachsene miteinander sprechen finde ich gibts da trotzdem Auch ein paar feine Linien, aber das ist vielleicht auch nochmal ein anderes
00:57:43: Thema.
00:57:45: Okay dann wenn ihr wollt dass wir euch zuhören schreibt uns immer gerne an podcastetnora-imlau.de und damit kommen wir zur Sponsoren der aktuellen Folge.
00:57:58: und es folgt etwas Werbung.
00:58:00: Heute Nora reden wir ja über die Sponsore Nina Henning Aber du kennst sie besser unter ihrem echten Namen und sie hat einen Roman geschrieben.
00:58:08: Das ist auch Premiere hier im Podcast, dass wir einen Buch bewerben.
00:58:12: Ja, genau.
00:58:13: Also hinter dem offenen Pseudonym Nina Henning verbirgt sich die Pädagogin Inko Hummel – die vielleicht vielen von euch schon ein Begriff ist jetzt schon ganz, ganz viele erfolgreiche Ratgeber geschrieben und hat auch mehrere Kinderbücher geschrieben.
00:58:29: und nun also hat sie ihren ersten Roman für Erwachsene vorgelegt.
00:58:33: Valerie Gelt heißt.
00:58:34: er ist erschienen im Fischerverlag und das ist wirklich ein cooles Buch dass ich euch sehr ans Herz lege.
00:58:42: Inge erzählt darin die Geschichte einer alleinerziehenden Mutter, Valerie.
00:58:47: Und die Geschichte beginnt ganz banal damit dass Valerie den Bus verpasst hat und sich da dessen entschließt zum Kindergarten ihres Sohnes zu gehen also zu Fuß zu gehen das wegen Valerie geht und wir gehen quasi mit ihr im Zuge dieses Romans und sie reflektiert in diesem Roman ganz viele Themen.
00:59:11: Man merkt, dass sie ein Gehirn hat das sehr gerne von Gedanke zu Gedankel zu Gedankel springt und wir folgen quasi so diesen Assoziationsketten.
00:59:19: und sie reflektiert ihre eigene Lebensgeschichte und ihre eigene psychische Konstitutionen und Persönlichkeit und ist dabei sehr stark beeinflusst von allen möglichen Inhalten die sie auf Instagram konsumiert hat.
00:59:34: also sie ist sehr gerne viel auf Insta und folgt allen möglich Psychologie-Accounts, Elternaccounts.
00:59:41: Und hat sich dann ganz viel so Wissen und Halbwissen und ein bisschen Poppsychologie oder richtige Psychologie so angeeignet und überlegt die ganze Zeit auf diesem Weg ... Was mit ihr los sein könnte?
00:59:52: Warum ihr manche Sachen schwerfallen
00:59:54: usw.?
00:59:55: Ich finde das ist so klarer gemacht weil ... Dieses Thema kennen sehr viele Menschen, die in sozialen Medien unterwegs sind.
01:00:02: Dass man sich informieren kann und viel lernen kann.
01:00:05: Aber dass man manchmal auch in so ein Strudel kommt aus ... Ich hab von einer Million Diagnosen gehört und irgendwie fühlt sich alles passend an.
01:00:12: Keine Ahnung, ob ich das wirklich habe!
01:00:14: Aber... Ich erkenne mich schon wieder im Content-Creatorin X. Die ist schon ähnlich wie ich.
01:00:20: Wenn die jetzt das hat, hab ich das vielleicht auch.
01:00:22: Und vielleicht hat mein Kind auch was?
01:00:23: Ähm, sie skizziert da sehr ... lustig, manchmal auch sehr bissig.
01:00:29: Diese Sehnsucht vielleicht von uns Eltern heute für viele Dinge in Label und Erklärung und Namen zu haben?
01:00:36: Und sie macht sich überhaupt nicht lustig darüber dass es Diagnosen gibt.
01:00:40: und die Sehmsucht nach Diagnostik und Diagnostic Prozessen ist kein Buch das sagt lasst euch nicht diagnostiziert wenn ihr euch irgendwelche Sorgen macht aber es ist ein buch das sehr stark so dieses Schlaglicht darauf wirft.
01:00:51: was können diese sozialen Medien Manchmal auch mit uns machen gerade in der Situation, wo wir eher einsam sind, wenig Rückmeldung und Aushorsch im echten Leben haben.
01:01:03: Und uns dann so ein bisschen in diesen Algorithmen verlieren.
01:01:08: Voll gut!
01:01:09: Ja, so würde ich es beschreiben.
01:01:12: Das ist eine lohnende Lektüre.
01:01:15: Ein Buch für den Herbst für euch.
01:01:16: Das Buch erscheint dem Esfischer Verlag nicht so dick.
01:01:19: Zwarhundertgut zwanzig Seiten kostet zwanzich Euro... überall bestellbar, wo es Bücher gibt.
01:01:24: Gerne in eurer lokalen Buchhandlung!
01:01:26: Es gibt's auch als Hörbuch.
01:01:27: also für alle die hier ja lieber unter den Hörenden sind ihr könnt direkt nach aller Anfang weiter machen mit Valérie Geht von Nina Henning.
01:01:37: Den Link zu Nina Hennings Insta und dem Link zur Verlags Website mit allen Infos über das buch Valerie Geht pack ich euch in die Show Notes Und vielen Dank dafür.
01:01:48: und damit kommen wir noch zu unserem Postfach.
01:01:52: Da wollte ich dir nur eine Mail von Sheila vorlesen zur verkürzten Kindheitfolge, hallo ihr zwei.
01:01:57: Eine Nachfrage zur spannenden und inhaltlich wertvollen Folge über die verkürzte Kindheit.
01:02:02: Wie seht Ihr denn dann die Option eine Klasse zu überspringen?
01:02:05: Würdet Ihr das dazu zählen oder zählt auch das?
01:02:09: Inhaltliche Schule darf auch herausfordernd sein und nicht langweilig.
01:02:12: Wenn drumherum also die Kindheit nicht so arg verkürzt wird dann passt es.
01:02:17: Gewisse Rahmenbedingungen sind natürlich trotzdem ein Jahr früher früher mehr Unterricht, mehr Lernzeiten.
01:02:23: Ein Jahr weniger Grundschule der generelle Kontakt mit älteren und so weiter würde mich im Nachgang interessieren.
01:02:28: liebe
01:02:29: Grüße.".
01:02:33: Wie ja die Verkürzung der Kindheit kritisieren.
01:02:39: Dann geht es nie darum, Kinder quasi klein zu halten.
01:02:42: und wenn ich ein achtjähriges Kind habe das sich mega krass für Vulkan interessiert und da Bücher für Erwachsene lesen will und die dann auch versteht und interessant findet dann würde ich nie sagen nein verbietet dass dein Kind ist erst ach so.
01:02:55: also Es ist ja total wertvoll dass Kinder sich in unterschiedlichem Tempo auf unterschiedliche Dinge interessieren und Ich würde nie die Interesse eines kindes ausbremsen und das gilt auch für Interesse an schulischen Themen.
01:03:06: Es gibt definitiv Kinder, da kenne ich auch Kinder persönlich die vielleicht aufgrund von der Hochbegabung in der Schule sitzen und sich einfach die ganze Zeit nur langweilen.
01:03:18: Und das kann wirklich quälen sein!
01:03:19: Das ist keine konstruktive Langeweile, das ist eine Langeweile, die fast wehtut und die dann auch teilweise bei Kindern dazu führt dass sie sich auch sozial schwer tun oder wenig wohlfühle diesem gesamten Setting.
01:03:30: und es kann absolut gute Gründe geben diesen Kindern Entlastung zu verschaffen, indem man sie in der Klasse überspringen lässt.
01:03:37: Und das kann einen Leidensdruck lindern und das kann dazu führen, dass dann eben Kinder- und Jugendliche eine für Sie angemessene herausforderndere Lernunggebung haben.
01:03:47: Das kann sehr günstig sein!
01:03:50: Gleichzeitig, du hast es selber schon angesprochen, geht das überspringing ihnen manchmal auch im Sozialen damit einherne?
01:03:55: Man ist dann eben in einem Klassenverband mit Älteren.
01:03:57: die haben dann auch wieder andere Themen außerhalb der Schule also... Partys und vielleicht Liebesbeziehungen.
01:04:04: Solche Themen, die sind halt auch früher dran, sag ich mal so im sozialen Umfeld.
01:04:08: Und also muss man einfach gut individuell abwägen wie geht's meinem Kind damit?
01:04:14: Wie können und wollen wir als Eltern da vielleicht auch einen Ausgleich schaffen jenseits der Schule das dann trotzdem noch eine kindliche Seite ein bisschen gepflegt werden darf?
01:04:22: will das Kind das überhaupt oder ist es in allen Bereichen schon eher so ein bisschen weiter?
01:04:29: Ich würde nie sagen, da gibt's eine pauschale Antwort.
01:04:32: Ich bin gegen oder fürs Überspringen.
01:04:34: Ich kenne auch im Kontext von Hochbegabung Kinder die übersprungen haben und denen es damit sehr gut ging.
01:04:40: Ich kenn ne Kinder, die nicht übersprugen haben wo dann die Familien andere Wege gefunden haben über Instrumentalunterricht und alle möglichen Extraprogramme, Enrichment das Leben für ihre Kinder trotzdem spannend und herausforderungsreich zu halten.
01:04:54: Und ich habe in einzelnen Fällen auch schon mitbekommen dass Kinder eine Klasse übersprungen haben.
01:05:00: Und es dann irgendwann später in ihrem Leben auch ein bisschen bereut haben, weil dann manche sozialen Sachen eben doch schwierig waren die sich erst entlang des Weges gezeigt haben.
01:05:09: also so dieses wenn ich zehn bin und alle sind elf ist das nicht so einen Riesenunterschied.
01:05:14: aber wenn ich siebzehn bin und all meine Freunde in der Schule sind schon acht oder neunzehnt und fahren Auto und gehen so raus in die Welt und ich bin sozusagen noch so dass nicht volljährige Kind kann dann manchmal auch bisschen schwierig sein.
01:05:26: aber auch da Kann man, wenn man da sensibel dran ist auch das gut begleiten und da auch Abhilfe schaffen.
01:05:33: Und schauen wo könnte unser siebzehnjähriges Kind vielleicht noch ein Freundeskreis neben der Schule finden mit Kindern Jugendlichen die so n bisschen näher an seiner Lebenswelt und Lebenserfahrung sind?
01:05:45: Wir können ja nicht in die Zukunft gucken und immer sagen was ist garantiert der beste Weg?
01:05:49: aber ich finde es wichtig bei solchen Entscheidungen Nicht Angst geleitet zu sein, nicht zu sagen was ist das schlimmstmögliche Szenario zerstören wir die Kindheit sondern wirklich nah dran zu sein.
01:06:01: Wie ist der Status jetzt?
01:06:02: gibt es einen Leidensdruck und wenn ja was können wir tun um den zu verringern?
01:06:09: Also für mich ist es immer so der kleine Bruder des Schulwechsels.
01:06:12: weißt du wie ich meine Es gibt Familien es gibt Kinder die wechseln super einfach Schule Die machen die Übergänge gut die Wechsel nach zwei Jahren nochmal auf eine andere Grundschule weil dies irgendwie näher an Zuhause oder wie auch immer so Und ich glaube, je eher man so ein Kind hat oder eine Familie ist die sowas gut machen und begleiten kann, desto einfacher es zu überspringen oder wiederholen.
01:06:32: Für alle, wo gehöre ich hin?
01:06:35: Wo sind alle anderen?
01:06:36: Da bin ich irgendwie da gehörig oder zutäben haben... Das wollte ich nur noch ergänzen!
01:06:41: Ich merke immer dass das für mich immer wichtiger wird diesen Aspekt mitzubetrachten und nicht nur einen schulischen.
01:06:47: Ein Wechsel und ein Wechsel ist eine Chance aber ein Wechsel Kann auch nicht Challenge sein.
01:06:51: Genau, und braucht Kraft und Kapazitäten!
01:06:53: Und man muss schauen ob die gerade da sind bei dem Kind und der Familie insgesamt.
01:06:59: Okay dann war's das schon wieder für heute.
01:07:01: vielen Dank und bis zum nächsten Mal.
01:07:03: Genau und denkt immer dran alle Anfang ist manchmal schwer, manchmal leichter aber immer interessant.
Neuer Kommentar