Aller Anfang: Wie wir uns nah bleiben

Shownotes

Nach ihren Zukunftswünschen befragt, sagen viele Eltern: Ich möchte meinem Kind auch später noch nah sein. Doch wie gelingt das konkret: Miteinander verbunden zu bleiben und sich einander nah zu sein, und sich gleichzeitig Raum zum Wachsen zu lassen?
Nora erzählt von ihrem neuen Buch „Herzensnah“ und Oliver fragt, ob echte Nähe auch Wut und Frust aushält.

Nora Imlau, Herzensnah. Weil du mich verstehst und siehst
Ein Bilderbuch für Erwachsene von Bestsellerautorin Nora Imlau über echte Nähe im Familienleben. Illustriert von Frau Annika

https://www.oetinger.de/buch/herzensnah/9783690380072

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Transkript anzeigen

00:00:09: Ist manchmal schwer, manchmal leichter aber immer interessant.

00:00:14: Und womit fangen wir heute an?

00:00:16: Heute Nora würde ich gerne mit dir über dein neues Buch Herzensnah sprechen.

00:00:20: Na dann legen wir los!

00:00:22: Diese Folge wird unterstützt von Pling-Plingen der Familienzeitung.

00:00:25: Mit Pling plingen werden eure Fotos und Nachrichten monatlich als gedruckte Zeitungen an Oma und Ober geschickt Automatisch und einfach erstellt per App und mehr erfahrt ihr am Ende dieser Folge.

00:00:36: Hallo Nora

00:00:37: Hallo Oliver

00:00:39: Du hast ein neues Buch geschrieben, das heißt Herzensnah.

00:00:42: Weil du mich verstehst und siehst es ist erschienen bei Dressler Illustro und manche von uns haben schon einen Exemplar in der Hand.

00:00:50: Das ist ein kleiner Side-Joke weil ich habe vom Verlag vor ab eins geschickt bekommen damit ich überhaupt schon weiß worüber wir hier sprechen

00:00:58: Und mein Exemplar ist noch nicht angekommen.

00:01:00: Genau!

00:01:00: Das ist der Witz, dass ich mein eigenes Buch gerade noch nicht in der Hand habe.

00:01:04: Aber zu dem Zeitpunkt wo ihr diese Folge hört könnt, könnt ihr alle dieses Buch bei euch haben wenn ihr es denn wollt.

00:01:11: Es gibt's in jeder Buchhandlung und selbstverständlich auch bei den kleinen und großen Online-Buchhändlern Genau.

00:01:19: Herzensnah heißt es und das ist das dritte Buch einer Reihe, ne?

00:01:23: Ich hab ja bei Dressler Illustro schon zwei Bücher veröffentlicht über die wir auch schon Podcastfolgen gemacht haben.

00:01:29: Das Pinke-Buch heißt Goldrichtig, das Grünebuch heißt Felsenfest Und jetzt ist das Orangenebuch herzensnah dazugekommen und macht diese Trilogie komplett.

00:01:40: Das sind drei Bücher, die alle für sich stehen können Also, die man auch einzeln lesen verschenken kann.

00:01:45: Die bauen nicht in dem Sinne aufeinander auf.

00:01:48: alle insofern ein ähnliches Konzept, als dass es eben keine Sachbücher sind.

00:01:56: So was wie meine Grenze ist ein Halt oder so wo ich irgendwie auf zweiter Zeit das Konzept von Grenzen und deren Anwendung im Alltag erkläre sondern es sind Bilderbüchern für Erwachsene mit Essaystexten, Gedichten, Impulsen rund um Eltern sein, Kinder begleiten, Kinder groß werden lassen.

00:02:20: Illustriert von Frau Annika, die eine ganz tolle Illustratorin ist, die auch viel Kinderbücher tatsächlich macht aber jetzt eine ganz schöne Bildsprache eben spezifisch für erwachsene Leserinnen überlegt hat.

00:02:32: und diese Bücher sind ein richtiges Herzensprojekt auch von mir weil ich da auch so ne poetische schriftstellerischere Seite zeigen kann die dann manchmal Ja, in so einem Sachbuch gar nicht so viel Raum für den Kalindierverfahren zu dichten oder so.

00:02:50: Und das macht total viel Spaß und ganz viele Menschen haben mir auch rückgemeldet, dass es für sie so ganz wertvolle Wegbegleiter sind diese Bücher weil sie eben nicht nur den Kopf so adressieren sondern wirklich eben auch sehr ... Das Gefühl ansprechen und Elternsein hat ja superviel mit starken Gefühlen zu tun die man selber erst mal ein bisschen sortieren.

00:03:12: Aber manchmal sich auch einfach erlauben muss.

00:03:15: Und es ist ja irgendwie so ein einfach auch emotionaler, innigere Dialog mit dir.

00:03:21: Also man findet sozusagen kurze Texte, man findet Impulse wie du schon sagtest, ein paar Gedichte von dir sind drin und dadurch so einen Geschenk für sich selber oder halt natürlich auch für andere Erwachsene herum?

00:03:36: Und herzensnah ist ja ein bisschen sozusagen umständlich formuliert geht's ja letztendlich einfach um.

00:03:44: Ne, es geht um Verbindung und dass das ja nicht immer ganz leicht

00:03:48: ist damit.

00:03:50: Nee genau!

00:03:50: Und der Begriff Herzensnee beschreibt natürlich auch, dass wir uns auch im Herzen nah sein können... wenn wir uns körperlich und physisch weit voneinander entfernt befinden.

00:04:03: Also es geht durchaus auch um dieses Thema, wie unsere Kinder größer älter werden vielleicht auch schon an der Schwelle zum Auszug steht oder ausgezogen sind dass wir uns trotzdem ja noch nah sein können auch wenn unsere Kinder nicht mehr mit unser Entdach wohnen oder so.

00:04:15: aber es geht auch darum das wenn unsere kinder klein sind dass wir uns ja auch manchmal wünschen, dass unsere Kinder eben nicht nur ... Ich sag jetzt mal so ein bisschen an uns dran kleben.

00:04:23: Dass wir nicht nur eine körperliche Nähe haben, sondern dass wir mit ihnen verbunden fühlen wollen und das Gefühl haben wollen.

00:04:31: Ich seh dich, ich versteh dich.

00:04:33: Ich spüre eine Verbindung zu dir jenseits meiner Fürsorgeverantwortung.

00:04:39: Also ich fütter und wickel und still und irgendwas Dich nicht nur.

00:04:43: Bin mit dir auch als Mensch verbunden so auf einer emotionalen Ebene, auf der seelischen Ebene und dieser Begriff Herzensnah soll eben dieser Sehnsucht so Ausdruck verleihen zu sagen.

00:04:54: Wir wünschen uns beim Elternsein oft... Nähe, wir wünschen uns aber auch manchmal das richtige Maß an Distanz.

00:05:02: Wir wollen nicht uns so overtouched belagert konsumiert fühlen von unseren Kindern.

00:05:08: Aber diese Herzensnähe, die ich in dem Buch schreibe, beschreibt im Prinzip genau das zu sagen ... Wir können uns Raum lassen und diese Nähe darf und kann sich mit den Jahren verändern.

00:05:20: Die Nähe zu jedem einzelnen Kind, wenn wir mehr als einsam sind, kann sich unterschiedlich anfühlen ein bisschen wie so eine Herzensverbindung, wo man weiß wir zwei sind miteinander okay.

00:05:32: Ob du jetzt gerade auf Klassenfahrt bist oder ob du noch ganz klein bist oder ganz groß bist und dieses Buch lotet eben diese Gefühle aus inklusive auch dem Gefühl davon dass manchmal die Herzensnähe sich schwerer zu erreichen fühlt und manchmal leichter das ist.

00:05:46: manchmal auch Momente gibt wo man denkt grade Denk ich vielleicht mehr zu meinem Kind hin als mein Kind zu mir.

00:05:53: Also, diese Nähe ist ja nicht immer total reciprokt oder?

00:06:00: Und das geht eben auch viel darum.

00:06:01: nach dieser Untertitel weil du mich verstehst und siehst der verweist natürlich auch darauf dass echte nähe auch manchmal erfordert, dass wir bestimmte innere Bilder oder Zuschreibungen loslassen.

00:06:14: Wie wir dachten das unser Kind sein würde und unser Kind erst mal wirklich sehen wie es ist und auch verstehen so ein bisschen wie es tickt um uns ihm dann nahefühlen zu können Auch wenn uns seine Persönlichkeit vielleicht in manchen Punkten Fremd ist, wenn es in manchen Punkten ganz anders ist als wir oder wie wir uns ein Kind vorgestellt haben.

00:06:35: Also das ist kein trivialer Begriff, sondern es geht wirklich sehr stark um diese Vielschichtigkeit auch von so einer Eltern-Kindbeziehung, die ja viel damit zu tun hat ... dass man manchmal Bilder loslassen muss, um sozusagen Raum zu schaffen für das was wirklich is'.

00:06:56: Und?

00:06:57: Ich finde das eine der ganz großen knackpunkte von Eltern schafft ich persönlich dieses.

00:07:05: Wenn du wirklich hinschaust und dann siehst du ein anderes Kind als du so entheilen natürlich dachtest.

00:07:16: Das macht schon was mit einem.

00:07:17: also natürlich sind es irgendwelche loslösungs- und veränderungsprozesse.

00:07:20: das kann man wahrscheinlich rational alles ganz wunderbar erklären.

00:07:23: aber ich finde dieses erlebnis zu sagen.

00:07:28: Tickst du, oder das ist dir wichtig.

00:07:30: Oder darauf legst du jetzt Wert?

00:07:34: So verhältst du dich in so einer Situation also all diese Mikrostudien die man dann da plötzlich machen muss.

00:07:42: Also ich meine ja nicht diese quasi Verliebt bewundernden Momente wo man sagt oh wow es kann mit seinem großen C wackeln oder toll es kann chinesisch sondern irgendwie So schaust du auf die Welt.

00:07:54: Das ist dir wichtig und das ist dir total egal oder so gehst du mit anderen Leuten um, also wo man gezwungen ist ein Stück weit sein Bild zu korrigieren anzupassen neu zu machen.

00:08:10: Das hat sich gerade eben nicht ausgesucht.

00:08:12: dafür wird es dann schon wirklich spannend in Eltern schafft

00:08:15: Total, total.

00:08:16: Und das ist eben auch was ... Ich hab da schon vor vielen Jahren in meinem ersten Buch über gefühlstärke Kinder drüber geschrieben.

00:08:23: In so viel Freude und Wut.

00:08:25: Da habe ich ein Kapitel geschrieben, Abschied vom Traumkind, hieß das.

00:08:29: Da ging es darum, dass ... diese immense Intensität, die mit dem Leben kennenhergeht.

00:08:35: Oft ist was so ein bisschen überrollt und wo wir manchmal auch einen Abschiedsschmerz fühlen im Sinne von ... Aber das heißt dann ja, dass manche Dinge, die ich mir ausgemalte, damit dir gar nicht so gehen!

00:08:46: Und da können ganz viele Gefühle hochkommen, weil wie in unsere Elternschaft reingehen, ob wir wollen oder nicht?

00:08:53: Mit ganz viel unbewussten ... Erwartung, wir wollen manche Dinge unbedingt erleben.

00:08:58: Wir wollen manchen Dinge auch aus unserer eigenen Biografie quasi korrigieren im Sinne von mit mir hat man nie und das werd ich aber mit meinem Kind auf jeden Fall.

00:09:06: Und dann hat man doch ein Kind ... Du sagst ja gar keinen Bock drauf so?

00:09:09: Ja

00:09:09: oder einfach ungeschriebenerweise als ich glaube dass wir hier alle von uns sind ist doch klar.

00:09:13: also das macht man doch nicht.

00:09:15: Oder so denkt

00:09:15: man doch noch nicht

00:09:16: oder so verhält man sich doch nicht.

00:09:17: ja so geht ja meistens um Verletzungen sage ich mal Grenzverletzungs in der eigenen Werte oder so was.

00:09:26: Genau, genau.

00:09:27: Ja klar.

00:09:28: und also um ganz banales Beispiel zu nennen bei gefühlstarken Kindern aber insgesamt auch bei impulsiven Kindern ist es ja wirklich auch so dass die manchmal einfach sehr laut sind, sehr raumeinnehmend sind, der so einem das Gefühl vermitteln kann in so... in so einem Tornado drin zu stehen.

00:09:51: Und das kann, wenn man damit nicht gerechnet hat, wirklich sehr krasse Gefühle auslösen weil man ja so bevor mein Kind sagt ich werde immer gern mit meinem Kind zusammen sein und auch immer vermitteln dass es voll schön ist mit ihm zusammen zu sein.

00:10:05: und dann kann es sein man hat so ein Tornadokind und denkt manchmal einfach nur des einzigen was ich jetzt fühle sind jetzt Fluchttendenzen.

00:10:11: also ich will hier weg.

00:10:12: ist es mir zu lauter intensiv zu viel zu anstrengend.

00:10:15: Ich strebe grad ganz, ganz weit weg von meinem Kind.

00:10:19: Und wenn man das zum ersten Mal fühlt oder die erste mal gefühlt, kann man ja ... Dann schnell so einordnen und sagen, was bin ich denn für eine Mutter?

00:10:26: Was bin ich den Fünffahrte?

00:10:29: Dass ich vor meinem Kind gefühlter vornlaufen will.

00:10:31: Dass ich manchmal Angst davor hab, einen Nachmittag mit meinem Kind zu verbringen oder einen Wochenende mit meinem kind zu verbringen oder so.

00:10:38: Da eben auch für sich auseinanderzukriegen zu sagen, dass eine ist ne ... absolut nachvollziehbare, moralisch-neutrale Reaktion des Nervensystems auf Lautstärke und auf diese Intensität.

00:10:50: Und das sagt nichts darüber aus wie sehe ich mein Kind lieber?

00:10:53: aber ich muss auch erst vielleicht lernen wie wir miteinander sein können so dass mein Kind sein kann wie es ist und ich das aber auch aushalten kann.

00:11:03: Das sind so Themen auf die bereitet ein Jahr Keiner vor, ne?

00:11:08: Das sind dann Dinge die man erst lernt.

00:11:10: Und ich finde auch in der Beziehung ist es ja auch ein Thema weil das da ja unterschiedliche gerade gibt.

00:11:17: an was halt ich aus und was hältst du aus Partnerinnen-Partner?

00:11:21: deswegen ich findes hat auch etwas unglaublich konfliktaftes zum Teil

00:11:24: total also total.

00:11:27: Ja.

00:11:28: Also für mich gehört dass zu einer glücklichen Kindheit dazu auf den Sofa rumzuspringen und für dich ist es sozusagen eine akustische Hölle Die du nirgends gebucht hast

00:11:37: Genau.

00:11:39: Nee, und ich hab genau zu diesem Gedanken ... Das wär manchmal so eine Vorstellung davon hat wie das eigene Kind sein könnte.

00:11:46: Und dann auch mit der Realität konfrontiert wird zum Beispiel einen Text drin, den ich total gerne mag in dem Herzensner Buch, der heißt Wer bist du kleiner Mensch?

00:11:55: Ich hab gedacht, ich lese dir mal kurz vor einfach damit wir ein Eindruck kriegen, also dichjenigen, die zuhören was es für so'n Buch eigentlich ist und worauf's da geht!

00:12:07: Früher dachte ich, man bekommt das Kind was man sich erzieht.

00:12:11: Als wären Kinder nach Belieben formbar!

00:12:13: Ich stellte mir das wirklich so vor will ich ein kreatives extravertiertes optimistisches Kind dann muss ich es eben dazu machen.

00:12:20: Das ist glaube gar nicht so selten dass wir unbewusster von aus können unsere kinder nach gut dünken gestalten zu können wie sie uns gefallen.

00:12:27: Man muss sich eben nur geschickt anstellen für das perfekte Ergebnis.

00:12:31: Heute bin ich meinen Kindern dankbar für die Demut die Sie mich in Sachen Erziehung gelehrt haben Denn durch sie und ihre ganz eigenen Charaktermelodien durfte ich sehr schnell lernen, dass nicht Ich bestimme wer und wie Sie sind.

00:12:43: Sondern dass Ihr Wesen längst in ihn angelegt ist wenn ich sie zum ersten Mal im Arm halte Und das ist nicht meine Aufgabe es sie zu formen sondern sie kennenzulernen und dabei zu begleiten ein Zufriedenes und erfülltes Leben als der Mensch zu führen der sie sind.

00:12:58: Ich habe gelernt, dass viele Persönlichkeitsmerkmale angeboren sind.

00:13:02: Zusammengewürfelt aus den Eigenschaften unserer Ahnen sowie Haar und Augenfarben.

00:13:07: Doch ich weiß heute auch das Persönlichkeit im Wechselspiel zwischen Anlage- und Umwelt entsteht.

00:13:11: Zwischen dem was wir schon sind und dem was Wir erleben und erfahren.

00:13:16: Und dass die wichtigste Frage beim Elternsein nicht ist wie will ich dich haben?

00:13:20: sondern wer bist du kleiner Mensch?

00:13:28: Das lustige ist, dass ich diesen Text sehr schön finde und gleichzeitig an eineinhalb Stellen so ein kleines Störgefühl habe.

00:13:35: Okay erzähle!

00:13:36: Und zwar... Ich verstehe und glaube auch sehr das.

00:13:42: die Frage wer bist du kleiner Mensch?

00:13:45: Unglaublich.

00:13:45: ne Zentrale isst nicht nur für deine Arbeit und für deinen Denken sondern auch ich gehe da voll mit Die Verunsicherung dies bei mir auslöst.

00:13:56: Und das kommt dann so in einer halben stelle, dass erwechsel spielt zwischen anlage und umwelt.

00:14:01: Zwischen dem was wir schon sind und dem was ihr erleben und erfahren.

00:14:06: Da kommen ja alle anderen rein die unserem kind egal wie alt es ist oder je nach alter den unterschiedlichsten quatsch erzählen.

00:14:18: kleine kinder glauben an Wir hatten es doch mal vom krampus oder glauben an Mond, Geister oder was auch immer und große Kinder glauben dem Internet.

00:14:35: Und das sind für mich Momente wo die Haltung und wer bist du kleiner Mensch?

00:14:43: für ein totales Spannungsfeld aufmacht?

00:14:46: Ich soll ja sozusagen wenn man es jetzt überspitzt und einseitig paraphrasieren würde ich soll ja genau hinschauen und sagen aha Wer bist du, also wofür interessierst du dich?

00:14:58: Ja und von außen.

00:15:00: Und ich wollte jetzt gar nicht so eine Internet-Shelte machen aber von Außen kommen halt alle anderen... ...und erzählen so ihren ihre Version der Welt.

00:15:10: Sagen wir mal so, weil die Einflüsse von außend sind ja wichtig und richtig und ich habe weder die Weisheit mit Löffeln gefressen noch sonst was.

00:15:21: Aber diese Kränkung ist da trotzdem enthalten.

00:15:26: Okay.

00:15:27: Ich finde es spannend, dass du das so verstehst weil mein Gefühl ist dass du den Text jetzt beim Hören so ein bisschen aufgenommen hast als würde ich quasi sagen wir dürfen als Eltern an der Seitenlinie stehen und fragen wer bist du kleiner Mensch?

00:15:41: aber kein ... Einfluss nehmen auf die Entwicklung, wer dieser Mensch ist.

00:15:45: Aber alle anderen nehmen dann ein Fluss das Internet und die Freunde und die Schule

00:15:48: usw.,

00:15:49: aber wir sind natürlich ja Teil oder auch ein zentraler Teil dieser Umwelt.

00:15:52: also wenn es darum geht dass die Persönlichkeit im Wechselspiel entsteht zwischen Anlage- und Umwelt Dann sind wir Eltern in ganz maßgeblicher Teil dieser Umwelt.

00:16:02: Und wenn wir in die Persöhnlichkeitsforschung gucken, die ich hier mal so in einem Halbsatz paraphrasiere Ist das tatsächlich so?

00:16:09: Dass man eben auch ganz klar feststellen kann Umwelterfahrungen prägen, Kinder und Jugendliche.

00:16:15: Und wir können auch nicht jede dieser Umweltherfahrungen bestimmen.

00:16:19: Aber natürlich gibt es auch sozusagen eine Hierarchie von... Bedeutsamkeit.

00:16:25: Also wenn irgendein Mensch irgendwo mal irgendwas an unser Kind hingquatscht, hat das für unser Kind nicht dieselbe Relevanz wie wenn es etwas mit uns im Alltag immer und immer wieder erfährt?

00:16:35: Und ja, es gibt dann da auch so Entwicklungen bei Kindern und Jugendlichen.

00:16:38: also bei kleinen Kindern sind wir als Eltern die Gottsch-Instanzen und was wir sagen ist das Wichtigste auf der Welt!

00:16:44: Dann werden wir ein bisschen vom Sockel geschubst und die Grundschullehrerin oder der Grundschulehrer wird irgendwie wichtiger und dann werden unsere Kinder jugendliche irgendwelche seltsamen Internet-Ikonen wichtig.

00:16:56: Und wir haben da durchaus eine Aufgabe, da so auch gegen anzukommen.

00:17:00: Aber ... Wir können uns fragen wer bist du kleiner Mensch?

00:17:06: Und diese Kinder dann Quart, was auch immer das konkret heißt insofern begleiten als dass wie auf ihre Persönlichkeit abgestimmt ihnen natürlich auch eine Umwelt bieten die sie herausfordert, die sie prägt, bestimmte moralische Werte in den Mittelpunkt stellt, die manche Einflüsse auch kritisch einordnet hinterfragt.

00:17:28: Auch ganz klar sagt das finde ich nicht gut oder lass uns darüber reden oder dafür bist du doch zu jung?

00:17:34: Also es geht nicht bei dieser Frage wer bist Du um so eine Art Passivität im Sinne von Ich gucke mir das mal von außen an was das für ein Mensch ist und wie er sich entwickelt sondern es ist eher die Anfangsfrage.

00:17:47: Es ist die Frage Mit was für einer Person habe ich es hier zu tun, wie sensibel ist die?

00:17:53: Wie explorativ ist sie?

00:17:55: Wie zurückhaltend.

00:17:57: Was braucht die sozusagen für Wachstumsbedingungen?

00:18:01: Habe ich eher so ein Pflänzchen das sich so sehr hetscheln muss, habe ich eher einen sehr ausladen Wesen dass irgendwie mehr Leitplanken raucht?

00:18:10: und dann dürfen wir eltern eben unseren Einfluss auf Entwicklungen unserer Kinder überhaupt nicht unterschätzen.

00:18:17: Wir gehören zu den wichtigsten Menschen in dem Leben unseres Kindes, und wir prägen unsere Kinder massiv.

00:18:22: Wir präge sie nur auch nicht immer genauso ... wie wir uns das Ziel gerichtet vorstellen.

00:18:28: Weil halt ganz viel Prägung und Beeinflussungen nicht durch das passiert was wir sozusagen aktiv erziehen sondern einfach auch durch das was unsere Kinder im Alltag mit uns beobachten, mitkriegen sehen.

00:18:40: also es gibt zum Beispiel ganz viele Untersuchungen dazu, dass Kinder mit Eltern aufwachsen die in der Paarbeziehung leben.

00:18:50: Super genau!

00:18:51: Manche Paar-Beziehungsmuster quasi beobachten und analysieren und für sich daraus lehren ziehen.

00:18:57: wie geht man denn miteinander um als Paar?

00:19:00: Und zwar auch im Momenten wo wir vielleicht denken das kriegen sie doch gar nicht mit und das nehmen die mit in ihre eigene Beziehungsbiografie, ob als abschreckendes Beispiel oder als positives Beispiel.

00:19:11: Oder als unbewusstes Muster was sie dann irgendwo später wieder einholt.

00:19:16: aber es ist nicht so dass wir quasi sagen können ob ein Kind bei uns aufwächst oder woanders, ist eigentlich egal.

00:19:23: Weil es ist ich schon alles daneben angelegt.

00:19:26: Also das geht da nicht um so Determinismus.

00:19:28: Es geht eher darum zu sagen ... Ich kann nicht einen Kind nehmen wie so einen klumpen Ton und sagen dich vor mich jetzt mal zum Fußballer.

00:19:37: Du wirst so und so.

00:19:40: Aber ich find's total spannend.

00:19:42: deine Reaktion denn ja diese Frage Wie stark können wir unsere Kinder prägen?

00:19:48: die spielt eine große Rolle auch immer wieder in diesem Buch.

00:19:52: Und es ist eben auch ein Teil von Eltern sein, dass wir wenn wir kleine Kinder haben oft das Gefühl haben Wir können dann noch ganz schön viel reingeben so und dass es dann auch auf so einen Kontrollverlustmoment gibt wo unsere Kinder fast erwachsen oder erwachsen sind und wie auf einmal Dinge in unseren Kindern sehen oder erleben, wo wir denken.

00:20:14: Das kommt aber nicht von uns.

00:20:16: Keine Ahnung, wo das herkommt!

00:20:17: Aber nicht von usw.

00:20:19: Wo einem das eigene Kind manchmal auch fremd sein kann.

00:20:23: Dass man denkt mit Leuten die so was sagen gebe ich mich normalerweise nicht ab.

00:20:27: und jetzt sitzt du bei unserem Küchentisch und bist immer noch unser Sohn oder unsere Tochter.

00:20:32: Und dass es genau das Spannungsfeld ...

00:20:44: Und das ist ja so einer der Königswege, die dieses Buch vorschlägt.

00:20:48: Oder?

00:20:49: Es ist ein Vorschlag... Das klingt so... Mach doch mal!

00:20:53: Fühl dich doch mal nahe.

00:20:55: Findet ein besseres Wort.

00:20:57: Ja nein es ist so'n Ausloten.

00:21:00: also mein... Mein Wunsch bei diesem Buch ist, dass man das so durchblättert.

00:21:04: Das ist ja auch ein Koffietablebuch.

00:21:06: Man muss es nicht von vorne bis hinten Buchdeckel zu Buchdecke lesen, sondern man kann da immer mal aufschlagen und einen einzelnen Puls oder ein Gedicht auf sich wirken lassen.

00:21:14: Meine Hoffnung ist, damit das Eltern dabei begleiten können diese Gefühle ... Wann fühle ich mich beim Kind nah, wann fern?

00:21:24: Was macht das mit mir?

00:21:26: Wann muss sich auch eine gewisse Distanz zulassen können um mein Kind loslassen zu können.

00:21:30: Wie kann ich aber trotzdem mit meinem Kind verbunden bleiben und nicht sagen, dass war es jetzt so.

00:21:34: Das einfach auslotend zu können?

00:21:36: und ich glaube je offener wir uns diesen ... widersprüchlichen Gefühlen von Nähe und Distanz in der Eltern-Kindbeziehung stellen.

00:21:45: Je weniger wir zurückschrecken, sagen wir mit meinem Kind und mir, da passt kein Blatt dazwischen nie!

00:21:51: Dass so leichter fällt uns vielleicht auch diese Gleichzeitigkeit von einer Eltern- kind Beziehung zu halten, dass da eben auch Widersprüchlichkeiten sind.

00:22:01: Ich glaube was dieses Buch will ist nicht Eltern sagen das ist der Königsweg sondern was ich mir mit diesem Buch wünsche Wann fühle ich mit meinem Kind wie nah oder wie fern, wie verändert sich das über die Jahre?

00:22:16: Und wo kann ich vielleicht auch ganz bewusst Momente von Nähe schaffen und von Verbundenheit erleben.

00:22:23: Auch wenn es andere Dinge gibt, die uns vielleicht trennen oder wo mein Kind eine ganz andere Wendung genommen hat als ich mir das ursprünglich mal vorgestellt oder gewünscht habe ...

00:22:37: Und doch habe ich es konkreter noch gelesen, als du es jetzt sagst.

00:22:42: Man könnte sagen vielleicht irgendwo auch gerade einen Nerv hier aber du sagst relativ am Ende schreibst in dem Text weil Verbindung wächst und bleibt wo wir Beziehung vor Belehrungen stellen Du strengst es dann wieder ein, aber dann schon in kleineren Buchstaben.

00:23:06: wir dürfen natürlich auch verärgert sein und alle Gefühle sind dürfen für alle okay sein.

00:23:09: Aber unserm Miteinander prägen wir halt... ... am wenigsten durch Belehrung!

00:23:18: Und am wenigstens durch unsere Wut sondern am ehesten darüber wenn wir sagen wie bleibe ich denn?

00:23:22: In Beziehungen?

00:23:23: oder dass man eben in Beziehung bleiben kann und trotzdem ist total bescheuert findet das die Spülmaschine nicht ausgeräumt ist.

00:23:34: Das ist mir wieder bei der Gleichzeitigkeit.

00:23:38: Es ist manchmal wirklich schwer, über Eltern-Kindbeziehungen zu schreiben.

00:23:43: Ich will mich nicht über meinen Job beschweren aber es ist so ein Ding dass wir einfach wissen natürlich auch aus der Entwicklungspsychologie und aus der Bindungforschung was für gelingende Beziehungen sinnvoll und wichtig ist.

00:24:02: Und ich finde es wichtig, das zu kommunizieren.

00:24:04: Gleichzeitig darf man da nicht so was Heiliges dabei haben im Sinne von ... Seid halt einfach immer geduldig, duldsam und seht immer nur das Positive.

00:24:17: Sondern ...

00:24:19: Ich wollte nur sagen, nee, klingt eigentlich ziemlich klar.

00:24:24: Die Herausforderung beim Schreiben über Eltern-Kindbeziehungen ist, dass man einerseits Raum lassen muss für ganz viel Individualität.

00:24:30: Weil jede Eltern- Kindbeziehung ist anders und niemand soll das Gefühl bekommen verkehrt zu sein in seinem Sein.

00:24:36: Manche Menschen sind aufbrausener, manche sind ruhiger und es darf alles sein!

00:24:39: Niemand soll das Gefühle haben.

00:24:41: ich muss mich vor mein Kind stellen und so ein auswendig gelerntes Skriptaufsagen wie so einen Schauspieler.

00:24:47: Und gleichzeitig wünschen sich manchmal Eltern auch sowas wie eine ... eine Generalentschuldigung im Sinne von egal was du tust es wird schon passen schließlich bist du die mutter oder schließlich bis zu der vater und das stimmt halt auch nicht.

00:25:02: also es gibt einfach auch nicht wenige Beispiele Nicht geglückten Eltern-Kindbeziehungen oder von einer großen Distanz, die dann auch gerade erwachsene Kinder zu ihren Eltern halten.

00:25:13: Und wenn die Kinder so was beschreiben, haben sie immer Gründe.

00:25:18: Die können oft gut nachzeichnen und sagen hier hab ich mich nicht gesehen gefühlt habe.

00:25:24: Hier war kein Raum für Beziehung.

00:25:26: Hier waren nur Raum für Vorwürfe, Anforderungen, Enttäuschungen ... Deswegen finde es schon wichtig dass ich meine Bücher immer versuche, als so ein bisschen safer Space zu kreieren.

00:25:41: Wo man sich nicht unter Druck gesetzt fühlt, perfekt sein zu müssen oder so?

00:25:45: Aber wo auch eine Herausforderung da ist, dass wir nicht gerade mit einem Teenager unter einem Dach legen und wir haben viel konfliktaftes.

00:25:52: Und dann noch mal einen Reminder vor die Nase gesetzt zu bekommen.

00:25:57: Die ist schon klar, wie ihr jetzt miteinander umgeht ... unter einem Dach-Beziehungserfahrung ist, die euer Teenager machen wird.

00:26:07: Das ist das ... Die jüngste Erinnerung, die er haben wird bevor er auszieht!

00:26:11: Nicht dass ihr irgendwann mal als er zwei war mit ihm so süß Kastanienmännchen gebastelt habt, sodass es lang her, das hat trotzdem was gemacht.

00:26:18: Aber wenn der sozusagen sich ja zurückinnert wie war's zu Hause und sich nur erinnert an, warum machst du die Spielmaschine nicht aufgeräumt?

00:26:26: Warum liegen hier schon wieder deine Turnschuhe rum?

00:26:29: Dann... Macht das was mit eurer Beziehung?

00:26:32: Und du als Elternteil bist die Person, die diese Dynamik verändern kann.

00:26:37: Denn die Eltern-Kind-Beziehung ist nie auf Augenhöhe!

00:26:40: Es gibt da immer ein Machtgefälle und wir als Erwachsene, als Eltern stehen oben selbst wenn unser Kind eins neunzig ist und damit größer als wir.

00:26:48: so,

00:26:48: ne?!

00:26:49: Also das hat nix mit... Körpergröße damit, Alter zu tun.

00:26:53: Aber manchmal rutschen wir als Eltern gerade von Pubertierenden und Kindern oder jungen Erwachsenen in so eine gefühlte Opferrolle.

00:27:00: Ich kann ja gar nichts mehr sagen!

00:27:03: Ja?

00:27:03: Wir können alles sagen – wir haben super viel Macht in dieser Beziehung.

00:27:07: Wir müssen uns überlegen was wir sagen wollen und wie wir agieren wollen und was das mit der Eltern-Kindbeziehung dann halt macht.

00:27:13: In dem Moment aber

00:27:15: auch

00:27:16: langfristig.

00:27:19: Voll, ja genau so ist es... Mir fehlen nur so auf, als ich dir zuhörte.

00:27:24: Ich glaube... Ein Unterschied ist ja auch dass du die Erfahrung gemacht

00:27:28: hast das jetzt

00:27:29: allen erster Teenager aus dem Haus isst.

00:27:31: Weil da gibt's ja das wunderschöne Kuscheltier so nett.

00:27:36: in deinem Text heißt es so?

00:27:37: So ähnlich oder

00:27:38: kuschel Katzen

00:27:38: so nett?

00:27:39: Kuschel... Kuscheln Katzen!

00:27:42: Das Kuschelskatzen so net... Ich

00:27:44: lege Wert auf die Alliteration der Kuschelingatze.

00:27:49: Warum ist es dann so nett und nicht?

00:27:53: Kanon!

00:27:55: Ja, ja.

00:28:00: Und ich dachte vielleicht ist auch da also dass du natürlich diese Erfahrung schon gemacht hast das ein Kind dann ausgezogen ist.

00:28:11: Du meinst das hat mich geprägt beim Schreiben?

00:28:14: Dass es noch mal klarer macht was du gesagt hast das letzte was es mitnimmt sozusagen Wenn du Pech hast, sind halt die Tonschuhe Diskussionen.

00:28:25: Da ist schon wirklich viel dran!

00:28:27: Also was tatsächlich lustig war beim Schreiben... ...ist dass ich ja ein Buch schreiben wollte für Eltern und auch für Großeltern, die so über Elternschaft, Eltern-Kindbeziehung.

00:28:41: So wird er

00:28:41: nachdenken.".

00:28:42: Und ich wollte unbedingt diese unterschiedlichen Phasen von Eltern schafft abbilden und zwar in allen drei Büchern bei Gold richtig bei Felsen fest und jetzt auch bei Herzensnah.

00:28:52: Ich wollte nicht ein Buch schreiben spezifisch nur für Eltern, deren Kind kurz vorm Auszug steht oder für Eltern die einen Baby bekommen haben.

00:28:59: Sondern ich wollte diese ganze Spannbreite von Eltern- schaft.

00:29:02: Von wir erwarten an Kind, wir haben mein Kind, Wir begleiten ein Kind ... punktuell zu Besuch kommt, so abbilden.

00:29:10: Und da war es natürlich dann spannend, gerade jetzt auch bei meiner Arbeit an Herzens nahe, dann wirklich akut exakt diese Spannbreite in meinem eigenen Leben auch zu haben!

00:29:20: Also ich hatte das Gefühl, ich muss einfach nur immer so an meine verschiedenen Kinder denken und dann kann ich einen Text schreiben der heißt irgendwie der erste Tag und ich schreibe so über diesen erler ersten Tag mit einem Neugeborenen und wie so alles gefühlt noch vor einem liegt und man so denkt okay Wow, da ist eine irre Verantwortung.

00:29:38: Aber da ist auch so ein riesiger Raum, den wir noch füllen dürfen und wo noch in Anführungszeichen nix schief gelaufen ist!

00:29:44: Weil es ist alles noch so brandneu... Die Beziehung ist noch

00:29:49: so ungelebt.

00:29:52: Man hat noch ganz viele Vorstellungen und sagt das können wir machen und dass werden wir tun.

00:29:55: Das werden wir auf keinen Fall tun.

00:29:56: Und manche Gefühle sind doch so unendlich weit weg als wenn man so ein Neugeborenes neben sich liegen hart am allerersten Lebenstag, denkt man ja nicht drüber nach.

00:30:04: Ich werd mal so genervt von dir sein oder sowas.

00:30:07: Das kommt irgendwie später und gleichzeitig konnte ich sozusagen wirklich mich quasi gedanklich immer so rein... ...einchecken in dieses.

00:30:16: Und wie ist es mit einem Kindergartenkind?

00:30:17: Wie ist das mit nem Schulkind?

00:30:18: Und wie is's mit dem Kind in der Pubertät?

00:30:20: Und was ist auch mit dem kind, dass auszieht oder gerade ausgezogen ist?

00:30:24: Und das war natürlich beim schreiben spezifisch zu diesem Thema ein krasser Vorteil Weißt du?

00:30:32: Ja.

00:30:34: An der Quelle zu sitzen, selber emotional von all diesen Gefühlen die ja alle mit Mutter sein, Eltern sein zu tun haben und doch so verschieden sind.

00:30:48: Das Kuschelkatzen, ich kann das mal vorlesen.

00:30:50: Das hatte natürlich auch viel mit meiner eigenen Erfahrung zu tun, wo ich versucht hab, so eine Form zu finden für dieses seltsame Gefühl, wenn da das eigene Kind weg ist und man findet noch was von ihm ... Und auf einmal bekommt es so eine Bedeutung, weil man denkt, das ist noch von meinem Kind!

00:31:08: Ja?

00:31:09: Und dem Kind ist es aber voll egal, weil er hat seine Sachen gepackt Sein neues, cooles selbstständiges Leben irgendwie.

00:31:17: Ich lese das mal kurz vor ... Das Kuschelkatzen so nett!

00:31:41: Ich habe überlegt es dir zu schicken, doch dann kam ich mir plötzlich albern vor.

00:31:46: Ein Kuschelkatzen-Postpaket für dich?

00:31:48: Stattdessen nahm ich gar noch was zu flicken!

00:31:51: Es hatte nämlich einen Riss im Ohr – ich glaube, ich behalte das für

00:31:55: mich.".

00:32:13: Ja, vielleicht wird es Zeit mal die alten Korroscheltiere wieder rauszusuchen.

00:32:17: Herzensnah weil du mich verstehst und siehst bekommt ihr überall wo's Bücher gibt.

00:32:23: Und damit liebe Nora kommen wir zu der Sponsoren der aktuellen Folge und das folgt etwas Werbung.

00:32:29: Ja, unsere Folge wird heute wieder unterstützt von Pling-Pling der Familienzeitschrift.

00:32:34: Das ist so ein tolles Angebot für Familien und ich freue mich jedes Mal wenn wir das vorstellen können weil ich immer dann auch so dankbare Rückbildungen bekomme von Eltern die sagen es ist manchmal ja nicht so leicht zum Beispiel Großeltern zu beschenken die schon alles haben.

00:32:47: aber pling-pling die Familienzeit ist einfach das perfekte Geschenk für Verwandte Gerade auch Menschen, die gar nicht so digital unterwegs sind.

00:32:58: Sondern wirklich noch gerne einfach dann auch was Gedrucktes in der Hand haben und eine Zeitschrift durchgucken oder so.

00:33:03: Denn Pling-Pling ist ne Familienzeitschriff, die ihr quasi im Alltag nebenbei selbst erstellt und die als gedrucktes Heft bei den Großeltern oder Aparten oder wem auch immer eures Kindes auf euren Auftrag hinkommt.

00:33:15: Ich erklär kurz wie es geht!

00:33:17: Ihr habt eine App?

00:33:18: Die Pling Pling App.

00:33:19: Und da ladet ihr im Alltag Fotos und Texte hoch aus eurem ... miteinander mit euren Kindern.

00:33:25: Ihr könnt diese App auch zu Berere nutzen und quasi ein gemeinsames Album befüllen, also mit Partnerinnen oder alle Geschwister tun sich zusammen und laden von allen Nichten und Neffen und Cousins sozusagen Fotos und Momente hoch.

00:33:38: Und in dem Moment wo ihr das wollt könnt ihr sozusagen euer monatliches Zusammenstellen abschließen Und dann wird sozusagen alles, was ihr hochgeladen habt automatisch in einen Zeitschriften-Design gebracht.

00:33:53: Dann bekommt die Person für die ihr das Geschenk gemacht hat eure persönliche Familienzeitschrift mit bunten Bildern und mit euren Texten mit so einer Art Monatsrückschau.

00:34:03: Was ihr eben gemacht habt!

00:34:04: Man kann sich das wirklich vorstellen... Ihr braucht da im Alltag wenige Minuten, um da das eine oder andere nette Schnapschussfoto sozusagen hochzuladen.

00:34:13: Und am Ende habt ihr so ne tolle Sammlung zusammen und bei euren Lieben landet dann eine Zeitschrift im Briefkasten die dann eben immer wieder angeschaut werden kann, Freunden Nachbarn gezeigt werden kann ohne dass es dann irgendwie digitale Fotos sind, die unbedacht irgendwo landen können oder weitergeleitet werden können.

00:34:30: Das ist ein total schönes Geschenk gerade auch zu Weihnachten!

00:34:34: Viele Familien lieben das sehr.

00:34:37: Ich krieg immer wieder Rückmeldungen von Menschen, die bei unserer Pling-Pling-Werbung vor ein oder zwei Jahren schon darauf aufmerksam wurden und es jetzt immer noch weiter verschenken weil es so ein beliebtes Angebot ist.

00:34:48: Und deswegen freue ich mich dass wir dieses mal auch wieder einen Rabattcode für euch haben.

00:34:51: mit dem Code NouraFünf spart ihr einmalig fünf Euro und alles was ihr sonst noch über Pling Pling wissen müsst erfahrt ihr unter www.plingpling.de.

00:35:04: So schaut's aus, alle Infos packen wir euch wie immer in die Show Notes.

00:35:07: Die Beschreibung der aktuellen Folge.

00:35:09: und damit liebe Nora schauen wir nun unser Postfach.

00:35:12: Okay heute eine Mail liebe Nora von Katrin.

00:35:16: Liebe Nora lieber Oliver Zunächst einmal möchte ich die Gelegenheit nutzen und euch für euren tollen Podcast danken.

00:35:22: Ich bin Fan der ersten Stunde und verpasse fast keine Folge, das obwohl ich eigentlich überhaupt nicht gerne Podcasts höre.

00:35:30: Eurer ist allerdings so angenehm gestaltet und bereichert dass ich mich jeden Montag auf die neue Folge freue wie früher auf Grey Zanatomy.

00:35:43: In letzter Zeit ist das Thema Frustrationstoleranz ja wieder in aller Munde.

00:35:47: Und dass nicht nur im Zusammenhang mit dem beliebten Bashing der bedürfnisorientierten Erziehung, sondern auch zunehmend von Fachpersonen mit – für mich – sehr differenziertem und wissenschaftlich fundiertem Wissen.

00:35:59: Es scheinen sich viele einig!

00:36:02: Kinder würden gar keine Frustrationstoleranz mehr aufbauen und auch kein Resilienz und das wiederum würde ihnen zum Beispiel die Schulzeit massiv erschweren….

00:36:11: Überall liest man von Erzieherinnen und LehrerInnen, die diese Beobachtungen teilen.

00:36:16: Kindern fehle es an liebevoller Führung, an Grenzen und Regeln – Kinder hätten gar keine Chance mehr Frustrationstoleranz zu üben und Resilienz auszubilden.

00:36:24: Kinder trauen sich nichts mehr zu weil ihnen alles abgenommen

00:36:27: wird.".

00:36:29: Und während ich diese Beopachtungen gar nicht kleinreden will frage ich mich oft ob wir die Frustrationstoleranz von damals und heute denn wirklich korrekt vergleichen?

00:36:38: Wenn ältere Lehrerinnen beklagen, dass die Kinder früher viel besser mit Frust umgehen konnten reden wir hier denn eigentlich wirklich von einer besseren Resilienz?

00:36:48: oder haben sie früher in Frust vielleicht auch versteckt zum Beispiel aus Angst vor Strafen und Beschämung.

00:36:53: Wenn der Großteil der voregen Generation keinen richtigen Zugang zu ihren Gefühlen hatte waren Sie dann wirklich resilient oder einfach extrem angepasst?

00:37:03: Wo hört Frustrationstoleranz und Resilience auf Überanpassung.

00:37:09: Ist dieses Level an Frustrationstoleranz überhaupt erstrebenswert?

00:37:14: Im Alltag mit meinem Kind fällt es mir oft schwer, eine gute Balance zwischen fördern und überfordern zu finden.

00:37:19: Natürlich soll es Gelegenheiten zum Wachsen haben – auch bei Widerstand – und auch wenn es mal ungemütlich wird.

00:37:26: Gleichzeitig möchte ich den Frust nicht überhand nehmen lassen nur um eine Frustrationstoleranz zu erlangen die in diesem Ausmaß vielleicht auf Kosten anderer Dinge geht!

00:37:36: Mich würde sehr interessieren, welche Gedanken ihr zu diesem Thema habt.

00:37:39: Vielleicht habt ihr Lust auf eine Folge hierzu?

00:37:41: Ich würde mich jeden Montag sehr darauf freuen.

00:37:44: macht weiter so ganz liebe Grüße.

00:37:46: Oh, voll schön!

00:37:48: Wir könnten tatsächlich ja mal ne Folge zum Thema Frustration zu hören und gleichzeitig denke ich so Ja krass.

00:37:55: also das sind so kluge Gedanken die so gut formuliert sind auch in dieser Mail.

00:37:59: Also ich habe da ja selbst auch immer in meiner Arbeit schon öfter drüber gesp-.

00:38:03: Aber sie fasst das extrem proherent zusammen, dass eben dieser Vergleich mit den Kindern von früher ja den gefühlt so viel braveren Kindern und den Kindern heute eben auch oft.

00:38:16: Dass dieser Vergleich oft so ungerecht ist, weil man dann oft so tut als wären Kinder die weniger Probleme gemacht haben.

00:38:23: Dann eben sozusagen die besser erzogenen Kinder gewesen und in Wirklichkeit gab es einfach viele viele Kinder mit ihrem Frust ihrer Überforderung auch ihrer Neurodivergenz und das einfach nochmal reingeworfen zu haben total allein waren und für die Anpassungen auch über Anpassung die einzige Survival-Strategie war, um durch Schule aber auch durch Elternhaus so durchzukommen.

00:38:46: Und dass eben heute sehr viele Menschen sowohl in unserer Generation als auch in der Generation noch mal eins drüber also die Großeltern unserer Kinder heute auch manchmal große Schwierigkeiten haben mit ihren eigenen großen Gefühlen, mit ihrem Selbstwert und der Frage ... Wo ist meine Grenze?

00:39:08: Darf ich die auch zeigen und halten oder bin ich dann blöd, muss sich immer über meine Grenzen gehen.

00:39:13: Das ist eben auch kein Zufall.

00:39:15: das ist das Ergebnis auch von Strukturen die sehr lange auf die Überforderung und auf die Sensibilität von Kindern sehr wenig Rücksicht genommen haben, sondern wo es einfach ums Funktionieren ging.

00:39:27: Und auch um einen Erziehen mit Angst.

00:39:29: Wenn ich meine Vorträge halte zum Thema Meine Grenze ist ein Halt sage ich ganz oft ins Publikum den Eltern euch wird immer wieder gespiegelt werden Die Kinder von heute sind so schlimm wie nie und wir sehen heute tatsächlich einfach In der Breite der Gesellschaft, nicht auf die einzelne Familie bezogen bei der Breiten zum ersten Mal wirklich eine große Zahl an Kindern, die keine Angst vor ihren Erwachsenen haben.

00:39:52: Und das ist was Großartiges!

00:39:54: Aber das heißt eben auch, die zeigen sich teilweise wie sie sind mit ihrer Überforderung.

00:39:59: Mit Unlust so.

00:40:01: und da muss man natürlich auch schauen... Da haben wir ja schon darüber gesprochen wo es sind da die Grenzen?

00:40:05: Wie kann man dann trotzdem sich sozial verträglich in der Gruppe verhalten oder so?

00:40:09: aber ich bin absolut der Meinung dass viele dieser viel gelobten Jahrgänge wo man noch mit Kindern alles machen konnte und wo nicht jeder eine extra Wurst brauchte aus ganz vielen Kindern auch bestanden, denen es nicht gut ging in diesen Strukturen und die aber einfach keine sichere Möglichkeit gesehen haben darauf aufmerksam zu machen dass es ihnen gerade nicht gut geht.

00:40:33: Ich finde hier vermischen sich auch ein bisschen die Dinge weil zum Teil ist das ja einen Vorwurf an die Eltern den wir ja dann auch hören so wie haben unser Kind nicht richtig im Griff erzogen.

00:40:50: Aber wenn man quasi nur aufs Kind schaut, dann würde ich wirklich gerne mal konkretere Beispiele haben wo man eine Frustrationsintoleranz sieht.

00:41:04: Weil ich vor diesem Begriff... also wir lassen uns echt mal eine Woche machen weil dieser Begriff ist zum Teil der finde ich In der leihenhaften Verwendung super Schwammig und unklar.

00:41:16: Und je nach Situation auch sozial total unterschiedlich aufgeladen.

00:41:20: mal ist man irgendwie quick lebendig und mal streckt man über die Schläge schreckt man über, die strenge Mal hat man keinen Bock und mal wartet man nur aber seine Grenzen das alles sehr sehr sehr subjektiv immer wieder

00:41:31: wird.

00:41:32: und dann

00:41:34: natürlich sagt du erst bitte

00:41:36: So und da geht's bei mir schon mal dann so los.

00:41:39: Und natürlich die Beobachtung von Katrin teile ich voll, dass man sagt naja wir reden hier von ganz verschiedenen Dingen.

00:41:46: also weil ja das Setting von Pädagogik Eltern schafft Gesellschaft auch ein komplett anderes ist.

00:41:53: es gab damals viel strengere und gewalttätigere Strukturen aber auch viel mehr Kinder.

00:42:00: ob heute Kinder wirklich keine Angst bevor ihren Eltern haben würden wir uns alle wünschen aber sagt ganz.

00:42:08: also sagen wir mal das level an angst ist geringer sag ich mal.

00:42:13: aber ich glaube schon dass angst und sozusagen gehorsam und all diese dinge schon als im kind schon noch da sind und getriggert werden können.

00:42:23: wenn du jetzt ja wenn du heute Abend mit der hand laut auf den tisch hauen würdest.

00:42:30: Dann würde dein Kind Angst haben und nicht sich denken.

00:42:34: Die Nuri, die kann mich mal.

00:42:37: Also das ist super

00:42:39: spannend.

00:42:40: Wir haben diese Macht und Macht.

00:42:43: Macht glaube ich vielleicht auch schnell Angst?

00:42:47: Ja, super spannend!

00:42:49: Ich finde es ganz wichtig.

00:42:50: da ein Einwand also was ich meine ist wenn... Erzieherinnern sich darüber beschweren, dass Kindergarten oder Kita-Kinder heute vielfach ... einfach auch gewisse Anforderungen vermeiden und sagen, ne, mach ich nicht.

00:43:09: Ich hab jetzt kein Lust das zu basteln!

00:43:10: Ich will das nicht ausmalen, ich muss das auch nicht... ...ich weiß auch dass ich das nicht muss so, ne?

00:43:15: Hat das natürlich auch was damit zu tun, dass sich da Erziehung gewandelt hat sozusagen und das überhaupt.

00:43:20: dieses Gefühl von einem zweiter dreijährigen Kind, ich darf eine erwachsenen Person widersprechen, ich durfte mich an der Anforderung auch widersetzen, ich Darf auch wissen was ich muss und was ich nicht muss.

00:43:31: Das hat sich verändert und auch etwas mit Erziehung zu tun.

00:43:33: Es sind längst nicht alle Kinder, die das so haben.

00:43:36: aber man merkt es schon und das ist ja manchmal was uns Eltern negativ angekreidet wird dass wenn man Kinder in einem Umfeld großzieht wo man ihnen sagt du darfst auch nein sagen und du darfest auch wenn du spürst wenn du so ein Nein-Gefühl spürsst darfst du dem Ausdruck verleihen dass das eben dann auch dazu führt dass Kinder das auch machen weil sie nicht gelernt haben irgendwas nicht einfach zu befolgen.

00:44:03: Und trotzdem hast du völlig recht, dass auch diese Kinder die dann gelernt haben ich darf auf mich achten und so... verängstigt werden können und schnell spüren, wo es Punkte gibt, wo's nicht sicher ist sich zu verweigern.

00:44:16: Das auch an unterschiedlichen Orten in unterschiedlichen Strukturen manchmal subtil beschämt wird im Sinne von du musst halt nicht aber dann kommt was später Blöde der Schule für dich so.

00:44:27: Dann kriegt man auf die Weise irgendwie Angst gemacht.

00:44:31: Was ich in dem Zusammenhang noch erwähnen will weil ich das selber so augenöffnet fand war ... In der Psychologie ist ja in den letzten ... zwanzig Jahren dieser Begriff der Resilienz so groß geworden.

00:44:43: Auf einmal sollten alle Resilient sein, also auch erwachsene Arbeitnehmer.

00:44:47: Alle sollten resilient werden und es wurde auch sehr viel darüber gesprochen.

00:44:51: Resilience sei eine Wunderkraft im Sinne von.

00:44:53: das ist so gut wenn man resilient ist.

00:44:56: Man ist dann so widerstandsfähig, man lässt sich nicht von jedem Stürmchen umhauen Und natürlich steckt da ne Wahrheit drin.

00:45:02: Also Es Ist Gut Wenn wir psychisch So stabil sind dass Wir Auch Ne Gewisse Widerständigkeit haben und uns nicht jede kleine Herausforderung sofort lahmlegt.

00:45:15: Gleichzeitig fand ich es auch für mich selber noch mal so interessant zu lernen, dass dieser Begriff der Resilienz ursprünglich aus der Materialforschung kommt.

00:45:24: also man spricht so über resilienten Stahl oder resiliente Beschichtungen oder sowas wo's eben immer darum geht zu sagen wie kann irgendeine Nicht belebte Struktur, eine besondere Widerstandsfähigkeit haben gegenüber Wetter oder anderen Belastungen.

00:45:40: Dann wurde das ein bisschen in die Psychologie übertragen im Sinne von wie können wir Menschen quasi auch?

00:45:45: Weil sie so einen Schutzlack bekommen damit wir belastbarer sind und das hat sehr viel mit den Anforderungen der modernen Arbeitswelt zu tun.

00:45:53: also die Vorstellung wenn dir es zu anstrengend ist brauchst du noch mal eine extra Lackschicht und dann bist du vielleicht noch zehn Prozent belastbärer.

00:46:01: als Bild dass das dann in die Kindheit auch so rübergewandert ist.

00:46:04: Wir müssen resiliente Kinder großziehen, zeigt eben auch, dass es uns manchmal leichter fällt, uns vorzustellen zu sagen wir müssen einfach alle belastbarer werden anstatt zu sagen vielleicht gucken wir mal die Belastungen an ja vielleicht müssen die auch an manchen Stellen runter weißt du?

00:46:20: Das ist ein Spannungsfeld.

00:46:24: aber ich fand das für mich ganz interessant.

00:46:26: dieses Mantra Man muss resiliente Kinder großziehen.

00:46:31: Was man oft so hört, finde ich auch mal so.

00:46:33: zu hinterfragen und zu sagen ... Muss man wirklich?

00:46:38: Vielleicht ist manchmal eine Nichtbelastbarkeit und das Anerkennen und Merken... Ich kann das jetzt nicht!

00:46:44: Ich will das nicht!

00:46:45: Das tut mir es nicht gut!

00:46:47: Vielleicht nicht das Beste für potenzielle Arbeitgeber die den maximalen Wert schöpfen wollen aber vielleicht das Bste für die psychische Gesundheit eines Menschen.

00:46:56: einfach zu sagen hier bin ich nicht so resilient Das ist nichts für mich.

00:47:01: Ah, das ist so ein großes Thema!

00:47:03: Ja,

00:47:03: da sind wir jetzt noch... ja ich versteh also... ähm... ja Resilience ist da nochmal... Da bin ich zweigeteilt.

00:47:11: Also ich verstehe deine Kritik.

00:47:13: Ich kann die wirklich gut nachvollziehen und annehmen.

00:47:15: Ich glaube dass Versprechen von Resilienz war halt du kannst aktiv etwas tun gegen dich belastende Umstände.

00:47:27: Du musst sie nicht mehr hin nehmen Und so, das ist natürlich schon

00:47:32: für

00:47:32: ein Game-Changer, glaube ich.

00:47:33: Für manche Menschen gewesen zu sagen ... Ach!

00:47:37: Das ist eine Eigenschaft die hab' ich so nicht vielleicht oder wie andere aber das psychische Abläufe auch aktiv gestaltet werden können und nicht nur passiv hingenommen werden können.

00:47:47: Ich glaube da war so ein Teilversprechend der Resilienz.

00:47:50: Aber

00:47:51: Resilience und Frustrationsholeranz sind eng miteinander verknüpft.

00:47:54: Also das ist irgendwie nicht zwei paar Schuhe.

00:47:58: Also entwicklungspsychologisch kann ich einfach sagen, wir wissen dass es eine wichtige Aufgabe ist in der kindlichen Entwicklung.

00:48:07: Eine gewisse Frustrationstoleranz zu erlernen und zwar wirklich in dem Sinne, dass wir Strategien lernen müssen im Umgang mit bestimmten Dingen die nicht so laufen wie wir es wollen.

00:48:17: Also das ist ganz normal.

00:48:19: wenn wir zwei Jahre alt sind uns überwältigt und wütend und verzweifelt fühlen wird irgendwas nicht nach unserer Nase geht sozusagen und es ist wichtig für unsere Persönlichkeitsentwicklung dass wir irgendwann erwachsen sind diese Gefühle immer noch erleben können, aber dann irgendwas den entgegensetzen können.

00:48:36: Es ist so ein bisschen das was du gesagt hast als wäre dann auch aktiv damit umgehen können und nicht einfach nur überrollt werden von etwas was uns irgendwie belastet sondern dass wir sagen okay was mache ich denn jetzt damit?

00:48:46: Und wir wissen das Frustrationen... zum üben, dafür sozusagen wichtig sind.

00:48:53: Aber und das wird finde ich in diesem pädagogischen Diskurs auch oft vergessen es geht dabei oft um sogenannte Mikrofrustrationen also wirklich kleine Frustration die mich nicht völlig überwältigen oder die mich nie emotional verletzen sondern die mich so ein bisschen herausfordern aber an denen ich auch gut wachsen kann.

00:49:11: Und Ich muss Mikrof frustrationen Nicht alleine bewältigen Um Frustrations Toleranz zu erlernen.

00:49:17: Das heißt Es macht meine Lernkurve nicht steiler, wenn ich allein gelassen werde mit einer frustrierenden Situation.

00:49:24: Sondern wenn da eine frustrierende Situation ist und jemand ist da mit mir und sagt, wie kriegen wir das gemeinsam gelöst?

00:49:30: Ich stärke das meine Frustrationstoleranz genauso.

00:49:33: nur, wenn natürlich jemand sozusagen jedes Problem immer schon für mich löst bevor ich überhaupt drüber nachdenken konnte was mich eigentlich frustriert und dass auf Dauer dann kann das tatsächlich zu so ner Gewissen Erlernten, Hilflosigkeit führen im Sinne von ich bin offensichtlich nicht selbstwirksam.

00:49:53: Sonst müsste man ja nicht alles immer sofort für mich aus dem Weg räumen so aber wir hatten da schon mal in der Folge drüber gesprochen wo wir über die Frage gesprochen haben gibt es so viel Überbehütung oder ist das eher ein mediales Phänomen?

00:50:07: Es gibt definitiv manchmal bei Eltern die Tendenz Es ist besonders gut machen zu wollen für ihr Kind und manchmal wird auch sozusagen eine Frustration, zu früh oder zu schnell aus dem Weg zu räumen.

00:50:20: Aber gesamtgesellschaftlich mache ich mir viel mehr Sorgen um Kinder die auch heute noch mit überfordernden und frustrierenden Situationen emotional komplett allein gelassen werden als um Kinder denen die Eltern vielleicht manchmal etwas zu schnell oder zu voreilig den roten Becher holen, weil der Gelbe jetzt gerade gar nicht geht.

00:50:44: Und Kinder brauchen Frustrationstoleranz und müssen es lernen ... Das ist bis heute manchmal eben auch ein Totschlagargument für einen relativ autoritären oder einfach lieblosen Umgang mit Kindern.

00:50:57: Also dass dann grade in schulischen Settings manchmal so gesagt wird Ja, dem helfe ich jetzt nicht.

00:51:02: Man muss auch Frustrations-Toleranz lernen, selber schuld so.

00:51:04: und dann lässt man Kinder da ein bisschen in der Misere hocken.

00:51:09: Und daraus ... Das ist ziemlich gut belegt, entwicklungspsychologisch.

00:51:13: Lernkinder eben nicht

00:51:15: ... Gar nix!

00:51:16: Frustrationstoleranzresilienz sind irgendeine positiven konstruktiven Selbstwirksamse, sondern sie lernen einfach manchmal verraten und verkauft und Erwachsene könnten einem helfen wollen es aber nicht.

00:51:26: Und das macht eher was mit der ... mit dem erfahren von Sicherheit und ist die Welt ein guter Ort als von, hey ich kann mir total gut selber helfen.

00:51:39: Aber es ist ein total spannendes Thema Oliver!

00:51:41: Ich bin voll froh um diese Zuschrift und ich denke wirklich das ist auch was wo wir nochmal tiefer einsteigen könnten, weil das so ein facettenreiches Thema ist und auch natürlich je nach Alter des Kindes, je nach Persönlichkeitstyp.

00:51:55: Je nach Neuerundivergenz oder nicht Neuerunivergenzen wir wirklich mit diesem Thema wie viel Frust es zumutbar noch mal ganz unterschiedlich umgehen müssen.

00:52:05: Ja ja machen wir irgendwann finde ich eine gute Idee jetzt.

00:52:11: aber das war's für heute eine schöne Woche.

00:52:13: vielen Dank wieder und bis zum nächsten

00:52:15: Mal Genau, und denkt immer dran.

00:52:18: Aller Anfang ist manchmal schwer, manchmal leichter aber immer interessant!

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