Aller Anfang: Was schmeckt dir und warum?
Shownotes
Oliver und Nora sprechen über Lieblingsessen und Geschmacksvorlieben: Lehrt Familienküche, was uns später im Leben schmeckt? Müssen wir selbst kochen für eine wohlschmeckende Mahlzeit? Und was ist das Geheimnis eines gut gewürzten Essens, das (fast) allen schmeckt?
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Transkript anzeigen
00:00:09: Alleranfang ist manchmal schwer, manchmal leichter aber immer interessant.
00:00:14: Und womit fangen wir heute an?
00:00:16: Heute lieber Nora würde ich gern mit dir über Geschmacksvorlieben sprechen.
00:00:19: Na dann legen wir los!
00:00:21: Diese Folge wird unterstützt von der Alltagsgold-App Die Journaling und Fotobuch verbindet und mehr erfahrt ihr am Ende dieser Folge.
00:00:29: Hallo Nora
00:00:30: Hallo Oliver
00:00:31: Ich habe dir was mitgebracht, ich wollte nämlich unter anderem sprechen über Furikake.
00:00:36: Über was?
00:00:37: Das wollen wir rascheln hören Purikake, außerdem über Hühnerinnereien und Artischockenglässchen.
00:00:44: Okay!
00:00:46: Ich dachte ich leg dir jetzt mal so ein Blumstrauß hin weil wir ja heute über Geschmacksvoll lieben sprechen wollen.
00:00:52: So haben wir es jetzt mal umständlich benannt und da geht es tatsächlich um die Geschmäcker die so in unserem Mund stattfinden beim Essen.
00:00:59: Wir reden nicht über unseren Kunstgeschmack oder Musikgeschmacks, sondern wir reden über den Geschmack von all dem, was wir zu uns nehmen und was wir unsere Kinder an Essen anbieten.
00:01:09: Und die Geschmäcker unserer Kindheit und Jugend und alle solche Dinge, die damit zusammenhängen.
00:01:15: Du hast ein Gewürz mitgebracht!
00:01:16: Ist das dein Lieblingsgewürz?
00:01:18: Das ist eine Gewürzwischung
00:01:19: ne?!
00:01:19: Es ist eine Mischung, genau.
00:01:21: Eine Gewürztmischung ... Irgendwie immer eine Abkürzung und teilweise doch total super.
00:01:26: Und die habe ich gerade total gern, also unbezahlte Werbung... Ich kaufe total gerne bei Gewürze der Welt!
00:01:32: ...und da sind so Algenflocken drin, geräuchertes Paprikapulver, Zucker, Zitronenschale und Sesam.
00:01:40: Wo schmeißt
00:01:40: du das ran?
00:01:42: Ja, und das kannst du quasi über alles schmeißen.
00:01:44: Das sind immer die besten Gewürzmischungen.
00:01:46: Die kannst Du vom
00:01:47: Milchreis bis zum Sauberbraten.
00:01:50: Ja, ich weiß.
00:01:52: Ich weiss nicht.
00:01:54: Du hast halt einfach mehr Umami dabei durch diese gerösteten Sachen und Algen?
00:02:00: Also ist das für Rezente Gerichte irgendwie so Fleischgerichte oder Currys oder sowas in der Art oder so?
00:02:06: Ich hau das auch auf dem Butterbrot.
00:02:09: Also letztlich kannst du fast alles halt so ein bisschen lustiger machen weil Sesam und geröstet und Alen macht ja immer gut.
00:02:18: Macht
00:02:18: ja immer was!
00:02:19: Ja, spannend.
00:02:21: Mir ist es schon mal aufgefallen, dass ihr eine totale Gewürz-Familie seid.
00:02:25: Wenn man bei euch zu Hause ist, ihr habt ganz unterschiedliche Gewürze und auch ganz coole Gewürzenmischung da rumstehen.
00:02:29: Und weißt du?
00:02:30: Du hast irgendwann als wir über Spiele gesprochen haben erzählt wie ihr bei uns zum ersten Mal in der Küche schandet und sagt, wow dieser Spiele schrankt!
00:02:37: Wir haben irgendwie drei oder so... Ich hab das Analoge glaube ich für euch mit den Gewürcen, weil bei uns... Also wir haben Pfeffersalz, Paprika ... Curry ist natürlich nicht irgendwie da.
00:02:49: Also Basilikum, aber wir sind glaub ich echt ... Das ist ja das Klischee von Deutschen.
00:02:56: Nicht so die Würzfamilie im Sinne von dass wir uns wahnsinnig gut mit auskennen.
00:03:01: Ich find's immer total toll wenn wir irgendwo sind ob in einem Restaurant oder bei Leuten zu Hause wo Leute richtig cool würzen können mit sich wie ganz tollen Gewürzen der Welt zu ausknen.
00:03:09: Aber ich fühl mich davon schnell überfordert und dann wird es sich halt doch Drei Gewürzen, die ich kenne so ungefähr.
00:03:17: Und ich finde das total cool, dass dann bei euch sozusagen wie ihr würzt, sag' ich jetzt einfach mal bei mir, kocht viel viel viel fielfältiger als wir.
00:03:27: und ich frage mich ein bisschen, wie man das... Also wie man das lernt, wie man dann Zugriff bekommt.
00:03:32: Weil ich vermute jetzt einfach, dass diese Wirtsmischung von der du gerade geschwärmt hast nicht die Wirts-Mischung deiner Kindheit ist.
00:03:39: Dass du vermutlich nicht, dass das so mit du aufgefachsen bist.
00:03:42: Stell dich mir jetzt einfach so vor!
00:03:43: Du musst es ja irgendwann mal entdeckt haben und gesagt haben, das mache ich jetzt...
00:03:48: Genau, stimmt.
00:03:48: Klein Oliver wuchs nicht auf Furikake auf und hat seitdem immer ein Döschen mit dabei.
00:03:55: Nein,
00:03:55: denn du bist doch wahrscheinlich auch mit Pfeffer, Salz, Paprika süß und Curry aufgewachsen oder?
00:04:01: Kräuter der Provenz... Oder nee wie heißt das andere?
00:04:05: Ist es das gleiche?
00:04:07: Italienische
00:04:07: Küchenkräuter.
00:04:12: Ja ich glaube eher so in die Richtung unzimmt.
00:04:14: Zimt glaub ich
00:04:15: schon immer.
00:04:16: Wegen Milchreis!
00:04:18: Das ganze Leben ist zimt, genau.
00:04:21: Ja danke das ist natürlich ein großes Kompliment gewesen nämlich gerne stellvertretend und auch direkt an.
00:04:26: also als meine Frau mich kennenlernte brachte ich ihr was zu essen und sie nahm mich trotzdem
00:04:33: so
00:04:34: Und sie stand jahrelang auch zum Beispiel neben mir wenn ich gekocht habe und hat gesagt Ich würde immer in so homöopathischen Dosen würzen.
00:04:43: Das hat sich total Schmeckt nach nix so und vielleicht war da auch teilweise was dran also.
00:04:52: Total simpel.
00:04:53: eigentlich ist, diese gefünfft Geschmacksknospen oder was?
00:04:57: Wir da haben als Mensch
00:04:58: einfach zu gehen.
00:04:58: Diese Geschmacksrichtungen so mit Süßsauern...
00:05:00: Also egal was du kochst außer Milchreis ja.
00:05:04: also egal ob du jetzt Gemüsepampfen mit irgendwas oder Kürbissuppe oder den Sonntagsbraten oder was auch immer machst nehmen immer diese fünf süß das heißt du haust trotzdem irgendeinen Schluck Irgendwas.
00:05:20: Achorn, egal was du halt je nachdem was machst.
00:05:22: aber jetzt achornsirup, Zucker, Löffelchen, Marmelade... Was du halt Süßes findest um mich herum zu noten auch einfach Zucker.
00:05:29: also ich glaube in der Gastroa haut man einfach Zucker rein.
00:05:32: Sollte immer vorkommen.
00:05:34: deswegen ist die Tomate so beliebt bei keine Ahnung Bolognese-Sauce weil sie es halt auch süß sauer vergissen eigentlich die meisten Essig reinhauen, ob Reis-Essig, Apfelessig ... ja, die du nennst.
00:05:47: Oder Zitrone oder die Orangensaft oder was halt so saures rumsteht?
00:05:53: Ich glaube deswegen ist auch viel in manchen Soßen der Weißwein, der dann verkocht drin ist.
00:05:58: Der ist ja auch süß und sauer.
00:06:00: Scharf!
00:06:01: Das scharf geht's ja meistens los.
00:06:03: Bei Salz und bei Schaf habe ich das Gefühl, da geht es ja meistens auseinander.
00:06:06: Die einen können Schafe wohl nicht ab.
00:06:08: Und die anderen nehmen es nie scharf genug.
00:06:10: Die brauchen immer noch extra Schärfe aber... Da gibt's zum Beispiel auch wieder so ein... Also es gibt so Schafe, die ist nicht so scharf.
00:06:19: Da gibt´s eine koreanische Chili-Paste, die haut dir dann nicht so gleich gegen Hirn oder... Ich will hier gar nicht so rumtun.
00:06:26: Aber ich find das interessant, also
00:06:28: ... Ein bisschen scharf kann jeder.
00:06:31: Mein Klassiker ist, wenn ich nix da hab, ist Schafersenf.
00:06:34: Es ist total erstaunlich was ein halber Teelöffel Schafer-Senf in der Soße macht oder auch in einer Kürbissuppe und was du grade kochst.
00:06:44: Okay, das heißt sozusagen also bei jedem Essen jetzt mal abgesehen von der Süßspeise so.
00:06:48: Es versuchst du quasi so ein bisschen nachgefühlt zu würzen und du sagst es muss sozusagen vorkommen etwas Süßes, etwas Saures, etwas Schafes, was salzig ist?
00:06:56: Und das fünfte ist Umami!
00:06:58: Und Umami ist so dieser...
00:07:00: Umami hat man als letztes entdeckt.
00:07:02: Das ist dieses wohlfühlgeschmackle Ding, was ist ganz viel in Fleisch oder eben in der Alge.
00:07:07: deswegen hat die Furikake eben die Alge oder in Pilzen, da gibt es ganz viel was Umami ist.
00:07:13: Also deswegen röstet oder brät man zum Beispiel Pilze an und tut bitte nicht drinnen rumrühren weil dann werden sie schlonzig sondern einfach sind der Pfanne so lang wie möglich.
00:07:21: so und dann hast du die Röstaromen die du bei der klassischen Soße mit Rotwein ablösen würdest.
00:07:28: das ist das Umami.
00:07:29: Übrigens also wenn du jetzt zum Beispiel einen Kuchen backst haust du ja glaube ich auch eine Prise Salz reisen.
00:07:34: Die ist ja eigentlich auch in der Logik denkt man ne aber das ist so die Denke Und Salz immer zum Schluss.
00:07:41: Also nicht im Sinne von, wo sind wir jetzt hier eigentlich gelandet?
00:07:44: Nicht im Sinne van salze ich jetzt irgendwie für die Fleischköche, sondern es geht nur darum dass du erst mal über die anderen vier nachdenkst.
00:07:55: Weil wenn du z.B.
00:07:56: Sojasauce reingekippt hast wegen Umami oder eine Gemüsebrühe dann merkst du plötzlich... Oh Mist, da war ja schon ganz viel Salz drin.
00:08:03: Also
00:08:04: Salzen kann es zum Schluss immer am einfachsten und dann köchelt was auch immer du da machst in fünf Minuten oder drei Stunden vor sich hin und dann probierst so.
00:08:11: Dann machst du die Augen zu und sagst ist da was Süßes?
00:08:13: Da was Scharfes?
00:08:15: Oder brauche ich von irgendwas mehr!
00:08:17: Und dann merke ich plötzlich das ist überhaupt nichts... Scharfes kommt da hinten an, weil das ist glaube ich irgendein anderer Teil der Zunge.
00:08:23: Also ich erkläre hier echt nur so Leinenwissen.
00:08:25: Ja,
00:08:25: war total cool!
00:08:26: Aber das...
00:08:26: Das ist toll.
00:08:27: Weißt du was ich gerade lustig finde?
00:08:28: Das ist kurz auf der Meta-Ebene.
00:08:30: Wir sprechen ja ganz viel über pädagogische Themen und da bin ich zu Hause und hab immer das Gefühl, da kann ich dir zu jedem Aspekt sofort irgendwas erzählen.
00:08:37: und manchmal guckst du dann mit großen Augen und sagst okay...?
00:08:41: Ist das jetzt so Standard-Wissen?
00:08:42: Weißt du, was ich meine.
00:08:43: Und jetzt haben wir gerade so ein bisschen diesen Rollentausch, dass ich dich mit großen Augen angucke und sage... Achso!
00:08:49: Okay!
00:08:50: Also ich pauhe halt immer seit so einem Pfeffern dran ungefähr, weißt du was ich mein?
00:08:56: Ich finde das aber total cool.
00:08:57: Ja nach zwei Jahren beginnt der Payback.
00:09:00: Das ist so'n bisschen auch ... Kann man sagen, ein bisschen den Hobby von dir zu sagen.
00:09:05: Cooles Kochen und also jetzt nicht im Sinne von.
00:09:07: ich fühle mich wie so ein halber Sternekoch aber gute Alltagsküche ist schon so'n Ding bei euch?
00:09:12: Genau!
00:09:12: Also wirklich das nicht.
00:09:13: dass jetzt irgendjemand denkt wir hätten da so eine Riesengewürzsammlung ist auch schon wieder glaube ich weird.
00:09:19: Aber was ich sagen will is Ich bilde mir dann nix großes Ein oder ich koche glaub ich auch nicht länger als irgend jemand anderes in der Küche.
00:09:28: Auch ich habe keine Zeit, zwei Stunden in der Küche zu stehen und mir da irgendwie was sonst was auszudenken.
00:09:34: Aber... Ich ging ja los mit diesen homöopathischen Dosen!
00:09:37: Und wenn du halt eine Zucchini nimmst und die irgendwie in die Halbierste in ein Stück geschmeißt schneidest, die in die Pfanne haust und dann so'n bisschen Salz und deine Krotter der Provence drüberhaust Dann werden sie in achtzig Prozent der Fälle Lätscher schmecken weil du nicht genau den Moment erwischt wo die Zucchinis... Weißt du?
00:09:54: Verstisst
00:09:54: Du?!
00:09:55: Genau.
00:09:55: Aber wenn du eine total zerkochte Zucchini mit diesen fünf Gewürzen zuballerst,
00:10:00: dann wird es wieder
00:10:02: gut.
00:10:02: Dann schmeckt das nach was?
00:10:03: Ja krass!
00:10:04: Ich glaube übrigens... Oh Gott ich muss echt aufhören hier, aber das kommt mir vor wie so ein... ja weißt schon Das ist zum Beispiel auch bei Fleischküche so, dass ein großer Teil liegt daran, wie wird es zubereitet oder wie wird das gewürzt und weniger daran, dass es Fleisch ist.
00:10:18: Ich glaube, das ist auch so einen Vorurteil der vegetarischen Küche gegenüber, dass sie oft eigentlich halt einfach ein bisschen fahrtgewürzt.
00:10:24: Nach nichts schmeckt?
00:10:24: Ja ja, weil man's nicht so zuberei-ten kann!
00:10:27: Und das liegt aber dann an den Gewürzen und nicht daran was man da halt rausholen kann.
00:10:30: Stichwort Pilze zum Beispiel.
00:10:33: Nee ich find' es spannend das so zu hören... Das, was du erzählt ... Erinnert mich an ein Kochbuch.
00:10:38: Ich weiß nicht mehr von wem das war.
00:10:40: Aber ich hatte mal einen Buch gesehen und das hieß nämlich so wie du gerade diese fünf Dinger genannt hast.
00:10:47: Das hieß irgendwie süßsauer, salzig scharf umami oder sowas.
00:10:52: Und da ging es quasi darum in diesem Kochbuch eben gar nicht... Das waren gar keine klassischen Rezepte.
00:10:58: Man nehme einen Teelöffel davon und ein Teelöffel davon, das war quasi so eine Beschreibung von Gerichten wo man lernen sollte genau das was du gerade beschrieben hast zu machen.
00:11:06: also man nimmt irgendwelche Zutaten und dann muss man praktisch gucken wie schmecke ich diese fünf Elemente raus und wodurch könnte ich die machen?
00:11:13: Und ich kann ja auch Ingwer für Schärfe nehmen oder so.
00:11:16: und was macht das für den Unterschied?
00:11:18: und ich fand es super faszinierend und habe mich da aber nicht ran getraut, hab sie nicht gekauft weil ich dachte dass immer vordert mich!
00:11:23: Ich bin schon glaube ich eher jemand der sagt mir bitte, was ich da genau reinschmeißen soll.
00:11:29: Und ich merke so dass... Ich stehe ja gerne in der Küche!
00:11:34: Ich backe auch total gerne und gleichzeitig merke ich das sich beim Kochen sozusagen mein Selbstbild von wie ich gern kochen würde und die Tatsache wie ich wirklich koche, dass sie so ein bisschen auseinander geht und dass ich irgendwie gerne da sozusagen nochmal mehr Sicherheit hätte gerade auch so in diesem improvisierten Kochen.
00:11:51: Ich guck mal, was noch da ist und dann mach ich daraus was!
00:11:54: Und dann zauber ich daraus was.
00:11:55: Das finde ich total cool wenn Leute das können.
00:11:57: Und ich kann das bis zum gewissen Grad schon auch.
00:12:00: aber ich merke auch dass sich so gefühlt immer bei den gleichen fünf Rezepten wieder rauskomme.
00:12:04: So und ich bin schon echt auch eine gute Kundin für alles Was eben so Abkürzungen anbietet.
00:12:11: Also anders als du?
00:12:12: Ich bin echt ja auch Kunden für Backmischung Für irgendwelche fertigen Gerichte, wo man nicht mehr so viel ... selber können muss, sondern die einfach nur noch zusammenschmeißen muss.
00:12:23: Ich find das supertoll dass mir der Thermomix irgendwie in der Küche steht und bezahlte Werbung ganz viele Rezepte immer vorschlägt und sagt probier doch mal diese neue irgendwas Suppe und da steht ja ganz genau drin was ich machen muss und ich muss wie bei so ein Computerspiel einfach nur so bang-bang-bang nächstes Level.
00:12:40: dann am Ende kommt etwas raus was gut schmeckt aber es ist auch so bisschen generisch halt.
00:12:45: na also du hast nicht selbst irgendwas abgeschmeckt sondern du schmeißt dann halt einfach die Zutaten genauso wie dieses Gerät jedes sagt in Topf.
00:12:51: Und ich weich da manchmal natürlich auch von ab oder hab dann irgendwas nicht da und ersetze das, aber sozusagen das was du so beschreibst wenn du das so erzählst die schließt die Augen und spüre so welcher geschwack fehlt.
00:13:03: vielleicht noch der weg bei mir sofort ein gewisses verlangen.
00:13:07: weiß es so dieses Gefühl von oh das muss Spaß machen so zu kochen.
00:13:10: das klingt irgendwie sinnlicher als ...fünfzehn Zutaten irgendwie in Thermobix zu schmeißen.
00:13:17: Und gleichzeitig merke ich so, an vielen Tagen schaffe ich ja schon das nicht!
00:13:22: Also mit den fünfzehnten Zutalen im Thermobox und dann schaff' ich Tiefkühlpizza oder Fischdäpfchen... ...oder Nudel mit Tomatensauce aus dem Glas.
00:13:30: So.
00:13:31: Ich will das gar nicht abwerten.
00:13:32: Ich find es völlig okay und unsere Kinder mögen das.
00:13:34: Das ist einfach auch manchmal eine Frage von... Zeit und Kraft und allem.
00:13:39: Aber an sich merke ich so, wenn du das so erzählst ... Das muss ja voll Spaß machen, kochen zu können und so was im Alltag auch zum Bachen.
00:13:49: Weißt du?
00:13:52: Ja!
00:13:52: Also... Ich hab nur Angst auf irgendeinen Kochtronen gehoben zu werden, mit dem ich überhaupt nicht sitze.
00:13:57: Es gibt mir nämlich nicht nur ein total sinnliches Erlebnis in irgendwie sondern es gibt mir eine gewisse Sicherheit Wie bringe ich etwas auf den Tisch, was schmeckt?
00:14:07: Ich wollte da ja hinkommen, dass ich für die in der Familie, die jetzt gerade dieses Gericht überhaupt essen würden.
00:14:13: Weil wir natürlich auch nicht jeder hier gleichermaßen alles ist und so... Aber das es halt gut wird was du da so machst.
00:14:21: Und was ja nicht heißt, dass sich mir trotzdem Rezept suche oder denke ah cool man könnte irgendwie.
00:14:26: Also ich komm auch nicht auf die Idee, Kürbis und Blauschimmel zu kombinieren.
00:14:30: So was brauch' ich bräuchte ich auch in Rezeptes mittels Sagen.
00:14:32: Ah
00:14:32: ja, die Kisch!
00:14:33: Aber dann kann man trotzdem sagen, schmeck's halt einmal ab bevor du es auf den Tisch stellst und frag dich ob da was fehlt.
00:14:41: oder
00:14:42: warum schmecken denn die Suppen beim Asiaten immer so toll?
00:14:47: Was hauen die da
00:14:47: rein?!
00:14:48: Und dann siehst Du halt okay das ist Gemüsebrühe, Soja und Miso-Paste.
00:14:52: Wenn Du die drei Sachen irgendwie verrührst... Da geht deine Suppe nicht mehr unter.
00:14:59: Während so unser eins der Gemüsesuppe kochte, er früher immer so okay großer Topf Wasser, Teelöffel Salz bisschen Gemüsebrühe und dann viel Gemüso vom Markt reinhauen und weich kochen und dann schmeckt das natürlich noch nix.
00:15:13: Ja ja ja.
00:15:14: Entschuldigung es schmeckt natürlich nach was aber da geht halt noch ein bissel was?
00:15:22: Ja!
00:15:24: Du merkst, bei dieser Fotogasfolge ist ich von dir ganz viel lernen und es freut mich.
00:15:30: Weil das ist schön ... Es macht was mit einem.
00:15:35: Was man isst und wie man ist.
00:15:36: Und ich glaube, was mich manchmal auch beschäftigt bei uns im Familienleben Ernährung hat ja immer sozusagen zwei Funktionen.
00:15:45: Das eine ist so sehr basal dieses, wir müssen irgendwie unseren Körper am Leben halten.
00:15:50: Wir müssen uns einfach mit irgendwas versorgen und manchmal hat Ernährungen wirklich auch sehr simpel diesen Zweck im Sinne von Kalorien.
00:15:57: Also man braucht jetzt einfach irgendwas.
00:16:00: Und gleichzeitig ist Essen natürlich so viel mehr als einfach nur Versorgung mit Kalorieren oder Nährstoffen.
00:16:06: Es geht dabei eben auch um Geschmack und Gewürz Sinnliches erleben, aber auch um die Frage wie ist die Stimmung beim Kochen?
00:16:14: Aber auch am Tisch und wie erlebt man die Mahlzeiten das Miteinander usw.
00:16:19: Und ich finde es ganz wichtig da auch nicht in solche Bilder reinzugehen zu sagen ein schönes gemeinschaftliches Essen kann nur dann schön sein wenn man davor In der Küche stand unsinnlich alles abgeschmeckt hat sondern manchmal bringt man weiß Tiefkühl Fischstäbchen auf dem Tisch und alle haben fröhliches Essen.
00:16:37: Und das ist wunderbar, da muss man gar nicht so sagen ... Da fehlt jetzt aber der Heiligenschein irgendwie!
00:16:42: Trotzdem ist es natürlich auch so, dass wenn Essen, und das passiert bei uns in der Familie manchmal zu einer schieren Notwendigkeit verkommt einfach aus Überlastung, auch im Alltag.
00:16:55: Dass man sagt okay wir hatten schon gestern Nudeln und wir werden noch morgen Nudel essen Aber für mehr als Nudelen reicht die Kraft gerade irgendwie auch wieder nicht.
00:17:03: macht das natürlich auch was ein bisschen mit einem selber, weil wie man sich ernährt.
00:17:07: Was man da selber auf den Tisch bringt hat ja auch etwas mit Selbstwertschätzung zu tun.
00:17:13: Ob man sagt Hauptsache satt oder ob man sagt eine Mahlzeit soll mir auch was Gutes tun sollen wir schmecken sollen wir Freude machen sollen ein bisschen Abwechslung vielleicht beinhalten oder so und ich merke das bei uns dass wenn wir so Phasen haben in unserem Familienleben.
00:17:30: Wo wir das Gefühl haben, es läuft gerade alles so ganz gut?
00:17:32: Weißt du, wir sind so gut in der Spur und alle sind soweit gesund und alles läuft so ... Dann sind auf einmal Ressourcen da auch gut zu kochen!
00:17:41: Und gleichzeitig ist das ein bisschen eines der ersten Dinge was unter den Tisch fällt.
00:17:45: wenn's stressiger wird Wenn Leute krank sind, wenn Betreuungen wegbrechen, wenn Routinen irgendwie zusammenfallen dann ist oft das Aller erste dass wir merken Wir sitzen dann um siebzehn Uhr da und denken, es bräuchte Abendessen.
00:17:58: Und keiner hat Kraft für irgendwas, sondern ist noch die Frage so tiefkühl oder bestellen?
00:18:04: Man kann ja auch tolles Essen bestellen!
00:18:06: Aber es ist nicht meine Frage von gönnen wir uns diesen Luxus ein Essen zu bestellen, sondern das ist dieses Gefühl von ich bin selbst zu müde, um jetzt Pfannkuchen zu backen oder sowas.
00:18:17: Und gleichzeitig, wie gesagt wenn das dann über längeren Zeit anhält finde ich selber auch manchmal schade.
00:18:23: Aber ich merke eben auch dass sich so kochen kann, wie du das so ein bisschen beschreibst bis in die Richtung gehen muss noch eine gewisse Kraft da sein, die manchmal einfach nicht mehr da ist bei uns zumindest.
00:18:35: oder wir müssen an die Prioritäten anders setzen und sagen der Fokus liegt jetzt mehr auf dem Kochen und woanders weniger.
00:18:43: Das verstehe ich.
00:18:44: und sozusagen wenn ich gestresst bin Und hier so für mich alleine rumwursteln, ungefähr wäre es auch einfach ein Butterbrot.
00:18:52: Ja?
00:18:52: So macht auch satt.
00:18:54: Aber es gibt ein schönes Buch von Stefan Paul das heißt so ähnlich wie die tröstende Kraft vom Milchreis oder so.
00:18:59: also der Stefan Paul ist ein toller Hamburger Koch und er hat da so verschiedene Erzählungen versammelt.
00:19:05: Daran musste ich gerade denken was ich kenne.
00:19:07: schon Leute die sagen heute geht's mir nicht gut.
00:19:10: Ich gehe jetzt heim und kocht mir so ein Comfy-Food.
00:19:13: Und das ist ja sehr typisch, also je nachdem natürlich wie sozialisiert ist es dann keine Ahnung.
00:19:20: Spaghetti carbonara oder eben der Milchreis?
00:19:24: Oder Nudeln mit Tomatensauce oder die für dir genannten Fischstäbchen.
00:19:29: Also das sind ja schon auch... Je nach Familie, je nach Background und wo du wieder aufgewachsen bist kann dich das halt schon nähern und stützen!
00:19:37: Und gerade weil es glaube ich so simple Küche ist Also so Bratkartoffel oder so, ja.
00:19:44: Auch schwieriges Gericht.
00:19:46: Ich hab mal gelesen, weil du jetzt gerade als zwei Comfy-Foods als erstes nanntest Milchreis und Spaghetti Carbonara dass sehr viele Menschen als emotionales Trost essen irgendwas haben was ein bisschen diesen milchigen Geschmack hat.
00:20:00: das ist sowohl bei... Milchreis ist natürlich ganz stark der Fall, aber Spaghetti Carbonara hat ja auch so was ein bisschen cremig, saniges.
00:20:09: Ich dachte hier nach dem, wie man es halt auch zubereitet und jedenfalls habe ich mal gelesen, dass manche PsychologInnen davon ausgehen, dass das, was damit zu tun hat, unser erstes Lebensmittel auf der Welt Milch ist und wir quasi als Babys diesen milchigen Geschmack ... im Mund als Allererstes sozusagen haben und das praktisch mit Heimkommen geborgen sein, geliebt sein, assoziieren.
00:20:35: Und dass sozusagen dieses Streben nach Milchigem Kampffifood oder so, es kann auch sowas wie ein Pudding oder sowas sein, ne?
00:20:43: Dass das quasi so unbewusst dann so ein Reproduzieren von diesem ersten... Muttermilch oder was auch immer Milchgeschmack ist, den wir sozusagen kennengelernt haben.
00:20:53: Das bin ich irgendwie faszinierend.
00:20:54: Ich weiß nicht, ob das stimmt?
00:20:55: Es ist einfach nur eine Theorie.
00:20:56: Aber ich hab das mal gelesen und gedacht ... Stimmt schon!
00:20:59: Warme Milch, also dieser Geschmack von warmer Milch macht was sehr emotionales.
00:21:05: Nicht für alle Menschen, aber für viele.
00:21:09: Mhm, das stimmt.
00:21:10: Ja.
00:21:11: Das Kleimer sind die Milchreißfreie Familie.
00:21:13: Ihr mögt es gar nicht.
00:21:15: Die meisten von uns.
00:21:17: Okay, magst du Milchreis?
00:21:20: Ich mochte früher schon Milch-Reis.
00:21:22: Wurdest du überstimmt vom Rest deiner Familie?
00:21:25: Ja klar!
00:21:27: Milchres war mein Lieblingsessen als Kind.
00:21:29: also wenn man mich so gefragt hat im Grundschulalter war das mein absolutes Paradies.
00:21:34: erst mal nicht alles an Milch Reis.
00:21:35: perfekt fand die Süße aber auch diese Konsistenz.
00:21:38: und dass man das Apfelmus so rein rühren kann oder den Zimt der Drillafon genannt hast dazu fand ich es so toll.
00:21:45: Und auch, dass es viel gibt.
00:21:46: Genau, großer Topf!
00:21:47: Das
00:21:47: ist ja nicht nur so ein Plätzchen, so Danke sondern da gibt's sehr viel von.
00:21:52: Ja und der Geruch von Milchreis wenn du nach Hause kommst aus der Schule oder so das riecht schon so nach Milch Reis fand ich auch super toll.
00:21:58: Eigentlich fand ich Milch reis auch für mich als Kind immer faszinierend weil Meine Mutter hat immer gesagt, einen guten Milchrest zu kochen dauert eine Stunde.
00:22:08: Also man muss einmal alles anstellen und dann musst du ja so durchziehen und bis der dann sozusagen so ganz diese sämige Konsequenz selbst braucht ist eine Stunde.
00:22:15: Und ich hatte als Kind manchmal ganz große Schwierigkeiten mir irgendwie so Zeit Abstände vorzustellen.
00:22:22: oder weißt du also wie lang ist eine halbe Stunde?
00:22:24: Oder so?
00:22:24: und dann wurde das für mich innerlich, wieso ne Maßeinheit zu dieses einmal Milchreiskochen.
00:22:29: Weißt du wenn von sich jemand sagt das dauert eine Stunde weil ich das so fasziniert fand dass man keine Sache zusammenschmeißt die man alle einzeln nicht so doll fände weiß diese harten Milch reiskörner aus der Packung kommen die würdest ja nicht essen wollen so.
00:22:44: Und dann gibst du den ganzen eine stunde und auf einmal ist er dieses tolle Essen da.
00:22:48: es war nicht ganz toll Ja, aber bei uns gibt's auch oft Milchreis.
00:22:55: Aber aus dem Thermomixer, weil es noch ein bisschen einfacher zu machen ist.
00:22:59: Da muss da keiner stehen und rühren für die Kinder.
00:23:03: Und die mögen das nicht so gerne wie ich.
00:23:05: Also ich mach das vor allem für mich selber.
00:23:08: Für
00:23:08: dich?
00:23:09: Ah ja, ciao!
00:23:11: Ja, das ist überhaupt lustig.
00:23:12: Es gibt ja oft so dieses Klischee, dass Kinder auch besonders gerne so Süßspeisen mögen.
00:23:18: Also so Kinder kriegt man doch immer mit Grießbrei und so.
00:23:20: Und bei uns ist es ein bisschen lustig, dass mein Mann und ich total gerne solche Süsspeisen essen und auch oft mit einem gewissen nostalgischen Gefühl der Milchreis wie früher.
00:23:30: und der Grieß Brei.
00:23:31: und unsere Kinder sagen ganz oft, könnt ihr mal was richtiges wieder machen?
00:23:35: Immer diese Breie!
00:23:36: Ich weiß gar
00:23:38: nicht, weil ich letztes Mal Grießprei gegessen habe.
00:23:42: Also Grießbrei hab' ich schon Jahre nicht mehr gedacht.
00:23:45: Wir treffen uns mal!
00:23:47: Wir machen mal ein aller Anfang Grieß-Preis essen.
00:23:51: Ein Fünfgängemenü von der Kürbissuppe
00:23:55: über
00:23:55: die Umami Pilze bis zum Grieß Brei.
00:24:01: Schön schön schön.
00:24:02: Ja aber es ist schon spannend wie man eben natürlich durch ... eigene familie und deren eskgewohnheiten so geprägt wird.
00:24:09: ich denke da jetzt im moment auch viel drüber nach.
00:24:10: wir haben ja gerade wieder so mit unserem jüngsten kindenkind das grade die welt des essen lernen entdeckt.
00:24:17: ne unser baby ist jetzt so im besten.
00:24:21: Beikost am familien tisch so langsam mittes alter und erlebte diese malzeiten mit und wir Machen da so eine Mischung aus.
00:24:30: Manchmal füttern wir Brei, aber es ist auch viel einfach mit was wir erst so probiert die verschiedenen Sachen und du siehst dann so unmittelbar diese Reaktionen im Gesicht von einem Kind wenn das zum ersten Mal Spinat im Mund hat oder zum ersten mal ... Hackfleisch im Mund hat oder zum ersten Mal ein Knödel probiert.
00:24:50: Und es ist schon auch extrem spannend, einfach so zu sehen diese allererste Reaktion.
00:24:55: So dieses, was ist das jetzt wieder?
00:24:57: Dann merkt man schon auch, manche Geschmäcker erschließen sich sofort und das Baby will sofort mehr.
00:25:02: Manche Geschmecker sind erst mal so, was is das?
00:25:04: Manches wird ausgespuckt oder aber doch später noch mal probiert, ob's vielleicht doch schmeckt.
00:25:10: Ich merke da schon dass wir dann natürlich anfangen, unser Kind das bisher einfach Milch kannte logischerweise eben auch auf bestimmte Geschmäcker zu prägen sowohl was unsere Familie aber auch was unsere Kultur angeht oder so.
00:25:26: Ich muss da dann oft dran denken wie wir es in London gewohnt haben relativ häufig bei einer bengalischen Familie zu Gast waren, weil unser Kind mit deren Kind befreundet war.
00:25:37: Und wie dann der Bikoststart für das jüngere Geschwister-Kind aussah und dass die Skinner völlig andere Sachen gegessen hat als unser Baby jetzt so ist?
00:25:45: Völlig andere Gewürze kannte im Alter auch schon von sieben, acht, neun Monaten wahrscheinlich schon vorher durch die Muttermilch.
00:25:54: Ich empfinde das nicht als eine Belastung aber ich merke durchaus, dass sich manchmal noch ein bisschen ... vielleicht noch ein bisschen kritischer auf unsere eigene Küche kucke.
00:26:06: im Sinne von ist das jetzt hier auch divers genug und bieten wir genug unterschiedliche geschmacksrichtung an?
00:26:12: weil ich immer so denke, hier ist ja noch so'n ganz neuer mensch der jetzt ganz neu geprägt wird.
00:26:18: Und vielleicht müsste man hier und da nochmal ein bisschen mehr dinge einführen oder so.
00:26:23: Das finde ich ja die lustige Entwicklung dass du da jetzt sozusagen nochmal dass du diese Schleife jetzt nochmal machst Weil wir hatten ja in früheren Folgen ältere, also langjährige Hörerinnen werden sich erinnern.
00:26:35: Dass wir da ja oft so Themen hatten und mein Kind ist sozusagen total monothematisch und die gehe ich damit um.
00:26:42: Also das gibt ja auch so ein Resignieren in der Familienküche oder auch einfach ein aktives Zustimmen und sagt okay Nudel mit!
00:26:49: Pesto, Nudeln mit Pesto.
00:26:52: Das finde ich spannend, dass du sagst jetzt packt dich da die Mischung aus Schuld und Ehrgeiz.
00:26:58: Ein bisschen ja oder so ein Verantwortungsgefühl zu sagen?
00:27:01: Jetzt gerade ist vielleicht noch mal eine prägende Phase und vielleicht kann man hier nochmal einen Geschmacksfenster etwas weiten wenn man es geschickt anstellt.
00:27:14: Du würdest denken du könntest jetzt dem neuen Kindlein eine größere Vielfalt anbieten.
00:27:21: oder geht es um einen gesunden Teil.
00:27:24: Also was möchtest du so sagen, wenn ich so fragen darf?
00:27:27: Was möchtst du sozusagen erreichen?
00:27:30: Es muss ja kein Umzug immer sein aber was könnte die Motivation sein?
00:27:37: Ja also ist bei allen unseren Kindern so gewesen dass Erlebt habe, dass die oft als kleine Kinder so eine relativ große Neugierde hatten auf verschiedene Lebensmittel und ganz viel probiert haben.
00:27:47: Und dann sich das so ganz klassisch in der Autonomiefase auch noch mal verengt hat.
00:27:51: Auf einmal gegen viel weniger an Lebensmitteln.
00:27:53: Ich habe aber schon das Gefühl gehabt, je mehr Vielfalt vorher da war, desto mehr blieb dann auch in dieser verengten Phase irgendwie noch übrig.
00:28:05: Wenn ich mir unsere unterschiedlichen Kinder angucke, weiß ich.
00:28:08: Da hängt viel Persönlichkeit und alles, was du nicht prägen kannst.
00:28:11: Aber ich hab schon das Gefühl, dass ich teilweise so ein bisschen sehen konnte, dass die Kinder von unseren Kindern, die mit zwei, drei eine größere Varianz ... Toleriert haben oft auch die Wand, wo wir in der Babyzeit vielleicht ein bisschen besser hingekriegt haben diese Varianz zu halten.
00:28:27: Und wenn sozusagen die Babyzeit eines Kindes In eine Phase viel, Wo wir gerade nicht so viele Variants hatten weil wir einfach aus soviel anderes zu tun dann oder Kinder Die schon so einen verengten Speiseplan Hatten also die älteren Geschwister das dann sozusagen die kleineren geschwister Das quasi schon so mit gelernt haben im Sinne von keiner bietet ihr baby jemals Rosenkohl an Weil die großen essens.
00:28:46: ähnlich hat man quasi schon so ein bisschen diese Minimalkonsensküche und gibt die dem nächsten jüngeren Kind weiter.
00:28:53: Und woher soll das dann wissen, dass es auch sowas wie leckere verkochte Zucchini mit ganz viel Gewürz gibt oder so?
00:28:59: Wenn's das nie probiert als so ... Da merk ich jetzt bei unserem jüngsten Kind, dass ich da gerade noch mal so'n bisschen versuche tatsächlich erst einmal unabhängig von gesundheitlichen Aspekten eher von Geschwax-Aspekten zu sagen Ich würde diesem Kind gerne eine große Bandbreite von Geschmackswelten anbieten und eröffnen.
00:29:22: Und versuche dann auch immer wieder zu sagen, nur weil deine großen Geschwister diese oder das nicht mögen heißt es ja nicht dass du dich trotzdem das Recht hast das zu probieren und das kennenzulernen so.
00:29:33: Es geht aber natürlich ein bisschen um so Gesundheitsthemen, dass ich schon ... Auch nicht frei davon bin vielleicht noch ein bisschen bewusster auf manche Sachen zu schauen, als vor zwanzig Jahren beim ersten Kind.
00:29:48: Also was ich im Moment gibt es ja zum Beispiel ganz viel auch medial und so bericht über die Bedeutung von Proteinen z.B.
00:29:57: Und das ist alles auch viel Hype dabei!
00:29:59: Du kannst irgendwie geführt jedes Produkt doppelt so teuer verkaufen wenn du sagst, dass das irgendwie High-Protein so... Und gleichzeitig gibt's dahinter schon eine gewisse wissenschaftliche Evidenz, dass unsere Ernährung in unseren Breiten teilweise wirklich bisschen zu proteinarm ist und dass man teilweise da auch gucken muss, dass Proteine gesunde Proteine schon was Wichtiges sind.
00:30:21: Und dann muss ich ehrlich sagen vor zwanzig Jahren beim Baikoststart überhaupt nicht drauf geachtet.
00:30:25: also wir haben natürlich alles mögliche gegeben aber ich habe nie darüber nachgedacht enthält diese Mahlzeit jetzt auch Eiweiß so.
00:30:33: Wir haben immer nur bei aller Gene nachgedachten?
00:30:35: Genau
00:30:35: genau!
00:30:39: So und da merke ich das sich jetzt ein bisschen mehr auf so was gucke, wie hat dieses Kind auch genug Hülsenfrüchte in seiner Ernährung?
00:30:49: Oder ist das einmal die Woche Fisch oder so.
00:30:53: Das hab ich ... weiß nicht, nicht so stark auf dem Schirm gehabt, glaub ich, damals und trotzdem sind die alle gut groß geworden.
00:31:01: Ich bin da jetzt nicht panisch und fang an, die Mikronährstoffe zu zählen.
00:31:06: Aber ich habe schon's Gefühl... Man könnte ja vielleicht denken, beim fünften Kind Es ist alles in Fleisch und Blut übergegangen, aber man macht sich da gar keine Gedanken mehr drum.
00:31:16: Und so ist es nicht!
00:31:17: Sondern ich überlege schon auch hier wieder wie wird man ja so ein bisschen seiner Verantwortung gerecht dem Kind einen möglichst guten Start in die Welt des Essens zu bereiten?
00:31:28: Sowohl auf der Nährstoffebene, als auch auf der Geschmacksebene.
00:31:32: Aber auch natürlich auf dieser emotionalen Ebene.
00:31:35: wie sollen sich Mahlzeiten anfühlen?
00:31:37: Wie soll das miteinander beim Essen sein?
00:31:39: und es ist mir schon sehr wichtig da zu schauen.
00:31:42: Wenn das Kind den Kopf wegdreht und nicht mehr essen will dann wird das respektiert und ihm wird nicht einfach irgendwas in den Mund gestopft.
00:31:48: Und wir versuchen diese Hungerzeichen und Sättigungszeichen gutzulesen.
00:32:00: Die Dynamik am Ess-Tisch ist natürlich eine ganz andere, wenn da so viele Geschwister mit um Tisch sitzt und alle auch essen.
00:32:05: Und man merkt schon wie ein Baby sich das dann alles abguckt.
00:32:08: Also was finden die Geschwisters gut?
00:32:10: Wie essen sie?
00:32:11: Wovon wollen die mehr?
00:32:13: Dann will ich davon auch mehr.
00:32:18: Das ist wirklich spannend darüber nachzudenken weil ... Man konnte richtig hören fand ich, wie du einerseits abwägst und sagt naja Und andererseits halt schon noch mal diese Verantwortung spürst, so bei diesem ich sorge.
00:32:31: Ich nähere dieses Kind und wie kann ich da irgendwie möglichst ein gutes Zwischenziel erreichen?
00:32:39: Ja klar ändert sich sowas natürlich über die Jahre.
00:32:43: Ich glaub, dass wahrscheinlich der Anspruch immer der gleiche ist.
00:32:45: Dass du wahrscheinlich von Kind zu Kind andere Informationen oder nicht woher mal wusstest was ein Bioben isst?
00:32:51: Oder was auch immer.
00:32:51: ja also das man halt immer wieder so weiter lernt oder es neue einfach Ernährungstrends gibt die dann halt auch so bisschen in die Familienküche schwappen.
00:33:01: Total!
00:33:01: Ja das hast Du ja mal gesagt, dass Du das Gefühl hast, dass man als Familie immer durch solche quasi so eine Evolution geht von Ernährungsgewohnheiten.
00:33:10: Dass Du gesagt hast mal so wenn man bei uns vor wenn er zehn Jahre Kühlschrank geguckt hätte, wär der völlig anders bestückt gewesen als heute oder so.
00:33:19: Was denkst du?
00:33:20: Woran liegt das?
00:33:22: durch solche Evolutionen gegangen sein, weil es gibt sicher auch Familien bei denen das nicht so ist.
00:33:26: Weißt du wo quasi gefühlt das ganze Leben der Kühlschrank nahezu gleich aussieht?
00:33:31: Naja also es bezog sich glaube ich ein bisschen darauf... Es war eine Mischung.
00:33:35: Also mir gefies so dieses Bild.
00:33:36: wenn man seinen Kühl schrank fotografiert hätte vor fünf vor zehn vor zwanzig Jahren oder vor vierzig oder was Das wäre glaub ich ein lustiges Fotoprojekt gewesen hätte man es gemacht.
00:33:48: Und ich glaube, dass ein Kühlschrank einerseits zeigt in welcher Lebensphase sind die Menschen gerade, die da wohnen.
00:33:53: Also ich könnte mir vorstellen das dabei dir irgendwelche Gläschen rumstehen oder selbstverständlich selbst eine gekochte Pastinake.
00:33:59: Nee nee nee,
00:33:59: Gläschien außer Drogerie.
00:34:02: Ja ja, ich sage aber weißt du so?
00:34:05: und das Ernährung auch immer zeigt wie ich mich selber sehe oder wo ich gerne hin will oder was dich grade welche Einflüsse gerade vorherrschen.
00:34:15: Also wohnt da jemand, der irgendwie ganz viel Sport macht und jetzt denkt er müsste so... also alles ist fiktiv für Beispiel nicht unser Kühlschrank.
00:34:22: oder jemand denkt er kann mit Leitprodukten irgendwas erreichen was ihm halt irgendjemand eingeredet hat oder er sich selber einfach vorgenommen hat.
00:34:32: typischerweise wenn Kinder ins Spiel kommen diese unterschiedlichen Phasen wie du gesagt hast erst essen sie viel dann essen sie jahrelang nur noch das gleiche kommen so Freiheitsbewegungen, ihr deppen.
00:34:44: Ich ess jetzt vegan und pass sehr dann so ein ganzes Fach mit veganen Produkten oder so.
00:34:49: Nur so war der Gedanke.
00:34:50: Ja
00:34:50: ja, das ist schon so.
00:34:52: also wenn ich da hin fühle, dann merke ich schon auch natürlich, da gab es bei uns auch solche Bewegung.
00:34:59: Aber Nora, ich würde gerne nochmal einen Schritt zurückgehen und dich wenig darf dich noch mal befragen weil du hast gesagt Wenn wir viele Geschmäcker anbieten in den sehr jungen Jahren, dann haben wir die Chance durch diesen engen Tunnel der Autonomiephase glaube ich das ist genannt.
00:35:13: Durchzukommen dass da mehr quasi übrig bleibt.
00:35:18: aber wie geht denn das Bild weiter?
00:35:20: Also heißt es sozusagen falls mein Baby Gorgonzola kennt kommt es durch die Autonomiefase vielleicht mit Altem Gouda und wenn's dann wieder freischwimmt, dann isst sie wieder Gorgon Zola.
00:35:32: also verstehst du Versus.
00:35:34: Als ich jung war, wusste ich nicht mehr was Koriander ist.
00:35:37: Also frischer
00:35:37: Koriandern und vielleicht verpartnert dein Kind ja später mal jemanden aus einem Kochkulturraum wo du nie mal lesen kannst, was auf der Packung
00:35:48: steht.
00:35:49: Ja also man darf da glaube ich nicht.
00:35:52: in diese Falle tappen das zu eng miteinander zu verknüpfen im Sinne von machst du dies in der babyzeit passiert das mit dreiern und das mit sechs Jahren dann kann man da raus ableiten wie jemand mit sechsunddreißig ist oder so weil eben unsere biografie in Bezug auf unsere ernährung von unglaublich viel faktoren geprägt ist und auch nur ein kleiner teil tatsächlich damit zu tun hat was wir als kinder gelernt haben also gerade unsere essens.
00:36:17: vorliebender gibt es auch Forschung in der Soziologie ändern sich in verschiedenen Lebensphasen noch mal ganz fundamental.
00:36:24: Also wer unser Freundeskreis ist, in unseren frühen Zwanzigern hat im Zweifelsfall mehr Einfluss darauf wie wir mit vierzig kochen als was wir als Baby gefüttert bekommen haben oder so.
00:36:35: Insofern darf man da nicht anfangen, quasi zu sagen ich sehe das Esverhalten einer Person und kann schon mal sehen was die Eltern alles falsch gemacht haben.
00:36:43: Aber es ist natürlich so wenn wir sozusagen auf das Groh der Bevölkerung gucken Nicht auf das einzelne Kind dann gibt es Hinweise darauf dass sozusagen eine große Vielfalt in den frühen Lebensjahren Die ersten zwei Jahre so Tendenziell Kinder oft offener und neugieriger macht unterschiedliche Geschmacksrichtungen.
00:37:05: und wenn Kinder von Anfang an in sehr eingeschränkten Speiseplan hatten, was ja manchmal auch durch gesundheitliche Erfordernisse einfach so ist.
00:37:15: Dann haben diese Kinder eben oft es später im Leben schwerer sich sozusagen neuen Geschmackssrichtungen zu öffnen.
00:37:20: also eine gewisse Toleranz für unterschiedliche Schmacks richtung lässt sich augenscheinlich etwas üben und trainieren Und gleichzeitig gibt es noch ganz viele andere Merkmale der Persönlichkeit die da Einfluss drauf haben, auf die wir keine Einflüsse ausüben können als Eltern.
00:37:38: Also eine Neurodivergenz in allen möglichen Formen usw.. Es ist tatsächlich eben auch nicht so, dass man sich Ernährung vorstellen darf wie ein Schlüsselloch.
00:37:49: Dass man einmal durch muss und danach geht es sozusagen weiter, sondern das ist mehr wie so ein Bauwerk.
00:37:55: Man macht so einen Fundament und dann kommt eine Phase ... Da ist das Bauwerk da oben drauf wackeligger, aber wenn der Grund gut gelegt ist, kann man darauf immer wieder die Türme einreißen oder was Neues draufbauen.
00:38:07: Aber die Basis ist irgendwie einigermaßen fest.
00:38:13: Da spielt nicht nur die Rolle, welche Lebensmittel wir in einem Kind angeboten haben.
00:38:17: Sondern da spielt auch viel eine Rolle eben in welcher Atmosphäre und mit welchen Botschaften Kinder sozusagen Essen gelernt haben.
00:38:23: Es gibt einfach sehr viele Kinder, die schon sehr früh erlebt haben.
00:38:28: Essen ist etwas was permanent bewertet wird wo ich auch permanent bewärtet habe.
00:38:33: Essen wird ... ganz viel Attributen belegt, die auch moralisch aufgeladen sind.
00:38:41: Es gibt Kinder, die hören im Alter von zwei, drei Jahren zum ersten Mal dieses Essen müssen wir uns verdienen.
00:38:47: Das ist die süße Sünde!
00:38:49: Davon musst du mehr essen davon wird man schlau.
00:38:53: wenn du das isst wirst du so dick wie die Oma.
00:38:55: Wenn du das dann bist du so faul wie der Opa oder was.
00:38:59: also da gibts mal mal ganz ganz blöde Verknüpfungen die dann so passieren.
00:39:02: und dass was ich jetzt so formuliere es ja sehr offen formuliert und vieles findet viel, sozusagen Subkutter an der Stadt.
00:39:09: Aber wird trotzdem vermittelt.
00:39:11: Kinder nehmen unglaublich genau wahr wie wir emotional reagieren auf ihr Essverhalten ob wir das Gefühl haben war die hat aber einen guten Appetit oder bedenkt er ist aber wie ein Spatz und ob wir irgendwie uns freuen und stolz sind dass unser Kind soviel Gemüse ist oder ob wir schon fast mit Sorge auf die dritte Banane schauen im Sinne von es ja auch viel Zucker drin.
00:39:35: Und es gibt einfach sehr, sehr viele Menschen die schon in der Kindheit für sich mitnehmen.
00:39:43: Essen ist keine wertfreie Geschichte sondern beim Essen kann man ganz, ganz viel falsch machen.
00:39:52: Man kann Leute enttäuschen und sein Körper falsch behandeln und das sorgt eben dafür dass sehr, Jugendliche und Erwachsene auf das Thema Ernährung insgesamt mit relativ viel Stress schauen, mit relativ vielen Schuldgefühlen.
00:40:11: Und dann eben auch oft empfänglich werden für diesen Ernährungs-Trend.
00:40:14: Jeden Ernährungen trennt immer so ein bisschen auf der Suche nach Selbstoptimierung.
00:40:18: Vielleicht muss ich jetzt doch wieder mehr Eiweiß ... Jetzt muss ich doch wieder Kohlendhydrate ganz weglassen dieser Hangen zu extremen.
00:40:28: Was wir sozusagen für die Kinderernährung Als obes das Prinzip anstreben sollte und es ist nicht so leicht, weil wir selber natürlich alle sozialisiert sind in der Gesellschaft die Essen super krass wertet.
00:40:40: Ist unseren Kindern eine Vielfalt bei zu... bringen an Lebensmitteln und gleichzeitig so ein inneres Vertrauen auf den eigenen Körper.
00:40:48: Manchmal hat man Lust auf ein zweites Stück Kuchen, manchmal nicht und beides ist okay.
00:40:53: Und man darf Dinge liegen lassen, probieren und doch nicht essen wollen.
00:40:58: Man darf Vorlieben haben und man isst.
00:41:01: kein besserer Mensch wenn man lieber Karotten mag als Milchreis oder so sondern es ist einfach moralisch neutral.
00:41:10: erst mal was man gerne isst und was man gern mag.
00:41:14: Und ich würde es jetzt nur, weil wir heute bei der Folge eher bei Geschmack sind als bei Essen.
00:41:18: Deswegen verstehe mich nicht falsch wenn ich versuche da noch mal hinzugehen.
00:41:21: Ich glaube nämlich man kann das auch über Geschmacksagen.
00:41:23: also du bist auch kein besserer Mensch, weil dir Koriander
00:41:29: schmeckt oder?
00:41:30: Ich glaube man kann nämlich auch über geschmecker diese ganze Beschämmungskaskade abfallen lassen die du hast so was... Das schmeckt dir!
00:41:40: Es
00:41:40: gibt ja so ein Geschmacksnobismus, im Sinne von manchen Leuten mag ja sowas schmecken.
00:41:45: Aber also für mich und meinen Gaumen ist das eine Zumutung was es bei euch gibt.
00:41:51: Ja genau wobei der Satz ich bin zu alt für schlechten Wein da.
00:41:58: Der ist jetzt mal außer Konkurrenz aber ne ich landet er jetzt irgendwo zwischen den vorhand zitierten Hühnerinner rein und Energydrinks weil
00:42:06: okay
00:42:07: Da wirds doch Haarek oder?
00:42:09: Also was meint Oliver?
00:42:11: Wenn jetzt dein Kind Energy Drinks tränke, lehnst du die dann ab wegen dem wie das Zeug scheußlich schmeckt oder wie ungesund das ist.
00:42:20: Das ist ja oft zwei Seiten der gleichen Bedalhe.
00:42:22: Ich versuche nur noch mal darauf hinzuweisen dass wir auch oft Dinge die den einen Menschen schmecken und dem anderen nicht auch schon abwerten oder bewerten.
00:42:30: Ja
00:42:31: total!
00:42:31: Und wie tolerant müssen wir da auch als Eltern letztlich sein?
00:42:36: Also ich komme Gott sei Dank um Energy Drinks hier in diesem Haushalt gerade herum.
00:42:40: Ich weiß aber nicht warum, ja?
00:42:41: Also ich will mir da jetzt wirklich nichts einbilden auf meine Unmami-Küche.
00:42:46: Aber ich stelle mir das eine relativ schwierige Frage vor, wenn ein Kind sagt, dass es schmeckt mehr, aber...
00:42:50: Ja also bei uns gibt's Energy Drink und Jugendliche die gerne Energy Drinking.
00:42:56: Und was ich ganz lustig finde, zumindest so in einer gewissen Altersgruppe wird auf diese Energy Drinks oft referiert mit dem Begriff Spaßgetränk.
00:43:05: Also das nennen die selber so dass sie sagen jetzt gönne ich mir noch ein Spaß getränkt.
00:43:09: und das finde ich eigentlich ganz cool weil das ja schon sozusagen im Namen eben sagt es ist jetzt kein Alltagsgetränk, das ist nicht wie Wasser.
00:43:17: Was ich irgendwie literweise trinken will, sondern ein Spaßgetränkt ist so was man sich ab und zu mal gönnt weil es einfach Spaß macht.
00:43:25: Man weiß selber dass das jetzt für den Körper nicht besonders doll ist was die Nährwerte oder sowas angeht aber es ist halt etwas was Spaß macht.
00:43:35: Genau so werden hier Energydrinks eben auch gehandelt.
00:43:39: Also die gibt es erst ab einem gewissen Alter, weil erst dann ist man alt genug für diese Zeit von Spaß getränkt und dann ist das wirklich so ein Ding... also unser Kind kommt dann auch manchmal zu uns und sagt kann ich mal zwei Euro für den Spaßgetränk haben?
00:43:52: Und da latscht es sozusagen zum Supermarkt und holt sich eine Dose irgendwas und freut sich daran nicht irgendwie moralisch bewertet oder so.
00:44:02: Und gleichzeitig ist klar, das ist nix womit man seinen Durst im Alltag löscht irgendwie und dass es ... Du guckst grad so was würdest du sagen?
00:44:13: Ich bin froh, dass ich das nicht machen muss!
00:44:15: Ja ja schon weil ... boah.
00:44:18: Fällst du
00:44:18: schwierig?!
00:44:19: Also... Was wenn Nicht-Energie-Drinks ist moralisch unneutral, aber ich verstehe nicht.
00:44:26: Du meinst wegen des Zuckers oder wegen des Kofferins Wegen allem.
00:44:31: Wo las ich das noch nicht?
00:44:32: They're just rubbish, also da ist ja...
00:44:35: Alles drin was man nicht will!
00:44:38: Ja und ich weiß jetzt sagt gleich einer, aber Bier ist ja genau so.
00:44:41: Also tatsächlich merke ich so für mich sind Energydrinks in diesem Maße wie das hier konsumiert wird.
00:44:49: Und das können durchaus ein paar pro Woche sein nur dass es kein falscher Eindruck entsteht.
00:44:53: Aber so ne Nichts so schwer anzunehmen, weil tatsächlich mir jede Menge Dinge einfallen würden mit denen ich deutlich mehr Schwierigkeiten hätte.
00:45:04: Also ich hätte deutlich mehr Schwierigkeiten mit Alkohol-Konsum gerade auch Alkuholkonsum in höherem Maß.
00:45:09: Ich hätte deutlich more Schwierigkeiten mit Vapen.
00:45:12: Ich hatte deutlich mehr schwierigkeiten mit Zigarettenrauchen.
00:45:15: Ich hätte deutlich mehr schwerigkeiten mit Joints.
00:45:17: also mir fallen jede Menge dinge ein wo ich denke Spaß getränkt be it so ja?
00:45:22: Also kann ich total gut mit leben.
00:45:24: Ja bisschen Zucker bisschen Koffein Da mach ich mir tatsächlich bei einem jungen Menschen, der sich ansonsten ... Ja es geht ja immer um die große Summe aller Dinge.
00:45:34: Okay ernährt so?
00:45:35: Echt überhaupt keine Sorgen.
00:45:37: letztlich also wenn du die Inhaltsstoffe rausnimmst und sagen würdest da ist jemand regelmäßig ein großes Eis und trinkt noch drei Tassen Kaffee drauf oder so hättest du mehr oder weniger dieselben Stoffe nur halt in einer anderen Verpackung.
00:45:53: Und das is kein.
00:45:56: Du guckst, als wirst du denken.
00:45:57: Ich rede mir das schön!
00:45:58: Nein, nein, nee.
00:46:00: So gucke ich wirklich nicht.
00:46:03: Kann ja keiner überprüfen außer dir.
00:46:05: Kurz gesagt, ich verstehe dich weil du es jetzt sozusagen im Rahmen von leicht schadhaftem Konsum geframet hast und natürlich klar also Joint versus Energy Drink da weiß ich auch wo ich hin lang... Also was mir lieber wäre ... bei den Jugendlichen, nur... und haben wir ja gerade von Lebensmitteln.
00:46:24: Aber das stimmt!
00:46:25: Das ist eigentlich in der Kategorie Alkohol &
00:46:27: Co.,
00:46:27: ist es wahrscheinlich zu verorten?
00:46:28: Es ist nur so wenn du hier mittags vor unseren Edeka gehst,... ...und siehst wie viele Schülerinnen aus der benachbarten Schule sich dann so eine Dose holen,... ...dann frage ich mich trotzdem ob die Dinge einfach... ein Alterslimit bräuchten.
00:46:40: Aber die haben einen Alters-Limit, das wird auch viel unterschritten.
00:46:44: Die sind ja ab sechzehn und klar könnte man die auch ab achtzehn kaufen oder so.
00:46:50: Und gleichzeitig weißt du auch dass die Sache mit Alters Limits halt auch begrenzt wirksam sind.
00:46:57: oft aber ich finde es also die Frage energy drinks ja oder nein führt schon noch zu diesem größeren Thema.
00:47:06: Wo müssen wir dann ein Stück weit auch Kontrolle abgeben, ne?
00:47:10: Wir versuchen bestimmte Flat-Geschmacksvorlieben zu prägen.
00:47:12: Bewusst oder unbewusst!
00:47:13: Wir haben bestimmte Zuschreibungen was wir tun wollen würden oder nicht.
00:47:18: Ich selber, kurze Anekdote am Rande habe als ich meinen Mann kennengelernt habe was schon sehr sehr lange her ist.
00:47:27: Die Situation erlebt das er da gerade in so einem... Äh, Ferienprojekt-Ferienkurs.
00:47:33: So ein Experiment machen wollte zur Wirkung von Energydrinks und mich dann gefragt hat ob ich da mitmachen würde?
00:47:39: Und man wurde faktisch randomisiert in Gruppen eingeteilt und die eine Gruppe musste Energydrink trinken und danach Tests machen und die andere ohne.
00:47:45: Ich hab nicht mitgemacht obwohl ich sehr frisch verliebt waren gerne alles möglich machen wollte weil ich so Angst hatte in diese Energydrinkinggruppe zu kommen oder sowas trinken zu müssen was ich nicht trinken wollte dass ich lieber das ganze Versuchssetting abgelehnt habe.
00:47:58: Was man so macht in seinen Ferien ja Mhm.
00:48:02: Ja, ja ... Ich hab da durchaus mein eigenes Thema mit diesen Getränkungen.
00:48:07: Gleichzeitig kann ich das gut aushalten und auch verstehen, dass junge Leute ... Das war zu allen Zeiten so Dinge für sich entdecken, wo sie einfach sagen, das sind spannende und coole Geschmacksrichtung.
00:48:21: Und es ist was, was ich von zu Hause nicht kenne.
00:48:23: Und das macht's für mich auch attraktiv.
00:48:27: Ich erinnere mich auch daran, dass das ein Akt der Individuation war.
00:48:33: Um mal kurz den psychologischen Begriff zu verwenden.
00:48:35: Der Ablösung vom Elternhaus des Erwachsenwerdens beim Essen und beim Trinken sich irgendwann noch mal so zu fragen, was will ich eigentlich?
00:48:43: Man nimmt jahrelang einfach Dinge hin.
00:48:45: Und bei uns gibt es immer Wasser mit Sprudel oder Saft oder irgendwas.
00:48:52: Wenn man in einer ersten eigenen Wohnung sitzt oder in der WG kommt auf einmal dieses ... mag ich das eigentlich oder hab' ich das einfach immer nur so gemacht?
00:49:01: Und dass man auch auf so einem Weg dann auch bewusst ist, manchmal genießt irgendwas zu essen und ertrinken.
00:49:09: Wo man weiß, es wäre Zuhause gar nicht gefloutet irgendwie.
00:49:15: Finde ich total nachvollziehbar.
00:49:18: irgendwie also ...
00:49:19: Das stimmt!
00:49:20: Das ist ein schöner Punkt.
00:49:21: ja genau...
00:49:22: Ich erinnere mich daran, dass wir irgendwann mal, das ist schon ganz viele Jahre her weil meine Eltern zu Besuch hatten und meine Mutter dann irgendwie bei irgendwas, was wir gekocht haben.
00:49:32: Ich weiß gar nicht mehr, was es war so gesagt hat.
00:49:34: Das ist so krass!
00:49:35: Man denkt immer ... man zieht einen Kind groß und das lernt von einem Kochen oder ein Koch, dass später sowas ähnlich ist.
00:49:41: Aber eure Küche ist völlig anders als unsere Küche.
00:49:45: Ich find die total gut.
00:49:46: Mir schmeckt das auch bei euch
00:49:47: usw.,
00:49:47: aber ich hätte gedacht, dass es da sozusagen mehr Kontinuität gibt zwischen ... Weißt du?
00:49:53: Es schmeckt so ein bisschen wie bei uns und ich habe das Gefühl, ihr habt es komplett neu erfunden.
00:49:57: Und das war gar kein bewusster Akt!
00:50:00: Das waren die Sonne und ich schneide jetzt da irgendwie die Tauel durch.
00:50:03: und es gibt auch noch Ausrezepte gerade im Bereich Backen und so... Die sind sehr wohl Familienrezepte, die ich hier mache.
00:50:09: aber es ist tatsächlich so dass man bei uns weder sagen kann Unsere Familienküche im Alltag ist sozusagen eine Fortführung der Familie in Küche, mit der mein Mann aufgewachsen ist.
00:50:20: Noch die Fortführungen der Familie mit der ich aufgewachsen bin, sondern es ist ein wilder Mix aus... Was haben wir in Studentenzeiten uns angeeignet, was haben wir aus den verschiedenen Ländern mitgebracht?
00:50:29: Wo wir mal so gelebt haben.
00:50:31: Was haben von Freundinnen und Freunden aus dem Kochbuch, das irgendwann mal hip war vor zwanzig Jahren oder so?
00:50:39: So gelernt!
00:50:39: Was haben unsere Kinder teilweise mitgebracht?
00:50:42: Was kochen die bei uns?
00:50:46: Was war irgendwann mal ein Rezept, das in der Kochbox lag?
00:50:49: Dass wir alle gut fanden und dass wir uns verständigen konnten.
00:50:53: Auf einmal entsteht eine ganz eigene Familienküche.
00:50:56: Ich könnte dir bei fast jedem Rezept sagen, wo es herkommt und was das mit unserer Geschichte oder mit unserer Biografie zu tun hat.
00:51:04: Aber es sind nur noch relativ wenige Rezepte, wo ich sagen würde ... Das hab' ich mit acht auch schon immer gegessen so!
00:51:12: Also vielleicht ist's Geschmack... als Teil von Kochen oder Essen immer irgendwie auch eine biografische Nummer kann schon sein.
00:51:20: Und ohne das generalisieren zu wollen, mein Gefühl ist dass viele junge Leute heute deutlich bewusster sich damit auseinandersetzen was und wie sie essen wollen als das in meiner Pubertät oder in meinen Jugendjahren so der Fall war.
00:51:34: also ich erlebe das relativ viele.
00:51:37: ich sag jetzt mal so drei zehn bis zwanzigjährige Menschen die hier so in unserem Haus ein- und ausgehen relativ bewusst sowohl sagen, ich nehme vegan oder ich nehme vegetarisch.
00:51:50: Aber auch oft sehr genau wissen mir schmeckt das und ich mag das so nicht.
00:51:56: Und dass da eben auch ein bisschen die eigene Identität mitkonstruiert wird.
00:52:02: Ich bin jemand der so ist und dass das auch unter Jugendlichen als normal gilt zu sagen wir essen alle zusammen und jeder hat nachher was anderes auf dem Teller macht.
00:52:13: viel so diese Mix-and-Match-Küche.
00:52:19: Ich glaub, das ist kein Wunder, dass gerade wenn unsere jugendlichen Freundinnen und Freunde zu Besuch haben es oft sowas wie Bowls oder sowas gibt wo man dann ganz viele komponenten stehen hat.
00:52:30: Dann kann sich jeder ein bisschen zusammennehmen was er oder sie mag.
00:52:34: Und da spielt auch eine gewisse ... Veränderung in Bezug auf, wie wichtig ist es, dass das Individuum sich damit wohlfühlt?
00:52:44: Was es zu essen gibt irgendwie so eine Rolle.
00:52:46: Also ich kenne schon noch gerade auch von meinen Großeltern ein bisschen diese, was auf den Tisch kommt wird gegessen Botschaften und also da wurde das oft moralisch eher als nicht so cool angesehen, wenn man ne Extrawurst will beim Essen Und mittlerweile habe ich das Gefühl Ist das relativ anerkannt Das Jugendliche oder auch Erwachsene Sagen das möchte ich nicht, das möchte sich anders.
00:53:09: Das schmeckt mir so könnte ich ja noch mal was zum Nachwürzen haben und jeder macht sich das so wie er oder sie das gut findet.
00:53:16: Ich wollte nur noch kurz einen Punkt nochmal reinwerfen ist unsere Geschmacksknospen sind die Dinger?
00:53:24: verändern sich auch mit den jahren dem all das heißt bei mir im sport ist ein kochen den habe ich das mal gefragt und dann sagt der du selbstverständlich für meine mutterkoche ganz anders als bei mir in laden.
00:53:36: also weil er sagt dass hab ich gelernt es ja mein beruf ich kann unterschiedlich würzen oder unterschiedlich viel fette und salz usw.
00:53:45: einsetzen je nachdem wie wenig koche, weil die einfach auch an das schmecken.
00:53:49: ich glaube das ist auch eine erklärung warum du jetzt vielleicht keine Ahnung.
00:53:55: Krautwickel, vegetarische Essen-Kanst und Magst aber als deinem Oma die gemacht hat, ja?
00:54:01: Die gedacht das um Gottes Willen was ist das denn also?
00:54:04: das darf man auch nicht vergessen dass natürlich die Jugendlichen und gerade die Kinder süßer essen und anders das schmeckt.
00:54:10: das setzt sich bei ihnen glaube ich anders zusammen als beim älteren oder einem alten Menschen.
00:54:15: Und man hat ja früher oft gesagt man solle bei Babys und Kleinkindern in der Ernährung darauf achten die praktisch nicht so an Süßes heranzuführen.
00:54:26: Und damit war durchaus auch so was wie Obstbrei und sowas gemeint, damit sie keine Süßvorliebe entwickeln.
00:54:31: Sondern die Kinder sollten sich von Anfang an an Passinacke oder die Schockenbrei gewöhnen.
00:54:36: Da weiß man mittlerweile dieses ... Kinder vom Süßvorlieben haben, abbringen ist ein völlig hofflungsloses Unterfangen.
00:54:45: Also diese Süßprägung, das schon Neugeborene quasi dieser süßen Muttermilch hinterher jagen sozusagen.
00:54:52: Das ist ganz tief evolutionär in uns angelegt und es ist eben auch so dass es in der Natur eigentlich nichts gibt was Süß schmeckt und giftig ist sozusagen.
00:55:02: also Süss schmecken ist eigentlich immer in der natur ein Indikator für ist für den menschlichen Verzerr geeignet, während Bitteres zum Beispiel ja oft auch einfach giftig ist.
00:55:13: Und dass z.B.
00:55:14: Kinder eben sehr sensibel auf Bitterstoffe reagieren, ähm... ...ist ja weitchen bekannt und das ist auch nichts was man in dem Sinne an oder weg trainieren kann oder sollte.
00:55:24: Ich habe das auch in meinem Leben erlebt mit verschiedenen Sachen, die mir wirklich manche Dinge erst geschmeckt haben als erwachsene Person.
00:55:31: also ich hab angefangen Oliven gut zu finden da war ich dreißig würde ich sagen Rosenkohl als Gemüse, das man nicht verachten muss.
00:55:42: Für mich entdeckt da war ich ... thirty-seven, so was den Dreherum und so.
00:55:48: Da kommen immer noch manchmal Sachen dazu.
00:55:50: Manchmal probiere ich heute Dinge und denke krass!
00:55:52: Ich hab das irgendwann mal als Kind gegessen und habe abgespeichert.
00:55:54: Das ist total eklig.
00:55:56: Und jetzt finde ich's gut.
00:55:57: Deswegen hab ich auch, was unsere Kinder angeht, eine große innere Ruhe.
00:56:01: Habt es eben schon erlebt bei unseren älteren Kindern?
00:56:05: die natürlich als jüngere Kinder auch teilweise sehr auf süße Sachen abgefahren sind, dass das da eine Geschmacks-Evolution stattfindet.
00:56:14: Und zum Beispiel unser ältestes Kind hat sogar keinen Süßhieber irgendwie.
00:56:20: Wenn wir sagen hey und wir könnten ja auch noch Kuchen holen dann ist es eher so ja kann ich vielleicht einfach noch ein bisschen Hummus haben oder so.
00:56:26: also wo ich dann denke krass das hätte ich never ever in dem Alter Präferiert.
00:56:31: Aber das ist eben auch das Schöne, wenn Geschmacksvorlieben einfach sein dürfen so dass dann sich diese ganze individuelle Entwicklung eben auch so abspielen kann und man auch nicht das Gefühl hat Wenn es schon mal was Süßes gibt Dann muss ich das ja auch essen weil wer weiß wann immer wiedergibt sondern Es ist halt einfach auch eine geschmacksrichtung von vielen die eine Rolle spielen darf.
00:56:54: Und es gibt auch, was mir noch einfiel, die andere Seite ist.
00:56:58: Ich kenne jemanden der hat nach einer schweren Grippe ein Teil seines Geschmackssinns verloren und das ist bis heute nicht wiedergekehrt.
00:57:05: da geht's ja nochmal um ganz andere Themen.
00:57:07: also da gehts dann darum dass bestimmte... Also kennst du ja auch wenn du Schnupfen hast und plötzlich schmeckst du... Das merkste noch uns andere nicht und so beschreibt er das ungefähr.
00:57:16: Der muss dann quasi einen ganz anderen Zugang noch mal finden oder lernen und zu sagen, aber das schmecke ich halt.
00:57:22: Dann setze ich da zumindestens drauf um dann aus Erinnerung auch das zusammensetzen zu können wie es den schmecken könnte.
00:57:28: ja Ich musste auch gerade noch etwas denken.
00:57:32: ich habe mich mal mit einer Krankenschwester unterhalten die im Bereich Demenzpflege sozusagen tätig ist, also mit schwer dementen Menschen arbeitet und das oft auch hoch betagte Menschen bei denen klar ist dass deren Lebenserwartungen noch sehr sehr beschränkt ist.
00:57:50: Da geht es oft um die letzten Monate ihres Lebens oder Wochen wo sozusagen diese diese Demenzpalliativpflege dann einsetzt.
00:58:00: Und da beschreibt sie eben, dass dann relativ häufig die Menschen, die schon ganz viel vergessen haben und oft gar nicht mehr genau wissen wer sie sind, ganz spezifische Lebensmittel oder ganz bespezifische Geschmäcker nochmal verlangen und auf einmal bestellen.
00:58:15: Sie brauchen jetzt unbedingt noch mal kutteln!
00:58:17: Oder Sie brauchen auch unbedingt noch Sauervleisch oder so irgendwas.
00:58:23: Und da hat sie eben auch erzählt, dass es dann manchmal spannend ist gerade in so einem klinischen Setting wo man sehr lange ja immer auch sagt Ernährung hat diesen sehr starken Gesundheitsaspekt.
00:58:32: wir müssen irgendwie schauen wie wir Menschen so ernähren das Sie eben auch möglichst lange gesund bleiben das dann auf einmal quasi in dieser Phase der Pflege der totale Switch umgelegt wird und gesagt wird, alles was glücklich macht.
00:58:46: Und wenn da sozusagen eine hochbetagte Dame oder ein Hochbetagter her sagt ich brauche jeden Tag mein Viertel Rotwein und ich will nochmal diesen Puddingen und diesen Plunder und diese Torte und dieses ... Alles!
00:58:59: Weil einfach in einem Alter wo du sozusagen ganz wenig nur noch Kognitiv verarbeiten kannst, dass dich glücklich machen kann.
00:59:08: Du kannst dich an vielen Sachen nicht mehr freuen weil du sie nicht mehr verstehst.
00:59:11: Du weißt nicht wer nicht besucht oder welche Jahreszeit ist und so dann auf einmal diese Lebensmittel nochmal ein ganz unmittelbares Glücksgefühl einfach hervorrufen können.
00:59:20: So dieses zu weiß nicht wenn du bist aber du weißt immer noch das ist ein Lieblingsessen.
00:59:25: Und es hat mich irgendwie sehr berührt dass die dann sagte dass das eben quasi bei ihr auf der Station wo sie arbeitet sozusagen so das goldene Gesetzes alle Lebensmittelwünsche werden nach Möglichkeit erfüllt.
00:59:39: Und jede Person kriegt dann einfach am Ende des Lebens noch mal das, was ihr richtig gut schmeckt ohne Rücksicht auf irgendwas, sag ich mal!
00:59:47: Weil es ist letztlich egal, weißt du?
00:59:50: Es geht nur noch ums Wohlfühlen und manchmal ist das sozusagen der letzte Sinn dieser Geschmackssinn, der diese Glücksgefühle so bescheren kann.
00:59:59: Das fand ich irgendwie ... sehr berührend das so zu hören und diese Vorstellung, dass dann so jemand auf einmal noch mal sagt, oh jetzt nochmal.
01:00:06: Weißt du?
01:00:07: Und dann irgendwas bestellt und das dann bekommt.
01:00:12: Spannend!
01:00:15: Was gibt's bei euch zu essen heute?
01:00:18: Schreibt uns immer gerne an podcastetnora-imlau.de und damit kommen wir zur Sponsoren der aktuellen Folge und es folgt etwas Werbung.
01:00:27: Ja unsere heutige Folge wird... Wieder einmal unterstützt von Sarah und ihrer wunderbaren Alltagsgold-App.
01:00:34: Wir sind beide große Fans, das ist eine App die Journaling und Fotobuch machen auf wunderbare Weise miteinander verbindet.
01:00:41: für viele von uns ist es ja eher so to do gerade am Ende des Jahres so oh nein wir müssen noch das Fotobucht machen sonst haben wir das Weihnachtsgeschenk nicht fertig.
01:00:50: und Sarah sagt Fotos von unseren Kindern oder unserer Familie zusammen soll Spaß machen.
01:00:55: Es soll eben nicht dieses lästige To-do sein, was man immer vor sich her schiebt und was dann irgendwie so ein Berg wird sondern in ihrer App Alltagsgold sammeln wir jeden Tag in so einer Art Online Dankbarkeits-Tagebuch Fotos und kleine Momente, Erinnerungen schriftlich von uns aus unserem Alltag.
01:01:11: Das dauert wenige Minuten am Tag.
01:01:13: die App erinnert uns dran was wir heute versäunen das schön oder welchen Moment möchtest du in Erinnerung behalten?
01:01:18: Und so entsteht ganz von selbst auf einmal ein ganz persönliches und Schönes Fotobuch, dass wir dann nur noch ausdrücken müssen wenn wir wollen.
01:01:26: Wir können auch mehrere Fotobücher gleichzeitig besammeln!
01:01:29: Wir können gemeinsam zum Beispiel mit Partnerinnen oder Partnern oder mit Geschwistern eine und dasselbe Fotobucht befüllen.
01:01:35: Es gibt da ganz viele tolle Varianten und wir können euch diese App wirklich wärmstens ans Herz legen.
01:01:42: Und jetzt für den November hat sich Sarah noch was Besonderes überlegt.
01:01:46: Und zwar die Novembergold-Aktion und das ist praktisch ein Geschenk für alle, die sich jetzt im November noch für die Alltagsgold App entscheiden.
01:01:55: Da gibt's nämlich dann sozusagen ein gemeinsames Projekt!
01:01:58: Wir befüllen unser Fotobuch jetzt ja Schluss mit irgendwann.
01:02:02: es gibt so zu sagen eine geführte Aktion in November zu sagen wir machen gemeinsame Live Termine, wir haben co-working Termine ,wir haben gemeinsam einen Terminplan und werden quasi strukturell von Sarah begleitet wie wir aus einem Wust von Bildern und Erinnerungen ein Fotobuch erstellen.
01:02:19: Und am Ende klicken wir gemeinsam auf Bestellen, haben dann das Tudu mit Beginn der Adventszeit schon fertig und haben noch mal ganz schön uns auch zurück erinnert und fokussiert was in diesem Jahr wertvoll und gut und alltagsgold war.
01:02:35: Genau!
01:02:35: Wenn du das Chaos deiner Fotos beenden willst oder einfach einmal lernen möchtest dabei immer ein paar Gedanken festzuhalten Ohne Stress oder Ähnliches schaust du die Alltagsgold mal an, wir packen dir den Link in die Shownodes.
01:02:47: DieDomainIsAlltagsGold.app.
01:02:50: Vielen Dank und damit kommen wir zum Postfach Und zwar Nora haben wir eine Mail von Anna bekommen zur Selbstständigkeitsfolge.
01:02:59: Liebe Nora, lieber Oliver, danke für eure Folge zum Thema Selbstständigkeit und den Impuls sich von gesellschaftlichen Erwartungen freizumachen.
01:03:05: Gerade bei Themen wie allein schlafen, getröstet werden oder sich trauen bekommt man dadurch viele gut gemeinte Ratschläge von anderen die man dadurch besser ignorieren kann.
01:03:17: Was ich aber für mich noch nicht lösen konnte?
01:03:19: Was ist mit gesellschaftlichem Erwartung an Jungs und Mädchen die man vielleicht nicht ignorieren?
01:03:26: Wird mein Sohn zum Beispiel später selbstständig Freundschaften pflegen können oder braucht er dazu seine Partnerin?
01:03:32: Wird meine Tochter finanziell selbständig oder sich in einer Abhängigkeit wiederfinden?
01:03:36: und wie weit reicht es bei diesen Themen einfach die gesellschaftlichen Vorstellungen zu ignorieren, oder muss man diesen nicht doch etwas entgegensetzen.
01:03:44: Wie geht ihr damit um?
01:03:45: Vielen Dank für eure Arbeit und viele Grüße Anna!
01:03:48: Das ist eine super Rückfrage, finde ich.
01:03:50: Wir haben viel darüber gesprochen in unserer Folge, dass es auf diesen Druck gibt bei kleinen Kindern.
01:03:56: das Kind muss unabhängig werden und ohne Eltern schafft.
01:03:59: Und wir haben stark dafür plädiert, dass Kinder im eigenen Tempo selbstständig werden lassen und die Kinder nicht von uns wegpushen.
01:04:08: Sondern dass sie durchaus auch eine gewisse Bedürftigkeit fühlen dürfen.
01:04:11: Auch dass wir für unsere Kinder Sorgen dürfen.
01:04:16: Neugeboren mehr sind.
01:04:18: Und was Anna jetzt reinbringt, ist aber natürlich auch so etwas wie eine gewisse erlernte Hilflosigkeit die manchmal in unserer Gesellschaft quasi geschlecht ein bisschen weitergegeben wird, indem man eben praktisch Jungs teilweise vorlebt.
01:04:34: soziale Beziehung pflegen das ist ja nicht so euer Ding das mache ich mal für dich und auf einmal steht da dann so Mann-Kind vor einem.
01:04:42: Das sagt, ich weiß nicht wie man dran denkt dass jemand Geburtstag hat oder so was.
01:04:46: und equivalent leben wir teilweise gesellschaftlich Mädchen und Frauen vor das die Verantwortung zu übernehmen für die eigenen Finanzen oder Für Versicherung oder sowas quasi Unweiblich ist und dass sie sich da nie darum kümmern müssen und dass sozusagen nahtlos vom Vater dann der Ehemann sozusagen in die Rolle des Versorgers rutscht.
01:05:08: und das sind tatsächlich für mich nochmal ganz andere Themen.
01:05:13: Also da geht es ja nicht darum, einem Kind das etwas noch nicht kann oder sich alleine traut eine Hilfestellung zu geben sondern gesellschaftlich, aber auch individuell betrachtet.
01:05:28: Um so ein Kleinhalten also um dieses das kannst du noch nicht, das schaffst du nicht da kümmere ich mich dann musst du dich gar nicht mit befassen.
01:05:35: und wir haben ja in unserer selbstständigen Volksfolge immer wieder herausgehoben dass Kinder einen großen intrinsischen Drang haben auch ihr Leben selbst in die Hand nehmen zu wollen Und dass es wichtig ist dass wir unsere kinder durchaus auch empowern Aber eben nicht mit Druck und zwang und jetzt kalte wasser schmeißen sondern wir nehmen sie an die hand und führen sie in ihrem Tempo, in die Selbstständigkeit.
01:05:57: Und das gilt für mich egal ob wir nun Mädchen oder Jungs begleiten.
01:06:01: gerade auch bei diesen Themen also genauso wie ich bei einem, ich sag jetzt mal zehnjährigen Mädchen anregen würde zu sagen Ich kann nicht ein gesamtes Sozialleben organisieren.
01:06:13: Wir können gemeinsam schauen was kannst du schon selber?
01:06:16: Wo brauchst du doch Hilfestellung finde ich es wichtig bei einem gleich alten Jungen zu sagen Sozialleben organisiert man in folgender Weise und wir können dich dabei unterstützen aber das Ziel auf Dauer ist, dass du das selber machst.
01:06:30: Und bei so Themen wie Finanzen.
01:06:32: genauso ist es natürlich so... Ich würde sagen, hier ist die Karte von deinem Konto.
01:06:41: Du kannst es noch nicht überziehen aber du kannst damit erste Erfahrungen machen.
01:06:45: dann würde ich das natürlich bei einer Tochter genauso handhaben.
01:06:48: und Kinder lernen in dem Alter sehr viele Überrollenvorbilder eigentlich in jedem Alter sehr viel überrollen Vorbilder in dem was sie im eigenen Elternhaus gespiegelt sehen.
01:06:57: also kann die Mama auch Online-Banking machen, kümmert der Papa sich selber drum.
01:07:02: Wenn seine Schwester Geburtstag hat oder muss da die Mama dran denken so und sie lernen aber auch durch sozusagen andere Menschen in ihrem persönlichen Umfeld und man kann durchaus gerade mit Heranwachsenen über solche gesellschaftlichen Rollenbilder sprechen.
01:07:21: Die Welt will dir vielleicht teilweise erzählen, dass und das sei kein Frauenthema oder das sei keinen Jungsthema.
01:07:26: Das sehe ich anders!
01:07:28: Und das heißt aber trotzdem nicht, dass sich mein heranwachsendes Kind mit einem Thema allein lassen muss – das ist überfordert.
01:07:34: Sondern ich kann ja sagen, das ist sozusagen das Ziel.
01:07:37: Wie kommen wir da gemeinsam hin?
01:07:40: Ja also da hat Anna wirklich einen guten Punkt gemacht zu sagen in welchen Selbstständigkeitsraum... Welchen haben wir denn aufgespannt für unser
01:07:48: Kind?!
01:07:49: Und da sind teilweise auf jeden Fall geschlechtsspezifische Zuschreibungen im gesellschaftlicher Art drin und die transportieren wir dann, wie du die Beispiele ja, wie Du sie genannt hast.
01:08:00: Da lauert natürlich das ganz große Thema – also was leben wir davor?
01:08:05: Wie gehen wir hier zu Hause miteinander um?
01:08:07: Welche Geschlechtszuschreibung entspielen hier eine Rolle oder welche werden von außen an uns rangetragen?
01:08:13: Boah!
01:08:14: dass Selbstständigkeit nicht in einem Luftleeren von uns pädagogisch wohlgemeinten Raum stattfindet und dann irgendwo hinführt.
01:08:21: Ja, das hatten wir in der Folge so nicht thematisiert.
01:08:25: Wir gegnen das zum Beispiel ganz oft bei dem Thema im Haushalt mithelfen.
01:08:29: Ich hab ja schon öfter auch erzählt, dass wir da was unsere Kinder angehen... da sehr liberal sind.
01:08:35: In dem Sinne, dass unsere Kinder nicht bestimmte Pflichten im Haushalt haben, die sie erfüllen müssen, sondern es ist alles sehr situativ.
01:08:40: und wenn ein Kind sagt ich pack das gerade nicht oder ich will das gar nicht dann respektieren wir das erst mal.
01:08:44: Und da haben mehrere Menschen mir geschrieben bei Töchtern finden Sie das voll gut?
01:08:49: Wenn ein Mädchen auch mal sagen kann Ich will jetzt nicht die Spielmaschine ausräumen aber bei Jungs finden sie's schwierig weil sie dann sofort Sorge haben, dass sich dieses patriarchale Bild der... Junge macht es nicht, also macht die Mutter für ihn dann so festsetzt und später irgendeine Partnerin einen völlig unselbstständigen Partner hat.
01:09:08: Der dann quasi sagt zu Hause muss ich auch nie was machen!
01:09:11: Und ich verstehe diese Sorge und gleichzeitig glaube ich nicht dass sozusagen mehr Härte und mehr Zwingen egal ob bei Jungs oder Mädchen dafür langfristig eine Lösung verspricht.
01:09:22: Sondern ich glaube, dass es eben wie immer um dieses Detail geht, wenn eins unserer Kinder irgendwas im Haushalt nicht macht, dann verhalte ich mich ja nicht wie so ne stille Dienerin die dann so sagt ... Ja das ist sowieso klar!
01:09:34: Das ist ja meine Aufgabe und du wirst ... Sondern wir fragen immer wieder, wir binden immer wieder ein, wir sprechen immer wieder drüber und gleichzeitig darf jeder der Papa, die Mama oder jedes Kind Belastungsgrenzen deutlich machen oder sagen, Da brauch ich noch Hilfe oder so.
01:09:50: Und dann geht man in gewisser Weise stärker gegen diese geschlechtlichen Zuschreibungen an, als der Mann sagt im Namen der Emanzipation zwinge ich meinen Sohn jetzt genauso wie meine Tochter sein Zimmer aufzuräumen?
01:10:07: Super!
01:10:07: Vielen Dank.
01:10:09: Dann würde ich sagen danke schön das war's schon wieder und wieder bis zum nächsten Mal.
01:10:13: Genau und denkt immer dran alle anfangen ist manchmal schwer, manchmal leichter aber immer interessant.
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